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Chronologische Weltgeschichte - Die Jahre 1951 - 1960

2011 - 20152016 - 2020

1951

18. Januar - Der Kinofilm "Die Sünderin" wird uraufgeführt. Regie führte Willi Forst, die Hauptrollen spielten Hildegard Knef und Gustav Fröhlich. Die Handlung dreht sich um das Zusammenleben der Prostituierten Marina mit ihrem Freund, einem Maler. Marinas Mutter betrog ihren Stiefvater, der später von der Gestapo verhaftet wurde; sie selbst wurde vom Stiefbruder verführt und wird Zeugin des Mordes an ihrer Freundin. Im Laufe des Films verliebt sich Marina in einen Maler, der an einem Gehirntumor erkrankt ist. Um die Operation zu finanzieren, versucht sie, wieder ihrem alten Gewerbe nachzugehen. Beide reisen nach Italien, wo sie vorübergehend Ablenkung finden. Die Operation bringt keine Heilung. Das Paar verlebt noch einige Tage in Wien. Später leistet Marina dem erblindeten Freund mit Schlaftabletten Sterbehilfe und begeht anschließend Selbstmord. Der Film löste einen bundesweiten Skandal aus, da er eine Nacktszene enthielt und Tabuthemen wie Sterbehilfe und Selbstmord auf die Leinwand brachte. Besonders konservative Politiker und Vertreter der Kirchen machten gegen den Film mobil. Nicht zuletzt wegen dieses Rummels wurde "Die Sünderin" zum Erfolg an der Kinokasse.

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8. März - Mit dem Gesetz über die Einrichtung eines Bundeskriminalpolizeiamtes wird in der Bundesrepublik Deutschland das Bundeskriminalamt ins Leben gerufen. Es hat die Aufgabe, die nationale Verbrechensbekämpfung zu koordinieren und Ermittlungen in schwerwiegenden Kriminalitätsfeldern mit Auslandsbezug durchzuführen, weiters den Schutz der Verfassungsorgane des Bundes. Das Gesetz wurde 1997 neu gefasst, insbesondere um den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts (Volkszählungsurteil) Rechnung zu tragen. Mit der Novelle von 2008 wurden dem Bundeskriminalamt – begrenzt auf die Abwehr von Gefahren des internationalen Terrorismus – weitere Befugnisse eingeräumt, die bislang nur den Landespolizeien zustanden.         W    Bild: Wo st 01

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Am 5. April wurde in Minneapolis zum ersten Mal eine Operation am offenen Herzen durchgeführt. Ermöglicht wurde dies durch eine Erfindung des operierenden Chirurgen Clarence Dennis: die Herz-Lungenmaschine.

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11. April - Der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman enthob den Oberbefehlshaber der UNO-Truppen in Korea und Befehlshaber der US-Einheiten in Südostasien, General Douglas McArthur, seines Postens. McArthur war bereits im zweiten Weltkrieg zum US-amerikanischen Volkshelden geworden, als er 1941 die vergebliche Verteidigung der Philippinen leitete. 1942 zum Oberbefehlshaber im Pazifik ernannt, wurde der Sieg über Japan zum großen Teil als sein Verdienst betrachtet. Mit seinem glänzenden Sieg über die nordkoreanischen Truppen im ersten Jahr des Koreakrieges hatte er seinem Ruf voll entsprochen. Anlass seiner plötzlichen Ablösung war McArthurs Schlussfolgerung, dass der Krieg in Korea wegen des chinesischen Engagements auf die Volksrepublik China ausgedehnt und notfalls mit Atombomben entschieden werden müsse. Truman rettete durch seine Entscheidung das Primat der Politik und bewahrte die Welt vor einer Katastrophe ungeahnten Ausmaßes, bezahlte dafür jedoch mit seiner Popularität. In den USA brach ein wochenlanger Sturm der Entrüstung los. "Nuke the Reds" (bedeutet soviel wie "Nuklearschlag gegen die Roten") wurde zum allgegenwärtigen Slogan.         W     Bild: Public Domain

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15. April - In Imst in Österreich wurde das erste SOS-Kinderdorf eröffnet. Initiator war der österreichische Sozialpädagoge Hermann Gmeiner. Als Sozialarbeiter kümmerte sich Gmeiner nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs um verwaiste Kinder. Er war davon überzeugt, dass man dem Kinder am besten helfen könnte, indem man ihnen ein Zuhause bot. Diese Idee versuchte er mit dem SOS-Kinderdorf zu verwirklichen, in denen verwaiste Kinder gemeinsam mit Ersatzmüttern und Ersatzgeschwistern in Häusern des Dorfes leben. Im Jahr 1960 wurde eine internationale Stiftung als Dachorganisation gegründet. Als Gmeiner im Jahr 1986 starb, existierten 230 Kinderdörfer in 85 verschiedenen Ländern. Heute sind es über 400 Dörfer in etwa 130 Ländern.         W 

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18. April - Wurde in Paris die Montanunion beschlossen. Ihr gehörten Belgien, die Bundesrepublik, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande an. Ziel der Union war es, die Stahl- und Kohleproduktion der Mitgliedsländer überregional zu koordinieren und somit die Rüstungsindustrien der einzelnen Länder in internationale Verträge einzubinden. Hauptziel des Vertrages war die Sicherung des innereuropäischen Friedens durch die gegenseitige Kontrolle, der kriegswichtigen Güter Kohle und Stahl, sowie die Sicherstellung dieser für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidenden Produktions-faktoren.  In der Bundesrepublik lagen die größten Kohlevorkommen der beteiligten Länder. Frankreich erhielt damit vor allem Zugang zum Ruhrgebiet, welches in der vormals britischen Besatzungszone lag und dessen Rohstoffproduktion und wirtschaftliche Entwicklung bis dahin noch unter den Sanktionen der Siegermächte zu leiden hatte. Da Frankreich auch schon großen Einfluss im Saargebiet hatte, war dies eine weitere Möglichkeit, von Rohstofflagerstätten zu profitieren. Um den Zugang zu den deutschen Industriegebieten zu realisieren, forderte Frankreich vor allem die Kanalisierung der Mosel. Die Montanunion entwickelte sich zur Keimzelle für Koordination auch in anderen Bereichen. Damit war sie der erste Schritt zur europäischen Vereinigung.

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27. Februar - In den USA tritt der "22. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten" in Kraft, der die Amtszeit des Präsidenten auf maximal zwei Amtsperioden begrenzt. Vor dem Inkrafttreten des 22. Zusatzes sah die Verfassung eine derartige Begrenzung der Amtszeit eines Präsidenten nicht vor. Der Kongress der Vereinigten Staaten brachte den Zusatz am 21. März 1947 ein. Er wurde am 27. Februar 1951 von der erforderlichen Anzahl von Bundesstaaten ratifiziert. Oftmals wird behauptet, dass der erste Präsident der Vereinigten Staaten, George Washington, die Tradition begründet habe, die Ausübung des Amtes des Präsidenten auf zwei Amtsperioden zu begrenzen. Sein Abschiedsgruß legt jedoch die Annahme nahe, dass er lediglich aus Altersgründen davon abgesehen hat, sich um eine weitere Amtsperiode zu bemühen. Eher wahrscheinlich ist die Annahme, dass Thomas Jefferson diese Sitte eingeführt hat. So schrieb Jefferson: „Falls keine Begrenzung der Amtszeit des Staatsoberhaupts in der Verfassung vorgesehen ist oder aber durch Gewohnheitsrecht geschaffen wird, so wird das Amt, das eigentlich nur für vier Jahre übertragen werden soll, de facto auf Lebenszeit übertragen“.     W   

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18. Mai - Im schwedischen Lund werden die ersten von Erik Wallenberg erfundenen antiseptischen Tetra Pak Verpackungen für Milch der Öffentlichkeit vorgestellt. Wellenberg gründete zusammen mit Ideengeber Ruben Rausing die Firma Tetra Pak AB, als Tochtergesellschaft von Åkerlund & Rausing. Wallenberg hatte eine neue Beschichtung von Papier mit Kunststoffen und eine spezielle Technik zur Versiegelung entwickelt, welche die Beschaffenheit der zu verpackenden Flüssigkeit berücksichtigt. Je nach Produkt verfügte diese Kartonverpackung über eine unterschiedliche Beschichtung. Die erste Abfüllanlage wurde 1952 an eine Molkerei in Lund geliefert, die damit Sahne abfüllte. Die  Bezeichnung leitet sich von der Form der Verpackung ab, ein sogenannter Tetraeder aus dem griech.: tetráedron = Vierflächner, also ein Körper mit vier dreieckigen Seitenflächen. Allgemein werden Tetraeder als dreiseitige Pyramide oder dreidimensionaler Simplex bezeichnet. Diese Form nahm die Packung herstellungsbedingt an: Ein bereits befüllter Kartonschlauch wird jeweils um 90 Grad verdreht abgeklemmt, verschweißt und abgeschnitten.

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6. Juni - Im Titania-Filmpalast in Berlin wurden mit Alfred Hitchcocks Film Rebecca die ersten Berliner Internationalen Filmfestspiele, die sogenannte Berlinale, eröffnet. Es wurden 114 Filme aus 21 Ländern gezeigt. Gegründet wurde das Festival 1951 von Alfred Bauer. 2000 übersiedelte das Festival vom West-Berliner Kurfürstendamm an den Potsdamer Platz. Seit der ersten Berlinale wird der – nach einer Vorlage der Bildhauerin Renée Sintenis gestaltete – Goldene Berliner Bär verliehen. Die Preisträger wurden in den ersten Jahren teilweise durch Publikumswahl bestimmt.        W     Bild: Public Domain

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7. Juni - Das bundesdeutsche Montan-Mitbestimmungsgesetz, ein Meilenstein in der Geschichte der Mitbestimmung, tritt in Kraft. Das Montan-Mitbestimmungsgesetz (MontanMitbestG) ist ein deutsches Gesetz über die Mitbestimmung der Arbeitnehmer in den Aufsichtsräten und Vorständen der Unternehmen des Bergbaus und der eisen- und stahlerzeugenden Industrie in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG) oder einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) mit eigener Rechtspersönlichkeit. Das Gesetz findet Anwendung bei mehr als 1.000 Mitarbeitern in einem Unternehmen der Montanindustrie. Es zeichnet sich durch konsequente Parität zwischen Anteilseignervertretern und Arbeitnehmer- bzw. Gewerkschaftsvertretern im Aufsichtsrat und dem Fehlen einer garantierten Vertretung für die leitenden Angestellten aus. Beispiele für Unternehmen, in denen das Montan-Mitbestimmungsgesetz maßgeblich ist, sind etwa die RAG AG, Salzgitter AG oder ArcelorMittal. Das Montan-Mitbestimmungsgesetz, vom Deutschen Bundestag am 10. April 1951 in dritter Lesung verabschiedet und seit dem 7. Juni 1951 in Kraft, gilt als Meilenstein in der Geschichte der Mitbestimmung.         W    

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21. Juli - Der Dalai Lama kehrt aus dem Exil nach Tibet zurück. Im November 1950 wurde dem damals 15-jährigen Dalai Lama die weltliche Herrschaft über Tibet übertragen, er musste sich aber angesichts der offenbar aussichtslosen Lage unter der Bedrohung Tibets durch Rotchina zu dieser Zeit mitsamt seinem Regierungsstab unverzüglich nach Dromo, unmittelbar an der indischen Grenze, in Sicherheit bringen. Der Dalai Lama kehrte im Sommer nach Lhasa zurück um, gemäß einem Abkommen mit den Chinesen, seine religiösen Funktionen wieder aufzunehmen.       W       Bild: Robert Scales

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In Genf wird das Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge, die Genfer Flüchtlingskonvention, verabschiedet. Vor dem Inkrafttreten der GFK hatte es keine völkerrechtlich verbindliche Regelung zum Umgang mit Flüchtlingen gegeben. Lediglich in zwischenstaatlichen Verträgen oder in einseitigen Absichtserklärungen einzelner Staaten war festgelegt worden, wie viele Flüchtlinge ein Staat jeweils in einem Einzelfall aufnehmen wollte. Flüchtlinge im Sinne der Konvention werden als Personen definiert, die sich aufgrund einer begründeten Furcht vor Verfolgung außerhalb des Staates aufhalten, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzen, sowie Staatenlose, die sich deshalb außerhalb ihres gewöhnlichen Aufenthaltsstaates befinden.

Die Konvention führt u. a. folgende Rechte eines Flüchtlings auf:

  • Schutz vor Diskriminierung wegen Rasse, Religion oder Herkunftsland (Art. 3)
  • Religionsfreiheit (Art. 4) – wobei hier nur das sog. Gebot der Inländergleichbehandlung gilt, d. h. Flüchtlinge und Staatsbürger werden in ihrer Religionsfreiheit gleichgestellt; Einschränkungen für Staatsbürger dürfen dann auch für Flüchtlinge gelten.
  • freier Zugang zu den Gerichten (Art. 16)
  • Ausstellung eines Reiseausweises für Flüchtlinge (Art. 28)
  • Schutz vor Ausweisung (Art. 33, Non-Refoulement-Prinzip (Grundsatz der Nichtrückschiebung))
  • Insgesamt gewähren die Vertragsstaaten einem Flüchtling weitgehend die gleichen Rechte wie Ausländern im Allgemeinen; ein Flüchtling darf also nicht als „Ausländer 2. Klasse” behandelt werden.       W   

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4. August - Das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg wird gegründet. Schon im Jahr 1910 wurde beim Polizeipräsidium in Berlin eine „Sammelstelle für Nachrichten über Führer von Kraftfahrzeugen“ eingerichtet. Sie erfasste im Wesentlichen die Entziehungen und Versagungen von Fahrerlaubnissen. 1934 wurde zusätzlich im Polizeipräsidium in Berlin die „Sammelstelle für Nachrichten über Kraftfahrzeuge“ eingerichtet. Sie erfasste alle zugelassenen Kraftfahrzeuge. Ab 1945 befand sich diese Behörde in Peine bevor sie dann 1946 nach Bielefeld umzog. Im Jahr 1937 wurde dort darüber hinaus die „Reichsstelle für Typprüfung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen“ eingerichtet. Mit ihr wurden einheitliche Begutachtungen für reihenweise gefertigte Fahrzeuge und Fahrzeugteile und damit einheitliche Sicherheitsstandards umgesetzt. Diese Reichsstelle war eine höhere Behörde und dem Reichsverkehrsminister unterstellt. Diese drei Behörden arbeiteten bis hin zu ihrer Übernahme wirtschaftlich unabhängig voneinander. Das KBA wurde am 4. August 1951 mit der Verabschiedung des Gesetzes über die Errichtung eines Kraftfahrt-Bundesamtes gegründet und übernahm die Aufgaben der drei Vorgängerbehörden. Im Jahr 1952 erfolgte der Umzug von Bielefeld nach Flensburg.              W 

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19. September - Das Drama "Endstation Sehnsucht" nach einem Stück von Tennessee Williams hatte Leinwandpremiere. In den Hauptrollen waren Marlon Brando und Vivien Leigh zu sehen, die Regie führte Elia Kazan. Brando gelang mit seiner Darstellung des Stanley Kowalski der Aufstieg zum Star, Kowalskis proletarisches Auftreten und sein Outfit wurden von Jugendlichen auf der ganzen Welt nachgeahmt. Der Film wurde mit vier Oscars ausgezeichnet.

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28. September - Im Karlsruher Schauspielhaus wird offiziell die Gründung des Obersten Gerichtes der Bundesrepublik gefeiert – des "Bundesverfassungsgerichts”. Die Urteile und Entscheidungen des BVG sind bindend für alle politischen, staatlichen und juristischen Instanzen der Bundesrepublik. Als Hüter der deutschen Verfassung hat das Gericht eine Doppelrolle einerseits als unabhängiges Verfassungsorgan und andererseits als Teil der judikativen Staatsgewalt auf dem speziellen Gebiet des Staats- und Völkerrechts. Durch seine maßgeblichen Entscheidungen liefert es eine verbindliche Interpretation der Verfassung. Obwohl es Entscheidungen anderer Gerichte kontrolliert, gehört es nicht zum Instanzenzug, sondern überprüft sie als Akte der Staatsgewalt, wie das Handeln von allen anderen Staatsorganen. Dabei findet keine vollständige Rechtsprüfung statt, sondern eine Entscheidung am Maßstab des Verfassungsrechts gemäß Art. 93 Abs. 1 GG. Insofern ist es unzutreffend, das Verfassungsgericht als das oberste deutsche Gericht zu bezeichnen.       W   

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8. November - In den Vereinigten Staaten lief der Film "Quo vadis?" in den Kinos an. Der Monumentalfilm über die Antike von Mervyn Le Roy legte den Grundstein für die Karriere Peter Ustinovs, der den wahnsinnigen Kaiser Nero spielte. Zum Inhalt: Ein römischer Befehlshaber unter Kaiser Nero muss für seine Liebe zu einer Christin büßen. Die eifersüchtige Kaiserin Poppaea läßt ihn zusammen mit anderen Urchristen, denen die Schuld am Brand Roms vorgeworfen wird, den Löwen in der Arena zum Frass vorwerfen. Der Film entstand nach dem berühmten Roman von Henryk Sienkiewicz.

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13. November - Die Winzer des Beaujolais erstreiten sich eine Ausnahmegenehmigung vom französischen Weinrecht. Sie dürfen nun ihren Wein schon ab dem dritten Donnerstag im November vermarkten. Diese Regelung galt für die folgenden 15 Jahre. 1967 wurde das Erstverkaufsdatum auf den 15. November gelegt und im Jahre 1985 wurde der dritte Donnerstag im November als fixes Datum für den Verkaufsbeginn des Beaujolais Nouveau festgelegt. Diese Form der Vermarktung spielte eine entscheidende Rolle in der weltweiten Bekanntmachung des Beaujolais als Weinanbaugebiet und wurde durch den Winzer Georges Duboeuf Anfang der 50er Jahre (1953) eingeführt. Sie hat zum Ruf der Region beigetragen, Weine niedrigerer Qualität zu produzieren. Im Jahr 2002 war der Anteil der Primeurweine auf über 50 % der Gesamtproduktion gestiegen. Da die klassische Kohlensäuremaischung zu langsam ist, wird der Wein mittels Kunstgriffen sehr schnell bereitet. Ein solcher Wein kann aufgrund seines überwältigenden Dufts und seiner Fruchtigkeit kurzzeitig Freude bereiten, stellt aber bei weitem nicht das Beste dar, was das Weinbaugebiet Beaujolais zu bieten hat. Der Begriff Primeur ist nicht gleichbedeutend mit Beaujolais. Auch in anderen Teilen Frankreichs dürfen Primeur-Weine produziert werden.         W     Bild: Usien

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16. Dezember - In Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern stimmen die Wahlberechtigten mit überwältigender Mehrheit in einer Volksabstimmung für die Vereinigung der drei Länder zu einem Bundesland. Das Bundesland Baden-Württemberg wird daraufhin am 25. April 1952 gegründet. Nach Einwohnerzahl und Fläche steht Baden-Württemberg heute im Größenvergleich an dritter Stelle der deutschen Länder.

