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Chronologische Weltgeschichte - Die Jahre 1501 - 1600

2011 - 20152016 - 2020

1501

13. Januar - Das erste geistliche Gesangbuch in Volkssprache wurde von der Reformationsbewegung der Hussiten in Böhmen eingeführt. Es enthielt 86 geistliche Lieder in tschechischer Sprache, sowohl Neudichtungen als auch Übersetzungen lateinischer geistlicher Gesänge der römisch-katholischen Kirche. Die Hussiten waren Anhänger des Prager Universitätsrektors und Predigers Jan Hus, der 1415 auf dem Scheiterhaufen von Konstanz verbrannt wurde, weil er sich weigerte, seine Lehre von der Armut und Bescheidenheit der katholischen Kirche zu widerrufen.         W    

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Leonardo da Vinci beschreibt die Camera Obscura (Lochkammer ohne Linse).

 

Von Tilman Riemenschneider entsteht der Heiligblutaltar in St. Jakob in Rothenburg ob der Tauber.

 

Die Inkas kennen eine dezimale Zahlenregistrierung mit Knotenschnüren.

 

Der Freiberger Dom wird fertiggestellt (Baubeginn 1484);in ihm wird erstmals eine steinerne Kanzel in Tulpenform verwendet.

 

In Dresden werden 2´656 Einwohner gezählt.

 

In Baden-Baden wird die erste Badeordnung erstellt, welche die Erhebung einer aufenthaltsbezogenen Kurtaxe vorsieht.

 

 

1502

1. Januar - Der portugiesische Seefahrer Gaspar de Lemos entdeckt in Südamerika die Guanabara-Bucht, die er irrtümlich für eine Flussmündung hält und „Januarfluss“ tauft. Die später an diesem Ort entstandene Siedlung erhält daher den Namen Rio de Janeiro.

 

 

5. Oktober - Christoph Kolumbus nennt ein von ihm entdecktes Land Costa Rica y Castillo de Oro, weil ihn Einheimische bei seiner Ankunft mit Goldstückchen beschenken. Die ersten Erkundungen der Küstenregion und des Inlands fanden erst 1510 unter Diego de Nicuesa statt. Zwischen 1519 und 1523 wurde dann der Großteil des heutigen Costa Ricas im Namen der spanischen Krone erobert. Die von Kolumbus vorgenommene Bezeichnung Costa Rica y Castillo de Oro (dt.: Reiche Küste und Goldene Burg) sollte sich als Wunschvorstellung herausstellen: Das Land ist arm an mineralischen Rohstoffen und Edelmetallen. Erst ab 1560 wurde Costa Rica systematisch kolonisiert; spanische Konquistadoren gründeten 1563 Cartago, das bis 1823 Hauptstadt Costa Ricas war. Im 17. Jahrhundert festigten die Spanier ihre Herrschaft in Costa Rica, das jedoch wegen seiner Rohstoffarmut und unbedeutenden strategischen Lage eine nachrangige und unterentwickelte Kolonie blieb.         W    

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1503

Francesco del Giocondo, gibt im Frühjahr, anlässlich des Kaufs eines neuen Hauses und der komplikationslosen Geburt eines Kindes bei Leonardo da Vinci ein Portait seiner Frau Lisa in Auftrag. Lisa del Giocondo wurde 1479 als Tochter von Antonio Maria di Noldo Gherardini geboren und heiratete Francesco am 5. März 1495. Bei der Katalogisierung eines Frühdrucks der Universitätsbibliothek Heidelberg (Signatur D 7620 qt. INC) wurde der handschriftliche Eintrag des florentinischen Kanzleibeamten Agostino Vespucci von Oktober 1503 gefunden, der u.a. davon berichtet, dass Leonardo da Vinci ein Porträt der Lisa del Giocondo anfertigte. Da Vinci stellt das weltberühmte Bild erst im Sommer 1505 fertig und liefert es nie aus sondern behält es für sich selbst. Das auf dünnem Pappelholz gemalte, relativ kleine Bild ist 76,8 cm × 53  cm groß und wurde von Donald Sassoon 2006 wie folgt beschreiben: „Die junge Frau ,Lisa war etwa 24 im Jahr 1503, auf dem Bild sitzt in einem Stuhl auf einem Balkon vor einer fremdartigen Landschaft. Die Armlehne des Stuhls ist ebenso wie ihr Torso parallel zur Bildebene positioniert. Das Gesicht ist dem Betrachter zugewandt, die nach links gerichteten Augen blicken ihn scheinbar an [sehr ungewöhnlich für die damalige Darstellungsweise]. Sie hat volle Wangen, eine breite Stirn und keine Augenbrauen ! Der linke Mundwinkel des geschlossenen Mundes deutet ein Lächeln an. Die linke Hand umgreift die linke Armlehne, und die schlanken Finger der Rechten ruhen anmutig auf der Linken. Auf ihrem Haar liegt ein feiner, durchsichtiger Schleier, ihr Kleid fällt in schlichten Falten, den Mantel hat sie sich über die linke Schulter gelegt.“

Leonardo verkaufte das Bild kurz vor seinem Tod an König Franz I., der es im Schloss Amboise aufbewahrte. In der folgenden Zeit kam das Gemälde nach Fontainebleau, Paris und schließlich nach Versailles in die Sammlung von Ludwig XIV. Nach der französischen Revolution bekam das Bild eine neue Heimat im Louvre. Napoleon nahm es von dort mit und hängte es in sein Schlafzimmer. Nach der Verbannung Napoleons kam die Mona Lisa zurück in den Louvre wo das zweifellos bekannteste Werk des Museums, am 21. August 1911 während Renovierungsarbeiten verschwindet.

Der 31-jährige italienische Anstreicher Vincenzo Peruggia hatte sich in einem Schrank versteckt, das Bild aus dem Rahmen gelöst und unter seinem Mantel versteckt aus dem Museum geschmuggelt. Bevor der Dieb gefasst wurde, gerieten der Dichter Guillaume Apollinaire und der Maler Pablo Picasso in den Verdacht, die Mona Lisa gestohlen zu haben. Bei den Untersuchungen war man auf einen Mann namens Géry Pieret gestoßen, der zugegeben hatte, im Magazin des Museums Kunstwerke gestohlen zu haben. Zwei dieser Kunstwerke fanden sich, vermittelt durch Apollinaire, bei Picasso. Apollinaire wurde verhaftet, beteuerte vor dem Richter seine Unschuld und wurde schließlich wieder freigelassen. Picasso wurde nur verhört, aber nicht arretiert. Erst zwei Jahre später wird das Gemälde in Italien gefunden, wo der wenig später verhaftete Dieb erklärt, er habe sich mit dem Diebstahl für Napoleons Kunstraube in Italien rächen wollen. Peruggia versteckte das Bild in einem Loch in der Wand nahe bei seinem Ofen. Am 12. Dezember 1913 versuchte er es in Florenz an den Kunsthändler Alfredo Geri zu verkaufen. Geri erhielt einen mit „Leonardo“ unterzeichneten Brief, in dem der Schreiber behauptete, das Gemälde an Italien „zurückgeben“ zu wollen, und 500.000 Lire zur Deckung seiner „Unkosten“ verlangte. Geri informierte Giovanni Poggi, den Direktor des Kunstmuseums und bekundete sein Interesse. Peruggia kam nach Florenz und zeigte das Bild in seinem Hotelzimmer. Geri und Poggi untersuchten es und fanden auf der Rückseite die korrekte Inventarnummer des Louvre. Später verglichen sie mit Hilfe einer Fotografie des Originals die Risse und waren sich nun sicher, dass sie das Original vor sich hatten. Sie überredeten Peruggia, in seinem Hotel auf das Geld zu warten und riefen die Polizei. Die Reaktion der Öffentlichkeit war heftig. Italienische Nationalisten verlangten, dass „ihre“ Mona Lisa „zu Haus“ bleiben solle. Die italienische Regierung versicherte jedoch, dass sie Mona Lisa an den Louvre zurückerstatten werde. Zuerst aber ging sie auf Tournee und wurde in Florenz, Rom und Mailand ausgestellt. Sie reiste in einer eigens angefertigten, gepolsterten Kiste und mit Ehrenwache. Anschließend kehrte die Mona Lisa mit einer großen Staatszeremonie wieder nach Paris zurück.

Im Jahr 1956 hatte das Bild zwei Attacken zu überstehen. Im ersten Fall schüttete ein Unbekannter Säure auf das Porträt. Dabei wurde die untere Hälfte des Bildes schwer beschädigt. Am 30. Dezember 1956 warf ein obdachloser bolivianischer Tourist namens Ugo Villegas einen Stein auf das Porträt, nachdem er es stundenlang angestarrt hatte, und zertrümmerte dabei die Glasplatte und die Malschicht am linken Ellbogen bis auf die Grundierung. Die Stelle wurde vom Restaurator Jean Gabriel Goulinat mit Wasserfarben ausgebessert. Seitdem wird das Bild hinter Panzerglas ausgestellt.

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8. September - Michelangelo präsentiert auf der Piazza della Signoria in Florenz die legendäre, über 4 m hohe David-Statue. Der David von Michelangelo, ist die erste Monumentalstatue der Hochrenaissance und gilt als die bekannteste Skulptur der Kunstgeschichte. Das Original befindet sich seit 1873 in der Galleria dell’Accademia in Florenz. Die Skulptur stellt den biblischen David in dem Augenblick dar, in dem er, die Steinschleuder bereits auf der Schulter angelegt, den Kampf gegen den Riesen Goliath aufnimmt (1 Sam 17 EU). Davids Körper erscheint in entspannter Kontrapost-Stellung, nachlässig trägt er die Schleuder über der linken Schulter. Die kampfbereite Spannung wird in den hervorstehenden Adern der rechten Hand erkennbar, die den unsichtbaren Stein als Wurfgeschoss umschließt, vor allem aber in der Nacken- und Gesichtspartie: in den straffen Halssehnen, den angespannten Lippen und Nasenflügeln, der gerunzelten Stirn. Davids Blick ist auf einen Punkt in der Ferne gerichtet. Michelangelos Darstellung unterscheidet sich nicht nur in der Größe – die 5,17 Meter hohe Figur wiegt schätzungsweise fast sechs Tonnen – , sondern grundsätzlich von früheren Versionen aus der Florentiner Renaissance; bei ihm ist David vor dem eigentlichen Kampf gegen den Riesen zu sehen. Sowohl die Bildhauer Donatello und Verrochio als auch der Maler Andrea del Castagno zeigen den jugendlichen Helden mit dem abgeschlagenen Kopf von Goliath. Die Wahl des ungewöhnlichen Zeitpunktes lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters daher nicht mehr auf den zu Ende gegangenen Kampf, sondern auf den unmittelbar bevorstehenden Sieg.         W    Bild: Rico Heil (User:Silmaril)

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1505

2. Juli -Der Jurastudent Martin Luther wird in der Nähe von Erfurt beinahe vom Blitz getroffen und gelobt, Mönch zu werden. Im Frühjahr 1501 begann Luther sein Studium an der Universität Erfurt und bezog Quartier in der Georgenburse. Er besuchte zunächst die Artistenfakultät, um Grundkenntnisse in den „Septem artes liberales“ (Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie) zu erlangen. Im Januar 1505 legte Luther das Examen zum „Magister artium“ ab und beendete damit seine akademische Grundausbildung. Während dieser Zeit erwarb sich Luther genaue Kenntnisse über die Lehren des Aristoteles, die seit Thomas von Aquin die mittelalterliche Scholastik beherrschten. Durch Jodocus Trutfetter und Bartholomäus Arnoldi, die seinerzeit an der Erfurter Artistenfakultät lehrten, wurde er zudem mit den Ansichten des Nominalismus konfrontiert. Auf väterlichen Wunsch setzte Luther zum Sommersemester 1505 sein Studium an der Juristenfakultät fort. Doch am 2. Juli 1505 wurde er nach dem Besuch seiner Eltern in Mansfeld auf dem Rückweg nach Erfurt bei Stotternheim von einem schweren Gewitter überrascht, hatte Todesangst und rief zur Heiligen Anna, der Mutter Marias: „Hilf du, heilige Anna, ich will ein Mönch werden!“ Weshalb der junge Luther gerade dieses Gelübde ablegte und einen kirchlichen Lebensweg einschlug, erklärt sich weder aus seiner Erziehung noch seiner Todesangst ganz. Vorerst gegen den Willen seines Vaters trat er am 17. Juli 1505 in das Kloster der Augustiner-Eremiten in Erfurt ein. Hier übte er die Ordensregeln so genau und streng, dass er schon am 27. Februar 1507 zum Diakon und am 4. April desselben Jahres zum Priester geweiht wurde.       W   

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Das erste Seerecht wird veröffentlicht.

 

Die erste tatsächlich datierbare Taschenuhr mit Federwerk wird als Nürnberger Ei von Peter Henlein gebaut. Er wird 3-5 Jahre daran geübt haben, da es unterschiedliche Quellenangaben über diesen ersten Roboter gibt, der Menschen zu beherrschen vermag.

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1506

18. April - In Rom erfolgt durch Papst Julius II. die Grundsteinlegung zum monumentalen und kostspieligen Neubau des Petersdoms unterhalb des späteren Veronikapfeilers, der mit einem gewaltigen Tresor versehen, für die Aufnahme der kostbarsten Reliquie der katholischen Kirche, dem Schweißtuch der Veronika, bestimmt war. Papst Julius II. fand, dass das bisherige rund 1200 Jahre alte Gotteshaus keinen angemessenen Platz für sein Grabmal bieten würde. Er gab deshalb eine Erweiterung des Baus in Auftrag. Da dieser jedoch an vielen Stellen einsturzgefährdet war, entschied man sich stattdessen für einen monumentalen Neubau. Das kostenintensive Unternehmen wurde entscheidend durch den sogenannten Peterspfennig und den Verkauf von Ablässen, in Deutschland u.a. durch den Dominikanermönch Johannes Tetzel, finanziert. Die Diskussion um diese Finanzierung wurde zu einer der Quellen der Forderung nach Reformation. Der Petersdom fasst 20.000 Personen und ist mit einer überbauten Fläche von 15.160 m² eines der größten Kirchengebäude der Welt. Am 18. November 1626 konnte die neue Grabeskirche von Papst Urban VIII. geweiht werden.

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Der Genueser Christoph Kolumbus stirbt im Glauben, Ostindien entdeckt zu haben.

 

1507

23. Dezember - In einem Ratsbeschluss der Stadt Nordhausen über eine Branntweinsteuer wird der "Nordhäuser Branntwein" erstmals urkundlich erwähnt.  In diesem Beschluß wird erstmals das Wort "bornewyn" (Branntwein) erwähnt: „Der glichen, wie eß mit dem bornewyne hinfur, eynne zinß daruff zu setze, gehalten sul werden.“ Der Satz bezeugt, dass es schon vor dem 23. Dezember 1507 eine Steuer auf Branntwein gab, also in Nordhausen Branntwein hergestellt wurde. Die Nordhäuser wollten dann auch Korn zum Brennen benutzen. Dies wurde den Brennherren untersagt. Das erste Kornbrennverbot stammt aus dem Jahr 1545. In einem Ratsdekret der Stadt Nordhausen wird die Verwendung von Korn oder Malz zur Herstellung von Kornbrand verboten. In diesem Ratsdekret wird der Name "Korn" erstmals erwähnt. Zu jener Zeit hatten die Brauherren noch starken Einfluss in der Stadt. Diese benötigten selbst das Getreide zur Bierherstellung, zumal es ja hauptsächlich zur Versorgung der Bevölkerung diente. Das Verbot hatte bis ins 17. Jahrhundert Bestand. Zuwiderhandlung wurde hart bestraft. Ende des 16. Jahrhunderts hat sich das Brennereigewerbe in Nordhausen als wirtschaftlicher Faktor fest etabliert.       W

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Die durchschnittlichen Reisezeiten dieser Zeit betragen: Braunschweig-Magdeburg 2 Tage; Utrecht-Köln 5 Tage; Nürnberg-Venedig 14 Tage; Venedig-Alexandrien (über See) 17 Tage.

 

In Venedig wird die Herstellung von Spiegeln durch Orlando Gallo verbessert.

 

Martin Behaim, der deutsche Seefahrer und Kartograph und Hersteller des ersten Globus, stirbt.

 

Im Vogesengymnasium in St. Die entstehen Weltkarte und Globus von Matthias Ringmann und Martin Waldseemüller, in denen erstmals "America" für die Bezeichnung Südamerikas auftaucht (nach Amerigo Vespucci).

 

Das nach Vorbild römischen Rechts angelegte Strafgesetzbuch der Bambergischen Halsgerichtsordnung schreibt das Geständnis des Angeklagten vor seiner Verurteilung vor und begünstigt damit die Folter.

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1508

Michelangelo beginnt, die Sixtinische Kapelle auszumalen.

 

1512

Die Erschaffung Adams1. November - Die Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle wurden enthüllt. Das Publikum war begeistert von der kühnen Komposition und Farbenpracht. Für die Gestaltung der drei Zyklen im Deckengewölbe der päpstlichen Hauskapelle, die die Schöpfungsgeschichte, Propheten, Sibyllen und die Vorfahren Christi zeigen.
"Die Erschaffung Adams", die vierte Schöpfungszene, ist sicherlich das bekannteste und am häufigsten reproduzierte Werk. 1980 wurde mit der Restauration der Fresken begonnen, sie löste unter Kunsthistorikern heftige Kontroversen aus. Nach zwanzig Jahren Arbeit wurde die Kapelle im Dezember 1999 von Papst Johannes Paul II. wieder eingeweiht.

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1513

2. April - Die Ostküste von Florida wird vom Eroberer Juan Ponce de León während der Osterzeit entdeckt und für die spanische Krone in Besitz genommen. Ostern heißt auf Spanisch auch Pascua Florida. Archäologische Funde lassen darauf schließen, dass Florida vor der Entdeckung durch die europäischen Siedler schon seit mehreren tausend Jahren bewohnt war.  Ponce de León suchte auf seiner Expedition nach Florida 1513 vergeblich nach dem mythischen Jungbrunnen und entdeckte dabei die Florida Keys. Möglicherweise folgte er dabei dem Gerücht von einer Insel Bimini, auf der sich die Quelle der ewigen Jugend befinde. 1521 reiste Ponce de León – ausgerüstet und von einer Siedlergruppe begleitet – erneut nach Florida, um für Spanien dort eine Kolonie La Florida zu gründen, die von der indigenen Bevölkerung jedoch zerschlagen wurde.       W   

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22. April - Auf der Entdeckungsreise des spanischen Konquistadoren Juan Ponce de León in den Gewässern um Florida bemerkt sein Navigator Antón de Alaminos eine starke Meeresströmung, den "Golfstrom". Der Golfstrom ist eine warme, rasch fließende Meeresströmung im Atlantik. Er ist Teil eines globalen maritimen Strömungssystems, des globalen Förderbands. Der Golfstrom befördert, bei einer Geschwindigkeit von 1,8 m/s etwa einhundert mal so viel Wasser, wie über alle Flüsse der Welt zusammen ins Meer fließt. Der Name "Golfstrom" wurde von Benjamin Franklin geprägt und bezieht sich auf den Golf von Mexiko. Früher wurde er auch "Floridastrom" genannt, auf den Karten des 16. und 17. Jahrhunderts heißt er "Canal de Bahama". Bild: RedAndr

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25. September - Der spanische Entdecker Vasco Núñez de Balboa erblickt, als erster Europäer mit seiner Expedition das sagenhafte „Südmeer“, den Pazifischen Ozean. Wie viele Abenteurer veranlassten ihn die Nachrichten über das von Kolumbus 1492 entdeckte Land mit seinem Reichtum an Gold, die Reise in die neue Welt zu unternehmen. Zu dieser Zeit rüstete ein Rechtsanwalt namens Martín de Enciso ein Schiff aus, um an der Nordküste von Urabá (Kolumbien) eine Siedlung zu gründen und dort die Ländereien auszubeuten. Bablona versteckte sich auf diesem Schiff als blinder Passagier, da er wegen seiner hohen Schulder vor seinen Gläubigern flüchten musste. Als er Tage später suf hiher See entdeckt wurde wollte ihn der Kapitän am nächsten Strand aussetzen, woraufhin Núñez de Balboa erklärte, er kenne die gesamte Küste Zentralamerikas und erinnere sich, dass er damals einen Ort namens Darién am Ufer eines goldhaltigen Flusses gefunden habe, wo es freundliche Bewohner gebe. Die Mannschaft folgte seinem Vorschlag, an diesen Ort zu fahren. Enciso wurde als Führer abgesetzt; Núñez de Balboa wurde zum Expeditionsleiter und Generalkapitän. Am Ziel angekommen gründete Balboa die erste feste Siedlung Kontinentalamerikas: Santa María de la Antigua del Darién. 1511 unternahm Núñez de Balboa eine Expedition ins Binnenland. Auf seiner Suche nach Gold wurden viele Indios getötet und beraubt. Davon hörte 1513 auch der mächtigste Häuptling der Gegend namens Comagre. Dieser lud Balboa und seine Gefährten in sein weiträumiges Haus ein. Unaufgefordert schenkte er seinen Gästen 4000 Unzen Gold. Kaum hatte er das Geschenk verteilt, gingen seine Gäste mit Schwertern und Fäusten aufeinander los, denn jeder wollte sich seinen Anteil sichern. Comagre war über dieses Verhalten sehr erstaunt, denn für ihn war Gold ein gewöhnliches Metall. Er berichtete seinen Gästen von einem mächtigen See hinter den Bergen und dass alle Flüsse, die in diesen See fließen, Gold mit sich führten. Dort gebe es so viel Gold, wie man begehre. Aber es sei ein gefährlicher Weg. Er rief seine Leute zusammen und erklärte seine Absicht, die Landenge von Panama zu überqueren. 190 Soldaten erklärten sich bereit, ihm zu folgen. Nach drei Wochen waren von den 190 Soldaten nur noch 69 übrig geblieben. Dann kamen sie an den Berg, von dessen Gipfel man den großen See sehen sollte. Núñez de Balboa befahl der Mannschaft stehenzubleiben. Keiner sollte ihm folgen, denn diesen ersten Blick auf den unbekannten Ozean wollte er nicht teilen. Allein und einzig wollte er für ewige Zeit der erste Spanier, der erste Europäer, der erste Christ gewesen sein und bleiben, der den neuen Ozean erblickte. Am 25. September 1513, vormittags um elf Uhr, sah er schließlich als erster Weißer den Pazifik. Es war der Golf von San Miguel. Vier Tage später ging Núñez de Balboa an der Mündung des Sabanflusses einige Schritte ins Meer und nahm, als er salziges Weltmeerwasser feststellte, das mar del sur (Südmeer) für seinen König in Besitz.        W 

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1514

Die Portugiesen sind die ersten Europäer, die in chinesischen Gewässern segeln.

In Europa wird die Ananasfrucht bekannt.

Kopernikus entdeckt den Saturn.

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1515

Der erste Globus, auf dem Nord- und Südamerika verzeichnet ist, wird von Johannes Schöner hergestellt.

 

1516

In Lissabon wird erstmals ein Panzernashorn ausgestellt.

 

Erasmus von Rotterdam übersetzt den griechischen Urtext des Neuen Testaments erneut ins Lateinische.

 

23. April - Vom bayerischen Herzog Wilhelm IV. wird in Bayern die Brauordnung von Bier nach dem Reinheitsgebot erlassen . Der genaue Wortlaut:

Wie das Bier im Sommer und Winter auf dem Land ausgeschenkt und gebraut werden soll.

Wir verordnen, setzen und wollen mit dem Rat unserer Landschaft, daß forthin überall im fürstentum Bayern sowohl auf dem lande wie auch in unseren Städten und Märkten, die kein besondere Ordnung dafür haben, von Michaeli bis Georgi ein Maß (bayerische = 1,069 Liter) oder ein Kopf (halbkugelförmiges Geschirr für Flüssigkeiten = nicht ganz eine Maß) Bier für nicht mehr als einen Pfennig Münchener Währung und von Georgi bis Michaeli die Maß für nicht mehr als zwei Pfennig derselben Währung, der Kopf für nicht mehr als drei Heller (Heller = gewöhnlich ein halber Pfennig) bei Androhung unten angeführter Strafe gegeben und ausgeschenkt werden soll. Wo aber einer nicht Märzen-, sondern anderes Bier brauen oder sonstwie haben würde, soll er es keineswegs höher als um einen Pfennig die Maß ausschenken und verkaufen. Ganz besonders wollen wir, daß forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen. Wer diese unsere Anordnung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Faß Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden. Wo jedoch ein Gauwirt von einem Bierbräu in unseren Städten, Märkten oder auf dem Lande einen, zwei oder drei Eimer (= enthält 60 Maß) Bier kauft und wieder ausschenkt an das gemeine Bauernvolk, soll ihm allein und sonst niemandem erlaubt und unverboten sein, die Maß oder den Kopf Bier um einen Heller teurer als oben vorgeschrieben ist, zu geben und auszuschenken.

Gegeben von Wilhelm IV. Herzog in Bayern am Georgitag zu Ingolstadt Anno 1516       W 

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1517

8. Oktober - Frankreichs König Franz I. unterzeichnet die Gründungsurkunde für einen Kriegshafen namens Franciscopolis, aus dem die Hafenstadt Le Havre am Atlantik hervorgeht. Die frühere Le Hable de Grâce (schon 1489 erwähnt) wurde später einfach Le Havre („der Hafen“) genannt. Im Mittelalter bestanden hier nur kleine Fischer- und Bauerndörfer, während der Haupthafen der Region in Harfleur lag. Der neue Hafen Le Havre sollte dem wachsenden Überseehandel gerecht werden und durch seine Befestigung auch der militärischen Sicherung der Seinemündung dienen.          W       Bild:Jean Körp

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31. Oktober - Der Theologe Martin Luther veröffentlicht in Wittenberg 95 Thesen, in denen er vor allem den Missbrauch des Ablasshandels anprangerte. Die hierdurch ausgelöste Reformation führte zur Entstehung der Protestantischen Kirche. Die Historizität des Thesenanschlags, bei dem Luther seine 95 Thesen am 31. Oktober 1517 eigenhändig an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll, ist umstritten.