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20. Dezember - In Arco (Idaho/USA) liefert der Forschungsreaktor EBR-1 als erster Brutreaktor der Welt Strom. Ziel des Reaktors war die Demonstration der Stromerzeugung und die weitere Nuklearforschung. Bei Kernreaktoren dieses Typs wird, neben Strom, mehr spaltbares Material erzeugt, als für die Energieerzeugung gebraucht wird, d.h. bei der Kernspaltung durch ein Neutron wird mehr als nur ein neues Neutron freigesetzt, also mehr als für die Aufrechterhaltung der Kettenreaktion notwendig ist. Ein erster Versuch scheiterte, weil die Brennstoffmenge und -dichte nicht ausreichte, um eine Kritische Masse herzustellen. Nach einem Umbau des Kerns konnte dann aber erstmals eine geringe Leistung elektrischer Strom erzeugt werden, dessen Leistung für den Bedarf von vier Glühlampen ausreichte. Nach weiteren Verbesserungen erzeugte die Anlage genug Leistung für den Eigenbedarf und ihre Forschungsaufgaben. 1953 konnte im EBR-I der bis dahin nur theoretisch vorhergesagte Brutprozess erstmals nachgewiesen werden.

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27. Dezember - In Deutschland wird das Züchtigungsrecht von Lehrherren gegenüber Lehrlingen abgeschafft. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts unterstand im kaiserlichen Deutschen Reich laut Gesindeordnung das Gesinde in der Landwirtschaft dem Züchtigungsrecht der Herrschaft, ebenso Dienstmädchen in den Städten. Mit der Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches am 1. Januar 1900 wurde das Züchtigungsrecht des Dienstherrn gegenüber dem Gesinde (nicht jedoch gegenüber minderjährigem Gesinde) abgeschafft. Nach der preußischen Gesindeordnung konnten noch bis zur Novemberrevolution (1918) die Mägde und Knechte von ihrer Herrschaft gezüchtigt werden. Auch Lehrlinge unterstanden dem Züchtigungsrecht des Lehrherren. Das Recht zur „väterlichen Zucht“ des Lehrherren gegenüber den Lehrlingen (§ 127a Gewerbeordnung a.F.) wurde am 27. Dezember 1951 abgeschafft.        W

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In der BRD wird der paramilitärische Bundesgrenzschutz mit einer Anfangsstärke von 10.000 Mann gebildet.

 

Das Besatzungsstatut der Westalliierten für die Bundesrepublik wird gelockert und führt zu weiterem Souveränitätsgewinn. Insbesondere darf die BRD jetzt eigene Außenpolitik betreiben. Weiterhin werden bestehende Produktionsverbote gelockert.

 

Der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman enthob den Oberbefehlshaber der UNO-Truppen in Korea und Befehlshaber der US-Einheiten in Südostasien, General Douglas McArthur, seines Postens. McArthur war bereits im zweiten Weltkrieg zum US-amerikanischen Volkshelden geworden, als er 1941 die vergebliche Verteidigung der Philippinen leitete. 1942 zum Oberbefehlshaber im Pazifik ernannt, wurde der Sieg über Japan zum großen Teil als sein Verdienst betrachtet. Mit seinem glänzenden Sieg über die nordkoreanischen Truppen im ersten Jahr des Koreakrieges hatte er seinem Ruf voll entsprochen. Anlass seiner plötzlichen Ablösung war McArthurs Schlussfolgerung, dass der Krieg in Korea wegen des chinesischen Engagements auf die Volksrepublik China ausgedehnt und notfalls mit Atombomben entschieden werden müsse. Truman rettete durch seine Entscheidung das Primat der Politik und bewahrte die Welt vor einer Katastrophe ungeahnten Ausmaßes, bezahlte dafür jedoch mit seiner Popularität. In den USA brach ein wochenlanger Sturm der Entrüstung los. "Nuke the Reds" (bedeutet soviel wie " Nuklearschlag gegen die Roten") wurde zum allgegenwärtigen Slogan.

 

Angesichts der außenpolitischen Erfolge der Bundesregierung wird von der westdeutschen Bevölkerung irritiert zur Kenntnis genommen, dass trotz Abschaffung der Todesstrafe von westalliierten Militärtribunalen immer noch NAZI-Verbrecher zum Tode verurteilt und gehängt werden.

 

Eine Volksabstimmung hat die Bildung des Bundeslandes Baden-Württemberg zur Folge.

 

Das Jugendschutzgesetz tritt in Kraft.

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1952

6. Februar - Die britische Thronfolgerin Elizabeth wurde zur Königin von Großbritannien ausgerufen. Die 25-jährige Prinzessin befand sich gerade auf einer Reise nach Australien, als sie die Nachricht vom Tod ihres Vaters Georg IV. erhielt. Königin Viktoria, die 1901 starb, war vor ihr die letzte Frau auf dem britischen Thron. Elizabeth II. ist mit Prinz Philip verheiratet, mit dem sie vier Kinder hat. Die britische Monarchie erlebt während Elizabeths Regentschaft eine Krise. Durch private Skandale kam die königliche Familie in Verruf. Die Briten stellen die Monarchie in Frage. Elizabeth überlässt den Thron nicht ihrem ältesten Sohn und Thronfolger Prinz Charles, obwohl er bereits 50 Jahre alt ist.         W     Bild: Public Domain

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18. Febraur - Die Türkei und Griechenland treten der NATO bei. Die North Atlantic Treaty Organisation war im Jahr 1949 gegründet worden. Ab 1974 jedoch war Griechenland sechs Jahre lang nicht in der militärischen Struktur vertreten. Es hatte sich der Konflikt um die Insel Zypern, die beide Länder für sich beanspruchen, entfacht. Der Konflikt ist immer noch Anlass für Spannungen zwischen den beiden Ländern.

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20. Februar - Humphrey Bogart erhielt für seine Rolle in John Hustons Abenteuerfilm "African Queen" seinen ersten und letzten Oskar. Der Film, der an diesem Tag in den USA in die Kinos kam, handelt von einem Kapitän (Bogart), der im Ersten Weltkrieg in Afrika eine Missionarstochter (Katharine Hepburn) mit seinem alten Kahn aus dem Kampfgebiet rettet. Am Ende des Films geben sie einander das Ja-Wort. Die Verfilmung des Abenteuerromans von C.S. Forester ist einer der großen Klassiker Hollywoods. Dazu trugen die afrikanischen Originalschauplätze und das Zusammenspiel von zwei der größten Hollywoodlegenden bei.

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1. März - Nach der Besetzung und Nutzung als Bombenabwurfsplatz der Royal Air Force nach Ende des Zweiten Weltkrieges gibt Großbritannien die Insel Helgoland an Deutschland zurück, nachdem es den Briten nicht gelungen war, wie geplant die gesamte Insel Helgoland zu sprengen. Sieben Jahre lang hatte die Britische Luftwaffe Helgoland als Übungsziel missbraucht. Die Hauptzerstörungen beginnen am 18.4.1947, über 7000 Tonnen Munition werden gezündet. Dabei wurde die bisher stärkste Detonationen durch konventionellen Sprengstoff ausgelöst. Bunkeranlagen und Munitionsvorräte der Wehrmacht und der Kriegsmarine sollten entsorgt werden. Einige allierte Militärexperten erhofften die völlige Zerstörung der Insel, die in zwei Weltkriegen von denDeutschen als Militärstützpunkt genutzt worden war. Durch die Sprengung stürzten Teile der Steilküste ein, und die Insel wurde mit Kratern übersät. Wider Erwarten überstand Helgolanddie Explosion, und die Bewohner der Insel die während des Zweiten Weltkrieges evakuiert worden waren, konnten wieder zurück kehren. Heute muss sich die Insel mit umfangreichen Uferschutzbauten gegen die zerstörerrischen Kräfte des Meeres wehren. Das angegriffene Fundament der Insel bildet ein langer Buntsteinsockel mit breiter Steilküste, dessen touristische Aktraktion die "Lange Anna" ist.

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10. März - Schlug der sowjetische Führer Josef Stalin überraschend eine deutsche Wiedervereinigung vor. Bedingung sollte allerdings sein, dass Deutschland sich nicht der NATO anschließt. Der Vorschlag wurde in Bonn nicht ernstgenommen: Der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer glaubte, dass Stalin in erster Linie seine Politik der Integration in die westliche Gemeinschaft hintertreiben wolle.         W    

 

10. März - Die Bundesanstalt für Arbeit wird gegründet         W    

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15. März - Auf der Insel Réunion fällt die größte bisher an einem Tag gemessene Niederschlagsmenge: 1870 mm. An keinem Ort der Erde fällt innerhalb eines oder weniger Tage mehr Regen als auf La Réunion. An der Ostküste wurden am 15. und 16. März 1952 insgesamt 1870 mm Niederschlag in 24 Stunden gemessen. 2007 wurden innerhalb von drei Tagen 3929 mm Regen gemessen – jeweils Weltrekord für die genannten Zeitspannen. Zum Vergleich: Österreich hat einen durchschnittlichen Jahresniederschlag von rund 1170 mm und Deutschland von etwa 700 mm. Trotz der hohen Niederschlagsmenge scheint auf Réunion die Sonne im Mittel 2000 Stunden im Jahr.          W     Bild: de:Benutzer:Tzzzpfff

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Am 27. März 1952 explodierte um 18:20 Uhr ein an Bundeskanzler Adenauer adressiertes Päckchen im Polizeipräsidium München und tötete den Polizeibeamten Karl Reichert. Die zwei mit der Abgabe des Päckchens bei der Post beauftragten Jungen hatten es zur Polizei gebracht, weil sie von ihrem Auftraggeber verfolgt wurden. Als sich im Zug der Ermittlungen herausstellte, dass die Spuren zu Splittergruppen der 1948 aufgelösten jüdischen Partisanen- und Untergrundorganisation Irgun führten, entschloss sich die Bundesregierung, das Beweismaterial geheim zu halten, um keine antisemitischen Reaktionen in der Öffentlichkeit zu provozieren.        W     Bild: Sebastian Niedlich (Grabthar)

 

 

27. März - Das Filmmusical "Singin' in the Rain" wurde erstmals in den amerikanischen Kinos gezeigt. Regie in diesem Höhepunkt des Musical-Genres führten Gene Kelly und Stanley Donen. Die beiden realisierten einen neuen Musical-Stil, in dem Tanz und Gesang erstmals keine einzelnen Nummern, sondern in die Handlung eingebaut wurden. Die Geschichte um zwei Stummfilm-Stars, deren Erfolg durch die Einführung des Tonfilms in Gefahr gerät, beinhaltet auch eine intelligente Reflexion über das Kino. Die Tänzer und Sänger beeindruckten sowohl durch spielerisches Talent als auch tänzerische und technische Perfektion.         W    

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25. April - Durch Vereinigung der Länder Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern erfolgt die Gründung des Bundeslandes Baden-Württemberg. Als erster Ministerpräsident wird von der Verfassungsgebenden Landesversammlung Reinhold Maier (FDP/DVP) gewählt. Vor der Volksabstimmung, die am 9. Dezember 1951 stattfand, wurde ein erbitterter Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern des geplanten Südweststaates geführt. Die führenden Vertreter der Pro-Seite waren der Ministerpräsident Württemberg-Badens Reinhold Maier und der Staatspräsident Württemberg-Hohenzollerns Gebhard Müller, Anführer der Südweststaat-Gegner war der Staatspräsident Badens Leo Wohleb. Bei der Abstimmung votierten die Wähler in beiden Teilen Württembergs mit 93 % für die Fusion, in Nordbaden mit 57 %, während in Südbaden nur 38 % dafür waren. In drei von vier Abstimmungsbezirken gab es eine Mehrheit für die Bildung des Südweststaates, so dass die Bildung eines Südweststaates beschlossen war. Hätte das Ergebnis in Gesamtbaden gezählt, so hätte sich eine Mehrheit von 52 % für eine Wiederherstellung des (separaten) Landes Baden ergeben.         W    

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2. Mai - Der erste Präsident der Bundesrepublik, Theodor Heuß, proklamierte das "Lied der Deutschen" zur Nationalhymne. Das dreistrophige Lied zu einer Melodie von Joseph Haydn verfasste Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1841 während des "Vormärz". Es spiegelte die Einheitsbestrebungen der "verspäteten Nation" wieder. "Das Lied der Deutschen" war bereits in der Weimarer Republik Nationalhymne. Weil die Nationalsozialisten besonders die erste Strophe des Liedes für ihre Zwecke missbraucht hatten, gab es eine langanhaltende Debatte um die Wiedereinführung der Hymne. Seit 1991 ist die dritte Strophe des "Lieds der Deutschen" die offizielle Nationalhymne der Bundesrepublik.       W   

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6. Mai - Die 3. Strophe des Deutschlandliedes wird zur Nationalhymne erklärt. Da die Bundesrepublik kurz nach dem Zweiten Weltkrieg noch keine Nationalhymne hatte, wurde bei einem Besuch Bundeskanzler Konrad Adenauers in Chicago aus Verlegenheit das Kölner Karnevalslied Heidewitzka, Herr Kapitän gespielt. Bei offiziellen Empfängen wurde auch ein anderes Lied von Karl Berbuer, der Trizonesien-Song – eine Anspielung auf die drei Besatzungszonen der Westmächte –, gespielt. Angeblich durch die Verwendung der „Gassenhauer“ verärgert, forderte Adenauer bereits am 18. April 1950 in einer Rede im Berliner Titania-Palast die Zuhörer auf, die dritte Strophe des Deutschlandliedes zu singen. Das Lied der Deutschen wurde 1952 durch einen im Bulletin der deutschen Bundesregierung veröffentlichten Briefwechsel zwischen Bundeskanzler Konrad Adenauer und Bundespräsident Theodor Heuss im Mai 1952 offiziell zur Nationalhymne der Bundesrepublik. Darin erklärte Heuss, dass er „der Bitte der Bundesregierung nachkomme“, die durch Adenauer „erneut“ darum gebeten hatte, „das Hoffmann-Haydn’sche Lied als Nationalhymne anzuerkennen. Bei staatlichen Veranstaltungen soll die dritte Strophe gesungen werden.“  Ab den 1980er Jahren wurde das Lied bei offiziellen Anlässen meist nur noch instrumental abgespielt und kaum noch gesungen – mit der deutschen Teilung hatte man sich weitgehend arrangiert. Erst mit der politischen Wende in der DDR lebte der Text wieder auf. Nach der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurde nur die dritte Strophe des Liedes der Deutschen Nationalhymne des vereinigten Deutschland. Bundespräsident Richard von Weizsäcker schrieb Bundeskanzler Helmut Kohl in einem Brief vom 19. August 1991: „Die 3. Strophe des Liedes der Deutschen von Hoffmann von Fallersleben mit der Melodie von Joseph Haydn ist die Nationalhymne für das deutsche Volk“, und dieser stimmte dem mit Schreiben vom 23. August 1991 „namens der Bundesregierung“ zu.         W    

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17. Mai - Sportvereine aus Innsbruck, Partenkirchen, Bischofshofen und Oberstdorf rufen die heute als Vierschanzentournee bekannte Deutsch-Österreichische Springertournee ins Leben.

 

 

Erstmalig erschien die "Bild"-Zeitung mit einer Gesamtauflage von 250.000 Exemplaren. Für den Herausgeber Axel Springer war der in London erscheinende "Daily Mirror" das Vorbild, an dessen Grundmuster er anknüpfte. Sein redaktionelles Konzept für "BILD" war: Nachrichten, wenig Politik, Crime, kurze Geschichten und Bilder.       W   

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8. Juli - In der Stadt München werden die ersten zwölf Zebrastreifen Deutschlands angelegt. In die westdeutsche Straßenverkehrsordnung wurde der Fußgängerüberweg zum 24. August 1953 aufgenommen. Der Vorrang für Fußgänger auf Zebrastreifen wurde erst zum 1. Juni 1964 eingeführt. Danach wurden allerdings viele Fußgängerüberwege beseitigt, um den Verkehrsfluß aufrechtzuerhalten, wie es in einem Fachartikel von 1967 hieß. Auch im römischen Reich gab es schon "Fußgängerüberwege" die meist aus Steinplatten bestanden die dem Tritt für Fußgänger dienten. Sie hatten große Lücken, die so breit waren, dass die Räder eines Wagens problemlos hindurchfahren konnten.

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10. Juli - Die Nationale Volksarmee der DDR wurde gegründet. Rein äußerlich hielt die NVA an der deutschen Militärtradition fest und kleidete ihre Soldaten und Offiziere in Uniformen, die denen der Wehrmacht bzw. Reichswehr täuschend ähnlich sahen. Vornehmlich mit sowjetischen Waffen ausgerüstet, hätten die Verbände der Land- und Luftstreitkräfte sowie der Volksmarine im Ernstfall mit Haupt- und Folgekräften angegriffen, wie es die Rote Armee auch tat. Das Leben der Soldaten in der NVA war hart: Ein von den Vorgesetzten geduldetes System ("E-Bewegung") der Unterdrückung jüngerer durch kurz vor der Entlassung stehende Wehrpflichtige ("E's", d.h. Entlassungskandidaten) prägte den Alltag. Dazu kamen lange Perioden ohne Urlaub, Uniformzwang während des seltenen Ausgangs und die ständige ideologische Beeinflussung ("Rotlichtbestrahlung"). Wehrdienstverweigerung war in der DDR bis kurz vor der Wende nicht möglich. Studienwillige junge Männer mussten sich für drei Jahre zum Dienst in der NVA oder den Grenztruppen verpflichten.         W    

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In den USA startete der Kinofilm "Zwölf Uhr Mittags" von Fred Zinnemann. Das Drehbuch schrieb Carl Foreman nach dem Roman "The tin star von John W. Cunningham". Es spielten Gary Cooper, Grace Kelly, Ian MacDonald, Katy Jurado, Lon Chaney jr.und Lee Van Cleef. Im Film heiratet der Sheriff von Hadleyville Kane (Gary Cooper) Amy (Grace Kelly). Am Tag der Hochzeit wird bekannt, dass Frank Miller (Ian MacDonald), den Kane vor Jahren ins Gefängnis gebracht hat, sich mit drei Freunden in der Stadt treffen will und vorhat, sich am Sheriff zu rächen. Die Bürger der Stadt unterstützen Kane nicht, so dass er den Gangstern allein entgegen treten muss. Der Zug mit den Gangstern trifft um zwölf Uhr mittags ein. Amy kommt zur Hilfe. Kane besiegt die Gangster und gibt das Amt des Sheriffs ab, weil er sich von den Bürgern nicht getragen fühlt.        W   

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3. August - Die XV. Olympischen Sommerspiele der Neuzeit werden im finnischen Helsinki beendet. Die Olympiade 1952 bedeutet für die Finnen nach dem verlorenen Krieg viel. Sie bietet den Leuten die Möglichkeit, ihren Nationalstolz wiederzuerobern und sich im Glanz der Sportheroen zu sonnen. Die Spiele in Helsinki gelten noch immer als die letzte "sportliche" Olympiade, von dem heute typischen Medienzirkus konnte noch keine Rede sein. Die Spiele von Helsinki sind auch insofern bedeutsam, als Rußland/Sowjetunion zum ersten Mal seit 1912 wieder präsent war. Herausragender Sportler war der Läufer Emil Zátopek aus der Tschechoslowakei, er stellte einen noch heute gültigen Rekord auf. Nach ihm gelang es keinem anderen sowohl über 5000 und 10.000 Meter als auch im Marathon eine Goldmedaille bei denselben Olympischen Sommerspielen zu erringen. Erfolgreichster Sportler war der sowjetische Kunstturner Wiktor Tschukarin mit vier Goldmedaillen und zwei Silbermedaillen.        W    