Inhalt der Thesen im Einzelnen

  • 1: Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht „Tut Buße“ u.s.w. (Matth. 4,17), hat er gewollt, daß das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.
  • 2: Dieses Wort kann nicht von der Buße als Sakrament – d. h. von der Beichte und Genugtuung –, die durch das priesterliche Amt verwaltet wird, verstanden werden.
  • 3: Es bezieht sich nicht nur auf eine innere Buße, ja eine solche wäre gar keine, wenn sie nicht nach außen mancherlei Werke zur Abtötung des Fleisches bewirkte.
  • 4: Die Strafe für Sünden bleibt bis zum Eingang ins Himmelreich.
  • 5–6: Der Papst kann nur Strafen erlassen, die er selbst auferlegt hat.
  • 7: Gott erlässt Strafen nur denjenigen, die sich dem Papst (Gottes Stellvertreter auf der Erde) unterwerfen.
  • 8–9: Die kirchlichen Bestimmungen über die Buße und das Erlassen von Strafen gelten nur für die Lebenden, nicht für Verstorbene.
  • 10–13: Eine Strafe darf nicht für die Zeit nach dem Tod ausgesprochen werden.
  • 14: Je geringer der Glaube an Gott ist, umso größer ist die Angst vor dem Tod.
  • 15–16: Diese Angst alleine kennzeichnet das Fegefeuer als Reinigungsort vor Himmel und Hölle.
  • 17–19: Es ist gesichert, dass Verstorbene im Fegefeuer ihr Verhältnis zu Gott nicht mehr ändern können.
  • 20–24: Die Ablassprediger irren, wenn sie sagen: „Jede Strafe wird erlassen.“
  • 25: Die gleiche Macht, die der Papst bezüglich des Fegefeuers im Allgemeinen hat, besitzt jeder Bischof und jeder Seelsorger in seinem Arbeitsbereich.
  • 26–29: Der Papst erreicht die Vergebung im Fegefeuer durch Fürbitte, aber die Ablassprediger irren, wenn sie Vergebung gegen Geld versprechen. So steigen die Einnahmen der Kirche, aber die Fürbitte ist allein von Gottes Willen abhängig.
  • 30–32: Niemand kann Vergebung mit Sicherheit erreichen.
  • 33–34: Der Ablass des Papstes ist keine Gabe Gottes, bei der Menschen mit Gott versöhnt werden, sondern nur eine Vergebung der von der Kirche auferlegten Strafen.
  • 35–40: Niemand kann Vergebung ohne Reue erhalten; aber wer wirklich bereut, hat Anspruch auf völlige Vergebung – auch ohne bezahlten Ablassbrief.
  • 41–44: Das Kaufen der Ablassbriefe hat nichts mit Nächstenliebe zu tun, auch befreit es nur teilweise von der Strafe. Wichtiger sind gute Werke der Nächstenliebe wie Unterstützung für Arme oder Hilfsbedürftige.
  • 45–49: Wer einem Bedürftigen nicht hilft, aber stattdessen Ablass kauft, handelt sich den Zorn Gottes ein.
  • 50–51: Wenn der Papst die Erpressungsmethoden der Ablassprediger kennen würde, würde er davon nicht den Petersdom in Rom bauen lassen.
  • 52–55: Aufgrund eines Ablassbriefes ist kein Heil zu erwarten. Es ist falsch, wenn in einer Predigt länger über Ablass gesprochen wird als über Gottes Wort.
  • 56–62: Der Schatz der Kirche, aus dem der Papst den Ablass austeilt, besteht nicht aus weltlichen Gütern, sondern aufgrund des Evangeliums. Aber die Vergebung der Sünden durch Jesus Christus ist der wahre Schatz der Kirche.
  • 63–68: Der Ablass ist das Netz, mit dem man jetzt den Reichtum von Besitzenden fängt.
  • 69–74: Die Bischöfe und Pfarrer sollen die Ablassprediger beobachten, damit sie nicht ihre eigene Meinung anstelle der päpstlichen predigen.
  • 71–74: Wer gegen die Wahrheit des apostolischen Ablasses spricht, sei verworfen und verflucht. Der Bannstrahl des Papstes wird ihn treffen.
  • 75–76: Der Ablass kann keine schwerwiegenden und auch keine geringfügigen Sünden vergeben.
  • 77–78: Der Papst kann genau wie der Apostel Simon Petrus Fähigkeiten von Gott erhalten, wie es in 1 Kor 12,1-11 EU geschrieben steht.
  • 79–81: Es ist eine Gotteslästerung, das Ablasskreuz mit dem Wappen des Papstes in den Kirchen mit dem Kreuz Jesu Christi gleichzusetzen. Wer solche freche Predigt hält, kann das Ansehen des Papstes gefährden, etwa durch spitzfindige Fragen der Laien:
  • 82: Warum räumt der Papst nicht das Fegefeuer für alle aus?
  • 83: Warum bleiben Totenmessen für Verstorbene bestehen, wenn es nicht erlaubt ist, für die Losgekauften zu beten?
  • 84: Warum kann ein gottloser Mensch gegen Geld Sünden vergeben?
  • 85: Warum werden die praktisch abgeschafften Bußsatzungen immer noch mit Geld abgelöst?
  • 86: Warum baut der reiche Papst nicht wenigstens den Petersdom von seinem Geld?
  • 87: Was erlässt der Papst demjenigen, der durch vollkommene Reue ein Anrecht auf völligen Erlass der Sünden hat?
  • 88: Warum schenkt er nur einmal am Tag allen Gläubigen Vergebung und nicht hundertmal täglich?
  • 89: Warum hebt der Papst frühere Ablassbriefe wieder auf?
  • 90–93: Wenn der Ablass gemäß der Auffassung des Papstes gepredigt würde, lösten sich diese Einwände auf. Darum weg mit diesen falschen Ablasspredigern.
  • 94–95: Man soll die Christen ermutigen, Jesus Christus nachzufolgen, und sie nicht durch Ablassbriefe falsche geistliche Sicherheit erkaufen lassen.       W   

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Flandrische Handelsunternehmen erhalten das Sklavenhandels-Monopol nach Mittelamerika durch Karl I. von Spanien.

 

In Nürnberg wird das Radschloß für Gewehre erfunden.

 

1518

Hernando Cortez (+1547) landet in Mexiko und beginnt mit der blutigen Eroberung des Aztekenreiches unter König Montezuma.

 

Die erste Ausgabe des Rechen-Lehrbuchs (mit arabischen Ziffern) des Adam Riese erscheint.

 

Die ersten Feuerlöschwagen kommen auf.

 

Die Portugiesen bringen chinesisches Porzellan nach Europa.

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1519

Karl I., König von Spanien, Neapel, Ungarn und Böhmen, Herzog von Österreich und Burgund, wurde als Karl V. zum Kaiser des Römischen Reiches gewählt. Die Wahl konnte Karl durch eine Anleihe bei der Augsburger Kaufmannsfamilie "Fugger" finanzieren, die ihm die nötigen Bestechungsgelder vorstreckte, um seinen Konkurrenten, Franz I. von Frankreich, auszustechen.   W   

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20. September - Der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan sticht von Sanlúcar de Barrameda aus in See und startet mit einer Flotte bestehend aus fünf Schiffen zur, eigentlich schon am 10. August in Sevilla begonnenen Weltumsegelung. Im portugiesischen Seefahrtsarchiv hatte Magellan eine geheime Landkarte gefunden die darauf deutete dass in Südamerika eine Durchfahrt zum Pazifischen Ozean existiere. Möglicherweise war die große Bucht des Rio de Janeiro oder die des Rio de La Plata als Meerenge missdeutet worden. Er entschied, als erster diesen Weg westwärts zu nutzen, um die Gewürzinseln (die heutigen Molukken) zu erreichen. Zudem war Magellan überzeugt, dass die Gewürzinseln nach dem Vertrag von Tordesillas von 1494 auf der vom Papst Spanien zugesprochenen Welthälfte lägen. Seine Flotte bestand aus den Schiffen

  • "Trinidad", 120 Tonnen, 55 Mann Besatzung, Kapitän: Ferdinand Magellan
  • San Antonio, 130 Tonnen, 60 Mann Besatzung, Kapitän: Juan de Cartagena
  • Concepción, 90 Tonnen, 45 Mann Besatzung, Kapitän: Gaspar de Quesada
  • Victoria, 90 Tonnen, 42 Mann Besatzung, Kapitän: Luis de Mendoza
  • Santiago, 60 Tonnen, 32 Mann Besatzung, Kapitän: Juan Rodriguez Serrano

Die Schiffe segelten von Sevilla aus zunächst den Guadalquivir hinab, an dessen Mündung bei Sanlúcar de Barrameda es einen mehr als fünf Wochen langen Aufenthalt gab, da spanische Autoritäten die Reise des portugiesischen Admirals zu verhindern versuchten. Erst am 20. September 1519 stach die Flotte von hier aus endgültig die große Reise. An seinem Flaggschiff, der Trinidad, ließ Magellan nachts eine Fackel anbringen, damit die anderen Schiffe Sichtkontakt halten konnten. Die Mannschaft bestand aus 237 Mann, darunter 154 Spanier, 37 Portugiesen, 26 Italiener, zehn Franzosen, vier Flamen, zwei Griechen, zwei Deutsche und ein Engländer sowie dem malaiischen Sklaven Enrique Melaka als Dolmetscher. Der Proviant bestand aus 2.138 Ztr. Zwieback, 75 Ztr. eingelegtem Fleisch, 163 kg Öl, 112 Ztr. Käse, 200 Fässern Sardinen und 17 Ztr. getrockneten Fischen. Magellan konnte die Weltumsegelung nicht persönlich beenden, da er am 27. April 1521 beim gewaltsamen Versuch die Philippinen-Insel Mactan zu missionieren und für seine Verbündeten, Spanien und das Christentum in Besitz zu nehmen, getötet wure. Die Geschichte seiner Reise ist vor allem durch die Aufzeichnungen des Teilnehmers Antonio Pigafetta bekannt geworden.

 

1520

30. Juni - Der in Gefangenschaft der Spanier befindliche aztekische Herrscher Moctezuma II. wird durch mehrere Steinwürfe eines Azteken tödlich getroffen. Moctezuma II. war von 1502 bis zu seinem Tod 1520 Herrscher über das Reich der Azteken. Im Jahre 1517 führte der Spanier Francisco Hernández de Córdoba eine Expedition von Kuba aus Richtung Westen und entdeckte dabei die Halbinsel Yucatán. Bei der Ankunft der spanischen Schiffe im Jahr 1518 wurden die Spanier von offiziellen Abgesandten des Moctezuma begrüßt und betrieben Tauschhandel mit den Einwohnern. Am Gründonnerstag 1519 landete eine dritte Expedition auf San Juan de Ulúa, diesmal unter der Führung des Hernán Cortés. Da die Azteken bei dieser zweiten Begegnung auch reiche Geschenke an Gold und kostbaren Stoffen für die Neuankömmlinge mitbrachten, wurde aber deren Drang, in die Hauptstadt Tenochtitlán zu gelangen, nur noch größer. Bei der Einrichtung einer kleinen Kapelle im Palast des Axayacatl, was ihnen nach einer entsprechenden Bitte bei Moctezuma erlaubt worden war, stießen die Spanier völlig unvermittelt auf Moctezumas Schatzkammer. Bereits am folgenden Tag kam Cortes unter Begleitung einiger Soldaten zu Moctezuma und zwang ihn unter dem Vorwurf, er habe den Angriff auf die Spanier nahe Veracruz befohlen, in das spanische Quartier zu kommen, wo er von nun an festgehalten wurde. Die folgenden Monate über war Moctezuma nicht viel mehr als eine Marionette der Spanier. Dies führte allmählich zu einem immensen Autoritätsverlust unter den Bewohnern Tenochtitláns. Zur gleichen Zeit landete ein Trupp Soldaten unter Pánfilo de Narváez aus Kuba in Mexiko, mit dem Befehl, Hernán Cortés festzunehmen. Nachdem Cortés mit einem Großteil seines Trupps zur Küste aufgebrochen war und nur eine kleine Gruppe in Tenochtitlán zurückgelassen hatte, heizte sich die Atmosphäre nochmals auf, als sein Stellvertreter Pedro de Alvarado die adligen Teilnehmer am aztekischen Frühlingsfest töten ließ und so einen Aufstand der Einheimischen provozierte. Zurückgekehrt verlangte Cortés zuerst die Wiedereröffnung der Märkte, damit die Spanier ihre Vorräte auffrischen konnten, was Cortés erst nach der Zusage erreichte, Cuitláuac, den Bruder des Moctezuma freizulassen. Dieser jedoch stellte sich sogleich an die Spitze der Aufständischen und belagerte am 30. Juni erneut die eingeschlossenen Spanier. Auf Drängen Cortés’ trat Moctezuma nun vor seine Untertanen, die ihn jedoch mit Steinen bewarfen. Laut Bernal Diaz del Castillo wurde er dabei viermal getroffen und erlag kurz darauf seinen Verletzungen, nachdem er jede ärztliche Versorgung verweigert hatte. Einer anderen Version zufolge wurde er von den Spaniern hinterrücks erdolcht. Der Ausbruch, den die Spanier in der folgenden Nacht versuchten, gelang nur unter schwersten Opfern. Dennoch schaffte es Cortés, durch Verstärkungen aus Kuba seine Kräfte zu sammeln und mit Unterstützung der Tlaxcalteken, mit denen er sich verbündet hatte, Tenochtitlán zu belagern. Nach dreimonatigen Kämpfen erlosch der letzte Widerstand am 13. August 1521. Da die Eroberung Tenochtitláns, bei der Montezuma schließlich starb, dadurch begünstigt wurde, dass viele Eingeborene an der von den Europäern eingeschleppten Pockenkrankheit erkrankt waren und Montezuma einer Legende zufolge kurz vor seinem Tod einen Fluch ausgesprochen haben soll, alle Eindringlinge in seinem Land würden seine Rache zu spüren bekommen, spricht man bei dem Durchfall, an dem viele Touristen in Mittelamerika reisebedingt erkranken, in solchen Fällen (scherzhaft) von „Montezumas Rache“.     W   

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21. Oktober - Der portugiesische Seefahrer Fernão de Magalhães (Ferdinand Magellan) entdeckt die 600 Kilometer lange, nach ihm benannte Meeresenge zwischen dem Atlantik und dem Pazifik. 1519 war er im Auftrag des spanischen Königs Karl I. gestartet, um die Molukken auf dem Westweg zu erreichen. Spanien wollte an dem bisher von den Portugiesen dominierten Gewürzhandel teilhaben. Während der Fahrt litt die Mannschaft an Hunger, Durst und Skorbut. An der südamerikanischen Ostküste kam es auf dem größten Schiff der Flotte zu einer Meuterei der spanischen Offiziere. Magellan verlor dadurch das wichtigste Schiff mit dem meisten Proviant. Ende November 1520 erreichte die Expedition den pazifischen Ozean.

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28. November - Vier Wochen nach ihrer Entdeckung beginnt Ferdinand Magellan die Durchfahrt durch die später nach ihm benannte Magellanstraße an der Südspitze Amerikas; er erreicht mit drei Schiffen den Pazifik. Am 21. Oktober, dem Tag der 11.000 Jungfrauen, sichtete Magalhães in der Nähe des 52. Breitengrades ein Kap und nannte es „Kap der Jungfrauen“ – Cabo Virgenes. Ein furchtbarer, mehr als 36 Stunden dauernder Sturm trieb am 1. November, dem Allerheiligentag, zwei seiner Schiffe in eine Bucht, die sich im weiteren Verlauf als Durchfahrt vom Atlantischen zum Pazifischen Ozean erwies. Ihre größte Bedeutung hatte die Magellanstraße vor dem Bau des Panamakanals, aber auch heute noch wird sie von vielen Schiffen befahren. Die Verbindung zwischen dem Atlantischen und dem Pazifischen Ozean öffnete im 16. Jahrhundert einen Westweg zu den wirtschaftlich bedeutenden Gewürzinseln (Molukken).       W   

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1521

3. Janaur - Papst Leo X. schließt den deutschen Theologen und Kirchenreformer Martin Luther aus der Katholischen Kirche aus, indem er einen Bann gegen ihn verhängte. Der Ausschluss war der vorläufige Höhepunkt eines heftigen Streits zwischen Luther und dem Vatikan, der schließlich zur Spaltung der Kirche führen sollte. Die mit der Bulle einhergehende Verfolgung der Anhänger der Reformation schlug, anders als bei früheren Verfolgungen kirchlicher Reformbewegungen, fehl; Ursache hierfür waren nicht zuletzt die aktuellen politischen Gegebenheiten im Reich. Die Exkommunizierung Luthers ist nie wieder aufgehoben worden; da es in der römisch-katholischen Kirche unüblich ist, Exkommunizierungen posthum aufzuheben, ist eine Annäherung in dieser Frage bis dato erfolglos.         W    

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17. April - Martin Luther wurde unter Anklage des Hochverrats dem Kaiser im Reichstag zu Worms vorgeführt und verteidigte seine reformatorische Lehre mit den Worten "Gott helfe mir, Amen." Die Fahrt Luthers nach Worms glich eher einem Triumphzug, denn er wurde in Worms mit Begeisterung empfangen. Sein Auftreten während der Verteidigung seiner Thesen, die er 1520 in Wittenberg veröffentlicht hatte, wird in historischen Schriften als sachlich, klug und überlegt beschrieben. Er musste zweimal vor dem Kaiser erscheinen, jedesmal wurde ihm nahegelegt, seine Lehren zurück zu nehmen. Ein Schutzbrief gewährte Luther nach dem Prozess für 21 Tage freies Geleit. Danach verhängte der Kaiser über Luther ein Edikt, das Luther für "vogelfrei" erklärte. Eine von Luther inszenierte Entführung brachte ihn in Sicherheit auf die "Wartburg" bei Eisenach.

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8. Mai - Martin Luther, bereits von Papst Leo X. mit dem Kirchenbann belegt, wird von der Versammlung der deutschen Bischöfe in Worms ebenfalls geächtet. Auf dem Wormser Reichstag, auf den er zuvor von Kaiser Karl V. geladen wurde, weigerte sich der Reformator, seine kirchenkritischen Thesen zu widerrufen. Der Kaiser verbietet im Wormser Edikt die Verbreitung von Luthers Schriften und verhängt die Reichsacht über ihn, d.h. jeder darf ihn töten, ohne bestraft zu werden. Das Edikt bestimmt ausserdem, dass kein auf den christlichen Glauben bezogenes Buch gedruckt und vertrieben werden darf, ohne zuvor vom Bischöflichen Ordinariat gebilligt worden zu sein. Kurfürst Friedrich der Weise lässt Luther scheinhalber überfallen und bringt ihn auf der Wartburg in Sicherheit.          W    

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27. April - Auf der Philippinen-Insel Mactan geriet Fernando de Magellanes - laut Überlieferungen - während eines Kampfes mit Eingeborenen in einen Hinterhalt und wurde durch einen vergifteten Pfeil getötet. Die erste Weltumseglung, zu der, der in spanischem Dienst stehende portugiesische Seefahrer 1518 aufgebrochen war, wurde nach seinem Tod von Juan Sebastián Elcano fortgesetzt und schließlich von nur sieben der aufgebrochenen 200 Seeleute beendet. Die Kugelgestalt der Erde war damit endgültig bewiesen. Ein weiteres Experiment dieser Reise war die Vermessung des Stillen Ozeans.       W   

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4. Mai - Martin Luther wird auf der Heimreise vom Reichstag zu Worms in der Nähe von Schloss Altenstein zum Schein gefangengenommen und zur Wartburg unter den Schutz des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen gebracht. Kurfürst Friedrich der Weise erreichte durch zähes Verhandeln, dass Luther seine Position vor dem Reichstag nochmals erläutern und verteidigen durfte. Das zeigt den Niedergang der mittelalterlichen Macht von Papst und Kaiser: Karl V. war der letzte Kaiser, den ein Papst krönte. Am 17. April 1521 stand Luther vor dem Reichstag zu Worms, wurde vor den versammelten Fürsten und Reichsständen verhört und letztmals zum Widerruf aufgefordert. Nach einem Tag Bedenkzeit und im Wissen, dass dies seinen Tod bedeuten könne, lehnte er mit folgender Begründung ab:

„[Da] … mein Gewissen in den Worten Gottes gefangen ist, ich kann und will nichts widerrufen, weil es gefährlich und unmöglich ist, etwas gegen das Gewissen zu tun. Gott helfe mir. Amen.“

Darauf verhängte der Reichstag am 26. Mai 1521 das auf den 8. Mai rückdatierte, vom Kaiser gezeichnete Wormser Edikt über ihn. Es verbot unter Berufung auf die Bannbulle des Papstes im gesamten Reich, Luther zu unterstützen oder zu beherbergen, seine Schriften zu lesen oder zu drucken, und gebot, ihn festzusetzen und dem Kaiser zu überstellen. Auch so hätte jeder Luther töten können, ohne dafür belangt zu werden: Er war nunmehr „vogelfrei“. Gemäß der Zusage an seinen Kurfürsten erhielt er freies Geleit. Später bereute Karl V. diese Zusage, weil die folgende Reformation die Einheit seines Reiches zerstörte.        W   

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Der unter spanischer Flagge segelnde portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan entdeckt die Philippinen nachdem er die nach ihm benannte "Magellan-Straße" vom atlantischen in den pazifischen Ozean durchquert hatte. Die spanischen Interessen, die Gewürzinseln (Molukken) auf dem Spanien durch den Vertrag von Tordessillas zugeteilten Weg über den Atlantik zu erreichen, war so stark, dass die Krone im März 1518 fünf Schiffe für Magellan ausrüsten ließ, mit denen er 1519 in See stechen konnte. Magellans Flagschiff war die "Tinidad". Er nahm die Philippinen für die Krone von Spanien in Besitz und begann, die Bewohner der Philippinen zum christlichen Glauben zu bekehren. Beim Versuch, in einem Kampf zwischen rivalisierenden Bewohnern der Philippinen

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Der berühmte Bordesholmer Altar des Schleswiger Doms von Hans Brüggemann ist fertiggestellt (war bis 1666 im Bordesholmer Dom). Mit 16 m Höhe und über 400 geschnitzten Holzfiguren ein einmaliges Zeugnis der Dürerzeit.

Die von Brandkatastrophen ständig bedrohten Städte reagieren mit der ersten "Sächsischen Feuerlöschordnung".

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1522

8. September - Magellan's Weltumsegelung beweist: "Die Erde ist rund" Mit seinem Schiff "Victoria" kehrte er mit 18 Überlebenden von einer abenteuerlichen Expedition nach Spanien zurück: Drei Jahre lang hatte eine kleine Flotte unter dem Kommando des Portugiesen Magellan die Welt zu umsegeln versucht. Bis auf die "Victoria" gingen alle Schiffe verloren, der Beweis aber war geliefert: Die Erde ist rund.         W    

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Der Spanier Bermudez entdeckt die Bermuda-Inseln.

 

1525

29. Oktober - Martin Luther hält in Wittenberg die erste Messe in deutscher Sprache ab. Schon sehr bald nach dem ersten Auftreten Martin Luthers suchten Geistliche, die der Reformation nahestanden, nach neuen Gottesdienstformen. Man wollte diese entweder nach strikt biblischen Grundlagen neu entwerfen oder zumindest die überlieferten liturgischen Traditionen von Elementen „reinigen“, die man als Fehlentwicklungen ansah. Vor allem die mittelalterliche Opfer-Theologie der römischen Messe war den Reformatoren anstößig. So ist z. B. überliefert, dass schon 1522/23 an vielen Orten erste Versuche mit deutschen Abendmahlsgottesdiensten unternommen wurden, z. B. durch Karlstadt in Wittenberg oder durch Martin Bucer, Kaspar Hedio, Johann Schwebel und Johannes Oekolampad auf Franz von Sickingens Ebernburg. Oft wurden dabei nur einzelne Teile des Gottesdienstes ins Deutsche übertragen (z.B. die biblischen Lesungen) oder einfach nur die Kanon-Gebete (Canon Missae) ausgelassen. Einige dieser frühen evangelischen Gottesdienstordnungen wurden gedruckt und fanden so, wie anderes reformatorisches Gedankengut, rasch Verbreitung und Nachahmung.       W   

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25 zu Memmingen gehörende Dörfer begehren in den sogenannten "Zwölf Artikeln" vom 16. Februar wegen ihrer wirtschaftlichen, sozialen und religiösen Umstände auf und verlangen von der Reichsstadt und dem Schwäbischen Bund Verbesserungen. Sie werden während des Deutschen Bauernkriegs in Drucken weit verbreitet und zählen als die ersten Menschenrechte der Welt. Die "Zwölf Artikel" wurden innerhalb der nächsten zwei Monate mit einer für die damalige Zeit ungeheuren Auflage von insgesamt 25.000 Exemplaren gedruckt und verbreiteten sich in ganz Deutschland.

Die Zwölf Artikel

  • Jede Gemeinde soll das Recht haben, ihren Pfarrer zu wählen und ihn zu entsetzen (abzusetzen), wenn er sich ungebührlich verhält. Der Pfarrer soll das Evangelium lauter und klar ohne allen menschlichen Zusatz predigen, da in der Schrift steht, dass wir allein durch den wahren Glauben zu Gott kommen können.
  • Von dem großen Zehnten sollen die Pfarrer besoldet werden. Ein etwaiger Überschuss soll für die Dorfarmut und die Entrichtung der Kriegssteuer verwandt werden. Der kleine Zehnt soll abgetan (aufgegeben) werden, da er von Menschen erdichtet ist, denn Gott der Herr hat das Vieh dem Menschen frei erschaffen.
  • Ist der Brauch bisher gewesen, dass man uns für Eigenleute (Leibeigene) gehalten hat, welches zu Erbarmen ist, angesehen dass uns Christus alle mit seinen kostbarlichen Blutvergießen erlöst und erkauft hat, den Hirten gleich wie den Höchsten, keinen ausgenommen. Darum erfindet sich mit der Schrift, dass wir frei sind und sein wollen.
  • Ist es unbrüderlich und dem Wort Gottes nicht gemäß, dass der arme Mann nicht Gewalt hat, Wildbret, Geflügel und Fische zu fangen. Denn als Gott der Herr den Menschen erschuf, hat er ihm Gewalt über alle Tiere, den Vogel in der Luft und den Fisch im Wasser gegeben.
  • Haben sich die Herrschaften die Hölzer (Wälder) alleine angeeignet. Wenn der arme Mann etwas bedarf, muss er es um das doppelte Geld kaufen. Es sollen daher alle Hölzer, die nicht erkauft sind (gemeint sind ehemalige Gemeindewälder, die sich viele Herrscher angeeignet hatten) der Gemeinde wieder heimfallen (zurückgegeben werden), damit jeder seinen Bedarf an Bau- und Brennholz daraus decken kann.
  • Soll man der Dienste (Frondienste) wegen, welche von Tag zu Tag gemehrt werden und täglich zunehmen, ein ziemliches Einsehen haben (sie ziemlich reduzieren), wie unsere Eltern gedient haben, allein nach Laut des Wortes Gottes.
  • Soll die Herrschaft den Bauern die Dienste nicht über das bei der Verleihung festgesetzte Maß hinaus erhöhen. (Eine Anhebung der Fron ohne Vereinbarung war durchaus üblich.)
  • Können viele Güter die Gült (Pachtabgabe) nicht ertragen. Ehrbare Leute sollen diese Güter besichtigen und die Gült nach Billigkeit neu festsetzen, damit der Bauer seine Arbeit nicht umsonst tue, denn ein jeglicher Tagwerker ist seines Lohnes würdig.
  • Werden der große Frevel (Gerichtsbußen) wegen stets neue Satzungen gemacht. Man straft nicht nach Gestalt der Sache, sondern nach Belieben (Erhöhungen von Strafen und Willkür bei der Verurteilung waren üblich). Ist unsere Meinung, uns bei alter geschriebener Strafe zu strafen, darnach die Sache gehandelt ist, und nicht nach Gunst.
  • Haben etliche sich Wiesen und Äcker, die einer Gemeinde zugehören (Gemeindeland, das ursprünglich allen Mitgliedern zur Verfügung stand), angeeignet. Die wollen wir wieder zu unseren gemeinen Händen nehmen.
  • Soll der Todfall (eine Art Erbschaftssteuer) ganz und gar abgetan werden, und nimmermehr sollen Witwen und Waisen also schändlich wider Gott und Ehre beraubt werden.
  • Ist unser Beschluss und endliche Meinung, wenn einer oder mehr der hier gestellten Artikel dem Worte Gottes nicht gemäß wären …, von denen wollen wir abstehen, wenn man es uns auf Grund der Schrift erklärt. Wenn man uns schon etliche Artikel jetzt zuließe und es befände sich hernach, dass sie Unrecht wären, so sollen sie von Stund an tot und ab sein. Desgleichen wollen wir uns aber auch vorbehalten haben, wenn man in der Schrift noch mehr Artikel fände, die wider Gott und eine Beschwernis des Nächsten wären.

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Der Truthahn wird aus Südamerika nach England eingeführt.

 

1527

6. Mai - 15 000 Landsknechte der Armee des späteren römisch-deutschen Kaisers Karl V., die seit langem ohne Sold und Verpflegung vor sich hin marodieren, erobern die ewige Stadt. Ein Großteil der Schweizergarde (147 von insgesamt 189 Mann) hatte sich auf dem Petersplatz in Stellung gebracht, um den Papst und den Heiligen Stuhl zu schützen. Bei der Verteidigung fielen alle. Papst Klemens VII. wird bei diesem Sacco di Roma (Plünderung Roms und des Kirchenstaates) zur Flucht in die Engelsburg gezwungen wird jedoch von Truppen unter Sebastian Schertlin von Burtenbach wochenlang belagert. Ohne einen von allen Truppen anerkannten Anführer geriet die kriegsübliche dreitägige Plünderung außer Kontrolle, und die Truppen raubten, vergewaltigten, folterten und töteten nach Belieben. Über neunzig Prozent der Kunstschätze in Rom, darunter die Goldschmiedearbeiten der Kirchen, wurden während der Plünderungen geraubt. Der Wert der Beute wird auf rund 10 Millionen Dukaten geschätzt.         W    

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1529

19. März - Der zweite Reichstag von Speyer tagt und will das Wormser Edikt von 1521 gegen Martin Luther durchsetzen, wogegen nunmehr schon 19 evangelische Fürsten und Städte protestieren, weshalb man die Lutheraner seitdem "Protestanten" nennt.

 

27. September - Die Erste Belagerung Wiens durch die Osmanen unter Süleyman dem Prächtigen beginnt. Die Erste Wiener Türkenbelagerung war ein Höhepunkt der Türkenkriege zwischen dem Osmanischen Reich und den christlichen Staaten Europas. Sie fand im Rahmen des ersten österreichischen Türkenkrieges statt. Vom 27. September bis zum 14. Oktober 1529 schlossen osmanische Truppen unter dem Kommando von Sultan Süleyman I. dem Prächtigen Wien ein, das damals Hauptstadt der Habsburgischen Erblande und eine der größten Städte Mitteleuropas war. Unterstützt von Truppen des Heiligen Römischen Reichs konnte die Stadt von den Verteidigern behauptet werden.  W 

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In Italien treten doch tatsächlich Frauen als Schauspielerinnen auf, ohne als Hexen verbrannt zu werden.