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29. August - Der Film "Casablanca" kam in die deutschen Kinos. Da alle Szenen herausgeschnitten worden waren, in denen Männer in SS-Uniformen zu sehen sind, wurde die deutsche Version 24 Minuten kürzer als die Originalversion. Erst 1975 war auch in Deutschland eine originalgetreue Version des Kult-Filmes sehen. Die Story: In "Rick's Café" in Casablanca kreuzen sich während des Zweiten Weltkriegs die Schicksale europäischer Emigranten. Der ungarische Widerstandskämpfer Victor Laszlo (Paul Henreid) versucht mit seiner Frau Ilsa (Ingrid Bergman) mit falschen Pässen den Nazis zu entkommen. Einzig der Amerikaner Rick (Humphrey Bogart) könnte helfen, doch er erkennt in Ilsa seine ehemalige Geliebte, die ihn in Frankreich ohne Erklärung verlassen hat.        W   

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31. August - Auf dem Grenzlandring kommt es mit mindestens 13 Toten zum schwersten Unfall der deutschen Motorsport-Geschichte. Der Berliner Rennfahrer Helmut Niedermayr kam, kurz vor dem Ende der ersten Runde des Formel-2-Rennens an vierter Stelle liegend, mit seinem Reif-Veritas-Meteor-Zweisitzer bei einer Geschwindigkeit von annähernd 200 km/h aus nie geklärten Gründen von der Strecke ab. Der Unfall ereignete sich ausgangs der Roermonder Kurve, rund 250 Meter hinter der Steinbrücke zum Wegberger Friedhof, in Höhe der damaligen Abfahrt nach Klinkum. Der Rennwagen fuhr in die dicht gedrängt stehenden, ungeschützten Zuschauer im Innenbereich der Kurve, den man bis dahin als ungefährlich erachtet hatte. Schutzplanken, Fangzäune, Kiesbetten und dergleichen waren damals noch nicht üblich – einige eher willkürlich verteilte Strohballen und mehrere zwischen Holzpfählen gespannte Drahtseile waren die einzigen „Sicherheitsvorkehrungen“ an der Strecke. Eben jene Drahtseile, hinter denen die Zuschauer stehen sollten, sorgten laut Augenzeugenberichten für die schlimmsten Verletzungen. Vom Rennwagen mitgeschleift, sollen sie Körperteile der Opfer abgetrennt und schwere Kopfverletzungen besonders bei den betroffenen Kindern verursacht haben. Niedermayr selbst, trotz zahlreicher Gesichtsblessuren eher zu den Leichtverletzten zählend, ließ sich dem Vernehmen nach erst medizinisch versorgen, nachdem sich die Helfer zuvor um mehrere andere verletzte Personen gekümmert hatten. Das Rennen wurde trotz des Unfalls nicht abgebrochen um nicht Panik unter den Menschenmassen, ein Chaos oder Helfer-Behinderungen durch Schaulustige aufkommen zu lassen. Kurz nach der Veranstaltung sperrte der damalige NRW-Innenminister dann aber den Grenzlandring für alle weiteren Rennsport-Aktivitäten. Danach wurde der Grenzlandring nie wieder für Motorsport jeglicher Art genutzt und seine Sporthistorie geriet selbst bei den Anwohnern weitgehend in Vergessenheit.         W    

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4. September - Ernest Hemingways Roman Der alte Mann und das Meer erscheint in den USA. Im Mittelpunkt der Handlung steht der kubanische Fischer Santiago, der mit einem riesigen Marlin ringt. Obwohl das Werk Gegenstand einer harten Kritik war, gilt es als eines der bedeutsamsten Werke in der Literatur des 20. Jahrhunderts. Der alte Mann und das Meer bestätigte noch einmal Hemingways Bedeutung für die Weltliteratur und trug dazu bei, dass ihm 1954 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde.        W   

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11. September - Der US-amerikanische Arzt Charles A. Hufnagel setzt eine künstliche Herzklappe in die absteigende Aorta (Aorta descendens) einer Patientin mit Aortenklappeninsuffizienz ein die er selbst entwickelt hatte. Die künstliche Klappe lag also deutlich entfernt von der natürlichen Aortenklappe die sich an der Aortenbasis befindet, verbesserte aber trotzdem den Blutfluss (Hämodynamik). Die Technik wurde zuvor an Hunden erprobt        W     Bild: Public Domain

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10. Oktober - Charlie Chaplins Spätwerk "Rampenlicht" ("Limelight") kam in die US-amerikanischen Kinos. Der Film handelt von einem von einem alternden Clown (Chaplins Alter Ego Calvero) und bewegte Millionen begeisterter Zuschauer. Chaplin verfasste das Drehbuch, führte Regie und produzierte den Film. Die Uraufführung von "Limelight" fand in Großbritannien statt, da Chaplin erfahren hatte, dass die US-amerikanischen Behörden ihn bei seiner Rückkehr wie einen Einwanderer behandeln würden. Chaplin ließ sich 1953 in der Schweiz nieder und verzichtete 1954 auf die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.         W    

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31. Oktober - Die USA zünden auf dem Eniwetok-Atoll die erste Wasserstoffbombe Ivy Mike. Ivy Mike war die erste Wasserstoffbombe und besaß eine Sprengkraft von 10,4 Megatonnen TNT-Äquivalent. Die Bombe wurde aufgrund ihres Gewichtes auf dem Boden zur Explosion gebracht. Ivy Mike war die viertgrößte Atombombe, die von den USA getestet wurde. Die Insel Elugelab verdampfte vollständig, die umliegenden Inseln wurden durch den Feuerball und die Druckwellen bis in 10 Kilometer Entfernung zerstört. Anstelle der Insel Elugelab klaffte ein Krater im Riff, über 3 Kilometer im Durchmesser und 60 Meter tief. Insgesamt wurden etwa 80 Millionen Tonnen Erdreich aufgeschleudert.          W   

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Griechenland und die Türkei treten der NATO bei.

 

In den USA wird der Weltkriegsgeneral Dwight D. Eisenhower (*1890, +1969) neuer Präsident.

 

In Chalk River in Kanada kommt es zum ersten Kernreaktor-Unfall. Der Irrtum eines Technikers hat die Explosion des Reaktorkerns zur Folge.

 

Das Besatzungsstatut für die BRD wird am 26.5. vom Deutschlandvertrag mit den drei Westalliierten abgelöst, der bis zur Wiedervereinigung Deutschlands Gültigkeit hat. Die BRD ist damit weitestgehend souveräner Staat.

 

Die von den Briten als Übungsziel der Luftwaffe schwer beschädigte Insel Helgoland kommt wieder unter deutsche Verwaltung

 

In Paris wird der EVG-Vertrag über die Europäische Verteidigungs-Gemeinschaft auch von der BRD unterzeichnet. Er garantiert u.a. den Erhalt Westdeutschlands und Westberlins und sieht vor, dass die BRD 12 der 43 geplanten Truppeneinheiten zu je 13.000 Mann stellt. Die DDR reagiert auf den EVG-Beitritt der BRD mit sofortiger Sperrung der Grenzen und dem Trennen der Telefonverbindungen. Die SED beschließt wenig später den Aufbau der Volksarmee und eine Landreform.

 

Die Länder der DDR werden aufgelöst und stattdessen 14 Verwaltungsbezirke mit 227 Kreisen gebildet.

 

Im Juli propagiert die SED die "Verschärfung des Klassenkampfes", mit der im Klartext auch Normenerhöhungen bei der Arbeitsleistung gemeint sind.

 

Eine ernste Versorgungskrise von Grundnahrungsmitteln führt in der DDR zur Entlassung von Karl Hamann, Chef des Ministeriums für Handel und Versorgung.

 

Die Zahl der DDR-Flüchtlinge steigt.

 

Die BRD und Israel vereinbaren Wiedergutmachungszahlungen für die im Dritten Reich erfolgte Judenverfolgung in Höhe von 3 mrd DM, zahlbar im Lauf von 12 Jahren.

 

Unter der Leitung des US-amerikanischen Physikers Edward Teller wird die Wasserstoff -Bombe entwickelt und am 6.11. auf dem Eniwetok-Atoll im Südpazifik gezündet. Ihre Sprengkraft entspricht 700 Atombomben des Hiroshima-Typs. Auch die Russen zünden in diesem Jahr eine auf der Kernfusion beruhende H-(Wasserstoff-)Bombe. Sie konnten ihren Entwicklungsabstand zu den Amerikanern nicht zuletzt wegen der Spionagetätigkeit eines Klaus Fuchs (siehe 1950) verringern.nach Oben

 

In der BRD wird im Telefondienst mit der bereits seit 1923 technisch vorbereiteten Umstellung von Handvermittlung auf Selbstwähldienst im Telefon-Ferngesprächsbereich begonnen.

 

Das Transistorradio wird von der japanischen Firma Sony entwickelt.

 

Der Polio-Schutzimpfstoff wird entwickelt, der Herzschrittmacher erstmals eingesetzt und mit Reserpin der erste Tranquilizer entdeckt.

 

In der BRD beginnt das Fernsehzeitalter.

 

20.12. In Arco im US Bundesstaat Idaho wird der erste Brutreaktor der Welt, der auch gleichzeitig der erste stromerzeugende Kernreaktor ist, ans Stromnetz geschaltet. Er erzeugt neben Energie auch mehr Kernbrennstoff als er selbst verbraucht.

 

In den USA sendet die Station CBS die ersten Farbfernsehsendungen aus.

 

Die Servolenkung für Autos wird eingeführt und der Videorecorder entwickelt.

 

Karlheinz Stockhausen richtet für den Nordwestdeutschen Rundfunk in Köln das erste Studio für elektronische Musik ein.

 

In Teheran heiratet Schah Reza Pahlewi in zweiter Ehe die knapp 18jährige deutschstämmige Prinzessin Soraya. Die Verbindung hat insbesondere bei der deutschen Boulevardpresse bis in die heutige Zeit auflagensteigernde Wirkung.

 

Der Regisseur Willi Forst kann den unterdurchschnittlichen Film "Die Sünderin" nur dadurch retten, dass er kurze Nacktszenen der Hauptdarstellerin Hildegard Knef gegen den Protest der "Freiwilligen Selbstkontrolle" nicht entfernt. Da, wo der Film gezeigt werden darf, wird er ein Kassenschlager.

 

Seit diesem Jahr ist die Stiftsruine Hersfeld Kulisse für jährlich stattfindende Theaterfestspiele. nach Oben

 

Die englische und holländische Nordseeküste wird im Januar von einer der schwersten Sturm- und Springfluten des Jahrhunderts heimgesucht, bei der fast 1.500 Menschen sterben.

 

Der Gürtelreifen wird bei den Kfz-Herstellern eingeführt (zumindest außerhalb Deutschland; hier bestimmt der Kleinstwagen wie z.B. der "Leukoplastbomber" den Markt).

 

Zum ersten Mal wird die von Gibbon entwickelte Herz-Lungen-Maschine praktisch während einer Herzoperation eingesetzt.

 

11.September - Der US-amerikanische Arzt Charles A. Hufnagel setzt dem ersten Patienten eine künstliche Herzklappe ein, die er selbst entwickelt hat.

 

29.5. Sir Edmund Percival Hillary und Tensing Norgay erreichen den
fast 9 km hohen Gipfel des Mount Everest, des höchsten Berges der
Welt.
 

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Gestorben:

30.1.: Der Autobauer Ferdinand Porsche sr. (*1875);

3.2.: der Autobauer August Horch (*1868) Jahr 1953

2.3. stirbt der russische Diktator Stalin, (bürgerl. Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili, *1879); sein Tod wird erst am 5.3. bekanntgegeben.

 

 

1953

14. Januar - Von Genua aus bricht das Luxus-Passagierschiff "SS Andrea Doria", Stolz des italienischen Schiffbaus, zu seiner Jungfernfahrt nach New York auf. Das nach dem gleichnamigen genuesischen Admiral des 16. Jahrhunderts benannte Schiff war das größte, schnellste und vermeintlich sicherste Schiff der italienischen Flotte jener Zeit und wurde zu einem neuen Symbol des Nationalstolzes. Auf ihrer 51. Fahrt kollidierte die Andrea Doria am 25. Juli 1956 auf dem Weg nach New York City vor der Küste von Nantucket mit einem schwedischen Passagierschiff. Nach der seitlichen Kollision entwickelte die Andrea Doria schnell eine starke Schlagseite. Fortschritte bei den Kommunikationsmitteln und die schnelle Reaktion anderer Schiffe verhinderten jedoch eine ähnlich verheerende Katastrophe wie bei der Titanic, sodass ein Großteil der Passagiere und der Besatzung überlebte. Auf der Andrea Doria wurden 1.660 Menschen gerettet, während 46 Menschen starben. Am Morgen nach der Kollision kenterte der mittlerweile evakuierte Luxusliner und sank schließlich.         W   

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15. Februar - Der beim schwedischen Unternehmen ASEA beschäftigte Physiker Erik Lundblad stellt, mit Hilfe des so genannten Hochdruck-Hochtemperatur-Verfahrens, die ersten synthetischen Diamanten her. Bei diesem Verfahren wird Graphit in einer hydraulischen Presse bei Drücken von bis zu 6 Gigapascal (60.000 bar) und Temperaturen von über 1500 °C zusammengepresst. Unter diesen Bedingungen ist Diamant die thermodynamisch stabilere Form von Kohlenstoff, so dass sich der Graphit zu Diamant umwandelt. Dieser Umwandlungsprozess kann unter Beigabe eines Katalysators beschleunigt werden (meist Eisencarbonyl). Auch mit Katalysator dauert der Umwandlungsprozess immer noch einige Wochen.      W 

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27. Februar - Die Bundesrepublik Deutschland übernimmt durch das "Londoner Schuldenabkommen" die Auslandsschulden des Reiches seit dem Ersten Weltkrieg. Deutschland konnte hierbei den Grundstock zu einer neuen Glaubwürdigkeit in seine Politik und Wirtschaft legen. Unter der Leitung des Bankiers Hermann Abs gelang es der deutschen Delegation, entgegen allen Widerständen und Schwierigkeiten für die noch junge Bundesrepublik optimale Startbedingungen für das einsetzende Wirtschaftswunder herauszuholen. Auch der Alleinvertretungsanspruch, der hier zum ersten Mal international vertreten wurde, war nun Grundlage der Politik des jungen westdeutschen Teilstaates. Abs konnte den anwesenden Delegationen anderer Staaten verdeutlichen, dass zu hohe Reparationsforderungen an Deutschland schon nach dem Ersten Weltkrieg einer der Hauptgründe für das Scheitern der Weimarer Republik gewesen sind.       W   

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5. März - Der Tod Stalins wurde bekannt gegeben, nachdem dieser bereits am 2.März im Alter von 73 Jahren in Moskau gestorben war. Josef Wissarionowitsch Stalin (eigentlicher Familienname Dshugaschwili) war seit 1922 Generalsekretär der KPdSU und nach Lenins Tod 1924 unumschränkter Herrscher der Sowjetunion. Er regierte im Innern mit äußerster Brutalität, bekannt sind die sogenannten "Säuberungswellen" in den dreißiger Jahren, denen Millionen von Sowjetbürgern zum Opfer fielen. Sein Nachfolger wurde Georgi Malenkow als Vorsitzender des Ministerrates und am 14.März 1953 Nikita Chruschtschow, als Erster Sekretär des ZK der KPdSU.          W    

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19. März - Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt wurde der Messerschmitt-Kabinenroller vorgestellt. Der Zwitter zwischen PKW und Motorroller, in dem zwei Personen hintereinander sitzen konnten, ist eine Entwicklung des deutschen Konstrukteurs Fritz M. Fend. Die ersten Mobile nannten sich Fend Flitzer und wurden in Rosenheim hergestellt, bevor im Januar 1953 die Serienproduktion des KR 175 im Messerschmitt-Werk Regensburg begann. Fend hatte seine „Flitzer“ zunächst als Einsitzer entwickelt. Willy Messerschmitt war jedoch nur bereit, einen Zweisitzer in seinem Werk zu produzieren, woraufhin Mitte 1952 entsprechende Prototypen unter der Bezeichnung FK 150 (Fend Kabinenroller) mit 150-cm³-Fichtel-&-Sachs-Motor gebaut wurden. Das sparsame Fahrzeug war für einige Jahre sehr beliebt in Deutschland und noch heute gibt es Liebhaber-Clubs, die die Erinnerung an den Kabinenroller pflegen.

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4. Mai - Für sein Werk "Der alte Mann und das Meer" wurde der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Ein Jahr später wurde die Erzählung zudem mit dem Nobelpreis für Literatur gewürdigt. In dem Stück schildert Hemingway den heroischen Kampf eines alten kubanischen Fischers um den Fang seines Lebens. Nach langem Ringen besiegt er den Fisch, nur um ihn auf der langen Rückfahrt nach Hause an Haie zu verlieren. Die Filmversion des Klassikers mit Spencer Tracy in der Hauptrolle kam 1958 in die Kinos und wurde für drei "Oscars" nominiert.         W

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6. Mai - Der Chirurg John Heysham Gibbon führt die erste Operation mit Hilfe einer Herz-Lungen-Maschine durch. Bei der Überwachung einer Patientin mit Lungenembolie im Oktober 1930 kam ihm die Idee des kardiopulmonalen Bypasses. 1935 baute er den Prototyp einer Herz-Lungen-Maschine, mit der eine Katze rund eine halbe Stunde überlebte; diese Zeitspanne verlängerte sich allmählich auf über eine Woche, und 1937 veröffentlichte Gibbon seine experimentellen Erfahrungen dazu. Als er nach dem Zweiten Weltkrieg, wo er in Südostasien diente, seine Forschung fortsetzte, stellte ein Medizinstudent 1946 den Kontakt zum Vorsitzenden von IBM und dem Ingenieur Thomas J. Watson her, die ihm in den folgenden sieben Jahren sowohl technisch (Watson selbst und fünf IBM-Ingenieure) als auch finanziell halfen, eine leistungsfähige Herz-Lungen-Maschine zu konstruieren. Nachdem er sie zuvor schon bei der Operation eines 11 Monate alten Kleinkinds einsetzte, welches jedoch noch während der Operation starb, konnte er am 6. Mai 1953 bei der Operation des Atriumseptumdefekts eines 18-jährigen Mädchens die Funktionsfähigkeit seiner Maschine unter Beweis stellen. Diesen einzigen Erfolg konnte er aber nicht wiederholen und wollte ihn als Einzelfall zunächst auch nicht publizieren. Die Herz-Lungen-Maschine wurde dann von Viking Olof Bjork (Schweden) und anderen, sowie ihre Verwendung insbesondere von John Webster Kirklin an der Mayo Clinic Mitte der 1950er Jahre weiterentwickelt, so dass sie heute routinemäßig im Operationssaal vor allem bei offenen Herzoperationen eingesetzt wird.         W    

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Am 10. Mai 1953 erfolgte auf Beschluss des Ministerrats der DDR die Umbenennung der Stadt "Chemnitz" in „Karl-Marx-Stadt“. Die Umbenennung nahm Ministerpräsident Otto Grotewohl mit den Worten vor: „Die Menschen, die hier wohnen, schauen nicht rückwärts, sondern sie schauen vorwärts auf eine neue und bessere Zukunft. Sie schauen auf den Sozialismus. Sie schauen mit Liebe und Verehrung auf den Begründer der sozialistischen Lehre, auf den größten Sohn des deutschen Volkes, auf Karl Marx. Ich erfülle darum hiermit den Beschluss der Regierung. Ich vollziehe den feierlichen Akt der Umbenennung dieser Stadt und erkläre: Von nun an trägt diese Stadt den stolzen und verpflichtenden Namen Karl-Marx-Stadt.“  Bei einer Volksabstimmung am 23 April 1990, stimmen 76 % der Stimmberechtigten für die Rückbenennung von "Karl-Marx-Stadt" in "Chemnitz". Die offizielle Umbenennung erfolgt am 1. Juni.   
W
  Bild Schild: Kolossos at de.wikipedia

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29. Mai - Der Neuseeländer Edmund Hillary und der nepalesische Sherpa Tenzing Norgay erreichen als erste den Gipfel des Mount Everest - mit 8848 Metern der höchste Berg der Welt. Seit 1921 hatten bereits zehn andere Bergsteiger-Teams vergeblich versucht, diesen Berg zu bezwingen.