 

 

1530

24. Februar - Mit Karl V. aus dem Hause Habsburg wurde in Bologna zum letzten Mal ein deutscher König zum Kaiser des Heiligen römischen Reichs Deutscher Nation gekrönt. Unter ihm erfuhr die habsburgische Weltmacht ihre größte Ausdehnung. Karl V. verfolgte das Konzept der Universalmonarchie. Dem Kaiser kam danach Vorrang vor allen übrigen Königen zu. Er verstand sich als Friedenswahrer in Europa, Schützer des Abendlandes vor den Osmanen und sah sich zuständig für den Schutz und die Reform der Kirche. Er war zwar der mächtigste Herrscher in Europa, aber sein Ziel einer dauerhaften Schwächung des zeitweise mit den Osmanen verbündeten Frankreichs konnte er nicht erreichen.       W   

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Georgius Agricola verfasst "De re metallica", erste deutsche bahnbrechende Metallurgie, die erst 1557 ins Deutsche übersetzt wird .

 

Erste Reichspolizeiordnung entsteht, sie betrifft u.a. Gewerbe, Maße und Gewichte, Apothekenaufsicht; Wucher, Bettelei, Unzucht, etc.)

 

In Florenz wird eine Geldlotterie eingeführt.

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1532

27. Juli - Auf dem Reichstag zu Regensburg erlässt Kaiser Karl V. mit der "Constitutio Criminalis Carolina" das erste Strafgesetz mit einer Strafprozessordnung in Deutschland. Im Jahr 1498 beschloss der Reichstag zu Freiburg im Breisgau, das Strafverfahren gesetzlich festzulegen.Eindeutschend wird sie schon früh auch als Peinliche Halsgerichtsordnung Karls V. bezeichnet. Peinlich bezieht sich hierbei auf das lateinische poena für „Strafe“ und bezeichnet Leibes- und Lebensstrafen. Die Carolina enthielt materielles Strafrecht und vor allem Prozessrecht. Als Schuldvoraussetzung war die Zurechnungsfähigkeit bei Jugendlichen gesondert zu prüfen. Bis zum 7. Lebensjahr waren Beschuldigte strafunmündig, bis zum 14. bedingt strafmündig. Delikte gegen den Staat, Körperverletzungen und Beleidigungen fehlten völlig. Mord und Totschlag wurde mit Blick auf die Strafe klar unterschieden, indem Mördern die Radstrafe vorbehalten war und Totschlägern die mildere Schwertstrafe. Beide Delikte fordern Vorsatz, der Totschläger handelt aber in affektiver Aufwallung wie Zorn und Wut, der Mörder hingegen mutwillig. Die Carolina legte grundsätzlich den Satz nulla poena sine lege zu Grunde, wonach eine Strafbarkeit schon im Zeitpunkt der Tat schriftlich niedergelegt sein muss. Sie beschrieb die strafwürdigen Taten anschaulich, präzise und abstrahierend. Es galten als Kapitalverbrechen z. B.:

  • Mord
  • Totschlag
  • Räuberei
  • Vergewaltigung
  • Brandstiftung
  • Verrat
  • Münzfälschung
  • expliziter Bruch der Urfehde
  • etliche Fälle von Diebstahl
  • Zauberei, sofern durch sie (Personen-)Schaden entstanden war.        W   

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Otto Brunsfels schreibt ein Kräuterbuch und begründet somit die neuere Botanik.

 

Die erste Beschreibung eines Walzwerkes erscheint.

 

In Nürnberg entsteht der Apollobrunnen im Hof des Rathauses durch Hans Vischer.

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1533

29. August - Der spanische Abenteurer Francisco Pizarro ermordete Atahualpa, den letzten Herrscher der Inka-Dynastie. Dies war der Anfang vom Ende des Inkareiches im südamerikanischen Andengebiet. Die Spanier waren 1532 bei ihrer Ankunft freundlich empfangen. Bei den Begrüßungsfeierlichkeiten ließ Pizarro den König gefangennehmen und 4000 unbewaffnete Inkakrieger niedermetzeln. Als Lösegeld forderte er, das Gefängniss von Atahualpa bis zum Rand mit Gold und Juwelen zu füllen. Die Bevölkerung erfüllte seine Forderung, doch der Tod des Königs war beschlossene Sache. Die Eroberer glaubten, mit einem führerlosen Volk leichteres Spiel zu haben. Atahualpa wurde zum Feuertod verurteilt, dann aber erdrosselt.       W   

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Der Spanier Beccerra entdeckt das heutige Kalifornien.

 

Die Standbilder der Osterinsel entstehen (Datierung aus dem Flechtenbewuchs vermutet) aus Tuffstein mit bis zu 20 m Höhe und teilweise über 40 Tonnen Gewicht.

 

Erste Irrenhäuser werden (ohne ärztliche Pflege) eingerichtet.

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1534

Der Kaufmann Hans Kohlhase erklärt, nachdem ihm in einem Prozess trotz eindeutiger Beweislage sein Recht gegen den Junker Günther von Zaschwitz nicht zuerkannt worden ist, dem Kurfürstentum Sachsen die Fehde. Am 1. Oktober des Jahres 1532 begab er sich auf eine Reise zur Leipziger Messe. Bei einer Rast im Dorf Wellaune geriet er mit einigen Untertanen des Grundherren Günther von Zaschwitz aneinander, die ihn des Pferdediebstahls verdächtigten und zwei seiner Pferde einbehielten. Kohlhase versuchte, juristisch dagegen vorzugehen. Vergleichsverhandlungen fanden am 13. Mai 1533 auf der Burg Düben statt, führten jedoch zu keiner friedlichen Beilegung des Konfliktes. Ein Grund bestand vor allem darin, dass der Ritter von Zaschwitz inzwischen verstorben war und seine Erben eine angemessene Entschädigungszahlung verweigerten. Aus diesem Grund erklärte Kohlhase 1534 die Fehde und es wird berichtet, dass er Häuser in Wittenberg niederbrannte. Er beging weitere Verbrechen. Schließlich wurde er ergriffen und am 22. März 1540 in Berlin öffentlich hingerichtet. Dieser Vorfall war Vorbild für Heinrich von Kleists Novelle "Michael Kohlhaas" Heinrich von Kleist blieb in der Schilderung der Ereignisse jedoch nicht authentisch, da ihm die Untersuchungsakten von 1539 nicht zugänglich waren.         W    

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15. August - Ignatius von Loyola, ein ehemaliger baskischer Offizier, gründete in Paris die "Gesellschaft Jesu", den Jesuitenorden. Der streng hierarchisch organisierte Orden widmet sich der Mission und zählt heute weltweit etwa 22.000 Mitglieder. Ignatius erfuhr nach einer schweren Verwundung eine grundlegende Veränderung seines Wesens, die ihn zur Abkehr vom weltlichen Leben bewog.   W

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1535

10. März - Der Spanier Tomás de Berlanga entdeckt zufällig die Galapagosinseln, nachdem das Schiff des Geistlichen auf der Reise nach Peru vom Kurs abgekommen ist. Der spanische König Karl I. beauftragte 1535 den panamesischen Bischof Tomás de Berlanga mit einer Vermittlungsmission zwischen dem spanischen Eroberer Francisco Pizarro und seinen Offizieren in Peru. Berlanga geriet auf der Überfahrt mit seinem Schiff in eine Windstille und gelangte durch Meeresströmungen am 10. März 1535 an die Küste der Galápagos-Inseln. Die damals noch unbekannten Inseln nannte man zunächst Islas Encantadas (verzauberte Inseln) und nahm diese für die spanische Krone in Besitz.         W    

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20. April - Über Stockholm werden Wetteranomalien beobachtet, die im Bild "Vädersolstavlan" der Nachwelt überliefert sind. Die älteste bekannte bildliche Darstellung der Stadt wurde im Auftrag des Schweden Olaus Petri angefertigt und zeigt die seltsamen Erscheinungen. Die Inschrift auf dem Rahmen, des in der Nikolaikirche zu Stockholm ausgestellten Bildes, beschreibt in 3 Sprachen das abgebildete Ereignis in folgendem Wortlaut:


DEN ZWANZIGSTEN TAGH APRILIJ SACH MAN ZU STOCKHOLM
SOLCHE ZEICHEN AM HIMMEL VON SIBEN BIS ANN NEGEN
WHR VORMITTAGH RENOVERAT
ANNO 1636

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1536

2. Februar - Der spanische Konquistador Pedro de Mendoza gründet die Stadt Puerto de Nuestra Señora Santa María del Buen Ayre, das heutige Buenos Aires. Der Name wurde von Mendozas Kaplan ausgewählt, der ein Verehrer der Virgen de Bonaria (Jungfrau des guten Windes) von Cagliari, Sardinien war. Nach anderer Überlieferung wurde der Name aufgrund der günstigen Winde im Río de la Plata ausgesucht. Der Ort von Mendozas Stadtgründung liegt auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils San Telmo. Mendoza befehligte etwa 1.600 Mann, die auf 16 Schiffen anlandeten. Da sie erst im Spätsommer ankamen, war es zu spät, um Getreide anzupflanzen. Die lokalen Querandí-Indianer waren Jäger und Sammler und wurden von den Spaniern gezwungen, Essen für Mendozas Truppen zu beschaffen. Sie reagierten daraufhin mit wiederholten Angriffen. Mendozas Siedler mussten 1541 den Ort aufgeben.       W   

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Die funktionstüchtige Taucherglocke wird erfunden.

Buenos Aires in Argentinien wird von den Spaniern gegründet.

Erste Erwähnung des von südamerikanischen Indianern verwendeten Kautschuks.

 

1539

28. Mai - Etwa einhundert Jahre nach ihren ersten Landungen in der Karibik erreichte der spanische Eroberer Hernando de Soto, Gouverneur von Kuba, die Tampa-Bucht von Florida. Mit einer 600 Mann starken Truppe sollte er das südliche Nordamerika erobern. Die Spanier vermuteten dort Gold- und Silberminen. Der Eroberungmarsch ging bis zum Mississippi und nahm fast die gesamte Küste des Golfes von Mexiko in Besitz. Dabei kam es zu blutigen Kämpfen zwischen den Spaniern und den Indianern. Zur gleichen Zeit fanden Expeditionen nach Neu-Mexiko statt, beispielsweise von Francisco Vázquez de Coronado. Indianersiedlungen wurden erobert, der Grand Canyon wurde entdeckt. Die Suche nach Gold blieb jedoch ergebnislos.       W   

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Erste Erwähnung eines Weihnachtsbaumes der im Straßburger Münster aufgestellt wird. Seit dem ersten Weichnachstfest der Römer im Jahre 314 n.Chr , holten sich die Menschen einzelne grüne Zweige ins Haus, diese gaben ihnen Hofnung in der düsteren winterzeit denn die grünen Zweige der Tanne galten damals als Sinnbild des Lebens. Fruchtbarkeit und Heilkräfte sollten sie bringen. Im Mittelalter fingen die Menschen damit an einen ganzen Weihnachtsbaum in´s Haus zu holen. Sie schmückten ihn mit Lebkuchen und Goldstreifen, erst 300 Jahre später steckten sie auch Kerzen an den Baum. Die Kirchen lehnten den Lichterbaum zuerst als heidnisch ab, doch seit dieser Zeit schmücken auch sie sich mit dem Christbaum.nach Oben

1540

22. März - Nach über sechs Jahren Fehde gegen das Kurfürstentum Sachsen wegen eines gerichtlichen Fehlurteils wird der ehemalige Kaufmann Hans Kohlhase, der sich selbst verteidigte und auf der Rechtmäßigkeit seiner Taten bestand, in Berlin zum Tode verurteilt und am gleichen Tag durch Rädern hingerichtet. Kohlhase stammte aus einer weitverzweigten Handwerkerfamilie von Schmieden und Tuchmachern. Seit 1530 war er Bürger von Cölln. Er galt als rechtschaffener und ehrlicher sowie ausweislich der Cöllner Bürgerbücher durchaus wohlhabender Kaufmann. Am 1. Oktober 1532 brach er von Cölln nach Leipzig auf, um die dortige Herbstmesse zu besuchen. Er hielt sich im Gasthof Wellaune auf, als ihm auf Geheiß des Junkers Günther von Zaschwitz widerrechtlich zwei seiner Pferde genommen wurden, mit der Begründung, er habe sie gestohlen. Dadurch verpasste er große Teile der Messe, die für ihn somit zum Verlustgeschäft wurde. Um wenigstens einen Teil der Verluste abzudecken, versuchte er erfolglos, zunächst die Pferde zurückzuerhalten. Zurück in Cölln war Hans Kohlhases Existenzgrundlage gefährdet, da ihm der Kredit entzogen wurde. Zur Sicherung seines Lebensunterhalts musste Kohlhase seine Besitztümer verpfänden. Kohlhase sandte daraufhin nach damaligem Brauch dem Landvogt von Sachsen am 13. März 1534 einen Fehdebrief und erklärte darin, von nun „der Feind von Zaschwitz' und des ganzen Landes Sachsen zu sein“ und solange kämpfen zu wollen, bis er den geforderten Schadenersatz erhielte. Anfang Februar 1540 überfiel Kohlhase bei der später nach ihm benannten Siedlung Kohlhasenbrück (Berliner Ortsteil Wannsee am heutigen Teltowkanal) einen Silbertransport des Kurfürsten Joachims II. von Brandenburg, den er sich damit zu seinem erbitterten Feind machte. Er ließ Kohlhase und seine Mitstreiter als Räuber im ganzen Land verfolgen und verbot bei Todesstrafe, diesen Rächern der Armen zu helfen. Kohlhase weilte 1540 mit seinem Späher Nagelschmidt zu Besuch bei Verwandten in Berlin, als sie entdeckt und von Joachims Häschern ergriffen wurden. Im 19. Jahrhundert verarbeitete Heinrich von Kleist die Geschichte von Hans Kohlhase in der Novelle Michael Kohlhaas. Dabei blieb er in der Schilderung der Ereignisse jedoch nicht authentisch, da ihm die Untersuchungsakten von 1539 nicht vorlagen.        W 

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Wie Stein- und Braunkohle aus Pflanzen entstanden sein könnte, kann erstmals Valerius Cordus erklären.

 

1541

Die Kartoffel, der Tabak und das Chinin werden als Folge der Entdeckung der Neuen Welt in Europa eingeführt; außerdem verbilligen sich durch erhöhte Einfuhren Kaffee, Zucker und Gewürze.

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Der spanische Konquistador Pedro de Valdívia gründet die erste Stadt auf chilenischem Boden, Santiago del Nuevo Extremo, das heutige Santiago de Chile.         W    

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1542

21. Juli - Mit der päpstlichen Bulle "Licet ab initio" von Papst Paul III. richtete sich die Inquisition auch gegen Protestanten. Eingeführt wurde sie von Papst Lucius III., der von 1181 bis 1185 im Amt war, mit der Bulle "Ad abolendam". Sie endet erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Spanien, wo sie von Tomas de Torquemada als staatliches Terror-Instrument am Leben erhalten worden war. Im Vatikan rechnet man heute damit, dass die Bulle gegen die Hexerei mehr als 300.000 Menschen das Leben kostete, davon etwa 85 Prozent Frauen. Insgesamt sollen etwa drei Millionen Menschen vor die Inquisitoren gestellt worden sein, etwa jeder Fünfzigste wurde verbrannt.

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28. September - Juan Rodríguez Cabrillo geht als erster Europäer an der Stelle des heutigen San Diego an Land und erklärt das umliegende Gebiet zum Besitz der spanischen Krone. Ursprünglich gab er diesem Ort den Namen San Miguel, er wurde jedoch 1602 von Sebastian Vizcaino in San Diego umbenannt. Während seines Aufenthalts nahm er Kontakt mit den Kumeyaay-Indianern auf. Am 3. Oktober verließ die Expedition die Bucht von San Diego.       W   

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7. Oktober - Der Entdecker Juan Rodríguez Cabrillo betritt die vor der kalifornischen Küste gelegene Insel Santa Catalina Island und nimmt diese als San Salvador für Spanien in Besitz. Ein anderer Entdecker, Sebastian Vizcaino, entdeckte die Insel am 24. November 1602 noch einmal. Er nannte sie Sante Catalina, da am nächsten Tag der Gedenktag der heiligen Catherina war. In den folgenden 300 Jahren diente die Insel als Heimat und Basis für die verschiedensten Besucher – von russischen Otterjägern über spanische Schmuggler bis zu chinesischen Piraten. Franziskaner (OFM) versuchten, dort eine Mission zu errichten. Aus Mangel an Süßwasser auf der Insel gaben sie aber auf.         W     Bild: Public Domain

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Der Spanier Francisco de Orellana beendet seine Pionierfahrt auf dem Amazonas, nachdem er die gesamte Länge des Stroms befahren hat, an der Atlantikküste. Er hat den 6400 km langen Amazonas vom Quellgebiet im heutigen Nordperu bis zur Mündung in Nordbrasilien erforscht. "Amazonas" taufte er den Fluss nach dem sagenhaften Frauenvolk der Amazonen, weil er unterwegs kriegerischen Indianerinnen begegnet war.       W   

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1543

24. Mai - Nikolaus Kopernikus stirbt, er veröffentlicht erst kurz vor seinem Tode (aus berechtigter Angst vor Kirchenverfolgung) sein Lebenswerk über die Bewegung der Planeten. In seinem Werk De Revolutionibus Orbium Coelestiumbeschrieb er das heliozentrische Weltbild des Sonnensystems, gemäß dem sich die Erde um die eigene Achse dreht und zudem wie die anderen Planeten um die Sonne bewegt.       W   

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9. September - Maria Stuart wird mit neun Monaten zur Königin von Schottland gekrönt. Da Schottland zur Zeit ihrer Geburt von politischen und religiösen Unruhen erschüttert war, wurde Maria Stuart im Kindesalter nach Frankreich gebracht und an der Seite ihres künftigen Ehemanns Franz II. erzogen. Durch dessen frühen Tod wurde sie bereits im Alter von 17 Jahren zur Witwe und kehrte 1561 nach Schottland zurück. Dort gelang es ihr nicht, die zahlreichen Spannungen unter den konkurrierenden Adelsfamilien zu befrieden. Nach der Ermordung ihres zweiten Gemahls Lord Darnley im Februar 1567, an der ihr eine Mittäterschaft angelastet wurde, geriet sie innenpolitisch verstärkt unter Druck, infolgedessen sie im Juni 1567 im Loch Leven Castle gefangengesetzt wurde und zugunsten ihres Sohnes Jakob abdanken musste. Nach ihrer Flucht und einer in der Folge verlorenen Schlacht im Mai 1568 ging sie ins Exil nach England. Ihre zweite Lebenshälfte war geprägt von einem fortwährenden Konflikt mit Königin Elisabeth I., der sich unter anderem auf einen Anspruch auf den englischen Königsthron zurückführen ließ. Nachdem Maria Stuart verdächtigt worden war, an einem geplanten Attentat auf die englische Königin beteiligt gewesen zu sein, wurde sie wegen Hochverrats 1587 hingerichtet. Aufgrund der zahlreichen künstlerischen Bearbeitungen ihrer Lebensgeschichte gilt sie als eine der bekanntesten schottischen Monarchengestalten.         W    

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In Bunzlau in Schlesien ist mit Ableitung von Abwässern auf Brach- und Rieselfelder die erste Kläranlage in Betrieb.

 

1544

Martin Luther weiht in Torgau die erste protestantische Kirche ein.nach Oben

 

1545

25. Februar - Erste historische Beschreibung des Commedia dell'Arte (dem venezianischen Karneval) Der Kluge übertölpelt den Dummen. Die Schöne narrt den Alten. Die Liebenden trotzen den Neidern. Einfache Geschichten genügten - und das karnevalsselige Venedig des Cinquecento hatte eine neue Lieblingsunterhaltung: Commedia dell'Arte. Ohne Bühne. Einfach auf der Straße. Derb und obszön. Aber unwahrscheinlich lustig. Gestalten aus dem Leben - nur tausendfach überzeichnet. Der Ursprung des venezianischen Karnevals geht auf die Saturnalien der Antike und damit Gebräuche und Festlichkeiten von vor der Fastenzeit, bis in das 12. Jahrhundert zurück. Man feierte bis 1797 alljährlich den Sieg Venedigs über Aquileia im Jahr 1162. In Venedig feierte man den Karneval vom Stefanitag (26. Dezember) an.       W    Bild: Anita Martinz aus Klagenfurt, Austria 

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Im Spanischen Vizekönigreich Peru wird das größte Silbervorkommen entdeckt und führt zur endgültigen Ausrottung der einheimischen Bevölkerung.

 

In Padua wird der erste Botanische Garten Europas eingerichtet.

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1546

18.2. Der Reformator Martin Luther stirbt in Eisleben und wird in der Schloßkirche zu Wittenberg bestattet.

 

Michelangelo wird Bauleiter des Pertersdoms in Rom.

 

In Toulouse wird eine gesetzlich organisierte Börse eröffnet.

 

Georgius Agricola veröffentlicht ein Standardwerk zur Gesteinskunde.

 

1547

In Moskau ließ sich Großfürst Iwan IV. von Moskau zum ersten Zaren aller Russen ausrufen. Bei seiner Krönung wurden Zeremonien verwendet, die auf byzantinischen Kaiserkrönungen beruhten und die seine Macht und „Erwähltheit“ betonen sollten (z. B. das Überschütten mit Goldmünzen). Die Macht des Zaren war zu diesem Zeitpunkt umstritten. Viele Adelige waren faktisch unabhängig vom Zaren, unterhielten Privatarmeen und sprachen Recht. Iwan begann damit, diese Macht zu beschneiden. Er begann zu seinen Gunsten mit der Umgestaltung des Staates, die darin bestand, große Teile der fruchtbarsten und reichsten Regionen des Landes, Adeleigentum, durch Enteignung in Staatseigentum zu überführen, das ihm direkt unterstand. Der Begriff steht auch für Terrorherrschaft und die Truppe der Opritschniki, seiner eigens geschaffenen Eingreiftruppe. Die Adeligen erhielten zum Ausgleich lediglich minderwertiges Land an den Staatsgrenzen oder wurden gänzlich enteignet und in Klöster verbannt. Aufgrund seines ausgeprägten Jähzorns und seiner Grausamkeit erhielt er von seinen Zeitgenossen den Beinamen "der Schreckliche". Der Schreckensherrscher erschlug den eigenen Sohn in einem Anfall von Raserei. Die Auseinandersetzung mit seinem ältesten Sohn hatte sich an einem Streit um die Kleidung von dessen schwangerer Frau entzündet. Mit dem Eisenknauf seines Herrscherstabes verletzte der Schreckliche den Prinzen im Streit so stark am Kopf, dass dieser ins Koma verfiel und bald darauf verstarb.

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1548

Die Niederlande entstehen aus der Zusammenlegung der burgundischen Gebiete.

 

In Frankreich werden Unruhen wegen Einführung einer Salzsteuer blutig unterdrückt.

 

1549

23. Februar - In Konstanz wird ein Wasserwunder am Seerhein beobachtet. Der Seerhein ist ein etwa vier Kilometer langer, im Bodenseebecken liegender Fluss. Er ist der Abfluss des Obersees und Hauptzufluss des etwa 30 cm tiefer liegenden Untersees. Der Seerhein hob und senkte sich über mehrere Stunden in Abständen von etwa einer Viertelstunde um eine Elle, also mehr als einen halben Meter. Im Untersee meinten Fischer zu beobachten, dass das Wasser des Rheins rückwärts floss. Der Konstanzer Chronist Christoph Schulthaiß berichtete über dieses Ereignis:

Wunder anloffen des wassers
Uff disen tag … morgens früeh, ist der see an und abgeloffen, wol einer elen hoch, der gestalt, so der see angeloffen, so ist er in der wette [vermutlich eine flache, als Pferdetränke genutzte Uferstelle im Tägermoos] schier bis zu der Spitals Egk heruff gegangen, so er abgeloffen, ist er schier by der stegen an der Vischprugk erwunden, und so er so klain geworden, so ist er bald mit einem ruschen, als ob das gwoll von dem wind (welcher doch nit was) getriben wurd, wider ausgeloffen. Und sölchs ist etwa in einer stund vier oder funf mal geschehen (wie ich selbst gesehen hab). Das hat also bis nach Mittag gewert, aber je speter es worden, je minder er an- und abgeloffen ist. Glicher gstalt ist auch im Rheyn hinab geschehe.

Heute kann dieses Ereignis wissenschaftlich erklärt werden: Bestimmte Windverhältnisse regten die Eigenschwingung des Ober- und Untersees an. Eine Seiche, d.h. stehende Welle entstand, bei der der gesamte See als Resonanzkörper wirkte. Am Seerhein, gewissermaßen einem Querschnitt durch die Seemitte, war dieser Effekt besonders gut sichtbar.       W 

1550

Adam Riese veröffentlicht sein bereits 1518 verfasstes Rechenbuch "Rechenung nach der lenge / auff den linihen und Feder" in dritter gedruckter Auflage und verhilft den arabischen Ziffern endgültig zum Durchbruch gegenüber den gebräuchlichen römischen Zahlen.

Die Steuerlast der deutschen Bauern beträgt inzwischen ca. zwei Drittel des Rohertrages.

In Süddeutschland wird ein Elefant mit Namen Suleiman zur Schau gestellt.

In Holland kommen Windmühlen mit drehbarem Dach auf.

In Spanien baut man erstmals in Europa Tabak an.

1551

In der Schweiz begründet Konrad Gesner die moderne Zoologie.

In Rom wird eine päpstliche Universität durch die Jesuiten gegründet.

In Italien entsteht das Billardspiel

1552

Magellan's Weltumsegelung beweist: "Die Erde ist rund" Mit seinem Schiff "Victoria" kehrte er mit 18 Überlebenden von einer abenteuerlichen Expedition nach Spanien zurück: Drei Jahre lang hatte eine kleine Flotte unter dem Kommando des Portugiesen Magellan die Welt zu umsegeln versucht. Bis auf die "Victoria" gingen alle Schiffe verloren, der Beweis aber war geliefert: Die Erde ist rund.         W    

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15. Oktober - Der erste Tag der Neuen Zeitrechnung. Mit Einführung des Gregorianischen Kalenders am 4. Oktober (Donnerstag) werden die nächsten 10 Tage ausgelassen. Der 15. Oktober (Freitag) ist somit der erste Tag der neuen Zeitrechnung, auch wenn die meisten Staaten diesen Kalender erst später übernehmen werden. Der heute praktisch weltweit gültige Gregorianische Kalender (benannt nach Papst Gregor XIII.) wurde Ende des 16. Jahrhunderts durch eine Reform des Julianischen Kalenders (nach Julius Cäsar benannt, der im Jahr 46 v Chr. die Zeitrechnung neu ordnete) entwickelt. Er löste später zahlreiche andere Kalenderformen ab. Zuletzt stellte 1926 die Türkei auf den Gregorianischen Kalender um. Das Wesen der Gregorianischen Kalenderreform bestand darin, dass das Zählschema, das der Julianische Kalender bot, verallgemeinert wurde. Der Gregorianische Kalender ist nicht ein grundsätzlich anderer, sondern ein flexibilisierter Julianischer Kalender. Grund für die Gregorianische Kalenderreform war nicht allein das im Vergleich zum Sonnenjahr zu lange Julianische Kalenderjahr alle 128 Jahre um einen Tag falsch ging, was sich im Laufe der Jahrhunderte auf 12 Tage summierte, sondern auch die daraus entstehnden Probleme mit der christlichen Osterrechnung.

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1554

Erstmalige Verwendung von Siegellack.

Mercator gibt eine aus 15 Blättern bestehende Europakarte heraus.

15.2. Gallilei Galilei wird in Pisa geboren. nach Oben

 

1555

4. Mai - Die erste Auflage der Les Propheties de M. Michel Nostradamus, den Prophezeiungen des Nostradamus, mit den ersten 353 Versen erscheint. Typische Merkmale seiner Prophezeiungen sind das fast vollständige Fehlen von konkreten Zeitangaben und Namen und eine sehr metaphorische Sprache, im Manuskript wahrscheinlich ohne Interpunktion, die die Prophezeiungen bis in unsere Zeit rätselhaft hält und auch dann noch immer neue Deutungen zulässt. Viele der Verse enthalten Verweise auf astrologische Konstellationen. Etwas klarer spricht er im Vorwort an seinen Sohn César zu seinen Prophezeiungen und erklärt, diese reichten „von heute bis ins Jahr 3797“ , ohne aber auf ihren Inhalt einzugehen. Es ist eine ungewöhnliche Jahresangabe. Wenn man davon jedoch das Jahr der Veröffentlichung 1555 abzieht kommt man auf einen Geltungszeitraum von 2242 Jahren. Fünf Jahre zuvor hatte seine größte astrologische Quelle Richard Roussat das Jahr 2242 als möglichen Termin für das Ende der Welt veröffentlicht.       W   

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25. September - Der Augsburger Religionsfriede wird zwischen Kaiser Karl V. und den Reichsständen geschlossen. Der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden gilt als ein wichtiges Verfassungsdokument des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Mit dem Augsburger Religionsfrieden wurden erstmals durch reichsrechtliche Beschlüsse die grundlegenden Bedingungen für eine friedliche und dauerhafte Koexistenz von Luthertum und Katholizismus im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation festgesetzt. Dazu zählten einerseits eine weitgehende Verwirklichung der Parität der Konfessionen durch den Gleichheitsgrundsatz, andererseits die implizite Verkündung eines Landfriedens. Außerdem verdrängte der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden die Idee des universalen christlichen Kaisertums, wobei die Vorstellung einer eventuellen späteren Wiedervereinigung der beiden Konfessionen nicht ausgeschlossen wurde. Im Allgemeinen wird der Augsburger Religionsfrieden als vorläufiger Abschluss des Reformationszeitalters in Deutschland angesehen, das 1517 durch den Augustinermönch Martin Luther initiiert worden war.         W    

 

 

In Moskau beginnt man mit dem Bau der Basilius-Kathedrale

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1556

Obelisk

Unter der Regie von Domenico Fontana wird vor dem Petersdom, auf dem heutigen Petersplatz, in Rom ein Obelisk aufgestellt. Papst Sixtus V. hat ihn aus dem Zirkus des Nero herbeitransportieren lassen.