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Prinzessin Elizabeth Alexandra Mary wird als Elizabeth II zur Königin des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland gekrönt. Die Krönung wurde zu einem der größten Medienereignisse ihrer Zeit: Hunderttausende in aller Welt verfolgen die Feierlichkeiten am Fernseh- und Radiogerät. Elisabeth stand bei ihrer Geburt an dritter Stelle der britischen Thronfolge. Ihr Vater bestieg als Georg VI. den Thron, nachdem dessen älterer Bruder bzw. ihr Onkel Eduard VIII. 1936 abgedankt hatte. Als heiress presumptive (voraussichtliche Thronfolgerin) begann sie während des Zweiten Weltkriegs Aufgaben in der Öffentlichkeit wahrzunehmen und diente im Auxiliary Territorial Service. 1947 heiratete sie Prinz Philip von Griechenland und Dänemark (den heutigen Duke of Edinburgh), mit dem sie vier Kinder hat: Charles, Anne, Andrew und Edward. Bei ihrer Thronbesteigung am 6. Februar 1952, dem Todestag ihres Vaters, wurde Elisabeth Königin von damals sieben Commonwealth Realms. Ihre Krönung fand am 2. Juni 1953 in der Westminster Abbey statt und war die erste, die im Fernsehen übertragen wurde. Von 1956 bis 1992 variierte die Zahl der Commonwealth Realms, da verschiedene britische Kolonien die Unabhängigkeit erlangten und mehrere Staaten sich von Monarchien zu Republiken wandelten. Bedeutende Ereignisse während ihrer Herrschaft waren die Entkolonialisierung des britischen Empires, die Devolution des Vereinigten Königreichs und der Nordirlandkonflikt.       W    Bild: Public Domain

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17. Juni - Unzufriedenheit mit dem herrschenden Regime führt zum Volksaufstand in der DDR, den Deutsche Volkspolizei und sowjetische Truppen niederschlagen. Zu dem es gekommen war, nachdem Ostberliner Bauarbeiter im Protest gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen in den Streik getreten waren. Die erste geplante Briefmarke der DDR mit dem Abbild von Walter Ulbricht wurde deshalb nicht veröffentlicht.

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25. Juni - Der Deutsche Bundestag verabschiedet ein neues Wahlgesetz, nach dem Parteien nur dann ins Parlament Einzug halten, wenn sie mindestens 5 Prozent der Wählerstimmen erlangt haben. Die sogenannte "5 Prozent Hürde", soll die Zerstückelung des Parlaments in zu viele kleine Parteien verhindern.         W    

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30. Juni - Das deutsche UNICEF-Komitee wird mit Sitz in Köln gegründet. Schirmherrin ist immer die Frau des amtierenden Bundespräsidenten. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (englisch ursprünglich United Nations International Children’s Emergency Fund, seit 1953 United Nations Children’s Fund, UNICEF) ist eines der entwicklungspolitischen Organe der Vereinten Nationen. Es wurde am 11. Dezember 1946 gegründet, zunächst um Kindern in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg zu helfen. Heute arbeitet das Kinderhilfswerk vor allem in Entwicklungsländern und unterstützt in ca. 160 Staaten Kinder und Mütter in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung, Hygiene, Ernährung sowie Bildung und leistet humanitäre Hilfe in Notsituationen.        W    

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3. Juli - Der Österreicher Hermann Buhl besteigt als erster Menschen den 8125m hohen Nanga Parbat im Himalaya. Seit 1895 hatten viele versucht, den auch Diamir genannten Berg zu ersteigen. 30 Menschen ließen dabei ihr Leben. Nach siebzehn Stunden ununterbrochenen Aufstiegs überschritt Hermann Buhl gegen 18 Uhr die 8000m-Marke und stand eine Stunde später auf dem Gipfel. Buhl hielt sich zweieinhalb Stunden auf dem Gipfel auf und begann dann den Abstieg. Gegen 19 Uhr am darauffolgenden Tag erreichte er das Lager. Insgesamt erforderte die Bezwingung des Berges 41 Stunden - und die Zehen Hermann Buhls.       W   

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7. Juli - Die neu gegründete Bundesanstalt für Flugsicherung übernimmt im Westteil Deutschlands die zivile Flugsicherung. Die Geschichte der Flugsicherung ist eingebunden in die Entwicklung des Flugzeuges zum Massentransportmittel, die in Deutschland zu Beginn der 1950er Jahre einsetzte. Ab 1945 wurde die Luftraumkontrolle vor allem von den Flugsicherungsdiensten der West-Alliierten wahrgenommen. Das Alliierte Luftamt in Wiesbaden signalisiert jedoch bereits 1951, die Flugsicherung in deutsche Hände legen zu wollen.         W    

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26. Juli - Während der Trauerprozession von Evita Perón kam es in Buenos Aires zu ungewöhnlichen Trauerszenen. Ungefähr 70.000 Argentinier waren in einem Pilgermarsch zum Begräbnis erschienen. Bei dem anschließendem Gedränge kamen 16 Menschen ums Leben. Evita Perón war die Ehefrau des argentinischen Präsidenten Juan Domingo Perón. Die Schauspielerin und Sängerin hatte sich für die Angelegenheiten von Arbeitern und Gewerkschaften Argentiniens engagiert. Sie genoss hohe gesellschaftliche Anerkennung. Am 29. September 1951 wurde bekannt, dass Evita Perón an Anämie       W  

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1. August - Gründung der deutschen Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) als Träger der gesetzlichen Rentenversicherung.

 

 

ChruschtschowNeun Tage nach dem Tod des sowjetischen Diktators Josef W. Stalin bestimmte das Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) Nikita S. Chruschtschow zum Ersten Sekretär des Zentralkomitees des KPdSU. Während Georgi M. Malenkow Regierungschef wurde und Lawrenti Berija allen Sicherheitsorganen vorstand, erhielt Chruschtschow das höchste Amt der alleinherrschenden Partei.     W  Bild: Public Domain

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15. Juli - In der Filmversion des Broadway-Musicals "Gentlemen prefer Blondes" ("Blondinen bevorzugt") war Sex-Symbol Marilyn Monroe erstmalig als Komödiantin zu sehen. In der Rolle der Lorelei geht sie, gemeinsam mit ihrer Partnerin Jane Russell als Dorothy, auf Partnersuche. Beide spielen auf witzige Weise mit ihrem Image als Sex-Symbol und verdrehen zahlreichen Männern den Kopf. Der Film, der auf einem Luxusdampfer und in Paris spielt, avancierte zum Klassiker. Neben der komödiantischen Handlung wurde "Blondinen bevorzugt" auch wegen des von Monroe vorgetragenen, und später häufig kopierten, Songs "Diamonds are a girl´s best friend" berühmt.   W

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In Hannover wurde auf Initiative des Kinderarztes Fritz Lejeune, am 16 November, der Bund zu Schutz des Kindes gegründet. Ziele waren unter anderem der Kampf gegen Kindesmisshandlungen und sexuellen Missbrauch sowie die Linderung des psychischen und sozialen Elends der Kinder in der Nachkriegszeit. Mit fast 50.000 Mitgliedern ist er der mitgliederstärkste Kinderverband in Deutschland. 1993 macht der DKSB die UN-Konvention über die Rechte der Kinder zum Bestandteil seiner Satzung und zur Grundlage aller Aktivitäten. Zusammen mit dem Kinderhilfswerk, terre des hommes und UNICEF gründete er das "Aktionsbündnis Kinderrechte", um die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte des Kindes voranzubringen und bei den zuständigen staatlichen Stellen anzumahnen.

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24. August - Der Zebrastreifen wird in die westdeutsche Straßenverkehrsordnung aufgenommen. In Deutschland wurde der vermutlich erste Zebrastreifen im (oder vor dem) März 1952 in Ost-Berlin angelegt (dort allerdings in Form zweier quer zur Fahrbahn verlaufender Streifen, gefolgt von zwölf Zebrastreifen in München (8. Juli 1952). In die westdeutsche Straßenverkehrsordnung wurde der Fußgängerüberweg zum 24. August 1953 aufgenommen. Der Vorrang für Fußgänger auf Zebrastreifen wurde erst zum 1. Juni 1964 eingeführt. Danach wurden allerdings viele Fußgängerüberwege beseitigt, um den Verkehrsfluß aufrechtzuerhalten, wie es in einem Fachartikel von 1967 hieß.        W   

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3. September - Die am 4. November 1950 in Rom unterzeichnete Europäische Menschenrechtskonvention tritt in Kraft. Völkerrechtlich verbindlich ist allein ihre englische und französische Sprachfassung, nicht hingegen die zwischen Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz vereinbarte gemeinsame deutschsprachige Fassung. Als so genannte geschlossene Konvention kann sie nur von Mitgliedern des Europarats unterzeichnet werden. Die Bereitschaft zur Unterzeichnung und Ratifikation der EMRK hat sich im Laufe der Zeit zu einer festen Beitrittsbedingung für Staaten entwickelt, die dem Europarat angehören möchten. Daher haben alle Mitgliedsstaaten des Europarats die Konvention unterzeichnet und ihr innerstaatliche Geltung verschafft.       W   

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16. September - Der Monumentalfilm "Das Gewand" - mit Richard Burton und Jean Simmons in den Hauptrollen - feierte in New York Premiere. Es war der erste Film, der im Breitwandverfahren Cinemascope gedreht wurde. Durch die neue Technik entfalten Regisseur Henry Kosters Großaufnahmen und Massenszenen eine überwältigende Wirkung.

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30. September - Der Physiker Auguste Piccard stellte im Mittelmeer einen Weltrekord im Tiefseetauchen auf. Der Schweizer sank mit seinem Tiefseetauchboot auf eine Tiefe von 3150 Metern unter dem Meeresspiegel hinab. Bei dem Tauchboot handelte es sich um die von ihm selbst konstruierte Tauchgondel "Trieste", mit der er bereits seit 1948 Tiefseeuntersuchungen unternahm. Bis heute sind Tiefsee-Tauchgänge sehr schwierig. Der Druck, die undurchdringbare Dunkelheit stellen ein großes Hindernis dar. Piccard war in den 30er Jahren durch seine spektakulären Stratosphärenflüge bekannt geworden. Er stieg mit einem Ballon in Höhen bis zu 16.203 Meter auf.        
W
     Bild: Public Domain

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27. Oktober - Der WDR sendete die erste Live-Übertragung einer Theateraufführung im deutschen Fernsehen. 20.000 Zuschauer verfolgten das Volksstück "Der Etappenhase" mit Willy Millowitsch vor den Bildschirmen. Gesendet wurde aus Millowitsch´s eigenem Theater in Köln. Aus heutiger Sicht wirkt die Zahl der Zuschauer eher klein, bei nur knapp 5.000 Fernsehapparaten betrug die Einschaltquote aber 100 Prozent. Schon vier Wochen später stand der Schwank von Karl Bunje zum zweiten Mal auf dem Programm der Kölner Fernsehpioniere. 1954 war das Millowitsch-Theater bereits acht Mal auf dem Bildschirm zu sehen. Es wurde unter dem Titel "Heute Abend Willy Millowitsch" zum Straßenfeger und zum festen Bestandteil des WDR-Programms.         W    

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9. November - In der Treppenstraße in Kassel wird die erste Fußgängerzone Deutschlands eröffnet. Sie verbindet als Achse den Kasseler Hauptbahnhof mit dem Friedrichsplatz von der Kurfürstenstraße zur Königsstraße. Erste Planungen für eine solche Achse durch die Altstadt bestanden bereits im 19. Jahrhundert sowie in den 1930er Jahren, als Kassel zur Gauhauptstadt ausgebaut werden sollte. Nach einem städtebaulichen Wettbewerb 1947 begannen die Planungen für die Treppenstraße durch Werner Hasper. Die Bauarbeiten konnten 1953 beendet werden. Eingeweiht wurde die Straße am 9. November 1953. Hintergrund der Baumaßnahme war, dass erst 1964 Fußgängern in der Straßenverkehrsordnung Vorrang im Straßenverkehr eingeräumt wurde. Inmitten der Nachkriegsaufbauzeit, bei der die autogerechte Stadt im Vordergrund stand, stellte die Treppenstraße daher eine bauliche Ausnahme dar. Die Straße diente 1956 als Kulisse für den Film Ohne dich wird es Nacht mit Curd Jürgens, 1959 folgte der Film Rosen für den Staatsanwalt mit Walter Giller und Martin Held, auch war sie im 1960 erschienenen Film Der letzte Fußgänger mit Heinz Erhardt zu sehen.         W     Bild: Rüdiger Wölk

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20. November - Der amerikanische Testpilot Albert Scott Crossfield fliegt mit einer Douglas Skyrocket die huckepack auf einem Bomber in die Luft gebracht wurde 2.078 km/h und ist somit der erste Mensch, der die doppelte Schallgeschwindigkeit erreichte. Er absolvierte als Testpilot für North American Aviation 14 Flüge im X-15-Programm. Während dieser Zeit wurde er von der United States Air Force für das Projekt Man In Space Soonest (MISS) ausgewählt, das einen bemannten Raumflug zum Ziel hatte. Nach Gründung der NASA wurde dieses Projekt abgesetzt, doch gehörte Crossfield somit zur ersten Raumfahrerauswahl der Geschichte.    Bild: Public Domain

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21. November - Das British Museum gab bekannt, dass der 1912 von Charles Dawson entdeckte Urmensch ("Piltdown Man") ein Betrug war. Der umstrittene Schädel war 1908 von dem Rechtsanwalt Dawson bei einer Ausgrabung in Südengland in der Nähe des Ortes Piltdown entdeckt worden. Dawson stellte den vermeintlich prähistorischen Fund 1912 in London der staunenden Öffentlichkeit vor. Der erste Fund eines Frühmenschen auf englischem Boden sorgte unter den Anthropologen für eine Sensation: Während das gewölbte Schädeldach ausnehmend menschlich schien, zeigte der Unterkiefer eher affenähnliche Merkmale. 1953 unterzog man den Piltdown-Schädel einer nochmaligen Prüfung und entdeckte, dass die Knochen nur wenige hundert Jahre alt waren.

nach ObenBild: Arnie

 

1954

4. Januar - Duisburg stellt als erste deutsche Stadt in Deutschland 20 sogenannte Parkographen in der Straße „Am Buchenbaum“auf. Erfinder der Parkuhr ist vermutlich der Amerikaner Carlton Cole Magee in North Dakota, der am 13. Mai 1935 ein Patent für ein münzgesteuertes Parkmessgerät (coin controlled parking meter) einreichte. Das Patent Nr. 2.118.318 wurde allerdings erst am 24. Mai 1938 erteilt. Die erste Parkuhr wurde am 16. Juli 1935 in Oklahoma City (USA) aufgestellt und erhielt den Namen „Schwarze Maria“. In Europa wurden 1952 in Basel die ersten Parkuhren aufgestellt. Parkuhren wurden eingeführt, um bei knappen Parkflächen gebührenpflichtiges Parken – meist maximal zwei Stunden – automatisiert zu ermöglichen bzw. das Dauerparken einzuschränken. Insbesondere in den meisten Innenstädten und Hauptgeschäftsstraßen fanden sich bis etwa um die Jahrtausendwende massenhaft Parkuhren. Anfangs war es umstritten, ob Parkuhren mit dem deutschen Verkehrsrecht vereinbar waren. Am 1. Mai 1956 wurde die Straßenverkehrsordnung geändert, so dass Parkuhren nicht mehr juristisch mit dieser kollidierten. Heute sind sie weitgehend durch Parkscheinautomaten ersetzt.       W   Bild: thisiszakste

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21. Januar - In den USA läuft das erste U-Boot mit Atomantrieb vom Stapel: die "Nautilus", benannt nach dem legendären Unterseeboot aus Jules Vernes Roman "20.000 Meilen unter dem Meer". Den Bedenken wegen der Gefahren dieses Antriebes standen die technischen Vorteile entgegen, vor allem die lange Fahr- und auch Tauchzeit. Vier Jahre nach ihrem Stapellauf machte die "Nautilus" Schlagzeilen, als sie unter der Eiskappe des Nordpols hindurchtauchte.       W      Bild: Public Domain

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1. März - Durch Fehlberechnungen bei der Zündung der Wasserstoffbombe Castle Bravo auf dem Bikini-Atoll durch die USA kommt es zu radioaktivem Niederschlag auf der bewohnten Insel Rongelap. 236 Bewohner werden verstrahlt, sowie die Besatzung eines 140 Kilometer entfernten japanischen Fischerbootes. Caqstle Bravo war die bisher stärkste amerikanische thermonukleare Waffe die mit einer Sprengkraft von etwa 15 Megatonnen TNT-Äquivalent detonierte und damit fast 2,5 Mal so stark war wie von beteiligten Wissenschaftlern vermutet. Der Atompilz war nach einer Minute 15 km hoch und erreichte nach sechs Minuten eine Höhe von 40 km und hatte dabei einen Durchmesser von über 100 Kilometern. Der Lichtblitz war noch in 4000 Kilometern Entfernung zu sehen. Der Krater, den die Bombe in den Untergrund des Atolls riss, hatte einen Durchmesser von mehr als 3 km.

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25. März - Die Sowjetunion erklärt dass sie die bisherige "Sowjetische Besatzungszone" , die Deutsche Demokratische Republik, als souveränen deutschen Staat anerkennt, und sie künftig - zumindest offiziell - souverän über ihre internen und externen Fragen und Probleme entscheiden durfte.         W    

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13. April - US Präsident Dwight D. Eisenhower verfügt, dass Robert Oppenheimer, einer der "Väter" der amerikanischen Atombombe, nicht mehr an Nuklearprogrammen teilnehmen dürfe.
Oppenheimer hatte sich aus moralischen Bedenken gegen die Entwicklung der Wasserstoffbombe ausgesprochen. Erst neun Jahre später wurde der Physiker offiziell rehabilitiert.   Bild: Public Domain

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6. Mai - Der Brite Roger Bannister lief am 6. Mai 1954 in Oxford mit einer Zeit von drei Minuten und 59,4 Sekunden als erster Athlet eine Meile unter vier Minuten. Damit fiel nicht nur der neun Jahre alte Weltrekord des Schweden Gunder Hägg, sondern auch eine sport-psychologische Barriere, wonach es lange Zeit als unmöglich galt, die Meile in weniger als vier Minuten zu absolvieren. Als Grundlage für den Erfolg des Europameisters über 1500 Meter und späteren Neurologen galten seine wissenschaftlich-basierten Trainingsmethoden. Seit 1954 wurde Bannisters Weltrekord mehrmals durchbrochen. Die Bestzeit liegt inzwischen unter der Marke von drei Minuten und 45 Sekunden.         W    

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8. Mai - Im Deutschen Fernsehen wird erstmals die religiöse Sendung Das Wort zum Sonntag ausgestrahlt. Die anfangs zehnminütige und inzwischen vierminütige Sendung wird jeden Samstagabend meist nach der Sendung Tagesthemen und vor dem Spätfilm ausgestrahlt. Im Jahr 1957 wurde sie am Sonntagabend ausgestrahlt und deswegen umbenannt in Zwischen gestern und morgen. Alleine seit der ersten Ausstrahlung am 8. Mai 1954 bis zum 25. Dezember 2004 äußerten sich 281 Pfarrer, Priester und Theologen jeweils zu christlichen und theologischen Fragen, häufig mit Bezug auf aktuelle Themen. Bis zum 60-jährigen Jubiläumsjahr 2014 wurden über 2400 Folgen mit rund 300 Sprecherinnen und Sprechern ausgestrahlt. Nicht selten werden die Sendungen nicht im Fernsehstudio, sondern im Freien aufgezeichnet; oft an einem dem Thema entsprechenden Ort. Der Moderator Jörg Thadeusz nannte die Sendung im Rahmen einer Festveranstaltung im Januar 2014 in Hamburg „vier Minuten religiöser Frontalunterricht“. Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider sieht die Sendung als einen „niedrigschwelligen Berührungspunkt mit dem Evangelium“          W    

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17. Mai - Der "Supreme Court", das Oberste Gericht der USA, erklärte einstimmig die Rassentrennung an öffentlichen Schulen für verfassungswidrig. Der Klage der Bürgerrechtsorganisation "National Association for the Advancement of Colored People" gegen ethnische Diskriminierung war damit stattgegeben. Nach mehr als 50 Jahren wurde die Doktrin "Getrennt, aber gleichwertig" aufgehoben. 1896 war ein Urteil des Gerichtshofes ergangen, nach dem Rassentrennung gerechtfertigt war, wenn Schwarzen gleichwertige Alternativen zu den Einrichtungen für Weiße zur Verfügung standen. Die Integration der Schulen verlief nur zögerlich. 1957 verweigerte die Nationalgarde von Arkansas in Little Rock schwarzen Schulkindern den Zutritt zur High School, bis US-Präsident Eisenhower Truppen zu ihrer Begleitung schickte.

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17. Juni - "Tag der Deutschen Einheit" zum ersten Mal Feiertag. Von 1954 bis 1990 war der 17. Juni in der Bundesrepublik Deutschland im Gedenken an den Volksaufstand der DDR als Siebzehnter Juni 1953 der gesetzliche Feiertag, ebenfalls mit dem Namen „Tag der deutschen Einheit“. Nach der Wende war ursprünglich der Tag des Mauerfalls von 1989, der 9. November, als Nationalfeiertag vorgesehen. Wegen der Datumsgleichheit mit dem Hitler-Ludendorff-Putsch von 1923 sowie der Novemberpogrome 1938 galt dieses Datum als ungeeignet, so dass der 3. Oktober, der Tag an dem die deutsche Einheit vollzogen wurde, als Nationalfeiertag festgelegt wurde.

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20. Juni - Bei der Fußball-Weltmeisterschaft erfährt Deutschland gegen Ungarn eine historische 3:8-Niederlage. Trotzdem gewann Außenseiter Deutschland das Turnier nach einem 3:2-Sieg über die favorisierten Ungarn im Finale von Bern und wurde damit zum ersten Mal Fußball-Weltmeister. Für die Menschen in Deutschland erhielt das „Wunder von Bern“, wie der Sieg genannt wurde, Symbolkraft als ein Zeichen des Aufbruchs nach dem verlorenen Weltkrieg und den Entbehrungen der Nachkriegszeit.

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27. Juni - Das nahe Moskau gelegene Kernkraftwerk Obninsk, das erste kommerzielle Kernkraftwerk der Welt, beginnt mit dem Einspeisen von Strom in das sowjetische Stromnetz. Der Reaktor hatte eine Bruttoleistung von 6 MW. Die Nettoleistung betrug 5 MW, die thermische Leistung 30 MW. Es handelte sich um einen Prototyp, der Graphit und Wasser als Moderator verwendete und wassergekühlt war. Obninsk blieb fast zehn Jahre lang der einzige sowjetische Kernreaktor zur kommerziellen Energieerzeugung. Der Reaktor wurde am 29. April 2002 endgültig stillgelegt.        W 

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4. Juli - Die Fußball-Nationalmannschaft der Bundesrepublik wird mit einem 3:2 Sieg gegen Ungarn in Bern Fußball-Weltmeister. Nur neun Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg war dies für viele mehr als nur ein sportlicher Erfolg. Die Spieler um Kapitän Fritz Walter und Bundestrainer Sepp Herberger gingen daraufhin als die „Helden von Bern“ in die deutsche Sportgeschichte ein. Der Titelgewinn löste in Deutschland einen großen Freudentaumel aus. Neun Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs schien der Erfolg ein ganzes Volk aus den Entbehrungen und Depressionen der Nachkriegszeit zu reißen.         W    

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5. Juli - Der Lastwagenfahrer Elvis Presley nimmt im Sun Studio in Memphis den alten Blues-Song That's All Right, Mama auf und beginnt damit seine Karriere als Rock ’n’ Roll-Star. Für Furore sorgte er mit seinen ausgesprochen körperbetonten Bühnenauftritten in einer Zeit, in der dies noch nicht zum Standardrepertoire von Live-Entertainern gehörte. Presleys Markenzeichen waren seine markante, annähernd drei Oktaven umfassende Stimme und sein innovativer, emotionsgeladener Gesangsstil, mit denen er in unterschiedlichen Genres wie dem Rock, Pop, Country, Gospel und Blues erfolgreich war.         W    

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9. Juli - Die neu gegründete Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften setzt als erste Werke zwei Comics der Reihen "Der kleine Sheriff" und "Jezab, der Seefahrer" auf den Index. Während Jezab, der Seefahrer per einstweiliger Verfügung indiziert wurde, geschah dies bei Der kleine Sheriff in einem ordentlichen Verfahren. Stein des Anstoßes war ein sich über mehrere Seiten erstreckender Mordversuch eines Verbrechers an seiner Geliebten, da laut Prüfstelle „die fortgesetzte Lektüre derartiger Darstellungen auf Kinder und Jugendliche verrohend wirken“ müsse.        W    

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29. Juli - In Großbritannien erscheint mit "The Companions"("Die Gefährten") der erste Teil von Tolkiens "The Lord of the Rings". Der Herr der Ringe ist ein Roman von John Ronald Reuel Tolkien. Er gehört zu den erfolgreichsten Romanen des 20. Jahrhunderts. Das englische dreiteilige Original,erschien in den Jahren 1954 und 1955, die erste deutsche Übersetzung 1969/1970. Weltweit wurde der Roman etwa 150 Millionen Mal verkauft. Der Roman spielt in einer, von Tolkien lebenslang entwickelten Fantasiewelt. Er erzählt die Geschichte eines Rings, mit dessen Vernichtung die böse Macht in Gestalt des dunklen Herrschers Sauron untergeht. Die Hauptdarsteller sind hauptsächlich Hobbits, ein gemütliches Volk von Halblingen, die in ein bedrohliches, heroisches Zeitalter hineingezogen werden. Der Herr der Ringe ist in sechs Bücher untergliedert. Anstatt in einer Gesamtausgabe wurde das Werk – entgegen dem Wunsch des Autors – auf Wunsch der Verleger, und vor allem wegen der hohen Papierpreise im Nachkriegsengland in drei Bänden publiziert: "Die Gefährten", "Die zwei Türme" und "Die Rückkehr des Königs". Band 1 erschien am 29. Juli 1954, Band 2 am 11. November desselben Jahres und Band 3 nach einer längeren Verzögerung, die den Arbeiten am Index geschuldet war, am 20. Oktober 1955. Der Roman diente als Vorlage für zahlreiche Adaptionen, darunter eine sehr erfolgreiche amerikanische oscarprämierte Verfilmung (2001–2003) unter der Regie von Peter Jackson.       W   

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31. Juli - Den Italienern Achille Compagnoni, Lino Lacedelli und Ardito Desio gelingt die Erstbesteigung des 8.611 m hohen Lambha Pahar (K2) als Teil einer großen italienischen Expedition. Die Nicht-Würdigung der Mithilfe von Walter Bonatti und des Trägers Mahdi bei ihrem erfolgreichen Aufstieg zum Gipfel führt später zu Differenzen. Die Expedition wurde von Ardito Desio geleitet, der bereits 1929 und 1953 zu Forschungszwecken am K2 war. In den folgenden Jahren wandten sich viele Bergsteiger zunächst den noch nicht bestiegenen 8000ern zu. Erst 1960 wurde die erneute Besteigung des K2 versucht, die aber scheiterte. In den folgenden 15 Jahren war eine Besteigung nicht möglich, denn infolge der Entwicklungen, die zum Zweiten Indisch-Pakistanischen Krieg führten, sperrte die pakistanische Regierung von 1961 bis 1974 das Karakorumgebirge. Erst 1975 und 1976 wurden weitere Versuche unternommen. Die zweite Besteigung gelang einer japanischen Expedition im Jahr 1977 auf dem Weg der Erstbesteiger.      W    Bild: Bwag at German Wikipedia

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29. September - In Genf wird von zwölf europäischen Staaten die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) gegründet. Das CERN, die Europäische Organisation für Kernforschung, ist eine Großforschungseinrichtung bei Meyrin im Kanton Genf in der Schweiz. Am CERN wird physikalische Grundlagenforschung betrieben, insbesondere wird mit Hilfe großer Teilchenbeschleuniger der Aufbau der Materie erforscht. Das Akronym CERN leitet sich vom französischen Namen des Rates ab, der mit der Gründung der Organisation beauftragt war, dem Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire. Mit seinen etwa 3.200 Mitarbeitern (Stand: 31. Dezember 2011) ist das CERN das weltgrößte Forschungszentrum auf dem Gebiet der Teilchenphysik. Über 10.000 Gastwissenschaftler aus 85 Nationen arbeiten an CERN-Experimenten.       W   Bild: CrazyPhunk 

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Die bundesdeutsche Fußball-National-Elf mit Trainer Sepp Herberger und Kapitän Fritz Walter gewinnt am 4.7. in Bern gegen Ungarn den Titel des Fußballweltmeisters mit dem 3:2-Tor von Helmut Rahn, obwohl der Favorit Ungarn bereits in der 9. Minute mit 2:0 vorne lag.

 

In den USA wird mit der "Nautilus" das erste atomgetriebene U-Boot in Dienst gestellt. Es ist vollkommen unabhängig von jedweder Außenluftzufuhr.

 

Die Photozelle, mit der man aus Licht Strom erzeugen kann, wird in den USA entwickelt.

 

Der "Rock-and-Roll" kommt als Populärmusik auf.

 

Der Welterfolg von "La Strada" ("Das Lied der Straße") des italienischen Regisseurs Federico Fellini feierte in Rom Premiere. Der Film handelt von einem Wanderartisten, der sich eine Frau kauft und sie wie eine Sklavin hält. Fellini erhielt für den Film u.a. 1956 den "Oscar" für den besten ausländischen Film und 1954 den "Silbernen Löwen" in Venedig.

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18. Oktober - Texas Instruments bringt das weltweit erste Transistorradio auf den Markt. Die zögerliche Haltung der Unterhaltungsindustrie im Hinblick auf die neuen Transistortechnik durchkreuzte aber zunächst die Pläne zu einer Transistor-Massenfertigung. Erst die entscheidende Idee des damaligen Texas Instruments-Vizepräsidenten Pat Haggerty, ein neuartiges kleines Transistor-Taschenradios für den Massenmarkt zu entwickeln, verhalf dem Germaniumtransistor zum Durchbruch: sieben Jahre nach der Erfindung Transistor wurde das weltweit erste kommerzielle Transistorradio Regency TR-1 rechzeitig zum Weihnachtsfest des gleichen Jahres äußerst erfolgreich auf den Markt gebracht und entwickelte sich trotz des hohen Preises rasant zum heiß begehrten modischen „Marktrenner“, was dazu führte, dass der TR-1 bis zum Frühjahr 1955 landesweit komplett ausverkauft war.

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19. Oktober - Eine österreichische Himalaya-Expedition bezwingt den 8.153 m hohen Cho Oyu an der Grenze China-Nepal. Die spektakuläre Erstbesteigung ohne Sauerstoff und der neuartige Stil im Rahmen einer Kleinexpedition haben Alpingeschichte geschrieben. Während einer gescheiterten internationalen Frauenexpedition werden 1959 vier Expeditionsteilnehmer von einer Lawine erschlagen.

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Am 23. Oktober - lädt die Konferenz der 14 NATO-Staaten die BRD offiziell zur Mitgliedschaft ein. Eine Grundgesetzänderung erlaubt die Einführung
der Wehrpflicht in der BRD.

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4. Dezember - Das erste Schnellrestaurant der Fastfood-Kette Burger King bedient in Miami im US-Bundesstaat Florida seine Kunden. Die Burger King Corporation wurde im Jahr 1954 mit der Eröffnung des ersten Restaurants in der NW 36th Street von James W. McLamore und David Edgerton gegründet. Grundkonzept von Burger King waren bereits damals über offener Flamme gegrilltes Rindfleisch, größtenteils frische Zutaten und große Portionen Pommes frites. Drei Jahre später, im Jahr 1957, wurde das erste „Mordsding“ (engl. Whopper) serviert, das später das erfolgreichste Produkt des Unternehmens wurde. Der Whopper wird heute weltweit 1,7 Milliarden Mal pro Jahr verkauft.         W    Bild:  darf ausschließlich zu enzyklopädischen Zwecken und in mit dem Logo im Zusammenhang stehenden Artikeln verwendet werden.

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Der Arzt Joseph Edward Murray führt mit seinem Team in einer fünfeinhalbstündigen Operation die erste erfolgreiche Nierentransplantation am Peter Bent Brigham Hospital in Boston durch. Der eineiige Zwilling Ronald Herrick spendete seinem Bruder Richard eine Niere. Der Patient, damals 23 Jahre alt, hatte Glomerulonephritis im Endstadium. Er erholte sich nach der Operation, erkrankte aber einige Jahre darauf erneut an der Krankheit und starb 1963 an einer Lungenentzündung. Zwei Jahre später transplantierte Murray der damals 21jährigen Edith Helm eine Niere ihrer Zwillingsschwester. Die Empfängerin erholte sich gut nach der Operation, brachte ein Jahr später ein Kind zur Welt und starb erst 2011 mit 76 Jahren.       W   

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1955

2. Januar - Das Ratespiel Was bin ich? mit Robert Lembke wird erstmals im Deutschen Fernsehen ausgestrahlt.       W   

 

 

17. Januar - Die "USS Nautilus", das erste atomgetriebene Unterseeboot, sticht in See. Der Einbau von Nuklearreaktoren in Unterseeboote behob die bisherige Schwachstelle der Unterseeboote, von Zeit zu Zeit an die Meeresoberfläche zurückkehren zu müssen, um Luft aufzunehmen. Die Nautilus konnte dank einer zusätzlichen Technik, die die Aufnahme von Sauerstoff aus dem Meereswasser ermöglichte, wochenlang unter Wasser bleiben. Die "Nautilus" bewies diese Fähigkeit bei einer Forschungsfahrt unter dem Nordpol hindurch.

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19. Januar - In den Dingolfinger Hans-Glas-Werken läuft das erste Goggomobil vom Band. Vorgestellt wurde das Goggomobil im Jahr 1954 auf der Internationalen Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung (IFMA) in Köln. Es war eine kleine viersitzige Limousine; das Design der Karosserie orientierte sich an herkömmlichen Automobilen. Der gebläsegekühlte Zweizylinder- Zweitaktmotor und ein daran verblocktes teilsynchronisiertes Vierganggetriebe befanden sich im Stufenheck. Mit diesem Motor ausgestattet durfte das Goggomobil auch von Inhabern eines Motorradführerscheins der Klasse 4 (Fahrzeuge bis 250 cm³) gefahren werden. Der Preis betrug etwa 3.500 DM. Das Urmodell des Goggomobils war noch ein Minimalauto ohne jeglichen Komfort. So gab es erst 1957 einen zweiten Scheibenwischer und Kurbel- statt Schiebefenster. Seit diesem Jahr wurden neben dem 250-cm³-Motor auch Motoren mit 300 und 400 cm³ geliefert. Ab 1964 waren die Türen vorn und nicht mehr an der B-Säule angeschlagen.  Bild: Lothar Spurzem

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2. Februar - Bei der Siedlung Tjuratam beginnt die Sowjetunion mit dem Bau eines Testgeländes für Interkontinentalraketen, das sich zum Kosmodrom Baikonur entwickelt. Zu den maßgeblichen Konstrukteuren des Weltraumbahnhofs gehörte unter anderem die russischen Ingenieure Sergei Pawlowitsch Koroljow, Nikolai Alexejewitsch Piljugin und Wladimir Pawlowitsch Barmin. Die Bezeichnung des Testgeländes lautete „Forschungs- und Versuchsgelände # 5“, kurz NIIP-5. Den Namen Baikonur erhielt es zur Irreführung der Westmächte. Der Standort Tjuratam unterlag einerseits strengster Geheimhaltung, andererseits wollte die Sowjetregierung sich ihrer Erfolge rühmen und nach Juri Gagarins Raumflug 1961 in den öffentlichen Bekanntgaben auch einen Ort der Raketenstarts nennen. So wurde dann „Baikonur“, ein Ort etwa 320 km nordöstlich des wirklichen Standorts, der keinen Bezug zum Weltraumprogramm hatte, als Standort des Weltraumbahnhofs genannt. Öffentliche Bezeichnung von NIIP-5 war fortan Kosmodrom Baikonur. Die Siedlung, die sich um das Kosmodrom rasch entwickelte, erhielt nach Namen wie Sarja, Swesdograd, Taschkent-90 und Leninski mit dem Stadtrecht 1966 schließlich den Namen Leninsk. Der Bahnhof heißt nach wie vor Tjuratam. Am 20. Dezember 1995 wurde Leninsk schließlich in Baikonur umbenannt. Offizielle Bezeichnung des Raumfahrtzentrums ist mittlerweile „5. Staatliches Versuchskosmodrom der Russischen Föderation“.       W   

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17. Februar - Mit dem Düsseldorfer Abkommen von 1955 zwischen den Kultusministern der Länder beschließen diese ein einheitliches Schulwesen. Das Schuljahr begann zu Ostern, Schulabschlüsse wurden vereinheitlicht, Prüfungen und Benotungen gegenseitig anerkannt. Ebenso erhielten höhere und mittlere Schulen einheitliche Bezeichnungen. Grundsätzlich galt seit 1949 die Kulturhoheit der Länder, d. h. die Länder waren im Bereich der Bildungs- und Kulturpolitik autonom. Das Abkommen beschnitt nicht die Selbständigkeit der Länder, sondern strukturierte lediglich die Grundzüge der Bildungspolitik länderübergreifend.

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23. Februar - "Des Teufels General" - Filmpremiere Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg schrieb der Dramatiker Carl Zuckmayer das Kriegsdrama "Des Teufels General". Vorlage war das Schicksal des Fliegergenerals Ernst Udet. Einige Jahre später machte der Regisseur Helmut Käutner daraus einen Film. Für die Wahl des Hauptdarstellers, Curd Jürgens, erntete er im Vorfeld scharfe Kritik. Spätestens bei der Premiere am 23. Februar 1955 erwies sich Käutners Wahl als Glückstreffer.       W   

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Acht Staaten des so genannten Ostblocks unterzeichnen während des Kalten Krieges in der polnischen Hauptstadt Warschau den "Warschauer Vertrag" zur Gründung eines Militärbündnisses als Reaktion auf die Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland in die NATO. Das Bündnis, dessen Mitglieder in dem jeweilig mit der Sowjetunion bilateral abgeschlossenen "Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand (VFZ)" auf eine eigenständige Außenpolitik verzichteten, war im Kalten Krieg das Pendant zum westlichen Militärbündnis, der NATO unter Führung der USA.