 

 

Der photomechanische Prozess wird bei der Schwärzung von Chlorsilber durch Sonnenlicht entdeckt.

 

Die ersten Holzschrauben kommen auf.

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1558

2. Februar - Der deutsche Kaiser Ferdinand I. eröffnete die Universität von Jena. Zunächst nur eine Universitätstadt unter vielen, stieg Jena Ende des 18. Jahrhundert zu einer der bedeutendsten deutschen Lehrstätten auf, als neben dem Dichter Friedrich Schiller, dem Sprachforscher Wilhelm Humbold und den Philosophen Johann G. Fichte, Friedrich Schelling und Georg W. F. Hegel zahlreiche weitere Gelehrte hier lehrten und arbeiteten. Von ihnen profitierten vor allem diejenigen Studentenkreise, die als Jenaer Frühromantiker bzw. Romantiker in die Literaturgeschichte eingingen. Die Universität Jena wurde auch international zu einem Begriff.         W    

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Gioseffo Zarlino begründet in Italien die moderne Harmonielehre mit Definition von Dur und Moll.

 

1559

15. Januar - Nach dem Tod ihrer Schwester Maria Tudor im Jahre 1558 wurde die 25jährige Elisabeth I., Tochter von König Heinrich VIII. und Anna Boleyn, zur Königin von England gekrönt. Die schottische Königin Maria Stuart wurde dagegen von den englischen Katholiken als wahre Thronfolgerin angesehen. Während ihrer 45 Jahre andauernden Regierungszeit setzte Elisabeth I., die Begründerin der Anglikanischen Kirche, den Vormachtanspruch des protestantischen England gegenüber dem katholischen Spanien durch und machte ihr Land zu einem der mächtigsten Staaten Europas. Das »Elisabethanische Zeitalter« gilt als Blütezeit der englischen Renaissance. Nach dem Tode Elisabeths I. im Jahre 1603 bestieg Maria Stuarts Sohn Jakob I. den englischen Thron.         W

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In Deutschland wird die Zahl der gültigen Münzsorten auf 30 begrenzt.

 

Am französischen Hof kommen gestrickte Strümpfe in Mode.

 

In Deutschland wird zum ersten Male ein Bild einer Giraffe gezeigt.

 

30.3. Adam Ries(e) stirbt in Annaberg.

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1560

In England wird die Währung des Pfund-Stirling eingeführt.

Das erste technische Museum entsteht durch die Sammlung des Kurfürsten August von Sachsen.nach Oben

1561

Schusswaffen mit Drall kommen zur Verbesserung der Treffsicherheit auf.

1562

23. Juli - Der Reichsritter Götz von Berlichingen stirbt auf Burg Hornberg. Gottfried „Götz“ von Berlichingen zu Hornberg, war ein fränkischer Reichsritter. Er wurde vor allem bekannt durch seine Rolle im schwäbischen Bauernkrieg. Als etwa 14 jähriger Knabe trat er als „Bube“ in den Dienst Konrads von Berlichingen. Dieser war ein Vetter seines Vaters, ein erfahrener Ritter, Hofmeister und Rat der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. Mit etwa 17 Jahren wandte er sich dem Waffenhandwerk zu, das er sein ganzes Leben lang ausüben und das ihm seinen zweifelhaften Ruhm einbringen sollte. Obwohl Götz nach eigenem Bekunden in seiner Biografie künftig als freier Ritter nur noch für den Kaiser kämpfen und die Rechte aller Stände verteidigen wollte, verpflichtete er sich nach kurzer Zeit gemeinsam mit seinem Bruder Philipp dem Raubritter Hans Talacker von Massenbach, der sich durch Wegelagerei, Plünderungen und Brandschatzungen bereits einen zweifelhaften Ruf erworben hatte.  Ein literarisches Denkmal setzte ihm Johann Wolfgang von Goethe im dritten Aufzug seines 1773 erschienen und 1774 uraufgeführten Schauspiels "Götz von Berlichingen" mit dem „Götz-Zitat“: „Er aber, sag's ihm, er kann mich im Arsche lecken!“.       W   

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1563

In England wird die Lehrzeit für Handwerksberufe auf sieben Jahre festgelegt.(mit dem siebenten Lehrjahr beginnt zu dieser Zeit die Selbsternährungspflicht)

1564

26.4. William Shakespeare wird in Stratford-upon-Avon geboren.

18.2. In Rom stirbt Michelangelo.

1565

1. März - Auf dem flachen Sandstrand zwischen Zuckerhut und Morro Cara de Cao gründet der Spanier Gonçalo Coelho die Stadt São Sebastian do Rio de Janeiro. Der heutige Name der Stadt Rio de Janeiro basiert auf einem Missverständnis. Ihr Entdecker Gonçalo Coelho dachte bei seiner Landung in der Guanabara-Bucht im Januar (span. Janero) 1502, dass es sich bei dem Gewässer um einen großen Fluß (span. Rio) handeln würde. Die Stadt wurde ursprünglich von französischen Hugenotten besiedelt. Der wirtschaftliche Reichtum der Stadt basiert auf Gold- und Diamantfunden um 1690 und 1720. Durch die Hafenlage baut Rio de Janeiro einen florierenden Handeln mit Portugal auf und legt damit die Fundamente für die heutige Größe der Stadt mit einer Einwohnerzahl von über 5 Millionen.      W    Bild: Mariordo (Mario Roberto Durán Ortiz)

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1568

Maria Stuard

19. Mai - Mit Wissen der englischen Königin Elisabeth I. wird Maria Stuart, die sich nach ihrer Niederlage gegen die schottischen Lords bei Langside auf englischen Boden geflüchtet hat, in Carlisle festgenommen und eingekerkert.

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Das Fleckfieber wird nach Amerika eingeschleppt, über zwei Mio Indianer werden an ihm sterben

1569

Die Sonnenblume findet ihren Weg von Südamerika nach Europa.

Die Plassenburg bei Kulmbach wird von Caspar Vischer im Renaissance-Stil vollendet (Baubeginn 1559).nach Oben

1570

25. Juli - Der russische Zar "Iwan der Schreckliche" wohnte in Moskau einer Massenexekution von Beratern, Beamten und Diplomaten bei. Misstrauisch bis zum Verfolgungswahn hatte der Zar jede Verfehlung mit Strafgerichten verfolgt. Als Terrorinstrument hatte er 1565 die 6000 Mann umfassende Truppe der "Oprichnina" ins Leben gerufen, die er im Kampf gegen die Adelskaste der Bojaren einsetzte. Sie entwickelte sich zu einer Bande von Folterknechten und Mördern. Ihre Anführer ermordeteten sich aus Machtgier schließlich gegenseitig. Der gebildete und literarisch begabte Zar erschlug 1582 seinen Sohn mit dem Zepter. Nach dem Tod "Iwans des Schrecklichen" im Jahr 1584 war der Staat zerrüttet.         W    

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Felix Platen sytematisiert Geisteskrankheiten und verlangt deren humane Behandlung und Heilung.

 

Das Buchdruckgewerbe wird durch Reichstagsbeschluß genehmigungspflichtig.

 

In Danzig entsteht erstes Wasserwerk mit Kolbenpumpen.

 

2. November - Allerheiligenflut - Bei einem Orkan an der Nordsee brachen die Deiche von Holland bis Jütland. Die gesamte Küste von Flandern über Groningen bis Nord-West-Deutschland wurde überflutet. Fünf Sechstel von Holland waren überflutet. Es gab etwa 20.000 Tote. Im Alten Land, in Stillhorn, Moorwerder und in den Vier- und Marschlanden brachen die Deiche. In Hamburg wurde die Ellerntorsbrücke zerstört. Im Norden der Insel Strand kam es zu mehreren Deichbrüchen, die erst Jahre später wieder geschlossen werden konnten. In den einbrechenden Wassermassen kamen 100.000 Küstenbewohner um. Während des ganzen Jahres hatte es stark geregnet, in ganz Europa kam es zu Überschwemmungen.       W   

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1571

24.5. In Rußland wird Moskau von den Krimtataren erobert und niedergebrannt.

Das erste deutsche Lehrbuch über Landwirtschaft erscheint.

1573

In Augsburg entsteht die erste deutsche Zuckerraffinerie.

 

1574

In Straßburg wird die seit 1547 in Bau befindliche astronomische Uhr vollendet. Zum Gesamtkunstwerk gehört auch ein Portrait des Nikolaus Kopernikus, gemalt von Tobias Stimmer.

 

1578

Die jahrhundertelang vergessenen Katakomben in Rom werden zufällig entdeckt. Es gibt mehr als 60 Katakomben in Rom, von denen jedoch nur einige für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Die bekanntesten Katakomben Roms befinden sich an der Via Appia Antica, die nach Süden aus der Stadt herausführt. Die ältesten Katakomben vor den Toren Roms sind vorchristlichen Ursprungs. So sind zum Beispiel noch jüdische Katakomben (Catacombe Ebraiche) an der Via Appia Antica erhalten. Die Christen übernahmen den Brauch, ihre Toten in Katakomben zu bestatten, im 2. Jahrhundert. Bis zum 5. Jahrhundert wurden die Katakomben, neue und bestehende, von den Christen erheblich ausgebaut. Viele Märtyrer wurden darin beigesetzt, und es entstanden Stätten der Heiligenverehrung, an denen auch Gottesdienste und christliche Festversammlungen stattfanden. In der Ausstattung der Räume, die bis hin zum Umfang einer unterirdischen Basilika ausgebaut wurden, sind wertvolle frühe christliche Symbole erhalten. Beim Einfall der Germanen im 4. Jahrhundert wurden viele Katakomben zerstört. Mit dem Niedergang Roms gerieten sie allmählich in Vergessenheit. Im 8. und 9. Jahrhundert ließen die Päpste die Reliquien der Märtyrer aus den Katakomben in die Kirchen Roms bringen, wo die Gebeine von 2.000 Märtyrern in der Krypta ihre letzte Ruhestätte fanden.       W     Bild: Bgabel auf wikivoyage shared

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1579

In Würzburg wird mit dem Julius-Spital das erste Krankenhaus neuzeitlicher Auffassung gegründet.

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1581

26. Juli - Die in der Utrechter Union zusammen geschlossenen Provinzen Friesland, Geldern, Groningen, Holland, Overijssel, Utrecht und Zeeland verkündeten in einer Unabhängigkeitserklärung ihren Herrscher für abgesetzt und gründeten die Republik der Vereinigten Niederlande. Erst nach der Beendigung des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1648 wurde die Unabhängigkeitserklärung der Niederländer entgültig anerkannt.      
W
   Bild: Nationaal Archief

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4. Dezember - In Klagenfurt tritt der Landtag erstmals im neuerrichteten Landhaus zusammen. Da man ursprünglich nur einen Tag lang beisammen war und binnen dieses einen Tages alle gemeinsamen Angelegenheiten der Landleute zu verhandeln hatte, hießen die Versammlungen eben „Land-Tag“. Die lateinische Bezeichnung ist in gleicher Weise von dies ‚Tag‘ abgeleitet. Die Landtage haben sich häufig aus den Gerichtsversammlungen der Landesgemeinde entwickelt. Ihre wichtigste Funktion war die Bewilligung von Steuern, die der Landesfürst nicht ohne Zustimmung der Stände anordnen durfte. Die Angehörigen der Landtage wurden nicht durch Wahlen bestimmt. Vielmehr war die Teilnahme entweder ein persönliches Vorrecht der persönlich freien Inhaber eines Landguts (oft von einer bestimmten Mindestgröße) oder an ein Amt gebunden (z. B. für die Äbte der landtagsfähigen Stifte). Die Abgesandten der Städte wurden meist vom jeweiligen Stadtrat bestimmt, also auch nicht gewählt. Dieser Zusammensetzung des Landtags entsprach es, dass die früheren Landstände zunächst auch nur die Rechte ihres eigenen Standes vertraten und nur mittelbar auch zugleich als eine Vertretung des ganzen Landes gelten konnten.         W    

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1582

24. Februar - Papst Gregor XIII. führt auf den Rat des Astronomen Christoph Clavius den nach diesem Papst benannten Kalender ein, der das Einfügen von Schaltjahren vorsieht. Er tritt am 4.10. in Kraft, die Tage 5.10. bis 14.10. werden einfach weggelassen (auf den 4.10.1582 folgt also unmittelbar der 15.10.1582). Auf diese Weise werde erreicht, dass im Jahre 1583 das Frühjahrsäquinoktium wieder auf den 21. März fällt. Zum anderen legte die Bulle fest, dass das Jahr 1600 wie üblich ein Schaltjahr ist, die Säkularjahre 1700, 1800 und 1900 jedoch nicht, dafür aber das Jahr 2000 wieder, und so weiter. So werde erreicht, dass es in den folgenden Jahrhunderten zu keiner weiteren systematischen Verschiebung des Frühjahrsäquinoktiums kommt. Die eigentliche Ermittlung des Osterdatums solle sich ab 1583 nicht mehr nach der goldenen Zahl, sondern nach dem neu eingeführten, auf der goldenen Zahl basierenden Zyklus der Epakten richten. Der alte Kalender sei abgeschafft. Da die Folge der Wochentage beibehalten werden sollte, fiel der 15. Oktober nicht auf Montag, sondern durch Auslassung der 10 Tage auf den Freitag.       W   