 

Die Mitgliedsstaaten

  • Volksrepublik Albanien (einseitiger Austritt am 13. September 1968 wegen der ČSSR-Krise)
  • Volksrepublik Bulgarien
  • Deutsche Demokratische Republik (Austritt 1990 mit der Deutschen Wiedervereinigung)
  • Volksrepublik Polen
  • Sozialistische Republik Rumänien (nur begrenzt)
  • Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
  • Tschechoslowakische Sozialistische Republik
  • Volksrepublik Ungarn

Am 26. April 1985 wurde der Vertrag um 25 Jahre verlängert und hätte sich auch um jeweils weitere zehn Jahre automatisch verlängert. Der Vertrag wurde 1991 gekündigt und das Bündnis löste sich am 1. Juli 1991 auf.

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19. März - In New York hat der Film "Blackboard Jungle" (Die Saat der Gewalt) Premiere, durch den der Song "Rock Around the Clock" von Bill Haley zum Welterfolg wird. Zufällig hörte der Regisseur Richard Brooks, der während einer Drehpause zum amerikanischen Jugend-Revolte-Movie Blackboard Jungle (deutscher Titel Die Saat der Gewalt) im Hause seines Hauptdarstellers Glenn Ford weilte, Peters Glenns Haley-Single und war von der Dynamik der B-Seite des Liedes Thirteen Women sichtlich angetan. Sehr schnell erkannte er, dass dieses Lied für seinen neuen Film eine große Bereicherung wäre und entschied intuitiv, Rock Around the Clock im Vorspann und noch einmal als Hintergrundmusik am Ende des Films einzuspielen. Dank des Filmskletterte Rock Around the Clock am 14. Mai 1955 für über acht Wochen auf Platz eins der amerikanischen Charts. Rock Around the Clock war die erste echte Rock-&-Roll-Single, die eine Nummer-1-Position in den amerikanischen Charts erreichte. Sie hielt sich sechs Monate. In Großbritannien war die Platte der erste Millionseller überhaupt. Auch in Deutschland war Rock Around the Clock die erste ausländische Schallplatte, die über eine Million Mal verkauft und mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde.

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24. März - Das von Tennessee Williams verfasste Drama "Die Katze auf dem heißen Blechdach" wurde in New York uraufgeführt. In dem Werk werden die Abgründe in den Beziehungen einer wohlhabenden Plantagenbesitzer-Familie im Süden der USA dargestellt. Das Stück wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und 1958 mit Paul Newman und Elizabeth Taylor in den Hauptrollen erfolgreich verfilmt. Zuvor hatte sich Williams bereits mit Dramen wie "Die Glassmenagerie" (1944) und "Endstation Sehnsucht" (1947) einen Namen gemacht.       W   

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27. März - In Ost-Berlin findet die erste staatliche Jugendweihe statt die den Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter kennzeichnen soll – ein Gegenentwurf zu kirchlicher Konfirmation bzw. Firmung. Die Jugendlichen im Alter von 14 Jahren wurden dabei „in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen“ und danach mit „Sie“ angeredet.
Vor der eigentlichen Jugendweihe besuchten die Jugendlichen, meist im Klassenverband, ein Jahr lang monatlich so genannte Jugendstunden, die meist aus Betriebsbesichtigungen, Vorträgen über Sexualität und Politik, Tanzstunden oder ähnlichen gesellschaftlichen Nachmittagen bestanden.
Zu dem Festakt, der meist in einem größeren Saal oder Theater des Ortes stattfand, waren alle Angehörigen eingeladen. Nach einigen offiziellen Reden und dem Gelöbnis, in dem sich die Jugendlichen zum sozialistischen Staat bekennen sollten, wurden ihnen dann meist von Jungen Pionieren Blumen überreicht. Außerdem erhielten sie eine Urkunde und ein Buch. Dies war bis 1974 der Sammelband "Weltall Erde Mensch", der neben ideologischen Auslassungen vor allem Allgemeinwissen enthielt. Nach 1974 wurde dieses Buch von dem reinen Propagandawerk "Der Sozialismus, Deine Welt" abgelöst. Ab 1983 bis zur Wiedervereinigung Deutschlands verwendete man das Buch "Vom Sinn unseres Lebens"

Das Gelöbnis wurde vom Zentralen Ausschuss für Jugendweihen vorgegeben. Der Text des Gelöbnisses wurde mehrmals geändert (in den Jahren 1955, 1958, 1968 und 1985). Dabei wurde das Bekenntnis zum einheitlichen Deutschland ersetzt durch die Verpflichtung zum Einsatz für den „Arbeiter- und Bauernstaat“, für die Völkerfreundschaft mit der Sowjetunion und den sozialistischen Ländern, für die „entwickelte sozialistische Gesellschaft“ unter Führung der Partei und zum Kampf gegen die „imperialistische Bedrohung“. 1955 lautete das erste Gelöbnis:
Liebe junge Freunde!

Seid Ihr bereit, alle Eure Kräfte einzusetzen, um gemeinsam mit allen friedliebenden Menschen den Frieden zu erkämpfen und ihn bis zum äußersten zu verteidigen?

Ja, das geloben wir!

Seid Ihr bereit, alle Eure Kräfte einzusetzen, um gemeinsam mit allen Patrioten für ein einheitliches, friedliebendes, demokratisches und unabhängiges Deutschland zu kämpfen?

Ja, das geloben wir!
Seid Ihr bereit, all Eure Kräfte einzusetzen für den Aufbau eines glücklichen Lebens, für den Fortschritt in Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst?
Ja, das geloben wir!
Nehmt nun das Versprechen der Gemeinschaft aller Schaffenden unseres Volkes entgegen, Euch zu schützen, zu fördern, zu helfen, damit Ihr das hohe Ziel, das Ihr Euch gestellt habt, erreichen werdet.        
W       Bild: Deutsche Post der DDR / Collection of de:Gleb Albert

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Winston Churchill gab seinen Rücktritt bekannt. Churchill war 1900 in das Unterhaus als konservativer Abgeordneter gewählt worden und wechselte 1904 zur liberalen Partei, dann übernahm er 1910 das Amt des Innenministers. Unter öffentlichen Druck wurde er am 10. Mai 1940 zum Premier- und Verteidigungsminister einer großen Kriegskoalition berufen und initiierte die gemeinsame Allianz der USA, UDSSR und Großbritanniens gegen die Deutschen. Nachdem er 1945 die Wahl zum Premierminister verlor, wurde er 1951 ein letztes Mal wiedergewählt.       W    Bild: Public Domain

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13. April - Nach einem erfolgreichen Großversuch gibt die US-Regierung einen Impfstoff gegen den Polio-Virus frei. Seit dem Jahr 1947 suchte der Bakteriologe Jonas Salk zusammen mit anderen Forschern nach einem Mittel gegen den Erreger der Kinderlähmung. Innerhalb weniger Jahre nach der Freigabe des Impfstoffs ging die Zahl der an Kinderlähmung Erkrankten um 86 Prozent zurück. Eine Schluckimpfung mit lebenden abgeschwächten Viren wurde 1962 von Albert Sabin entwickelt.

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Die Deutsche Lufthansa nimmt mit vier Convair CV 340-Maschinen den seit Kriegsende ruhenden Linienflugverkehr in Westdeutschland wieder auf.

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5. Mai - Mit Inkrafttreten der Pariser Verträge tritt das Besatzungsstatut außer Kraft und die Bundesrepublik Deutschland erhält – mit Vorbehalt – ihre staatliche Souveränität. Zu den Pariser Verträgen gehören unter anderem der Deutschlandvertrag und das neue Saarstatut. Zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird damit der Besatzungszustand in den westlichen Teilen Deutschlands beendet. Deutschland und Italien wurden in das System der gegenseitigen militärischen Hilfeleistung der Westeuropäischen Union einbezogen. Die Alliierte Hohe Kommission und die Dienststellen der Landeskommissare in der Bundesrepublik wurden aufgelöst. In diesem Zusammenhang erklärten die Siegermächte, dass sie die Bundesregierung grundsätzlich an Entscheidungen der Besatzungsmächte teilhaben lassen wollten, die das unter Viermächteverwaltung stehende Berlin betrafen.         W    

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14. Mai - Acht Staaten des so genannten Ostblocks unterzeichnen während des Kalten Krieges in der polnischen Hauptstadt Warschau den "Warschauer Vertrag" zur Gründung eines Militärbündnisses als Reaktion auf die Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland in die NATO. Das Bündnis, dessen Mitglieder in dem jeweilig mit der Sowjetunion bilateral abgeschlossenen "Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand (VFZ)" auf eine eigenständige Außenpolitik verzichteten, war im Kalten Krieg das Pendant zum westlichen Militärbündnis, der NATO unter Führung der USA.  

 

Die Mitgliedsstaaten

  • Volksrepublik Albanien (einseitiger Austritt am 13. September 1968 wegen der ČSSR-Krise)
  • Volksrepublik Bulgarien
  • Deutsche Demokratische Republik (Austritt 1990 mit der Deutschen Wiedervereinigung)
  • Volksrepublik Polen
  • Sozialistische Republik Rumänien (nur begrenzt)
  • Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
  • Tschechoslowakische Sozialistische Republik
  • Volksrepublik Ungarn

Am 26. April 1985 wurde der Vertrag um 25 Jahre verlängert und hätte sich auch um jeweils weitere zehn Jahre automatisch verlängert. Der Vertrag wurde 1991 gekündigt und das Bündnis löste sich am 1. Juli 1991 auf.        W 

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14. Mai - Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten führt die "Operation Wigwam" durch, unterseeische Atombombentests im Pazifik rund 900 km südwestlich von San Diego. Ziel der Operation Wigwam war es herauszufinden, welche Strahlung und welche Druckverhältnisse bei unterseeischen Detonationen auftreten und zu bestimmen, welche Auswirkungen eine solche Explosion auf Schiffe und getauchte U-Boote hat. Eine einzelne 30 kT Bombe wurde an einem Kabel von einer unbemannten Barkasse (YC-473) in 4.800 m tiefem Gewässer in eine Tiefe von 600 m abgelassen. Die Barkasse wurde mit einem rund 9 km langen Kabel von der USS Tawasa (ATF-92) geschleppt. Entlang des Kabels waren eine Reihe von Druckmessinstrumenten, getauchten U-Booten-ähnliche Hüllen (genannt „Squaws“) und unbemannte Schiffe verteilt. Das beteiligte Personal war gut 9 km aufwindig positioniert. Die USS George Eastman (YAG-39) und die USS Granville S. Hall (YAG-40) dagegen waren gut 9 km abwindig des Detonationspunktes stationiert. Beide Schiffe waren radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Die Joint Task Group 7.3 der Joint Task Force 7, verantwortlich für die Durchführung der Atombombentests im Pazifik, führte den Test im Auftrag der Atomic Energy Commission und des Department of Defense durch. Insgesamt nahmen 6.544 Personen (davon 200 Zivilisten) und 30 Schiffe an der Operation teil. Die Zündung erfolgte am 14. Mai 1955 (21:00 GMT)

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Österreich erhält Unabhängigkeit und Souveränität zurück.

 

 

1. Juni - Während des 24-Stunden-Rennen von Le Mans in Frankreich kollidierten auf der Zielgerade mehrere Wagen bei einer Geschwindigkeit von 200 km/h. Der Mercedes des französischen Piloten Pierre Levegh geriet außer Kontrolle und flog in die Zuschauerränge. Er und 80 Zuschauer wurden getötet, weitere 100 Personen verletzt. Es handelte sich um einer der größten Katastrophen in der Geschichte des Motorsports.
Damit ging die Ära der erfolgreichen Mercedes-Silberpfeile zu Ende. Erst in den 80er Jahren nahm der Stuttgarter Autobauer wieder an Rennen teil.

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15. Juli - In Kassel wurde auf Initiative von Arnold Bode die erste "documenta"-Kunstausstellung eröffnet. Ziel des Projekts in der Ruine des Fridericianums war es, der von den Nationalsozialisten diskreditierten und verfolgten avantgardistischen Kunst wieder ein öffentliches Forum zu geben. Zudem sollte jüngeren deutschen Künstlern, die Möglichkeit des Austauschs mit der internationalen Kunstszene ermöglicht werden. Insgesamt wurden auf der ersten "documenta" Werke aus den letzten 50 Jahren präsentiert. Aufgrund des großen Erfolgs fanden seit 1955 neun weitere "documenta"-Ausstellungen in Kassel statt.           W

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23. Juni - Auf der Internationalen Luftfahrtausstellung von Paris wird zum erstenmal ein völlig neues Düsenverkehrsflugzeug vorgestellt – mit den Triebwerken am Rumpf. Die französische Caravelle fliegt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 800 km/h und wird vor allem auf innereuropäischen Strecken eingesetzt. Die am 6. November 1951 veröffentlichte Spezifikation verlangte die Beförderung einer Nutzlast von 6 bis 7 Tonnen über eine Entfernung von mindestens 2.000 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 700 km/h. Der erste Projektvorschlag sah die Verwendung von drei Atar-Triebwerken aus französischer Produktion vor, die am Rumpfheck angebracht werden sollten. Schließlich wurde aber das britische Rolls-Royce Avon-Triebwerk gewählt, weil es seine Zuverlässigkeit bereits unter Beweis gestellt hatte. Die Tatsache, dass das Avon wesentlich mehr Leistung brachte, führte zu einer zweistrahligen Auslegung des neuen Flugzeugmusters. So entstand die seinerzeit im Flugzeugbau revolutionäre Auslegung mit zwei Hecktriebwerken und einem sogenannten sauberen Flügel mit mäßiger Pfeilung.       
 
W
    Bild: Roby at fr.wikipedia

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17. Juli - Nach mehrjähriger Planung öffnete 1955, der nach seinem Erfinder Walt Disney benannte Vergnügungspark "Disneyland" in Kalifornien seine Tore. Mit der Gründung der riesigen Freizeitanlage setzte Disney seine Vorliebe für phantasievolle und nostalgische Welten in einer zur damaligen Zeit einzigartigen Touristenattraktion um. Aufgrund des riesigen, weltweiten Erfolges von "Disneyland" wurde einige Jahre später die Errichtung eines weiteren Vergnügungsparks in Florida geplant. Fünf Jahre nach dem Tod von Walt Disney eröffnete dann 1971 in der Nähe von Orlando "Walt Disney World". Seit 1992 gibt es mit "Disneyland" Paris auch in Europa eine Dependence des amerikanischen Vergnügungsparks.

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29. Dezember - In Köln wird der unter der Regie von Kurt Hoffmann entstandene Spielfilm Ich denke oft an Piroschka mit Liselotte Pulver in der Titelrolle uraufgeführt. Der Film wurde zu einer der erfolgreichsten deutschen Nachkriegsproduktionen. Die Außenaufnahmen fanden in Belgrad, der Umgebung von Neusatz und Palić, in Subotica, Senta, Horgoš (in der Vojvodina) und in der ungarischen Puszta statt. Die Handlung: Als junger Mann fährt er 1925 als Austauschstudent auf der Donau nach Budapest. Er verliebt sich auf dem Schiff in die junge hübsche Greta. Mit ihr zieht er die Nacht lang durch Budapest. Am nächsten Tag aber muss er mit dem Zug zu seiner „Ferienfamilie“ in einen entlegenen Ort in der Puszta („Hódmezővásárhelykutasipuszta“) fahren, Greta dagegen zu einem Urlaubsaufenthalt nach Siófok am Balaton. Andreas lernt in der Puszta die fröhliche 17-jährige Piroschka kennen, die Tochter des Stationsvorstehers. Sie verlieben sich bei einem Tanzfest und verbringen romantische Tage – bis eine Karte von Greta eintrifft. Andreas beschließt, zu Greta an den Balaton zu fahren. Piroschka, die durch ihre Mutter vom Inhalt der Karte weiß, folgt Andreas und bringt ihn in eine prekäre Lage, als sie mit Greta und ihm zusammentrifft. Als Andreas endlich begreift, für wen sein Herz tatsächlich schlägt, ist es beinahe zu spät.       W

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29. Januar - "Aus ernster Sorge um die Wiedervereinigung Deutschlands sind wir überzeugt, dass jetzt die Stunde gekommen ist, Volk und Regierung in feierlicher Form zu entschlossenem Widerstand gegen die sich immer stärker abzeichnenden Tendenzen einer endgültigen Zerreißung unseres Volkes aufzurufen." Mit diesen Worten beginnt das "Deutsche Manifest". Es wurde als Reaktion auf den deutschen Eintritt in die NATO in der Frankfurter Paulskirche verabschiedet. Zu seinen Unterzeichnern zählten u.a. der Theologe Helmut Gollwitzer sowie die Politiker Gustav Heinemann (Gesamtdeutsche Volkspartei) und Erich Ollenhauer (SPD). Die Erklärung stellte fest, dass die Wiedervereinigung Deutschlands absoluten Vorrang gegenüber militärischer Blockbildung habe. Das sah der christdemokratische Kanzler Konrad Adenauer jedoch anders. Der Realist sah die Zukunft der Bundesrepublik in der Westintegration und schuf Tatsachen, die wenigstens dem Westen Deutschlands Freiheit und Wohlstand garantierten.

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Am 5. August 1955 wurde der millionste Käfer gebaut. Der einmillionste Käfer, mit goldfarbener Lackierung und geschliffenen Glasperlen auf den Chromteilen(ursprünglich Farbe mit Goldstaub und geschliffene Steine aus Südamerika. Wie kaum ein zweites Produkt symbolisierte er das Wirtschaftswunder der Nachkriegsjahre im Westen Deutschlands. Der Erfolg des VW-Käfers begann in der Nachkriegszeit. 1945 bekam der Produktionsstandort, an dem bereits 17.000 Menschen lebten, den Namen Wolfsburg. 1946 wurde der erste Käfer ausgeliefert (Standardlimousine, Typ 11„ Brezelkäfer“). Nach Beseitigung der massiven Kriegsschäden am VW-Werk lief die Produktion 1948 allmählich an.        W    Bild: Axel Schwenke from Meschede, Deutschland

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28. August - Der 14-jährige Schwarze Emmett Till wird von Roy Bryant und J.W. Millam misshandelt und ermordet, weil er einer weißen Frau nachgepfiffen haben soll. Der spätere Freispruch der Täter führt zu Massenprotesten, die als der Beginn der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung gelten. Im Juli 1955 besuchte sein Onkel Moses Wright die Familie in Chicago. Er besaß ein Stück Land, auf dem er mit seiner Familie Baumwolle anbaute. Da Emmett noch Schulferien hatte, plante er einen Verwandtenbesuch. Seine Mutter lehnte die Idee ab, da die Rassentrennung in den Südstaaten der USA noch immer verbreitet war. Emmett genoss seine Ferien auf dem Land. An einem Nachmittag fuhren die Jungen nach Money, um im Grocery Store and Meat Market, Süßigkeiten und Limonade zu kaufen. Carolyn Bryant, Mutter zweier Kinder und ehemalige Schönheitskönigin an der High School, stand allein im Laden. Emmett Till und die Jungen bestellten und bezahlten ihre Einkäufe. Auf dem Weg nach draußen soll Emmett „Bye, Babe“ gesagt und einen bewundernden Pfiff in Richtung der Ladenbesitzerin ausgestoßen haben. Panik ergriff die schwarzen Jungen und sie fuhren schnell nach Hause. Auf der Fahrt dorthin flehte Emmett sie an, nichts dem Onkel zu sagen. Die Tage nach dem Pfiff vergingen und nichts passierte. In den frühen Morgenstunden des 28. August 1955 klopfte es an der Haustür des Predigers Moses Wright. Dieser öffnete und draußen standen Roy Bryant und dessen Halbbruder John William Milam (1919–1981). Sie verlangten nach dem schwarzen Jungen aus Chicago. Onkel Moses erklärte ihnen, dass der Junge über die Sitten und Gebräuche im Süden nichts wisse und er entschuldigte sich im Namen seines Neffen. Aber die Männer stürmten in das Haus Schließlich verließen sie gemeinsam mit dem Jungen das Haus. An deren Chevrolet-Pickup angekommen hörte der Onkel, wie eine Frauenstimme sagte: „Ja, das ist er“. Daraufhin luden sie den Jungen auf die Ladefläche des Wagens und fuhren davon. Als am nächsten Morgen der Junge nicht zurück war, ahnten alle, dass Emmett Louis Till nicht mehr lebend zurückkehren werde. Drei Tage später, am 31. August 1955, wurde die Leiche aus dem Tallahatchie River geborgen. Durch Berichte dieses Vorfalls in der Presse wurde der Rassismus in den Südstaaten damit zu einer nationalen Angelegenheit. Im Staat Mississippi bereitete man sich auf den Prozess gegen zwei weiße Männer vor, die sogar den Mord gestanden hatten. Der Verteidiger J. W. Kellum sprach mit den Worten zu den Geschworenen: „Eure Vorfahren drehen sich im Grab um, wenn ihr diese Männer nicht freilasst“. Nach nur fünf Verhandlungstagen und einer gut einstündigen Beratung der Jury fiel das Urteil – „Nicht schuldig“. Die Angeklagten konnten das Gericht als freie Männer verlassen. Die Proteste gegen den Freispruch der Mörder Emmett Tills gelten neben dem auf die Inhaftierung der Bürgerrechtlerin Rosa Parks folgenden Verkehrsmittelboykott als Beginn der schwarzen Bürgerrechtsbewegung.       W   

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30. September - Der junge amerikanische Filmschauspieler James Dean hat mit seinem Porsche einen Unfall und ist auf der Stelle tot. Im September 1955 kaufte sich James Dean seinen zweiten Rennwagen, einen silberfarbenen Porsche 550 Spyder. Auf die Fronthaube des Wagens war die Nummer 130 lackiert, während auf dem Heck sein Spitzname Little Bastard stand, den ihm sein Dialogcoach Bill Hickman am Set von Giganten verpasst hatte. Mit dem Wagen (der die Seriennummer 550-0055 hatte) wollte er am 1. Oktober 1955 an einem Autorennen in Salinas, Kalifornien, teilnehmen.  In diesen Tagen besuchte er noch einmal seinen Vater, bei dem Marcus und Ortense Winslow zu Besuch waren. An der Kreuzung der California State Route 41 mit der California State Route 46 bei Cholame kam Dean und seinem Beifahrer Wütherich ein Ford entgegen. Dessen Fahrer Donald Turnupseed bog nach mehrmaligem Beschleunigen und Abbremsen mit seinem Wagen unvermittelt nach links ab und nahm Dean die Vorfahrt (er habe Deans Porsche nach eigener Aussage nicht kommen sehen). Dean hatte die Scheinwerfer trotz Abenddämmerung nicht eingeschaltet und keine Zeit auszuweichen und fuhr ungebremst in den Ford. Wütherich wurde aus dem Fahrzeug geschleudert, der Porsche blieb in der Straßenböschung liegen. Beide Männer wurden in ein nahes Krankenhaus eingeliefert, bei Dean konnte dort nur noch der Tod festgestellt werden. Der 23-jährige Turnupseed hatte einen Schock erlitten und der Deutsche Wütherich Kiefer und Beine gebrochen. Der Tod Deans löst große Bestürzung aus, weil der Verunglückte in seinen wenigen aber sehr erfolgreichen Filmen zu Idol und Symbolfigur einer ganzen Generation geworden war.         W    

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4. Oktober - Der Citroën DS 19 erscheint, der sich durch seine stromlinienförmige Karosserie und einer Hydropneumatik in der Federung von Autos der Konkurrenten unterscheidet.  Vom 4. Oktober 1955 bis zum 24. April 1975 wurden insgesamt 1.456.115 Fahrzeuge der D-Reihe gebaut. Die Hydropneumatik ermöglichte es, die Bodenfreiheit des Wagens zu variieren. Parkte man die DS, so senkte sie sich durch den nachlassenden Druck in der Hydropneumatik langsam ab. Startete man den Wagen, so hob er sich um mehrere Zentimeter in die Höhe. Die Hydropneumatik arbeitet automatisch als Niveauregulierung und hält die Bodenfreiheit bei unterschiedlicher Beladung konstant. Rolls-Royce und Mercedes-Benz erwarben eine Lizenz für das Citroën-Patent. Rolls-Royce bezog auch Teile direkt von Citroën. Die Radbefestigung mit einer großen Innensechskant-Zentralschraube ermöglichte einen schnellen Radwechsel. Statt Wagenheber wurde eine Stütze mit einsetzbarem Stift mitgeliefert. Zum Radwechsel wurde die Hydraulik benutzt: hochfahren, Stütze einhängen, Stift einschieben, Hydraulik herunterfahren. Der Zündzeitpunkt ließ sich am Armaturenbrett verstellen. Damit ließ sich der Wagen mit der Andrehkurbel leichter anwerfen.       W   Bild: Charles01

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Herausragendes innen- und außenpolitisches Ereignis ist eine Moskaureise Konrad Adenauers. Er kann seinen sowjetischen Verhandlungspartnern, welche diplomatische Beziehungen zur BRD aufzunehmen wünschen, die Rückführung letzter ca. 9.628 immer noch einbehaltener Kriegsgefangener abtrotzen.         W 

 

In einer Volksabstimmung lehnt die saarländische Bevölkerung eine Europäisierung und damit eine stärkere Anbindung an Frankreich mit überwältigender Mehrheit ab.

 

 

Die ersten 101 Offiziere und Soldaten der neu geschaffenen Bundeswehr werden von Bundesverteidigungsminister Theodor Blank ernannt.

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14. Oktober - Jim Henson erfindet die Figur Kermit der Frosch, die einzige seiner Puppen, die sowohl in der Sesamstraße als auch in der Muppet Show auftreten wird. Am Anfang seiner Karriere stand der Frosch Kermit, den Henson aus einem alten Regenmantel und zwei Tennisbällen zusammenbastelte. Mit seiner Muppetsshow, einer gelungenen Mischung aus Flach- und Tiefsinn, erreichte er ab 1976 weltweit ein Publikum von 235 Millionen Menschen. Auch die Kindersendung "Sesamstraße" stammt von Henson. W 

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20. Oktober - In Großbritannien erscheint mit "Return of the King"("Die Rückkehr des Königs") der dritte Teil von Tolkiens "The Lord of the Rings". Zu Beginn der 30er Jahre schrieb Tolkin eine Geschichte für seine vier Kinder, die später als sein erster Bestseller "Der kleine Hobbit" bekannt wurde. "Der Herr der Ringe" gehört zu den erfolgreichsten Romanen des 20. Jahrhunderts. Das englische, dreiteilige Original, erschien in den Jahren 1954 und 1955, die erste deutsche Übersetzung 1969/1970. Weltweit wurde der Roman etwa 150 Millionen Mal verkauft. Der Roman spielt in einer, von Tolkien lebenslang entwickelten Fantasiewelt. Er erzählt die Geschichte eines Rings, mit dessen Vernichtung die böse Macht in Gestalt desdunklenHerrschers Sauron untergeht. Die Hauptdarsteller sindhauptsächlich Hobbits, ein gemütliches Volk von Halblingen, die in ein bedrohliches, heroischesZeitalter hineingezogen werden. Der Herr der Ringe ist insechs Bücher untergliedert. Anstatt in einer Gesamtausgabe wurde das Werk –entgegen dem Wunsch des Autors – auf Wunsch der Verleger, und vor allem wegen der hohen Papierpreise im Nachkriegsengland in drei Bänden publiziert: "DieGefährten", "Die zwei Türme" und "Die Rückkehr des Königs". Band 1 erschien am 29. Juli 1954, Band 2 am 11. November desselben Jahres und Band 3 nach einer längeren Verzögerung, die den Arbeiten am Index geschuldet war, am 20. Oktober 1955. Der Roman diente als Vorlage für zahlreiche Adaptionen, darunter eine sehr erfolgreiche amerikanische oscarprämierte Verfilmung (2001–2003) unter der Regie von Peter Jackson.

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23. Oktober - 67,7 Prozent der saarländischen Bevölkerung sprachen sich in einer Volksabstimmung für die Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland aus. 1956 kam es zum Luxemburger Vertrag, in dem Frankreich und die Bundesrepublik Deutschland die Rückgliederung des Saarlandes als Bundesland ab dem 1. Januar 1957 vereinbarten. 1959 folgte die wirtschaftliche Rückgliederung aus dem französischen in den deutschen Wirtschaftsraum. Das Gebiet wurde im Zweiten Weltkrieg als Standort wichtiger Industriebetriebe stark zerstört. 1945 war das Saarland Teil der französischen Besatzungszone geworden.       W   Bild: TUBS

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25. Oktober - Die 12-jährige Sadako Sasaki stirbt als Hibakusha (Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki) an den Folgen des Atombombenabwurfs von Hiroshima. Durch sie werden Origami-Kraniche zum Symbol gegen Atomwaffen. Sadako war zum Zeitpunkt des Atombombenabwurfs durch die USA am 6. August 1945 2½ Jahre alt und wuchs danach als scheinbar gesundes, athletisches Mädchen heran. 1954 kollabierte sie im Alter von elf Jahren während eines Lauftrainings. Bei der anschließenden Untersuchung wurde bei ihr Leukämie diagnostiziert, eine bei Überlebenden des Atombombenabwurfes häufig auftretende Krebserkrankung. Sadakos beste Freundin erzählte ihr von einer alten japanischen Legende, nach der derjenige, der 1.000 Origami-Kraniche falte, von den Göttern einen Wunsch erfüllt bekäme. Sadako begann daraufhin, während ihres 14-monatigen Krankenhausaufenthaltes Papierkraniche zu falten, um so von den Göttern ihren Wunsch nach Gesundheit erfüllt zu bekommen. Nachdem sie innerhalb von weniger als einem Monat 1000 Kraniche fertiggestellt hatte, setzte sie ihre Arbeit in der Hoffnung auf Heilung fort. Wie viele Kraniche sie bis zu ihrem Tod tatsächlich gefaltet hat, ist unbekannt, es gibt Quellen, die von mehr als 1300 Kranichen sprechen.         W     Bild: Andreas Bauer Origami-Kunst

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1. Dezember - Die Bürgerrechtlerin Rosa Parks wird in Montgomery festgenommen, weil sie in einem Bus einem Weißen ihren Sitzplatz nicht überlassen will. Dieses Ereignis führt in weiterer Folge zum 382-tägigen Montgomery Bus Boycott und zur Aufhebung der Rassentrennung in den USA. Die Seperation in den Bussen sah zu dieser Zeit vor, dass Schwarze nur bestimmte Sitzreihen in einem Bus nutzen durften. In Montgomery mussten sie vorne ihr Fahrgeld bezahlen und dann wieder aussteigen, um im hinteren Teil des Busses zu ihren Plätzen zu kommen – nicht selten fuhr dann der Busfahrer ab, ohne die Schwarzen einsteigen zu lassen. Hinzu kam eine ständige Belästigung durch die Fahrer und Mitfahrer, so dass diese rassistische Praxis für zunehmende Proteste sorgte. Diese Festnahme hatte landesweit für Aufsehen gesorgt und führte unter den 42.000 Schwarzen in der Stadt zu dem Entschluss, zivilen Ungehorsam zu leisten. Der Busverkehr wurde von den Bürgerrechtlern 381 Tage boykottiert. Der erfolgreiche Boykott setzte die Stadt Montgomery ökonomisch stark unter Druck und sie musste die Fahrpreise drastisch erhöhen. Die Stadtverwaltung setzte deshalb die Versicherungen der Autofahrer, die sich anFahrgemeinschaften beteiligten, unter Druck, die Verträge aufzulösen. Dagegen organisierten Aktivisten eine Übernahme der Policen durch Lloyd’s of London. Es kam auch immer wieder zu Festnahmen und auch Martin Luther King wurde verurteilt, 500 Dollar Strafe zu zahlen, weil er gegen das Anti-Boykott-Gesetz verstoßen habe. Der Montgomery Bus Boycott war einer der entscheidenden Siege, die der Bürgerrechtsbewegung zum Durchbruch verhalfen und Martin Luther King weltweit bekannt machte.  W    Bild: Public Domain   Bild Bus: Rmhermen at en.wikipedia

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8. Dezember - Der Europarat beschließt sein Emblem: Eine blaue Fahne mit zwölf goldenen Sternen. Der Europarat suchte seit seiner Gründung im Jahr 1949 nach einem geeigneten Symbol für das zusammenwachsende Europa. Am 18. August 1950 beriet der Europarat erstmals über das Vorhaben einer offiziellen Flagge für Europa. In der Folgezeit erreichten mehr als 200 Vorschläge den Europarat. Das Generalsekretariat legte später zehn farbige Entwürfe zur Diskussion vor. Die Europaflagge besteht aus einem Kranz von zwölf goldenen fünfzackigen Sternen auf azurblauem Hintergrund. Sie wurde 1955 vom Europarat als dessen Flagge eingeführt und 1986 von der Europäischen Gemeinschaft übernommen. Heute ist sie vor allem als Symbol der Europäischen Union bekannt. Die Zahl der Sterne, zwölf, ist traditionell ein Symbol der Vollkommenheit, Vollständigkeit und Einheit. Nur rein zufällig stimmte sie zwischen der Adaption der Flagge durch die EG 1986 und der Erweiterung 1995 mit der Zahl der Mitgliedstaaten der EG überein und blieb daher auch danach unverändert. In der amtlichen Erläuterung des Ministerkomitees des Europarates zur Annahme der Flagge heißt es zur Symbolik: „Gegen den blauen Himmel der westlichen Welt stellen die Sterne die Völker Europas in einem Kreis, dem Zeichen der Einheit, dar. Die Zahl der Sterne ist unveränderlich auf zwölf festgesetzt, diese Zahl versinnbildlicht die Vollkommenheit und die Vollständigkeit … Wie die zwölf Zeichen des Tierkreises das gesamte Universum verkörpern, so stellen die zwölf goldenen Sterne alle Völker Europas dar, auch diejenigen, welche an dem Aufbau Europas in Einheit und Frieden noch nicht teilnehmen können.“          W

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Hovercraft12. Dezember - Das Modell des ersten Luftkissenfahrzeugs, des "Hovercraft", wurde von seinem Erfinder, dem britischen Ingenieurwissenschaftler Christopher Cockerell (1910-1999) zum Patent angemeldet. Cockerell hatte dieses Modell mit Konserven- und Kaffeedosen, einer Küchenwaage und Bestandteilen eines Staubsaugers entwickelt. Schon im Juni 1959 lief ein von ihm konzipierter Prototyp eines Luftkissenfahrzeugs vom Stapel und überquerte den Ärmelkanal. 1962 wurde das "Hovercraft" zum ersten Mal im Personenverkehr zwischen Portsmouth und der Isle of Wight eingesetzt. Seitdem ist es fester Bestandteil der Verkehrsmittel über den Ärmelkanal.      W

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Deutschland (West) beginnt, vom Motorrad auf das Auto umzusteigen.

 

 

Die Gefriertruhe hält Einzug in amerikanische Haushalte.

 

 

Georges de Mestral, ein Schweizer Ingenieur läßt sich den Klettverschluß patentieren. Der passionierte Jäger soll 1941 auf die Idee für den Klettverschluss gekommen sein, als er nach einem Ausflug die Früchte der Großen Klette (Arctium lappa) sowohl an seiner Hose als auch im Fell seines Hundes fand und unter einem Mikroskop näher untersuchte. Dabei begriff er, wieso die igelartigen Kugeln so gut haften: Die vermeintlichen Stacheln der Samen tragen an ihrer Spitze winzige elastische Häkchen, die sich bei Kontakt mit Fell oder gewobenem Stoff festsetzen. Diese Beobachtung führte ihn zur Entwicklung eines Verschluss-Systems, das zwei Materialien auf einfache Weise miteinander verbindet. Das erste von ihm gestaltete Band hatte Haken und Ösen noch in einem Band, nicht wie heute in zwei getrennten Bändern. Erst zehn Jahre später ließ Mestral seine Erfindung unter dem Namen Velcro, von franz. „velours“ (Schlaufe) und „crochet“ (Haken), patentieren. Er gründete die Firma Velcro Industries, die 1959 den ersten Klettverschluss auf den Markt brachte. Bald produzierte das Unternehmen 55.000 Kilometer des neuen Materials pro Jahr. Die Firma hat inzwischen ihren Hauptsitz in Manchester, New Hampshire, USA, beschäftigt auf vier Kontinenten 3.000 Mitarbeiter und setzt als Weltmarktführer 260 Millionen Dollar jährlich um.

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Mit dem Feldionenmikroskop des amerikanischen Physikers Erwin Wilhelm Mueller lassen sich erstmals einzelne Atome abbilden.

 

In Los Angeles an der amerikanischen Westküste wird das erste "Disneyland" eröffnet.

 

21. Dezember - Im Wiener Apollo Kino erfolgt die Uraufführung des Films "Sissi" von Ernst Marischka mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm.