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4. Oktober - Papst Gregor XIII. veranlasste eine Korrektur des bis dato gültigen "Julianischen Kalenders" Mit Einführung des Gregorianischen Kalenders am 4. Oktober (Donnerstag) werden die nächsten 10 Tage ausgelassen. Der 15. Oktober (Freitag) ist somit der erste Tag der neuen Zeitrechnung, auch wenn die meisten Staaten diesen Kalender erst später übernehmen werden. Der heute praktisch weltweit gültige Gregorianische Kalender (benannt nach Papst Gregor XIII.) wurde Ende des 16. Jahrhunderts durch eine Reform des Julianischen Kalenders (nach Julius Cäsar benannt, der im Jahr 46 v Chr. die Zeitrechnung neu ordnete) entwickelt. Er löste später zahlreiche andere Kalenderformen ab. Zuletzt stellte 1926 die Türkei auf den Gregorianischen Kalender um. Das Wesen der Gregorianischen Kalenderreform bestand darin, dass das Zählschema, das der Julianische Kalender bot, verallgemeinert wurde. Der Gregorianische Kalender ist nicht ein grundsätzlich anderer, sondern ein flexibilisierter Julianischer Kalender. Grund für die Gregorianische Kalenderreform war nicht allein das im Vergleich zum Sonnenjahr zu lange Julianische Kalenderjahr alle 128 Jahre um einen Tag falsch ging, was sich im Laufe der Jahrhunderte auf 12 Tage summierte, sondern auch die daraus entstehnden Probleme mit der christlichen Osterrechnung.        W   

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27. November - Das Aufgebot zur Heirat des 18-jährigen William Shakespeare mit der acht Jahre älteren Bauerntochter Anne Hathaway wird bestellt. Etwa sechs Monate nach der Eheschließung wurde seine Tochter Susanna geboren (Taufeintrag 26. Mai 1583). Knapp zwei Jahre später kamen Zwillinge, der Sohn Hamnet und die Tochter Judith, zur Welt. Shakespeares Komödien und Tragödien wie Der Widerspenstigen Zähmung, Ein Sommernachtstraum, Der Kaufmann von Venedig, Viel Lärm um nichts, Die lustigen Weiber von Windsor, Romeo und Julia, Hamlet, Othello, und Macbeth gehören zu den bedeutendsten und am meisten aufgeführten und verfilmten Bühnenstücken der Weltliteratur. Sein überliefertes Gesamtwerk umfasst 38 Dramen, außerdem Versdichtungen, darunter einen Zyklus von 154 Sonetten.    W  

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1583

Der Londoner Ratsherr Richard Martin schließt an diesem Tag für William Gibbons die erste Lebensversicherung in London ab. Er zahlt einer Gruppe von Kaufleuten 30 Pfund bei einer Versicherungssumme von damals 385 Pfund. Das erste Geschäft bringt noch keinen Gewinn: Bereits ein knappes Jahr später muss die Summe aufgrund des Todes von Gibbons ausgezahlt werden. Erste Lebensversicherungen entstanden im antiken Rom, wo „Beerdigungsvereine“ die Bestattungskosten ihrer Mitglieder übernahmen sowie die überlebenden Verwandten finanziell unterstützten. Andere Vorläufer der modernen Lebensversicherungen waren die Tontinen im 17. Jahrhundert in Frankreich. Kaufleute, Schiffseigner und sogenannte Underwriter trafen sich in Lloyd’s Coffee House, dem Vorläufer der heutigen bekannten Versicherungsbörse Lloyd's of London. Hier wurden durchaus auch Leistungszusagen auf das Leben von Menschen vorgenommen. Auch sonst gab es in England häufig Wetten auf das Leben von Menschen. Dies führte dazu, dass später Lebensversicherungsverträge nur noch abgeschlossen werden durften, wenn ein wirtschaftliches Interesse an dem Überleben des Versicherten nachgewiesen werden konnte.

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Die Engländer gründen die nordamerikanische Kolonie Neu-Fundland.

 

In München wird mit dem Bau der 1597 fertiggestellten Jesuitenkirche St. Michael begonnen.

 

1584

Die künstliche Beatmung wird von Johannes Schenck von Grafenberg eingeführt.

 

1585

Im Jahre 1585 konstruierte Bürgi für den Landgrafen Wilhelm IV in Kassel eine Uhr mit drei Zeigern. Erstmals wurde in einer Uhr nebst dem Stunden- und Minutenzeiger auch ein Sekundenzeiger eingebaut. Mit dieser Uhr konnte erstmals die neue Zeiteinheit Sekunde gemessen werden. Jost Bürgi gilt somit als eigentlicher Erfinder der Sekunde.  Bürgi war ein Schweizer Uhrmacher und Instrumentenbauer, sowie von 1579 bis 1604 Hofastronom des Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen in Kassel. Auf der Kasseler Sternwarte, einer der ersten festen Einrichtungen dieser Art in Europa, beobachtete er zusammen mit dem Hofmathematiker Christoph Rothmann die Gestirne im Auftrag des Landgrafen Wilhelm IV. Daneben hatte Bürgi die Messinstrumente zu warten, doch verbesserte er aus eigenem Antrieb auch ihre Bauweise. Zu den von ihm neu entworfenen Geräten zählten Uhren, Modelle des Kosmos (als Vorgänger des Planetariums) und einige seiner berühmten Globen sowie neue Vermessungsinstrumente, wie ein universeller Reduktionszirkel, ein Triangularinstrument und ein Gerät zum perspektivischen Zeichnen.       W 

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Simon Stevin findet das Gesetz der Schiefen Ebene (Parallelogramm der Kräfte).

 

1586

Obelisk10. September - Unter der Regie von Domenico Fontana wird vor dem Petersdom, auf dem heutigen Petersplatz, in Rom ein Obelisk aufgestellt. Papst Sixtus V. hat ihn aus dem Zirkus des Nero herbeitransportieren lassen. Der Petersplatz wurde zwischen 1656 und 1667 von Gian Lorenzo Bernini unter Papst Alexander VII. vor dem Petersdom in Rom angelegt.         W    

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Das Tabakrauchen wird von Virginia nach England gebracht.

 

Galilei erfindet die hydrostatische Waage.

 

In Rom versetzt man einen knapp 327 Tonnen schweren 25 m hohen Obelisken, den die antiken Römer aus Ägypten eigeführt hatten, mit Hilfe von 900 Menschen, 140 Pferden und 40 Seilwinden an einen anderen Ort und stellt ihn senkrecht.

 

Die Holländer benutzen im Krieg gegen Spanien Sprengschiffe mit Uhrwerkzündung.

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1587

Die seit nunmehr 19 Jahren inhaftierte ehemalige Königin von Schottland Maria Stuart wurde auf Befehl ihrer Gegenspielerin Elisabeth I. von England hingerichtet. Maria Stuart war durch ihre Herkunft eigentlich die rechtmäßige Königin von Schottland und England. Der in England jedoch politisch immer mächtiger werdende Protestantismus stand in Opposition zu einem katholischen Herrscherhaus, so dass Elisabeth I. die nötige Rückendeckung besaß, sich durchsetzen zu können. Maria Stuart wurde aufgrund einer angeblichen Verschwörung gegen Elisabeth I. enthauptet. Nach dem Tod Elisabeth I. bestieg Maria Stuarts Sohn Jakob I. den Thron von Schottland und England.          W    

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1588

In Frankfurt und Wien werden Kartoffeln als biologische Rarität in den dortigen Botanischen Gärten angepflanzt und zur Schau gestellt.

 

1589

27. September - In München begann man mit dem Bau des "Hofbräuhauses". Der bayerische Herzog Wilhelm V. gab am 27. September 1589 den Bau des Hofbräuhauses als Brauerei zur Versorgung des Wittelsbacher Hofs und dessen Bediensteten in Auftrag, worauf auch der Name zurückgeht. Der Zweck des Baus war es, mit der Produktion von Braunbier die Ausgaben des Hofes zu senken, da das Bier zuvor kostspielig aus der niedersächsischen Hansestadt Einbeck importiert oder von privaten Brauereien gekauft worden war. So wurde z. B. auch Bier aus Zschopau in Sachsen, Kassel und Schwabach bezogen. Standort der neuen Brauerei war das ehemalige Hühnerhaus. Als Planer verpflichtete man den Braumeister des Benediktinerklosters Geisenfeld in der Hallertau, Haimeran Pongratz, der das Hofbräuhaus am Alten Hof in München errichtete. Mit der Fertigstellung wurde Pongratz auch der erste Braumeister im Braunen Hofbräuhaus, wo er das Münchener Braunbier (in Nürnberg auch als rotes Bier bezeichnet) braute. Nach heutiger Bezeichnungsweise stand es in der Sparkassenstraße im Anschluss an das sogenannte Zerwirkgewölbe.         W    

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Am französischen Hof wird die Eßgabel eingeführt, das Besteck bestand bis dato nur aus einem Löffel und den Fingern.

 

In Cambridge erfindet William Lee den Handkulierstuhl zur Herstellung von Strümpfen.

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1590

Galilei unternimmt seine berühmten Fallversuche am Turm zu Pisa.

Im Ruhrgebiet wird erstmals Steinkohle abgebaut.

1591

20. März - Die fertig gestellte Rialtobrücke in Venedig wird für den Verkehr freigegeben. Die Brücke führt über den Canal Grande und hat eine Spannweite von 48 m, eine Breite von 22 m und eine Durchfahrtshöhe von 7,50 m. Die lichte Weite des einzigen Bogens beträgt 28,8 m. Die Gründungen der beiden Widerlager bestehen aus Pfahlrosten mit jeweils 6.000 gerammten Holzpfählen zu beiden Seiten. Die direkt neben dem Fondaco dei Tedeschi gelegene Brücke verbindet das Sestiere San Marco mit San Polo an einem neuralgischen Punkt. Der Name der Brücke bezieht sich auf das Gebiet Rialto in San Polo, das vor einigen Jahrhunderten der wichtigste Handelsplatz der Stadt war. Der Name „Rialto“ leitet sich aus „Riva Alto“ = „Hohes Ufer“ ab. Das Gebiet Rialto liegt in Venedig am höchsten über dem mittleren Hochwasser. Um 1100 existierte noch keine Brücke über den Canal Grande. Die Chronica per extensum descripta von Andrea Dandolo berichtet von der Errichtung einer Holzbrücke im Jahre 1246 unter dem Dogen Renier Zen. In der Folge wurden – bedingt durch das rasche Verrotten des Baumaterials oder durch Brände – mehrere Holzbrücken gebaut oder immer wieder renoviert, bis man sich 1507 entschloss, eine Brücke aus Stein zu errichten. Es folgte eine jahrzehntelange Diskussion über die Finanzierung und Gestaltung des Bauwerkes. Am Wettbewerb über die Neugestaltung beteiligten sich namhafte Architekten wie Michelangelo, Andrea Palladio und Jacopo Sansovino. Verwirklicht wurde schließlich eine Einbogenbrücke nach den Entwürfen von Giovanni Alvise Boldù und des relativ unbekannten Antonio da Ponte, die einen rascheren Verkehrsfluss auf dem dichtbefahrenen Canal Grande ermöglichte als eine Brücke mit mehreren Bögen. Sie war bis zum Bau der Accademia-Brücke 1854 der einzige Fußweg über den Canal Grande.

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Shakespeare schreibt "Romeo und Julia".

Ein Ökonomischer Kalender wird von Johannes Coler herausgegeben, der für jeden Monat die nötigen land- und forstwirtschaftlich zu verrichtenden Arbeiten enthält.

Die erste Baggermaschine wird von Varantius erfunden. Sie wird durch Menschen in einem Laufrad betrieben.

Auf Volksfesten sind Kegelbahnen in Betrieb.nach Oben

1592

Das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken führte unter dem zum Calvinismus konvertierten Johann I. als erstes Territorium der Welt (und damit auch Deutschlands) die allgemeine Schulpflicht für Mädchen und Knaben ein. In Norwegen entstand das Volksschulwesen durch eine Verordnung vom 23. Januar 1739, die jedoch zwei Jahre später modifiziert werden musste. Anfang des 20. Jahrhunderts galten Gesetze zur Schulpflicht für ganz Deutschland, Österreich-Ungarn und Skandinavien, Frankreich (seit 1882). In den Jahren des Nationalsozialismus wurde 1938 ein Reichsschulpflichtgesetz erlassen. In England war die Regelung der Schulpflicht den einzelnen Gemeinden, in den USA den einzelnen Staaten vorbehalten. Das erste Land mit gesetzlich geregelter allgemeiner Schulpflicht war Liechtenstein.       W   

 

Die Falklandinseln werden von dem Engländer John Davis entdeckt.

 

Erste mikroskopische Beobachtungen von Insekten werden von Georg Hoefnagel in 50 Kupferstichen veröffentlicht.

 

Galilei erfindet das Thermoskop nach dem Prinzip der Luftausdehnung (Vorläufer des Thermometers.)

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1594

27. Februar - Nachdem er am 25. Juli des Vorjahres zum Katholizismus konvertiert ist, wird Heinrich IV. in der Kathedrale von Chartres zum französischen König gekrönt. Obwohl die katholischen Adeligen in der Folge zögernd zu ihm überlaufen, dauert der Achte Hugenottenkrieg noch rund vier Jahre. Als König baute Heinrich IV. das von den Bürgerkriegen zerrüttete Land wieder auf und formte die Grundlagen für den französischen Einheitsstaat. Das Edikt von Nantes, das den französischen Protestanten freie Religionsausübung zusicherte, war einer der maßgeblichsten Erlasse seiner Regierungszeit. Außenpolitisch positionierte er das Land wieder als ernstzunehmende Großmacht und nahm den Kampf Frankreichs gegen das Haus Habsburg wieder auf, um so die Vorherrschaft in Europa zurückzugewinnen.       W   

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Auf der diesjährigen Leipziger Messe erscheint erstmals ein Katalog lieferbarer Bücher.

1595

In Amsterdam wird das erste Zuchthaus erbaut.

1599

In Nürnberg erscheint die erste regelmäßige Monatszeitung.

1600

Wegen Ketzerei und Gotteslästerung wurde der freigeistige Philosoph und Theologe Giordano Bruno auf dem "Campo die Fiori" in Rom bei lebendigem Leibe verbrannt. Im Gegensatz zu seinem Zeitgenossen Galileo Galilei hatte Giordano Bruno die von ihm als richtig erkannte These Keplers, dass die Erde sich um die Sonne drehe und nicht umgekehrt, nicht widerrufen.

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Die ersten Abbildungen menschlicher Föten erscheinen von Hieronymus Fabricius.

William Gilbert entdeckt den Erdmagnetismus.

In Holland wird das Fernrohr erfunden.

In Danzig wird die Bandmühle zum gleichzeitigen Weben von 16 und mehr Bändern auf einem Webstuhl erfunden.

William Shakespeare schreibt den Hamlet. nach Oben