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1956

2. Januar - Rund ein Jahrzehnt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges rückten in Andernach, Nörvenich und Wilhelmshaven die ersten Rekruten der Bundeswehr ein. Unter den Freiwilligen befanden sich viele Angehörige des Bundesgrenzschutzes. Die allgemeine Wehrpflicht wurde erst sechs Monate später durch eine Entscheidung des Deutschen Bundestages eingeführt. Der Aufbau der Bundeswehr war innenpolitisch heftig umstritten. Die Wiederbewaffnung Deutschlands vollzog sich vor dem Hintergrund des Ost-West-Konfliktes. Bereits 1957 wurden die ersten Bundeswehreinheiten dem Oberbefehl der Nordatlantischen Verteidigungsorganisation (NATO) unterstellt, der die Bundesrepublik 1955 beigetreten war.       W   

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3. Januar - Das Fernsehen der DDR nimmt unter dem Namen Deutscher Fernsehfunk seinen regulären Sendebetrieb auf. Ende 1958 waren über 300.000 Fernsehgeräte in der DDR angemeldet. Ab dem 7. Oktober 1958 wurde das Vormittagsprogramm eingeführt, als Programmwiederholung für Spätarbeiter. Einen Tag später folgte Unser Sandmännchen. Der Abendgruß vom Fernsehfunk wurde zum Exportschlager und hat auch die Abwicklung des Senders 1991 überstanden. Heute ist der Name Fernsehfunk im Sandmann-Lied allerdings nicht mehr zu hören, da die betreffende zweite Strophe weggefallen ist. Am 3. Oktober 1969 ging das 2. Programm des Deutschen Fernsehfunks DFF 2 aus Anlass des bevorstehenden 20. Jahrestages der Gründung der DDR als Farbprogramm erstmals auf Sendung. Damit begann beim Deutschen Fernsehfunk das Farbfernsehzeitalter. Walter Ulbricht eröffnete das Programm mit den Worten „Das II. Fernsehprogramm ist eröffnet“.         W    

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26. Januar - Der österreichische Ski-Abfahrtsläufer Anton "Toni" Sailer wurde zum Star der VII. Olympischen Spiele 1956 in Cortina d`Ampezzo. Diese begannen am 26.Januar 1956. In allen alpinen Skiwettbewerben - Abfahrt, Slalom, und RTL - holte das 20 jährige Ski-As, der sogenannte "Schwarze Blitz aus Kitz", olympisches Gold. Ebenfalls wurde er Weltmeister in der Kombination. Damit gewann er als erster Abfahrtsläufer überhaupt alle alpinen Wettbewerbe. Toni Sailer trat 1958 von seiner aktiven Laufbahn zurück und kam damit einer Sperre des FIS zuvor, die ihm Verstoß gegen die Amateurbestimmungen vorwarfen.       W   

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5. Februar - Der Süddeutsche Rundfunk nimmt den Stuttgarter Fernsehturm in Betrieb, den ersten Stahlbetonturm seiner Art. Der 216,6 m hohe Turm wurde zum Wahrzeichen der Stadt und stellt baulich wie architektonisch den Beginn einer neuen Ära im Turmbau dar, da er als erster seiner Art aus Stahlbeton besteht, einen vom Schaft auskragenden Korb unterhalb der Antenne besitzt und in vertikaler Kragarmbauweise errichtet wurde. Neben der baulichen Innovation war die erfolgreiche wirtschaftliche Nutzung eines Restaurationsbetriebes und einer Aussichtsplattform Wegbereiter für eine weltweite Turmbauwelle. Aufgrund seiner herausragenden baulichen Bedeutung erhielt er bereits 1959 einen Architekturpreis und 2009 den von der Bundesingenieurkammer verliehenen Titel Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland. Zudem ist er 1986 in die Liste der Kulturdenkmäler aufgenommen worden.      W    Bild: Public Domain

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Die Volkskammer der DDR beschließt die Aufstellung der Nationalen Volksarmee - NVA. Die Aufstellung erfolgt in mehreren Etappen, bis zum 1. März 1956 sollen die Stäbe und Verwaltungen einsatzfähig sein.Nach der Gründung war die NVA – im Gegensatz zu den anderen Armeen des Warschauer Paktes – eine Freiwilligenarmee, was in der propagandistischen Auseinandersetzung mit der Bundeswehr als Vorzug hervorgehoben wurde. Die Wiederbewaffnungsdiskussion war an der DDR nicht spurlos vorübergegangen, der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 hatte die Führung der DDR erheblich verunsichert. Ein deutliches Misstrauen der osteuropäischen Verbündeten den Ostdeutschen gegenüber blieb lange bestehen. Die Einführung der Wehrpflicht 1962 nach dem Bau der Berliner Mauer wurde von vielen als Niederlage empfunden. Mit der Einführung der Wehrpflicht wurde es der NVA möglich, die angestrebte Personalstärke von circa 170.000 Soldaten zu erreichen.

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1. März - Der Supreme Court entscheidet nach dreijährigem Prozess, dass die Universität von Alabama die erste schwarze Studentin Autherine Lucy zum Studium zulassen muss. Wenige Stunden später wird sie von der Universität wegen Verleumdung wieder vom Studium ausgeschlossen. Autherine wollte Sportlehrerin werden und schrieb sich im Februar 1956 im Foster Building, das damals die Universitätsverwaltung beheimatete, ein. Allerdings konnte Misses Lucy hier nicht wirklich studieren. Schon am erstem Studientag hatte sich eine Masse von gewalttätigen Demonstranten versammelt, die mit Eiern warfen und sie aus der Universität heraus holen wollte. Einige hatten sogar vor, sie zu töten. Stunden später konnte sie dann mit einem Polizeiwagen abgeholt und nach Birmingham zurück gebracht werden. Drei Tage später musste Autherine Lucy wieder exmatrikuliert werden. Es wäre zu gefährlich gewesen, sie hier weiter zu unterrichten. Sie konnte sich nur mit Polizeischutz auf den Campus wagen. In der Folge boten eine Reihe von europäischen Universitäten ihr einen Studienplatz an. Sie lehnte das aber ab. Wenig später zog sie nach Texas und heiratete. Im Alter von 58 Jahren, entschloss sie ihr Studium wieder aufzunehmen und machte 1992 ihren Abschluß.

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Münchner Lach- und Schießgesellschaft

 

Das erste Programm des politischen Kabaretts Münchner Lach- und Schießgesellschaft mit Ursula Herking, Hans Jürgen Diedrich, Klaus Havenstein und Dieter Hildebrandt hat Premiere.

 

 

 

Das Musical "My Fair Lady" erlebte am 15. März die Premiere in New York. Angelehnt an George Bernard Shaws "Pygmalion" hatte Frederick Loewe die Musik komponiert. Die Gesangstexte stammten von Alan Jay Lerner. Das Musical dauerte etwa drei Stunden. Das Stück wird vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen und bringt es in der Folge auf 2.717 Aufführungen. Die Verfilmung des Musicals von 1964 durch Gabriel Pascal mit Audrey Hepburn und Rex Harrison in den Hauptrollen steigerten die Popularität. Das Musical erzählt die Geschichte vom armen Blumenmädchen Eliza Doolittle, das vom ehrgeizigen Professor Higgins zunächst in die Geheimnisse der Hochsprache und dann listig in die feine Londoner Gesellschaft eingeführt wird. Viele Melodien wurden zu vielgesungenen Evergreens, die das Musical zu einem der erfolgreichsten Stücke der 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts machten.         W 

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29. März - Die heute in Deutschland gebräuchlichen Sondersignalanlagen, bestehend aus Blaulicht und Martinshorn, werden in der Straßenverkehrszulassungs-verordnung vorgeschrieben. Blaue Rundumkennleuchten weisen auf Einsatzfahrzeuge von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, ferner des Militärs und von Entstörtrupps von öffentlichen Verkehrs- und Versorgungsbetrieben hin. Die gleichzeitige Verwendung von Blaulicht und Folgetonhorn, letzteres umgangssprachlich vor allem in Deutschland oft auch als Martinshorn (eingetragenes Markenzeichen des Erfinders Max B. Martin) bekannt, wird im allgemeinen Sprachgebrauch zusammenfassend und vereinfachend als Sondersignal bezeichnet. Zunehmend werden jedoch auch elektronisch erzeugte Tonsignale statt eines Folgetonhorns verwendet. Die gleichzeitige Nutzung von blauem Blinklicht und Folgetonhorn macht in Deutschland den Vorrang der Einsatzfahrzeuge deutlich, denen dann von den übrigen Verkehrsteilnehmern unverzüglich freie Bahn zu schaffen ist.

Das Blaulicht wurde 1933 eingeführt. Um Anforderungen des Luftschutzes zu erfüllen (Verdunklung), wurde damals für die Polizeifahrzeuge festgelegt, dass diese mit einem blauen Licht auszustatten sind, da blaues Licht die höchste Streuung in der Atmosphäre hat und daher für Bomber in großen Höhen nicht mehr sichtbar war. Im gleichen Jahr wurden aber die Feuerwehren den Polizeitruppen zugeordnet, der so genannten „Feuerlöschpolizei“. Somit wurden auch die Feuerwehren mit dem blauen Licht ausgestattet. Die Einführung des Blinklichtes bzw. der Rundumkennleuchte anstelle eines ruhig leuchtenden Lichtes erfolgte erst in den 1950er Jahren. Blaues Licht hat den Vorteil, dass es im Straßenverkehr unverwechselbar ist und auch von weitem sofort als Warnsignal wahrgenommen wird, da es im Gegensatz zu etwa rotem, gelbem, grünem oder weißem Licht weder in der Ampel noch in der Straßen-, Baustellen- oder herkömmlichen Fahrzeugbeleuchtung vorkommt.       W    Bild: Public Domain

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18. April - Fürst Rainier III. heiratet die Schauspielerin Grace Kelly. Die beiden hatten sich ein Jahr zuvor während der Dreharbeiten von Alfred Hitchcocks "Über den Dächern von Nizza" kennen gelernt. Fürst Rainier III. fungierte als Herrscher über die Geschicke Monacos. Grace Kelly gilt als eine der faszinierendsten Schauspielerinnen Hollywoods. Die durch Glamour und Reichtum bestechende Hochzeit betörte die Bevölkerung des kriegszerstörten Europas. Die Begeisterung für die Hochzeit von Grace Kelly und Fürst Rainier III. spiegelte die Sehnsucht der Bevölkerung Europas nach Frieden und Wohlstand wider. Die Hochzeit wurde mit Erlaubnis des Paares gefilmt und in den USA ausgestrahlt.

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27. April - Der italo-amerikanische Boxer und Weltmeister im Schwergewicht Rocco Francis Marchegiano (Rocky Marciano) beendet seine Karriere. Seit 1952 ist er Weltmeister. Er gewann alle seine Profikämpfe, die meisten durch knock-out. Er ist der einzige Boxer der während seiner Profizeit ungeschlagen bleibt. 1969 kommt der Boxer bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

 

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27. Juni - Der Spielfilm "Moby Dick" von John Huston mit Gregory Peck in der Hauptrolle hat Premiere in den USA. Das Drehbuch stammt von Ray Bradbury nach dem gleichnamigen Roman von Herman Melville. Der Film ist zwar kein Erfolg an den Kinokassen, gilt aber heute als herausragendes Werk der Filmgeschichte.       W   

 

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28. Juni - Polnische Armee-Einheiten schlugen mit Panzern und Maschinengewehren einen Industriearbeiteraufstand in der Stadt Poznan (Posen) nieder. Die Streikenden forderten Lohnerhöhungen und den Abzug der sowjetischen Truppen aus Polen. Während der tagelangen Straßenschlachten kamen 53 Menschen ums Leben und Hunderte wurden verletzt.

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29. Juni - US-Präsident Eisenhower unterzeichnet das Gesetz zum Aufbau der Interstate Highways, eines landesweiten Autobahnnetzes nach deutschem Vorbild. Er wollte ein Autobahnnetz schaffen, das sich sowohl zivil als auch militärisch nutzen ließ. Die neugebauten Interstate Highways sollten das Netz der U.S. Highways ergänzen, nicht ersetzen. Seit 1991 gilt der Bau des Interstate-Highway-Systems als abgeschlossen, obwohl immer noch neue Streckenabschnitte gebaut werden. Die ursprüngliche Kostenschätzung von 25 Milliarden US-Dollar innerhalb von zwölf Jahren wurde weit übertroffen; in 35 Jahren wurden 114 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Im Jahre 2004 umfasste das Interstate-Highway-System 46.837 Meilen (75.376 Kilometer) Streckenlänge. Ursprünglich sollten die Interstate Highways auf ebener Strecke eine Reisegeschwindigkeit von 70 bis 80 mph (113 bis 129 km/h) ermöglichen. 1974 wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 55 mph (89 km/h) abgesenkt, um nach der Ölkrise 1973 Benzin zu sparen. Nach dem Ende der Ölkrise wurde das Tempolimit zur Förderung der Verkehrssicherheit beibehalten, was jedoch besonders in den bevölkerungsarmen Flächenstaaten abseits der Großstädte auf wenig Gegenliebe stieß.       W   

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7. Juli - Mit den Stimmen der Regierungskoalition aus CDU/CSU, FVP und DP verabschiedete der deutsche Bundestag das Wehrpflichtgesetz, dagegen stimmen SPD und FDP. Über die Frage, ob die bundesdeutschen Streitkräfte eine Berufs- oder eine Wehrpflichtigenarmee sein sollten, war seit Monaten gestritten worden. Für Verweigerer des Kriegsdienstes galt seitdem der Zwang zum Ersatzdienst, für Totalverweigerer die Androhung der strafrechtlich Verfolgung. Im Dezember 1956 wurde die Dienstzeit auf 12 Monate festgesetzt. Am 1. April 1957 rückten die ersten Wehrpflichtigen in die Kasernen ein.         W    

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Das Autobahnkreuz Frankfurter Kreuz, der heute meistbefahrene Verkehrsknotenpunkt Europas mit etwa 310.000 Fahrzeugen pro Tag, wird dem Verkehr übergeben.         W    

 

 

25. Juli - Das kurz zuvor verabschiedete Wehrpflichtgesetz tritt in Kraft, mit dem die Bundesrepublik die allgemeine Wehrpflicht einführt und regelt. Die Wehrpflicht gilt für Männer in Friedenszeiten vom 18 bis zum 45. Lebensjahr, im Verteidigungsfall (wie auch für Offiziere) bis zum 60. Lebensjahr.

 

 

25. Juli - Das italienische Passagierschiff "Andrea Doria" kollidierte in einer Nebelbank vor der Küste New Yorks mit der schwedischen "Stockholm" und gin unter. Der Untergang des als unsinkbar geltenden Luxusliners wurde vom US-amerikanischen Fernsehen live übertragen. Elf Stunden vergingen, bis das Schiff unter gegangen war. In einem Wettlauf gegen die Zeit konnten 1662 Menschen gerettet werden: Für 50 Männer, Frauen und Kinder kahm jede Hilfe zu spät. Dabei handelte es sich um italienische Einwanderer, die preiswerte Kabinen gebucht hatten. Ursache des Unglücks waren falsche Winkel- und Geschwindigkeitsberechnungen der Schiffsbesatzung und ein Versagen der Radareinrichtungen.         W    

 

 

Nach der gestrigen Kollision mit der schwedischen "Stockholm" in einer Nebelbank vor der Küste New Yorks, versinkt die "Andrea Doria".           

 

 

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"Der Hauptmann von Köpenick", ein Film von Helmut Käutner mit Heinz Rühmann, wird in Köln am 16 August, uraufgeführt. Die Geschichte des Films hat sich tatsächlich im Herbst des Jahres 1906 in Berlin zugetragen. Nach einigen Jahren im Gefängnis wird Wilhelm Voigt wieder auf freien Fuß gesetzt. Er bekommt keine Arbeitserlaubnis, versucht sich irgendwie anderweitig über Wasser zu halten und steht bereits wieder mit einem Bein im Gefängnis. Eines Tages besorgt sich Voigt eine Uniform eines preußischen Garde-Offiziers und wird fortan für das gehalten was er darstellt, den Hauptmann von Köpenick. Die Verfilmung des Bühnenstücks von Carl Zuckmayer wird einer der größten internationalen Erfolge des deutschen Nachkriegskinos und erhält sogar eine Oskarnominierung.

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17. August - Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erklärt die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) für verfassungswidrig und verfügt die Schließung ihrer Büros sowie die Auflösung der Partei. Das Eigentum der Partei wurde daraufhin beschlagnahmt, zahlreiche Funktionäre wurden verhaftet.

 

 

26. August - Mit Marilyn Monroe und Richard Widmark auf dem Titelblatt erscheint die erste Ausgabe des Jugendmagazins Bravo. Erfinder der Zeitschrift waren der Kolumnist Peter Boenisch und der Verleger Helmut Kindler. Die Erstausgabe der „Bravo – Zeitschrift für Film und Fernsehen“ kostete 50 Pfennig. Die Bravo behandelt Themen, die bevorzugt Jugendliche interessieren, darunter aktuelle Informationen über Stars aus der Musik- und Fernsehwelt, betreibt aber auch intensiv Ratgeberjournalismus, nämlich Beziehungs- und Sexualberatung. Ab dem 20. Oktober 1969 beantwortete Dr. Martin Goldstein, Arzt, Psychotherapeut und Religionslehrer, unter dem von der Redaktion erdachten Pseudonym „Dr. Jochen Sommer“ die Fragen der Jugendlichen rund um deren Sexualität. Goldstein hatte sich mit der Publikation Anders als bei Schmetterlingen als Jugend-Aufklärer einen Namen gemacht, insbesondere weil er bis dato tabuisiertes Vokabular wie „Glied“ oder „Scheide“ verwendete. Für die speziell sexuellen Fragen schrieb er später als „Dr. Alexander Korff“, während „Dr. Sommer“ sich mehr den psychologischen Problemen widmete. 1984 beendete er seine Tätigkeit als „Dr. Sommer“. Neben der Rubrik des Dr.-Sommer-Teams war eine frühe Erfindung der Bravo der so genannte Bravo-Starschnitt, bei dem man wie bei einem Puzzle die von Heft zu Heft erscheinenden einzeln auszuschneidenden Teile zusammenfügen konnte, um dann ein Poster des Stars in Lebensgröße zu erhalten. Die erste Starschnitt-Aktion fand 1959 statt und war ein Poster von Brigitte Bardot.         W    

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Weil die Amerikaner den Ausbau des Assuanstaudammes nicht unterstützen wollen, läßt der ägyptische Staatspräsident Nasser die aus 22 (nicht-ägyptischen) Nationen zusammengesetzte Suez-Kanal-Gesellschaft im Juli enteignen, um das Assuanprojekt aus den Kanaleinnahmen zu finanzieren. Einen Monat vorher waren die letzten Soldaten der einstigen Kolonialmacht Großbritannien abgezogen. Insbesondere England und Frankreich reagieren empört, dass man "ihren" Kanal weggenommen hat.

 

 

21. September - Trotz Verbots durch den DFB findet in Essen vor 18.000 Zuschauern das erste, allerdings inoffizielle, Länderspiel einer deutschen Frauenfußball - Nationalmannschaft statt. Gegner Niederlande wird mit 2:1 besiegt.

 

25. September - Zwischen Europa und Nordamerika wird das erste transatlantische, 3600 km lange Fernsprechkabel TAT-1 in Betrieb genommen. Bevor es das erste Transatlantik-Telefon-Kabel gab, basierte der seit 1927 bestehende transatlantische Telefondienst auf Langwellenfunk; dieser Dienst kostete neun britische Pfund pro angefangene drei Minuten. Auf diese Weise wurden zuletzt 2000 Telefongespräche pro Jahr abgewickelt. Die neue Kabelverbindung zwischen Oban (Schottland) und Clarenville (Neufundland verfügte über 36 Fernsprechkanäle, je ein Kabel für jede Sprechrichtung, sowie 51 Verstärker, die im Abstand von jeweils 70 Kilometern aufgestellt waren. In den ersten 24 Einsatzstunden wurden 588 Anrufe zwischen London und den USA übertragen, sowie 119 von London nach Kanada. Die Kapazität des Kabels wurde daher bald auf 48 Kanäle erweitert. TAT-1 wurde 1978 endgültig abgeschaltet.         W    

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Cecil B. DeMilles Monumentalfilm Die zehn Gebote mit Charlton Heston als Moses und Yul Brynner als Ramses II. sowie zahlreichen anderen Stars wird in den US-Kinos uraufgeführt. Der Spielfilm ist einer der teuersten Filme der Paramount Pictures und lange Zeit einer der erfolgreichsten Filme Hollywoods.         W    

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17. Oktober - Im britischen Calder Hall wird das erste kommerzielle Atomkraftwerk der Welt offiziell von Königin Elisabeth II. ans Netz genommen. Der Hochtemperaturreaktor basiert auf Brennelementen, deren erzeugte Wärme an eine Dampfturbine abgegeben wird. Zur Abbremsung der freigesetzten Neutronen auf die für die Aufrechterhaltung der atomaren Kettenreaktion erforderliche Geschwindigkeit werden Graphitstäbe eingesetzt. Die Anlage besteht aus vier Reaktoren, die mit Gas gekühlt werden und über eine elektrische Leistung von je 55 Megawatt verfügen. Am Netz seit 1956, wurde der Betrieb der Anlage 2003 nach fast einem halben Jahrhundert eingestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt war Calder Hall das dienstälteste Kernkraftwerk der Welt.

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24. Oktober - Der Streik um die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall beginnt in Schleswig Holstein, der mit 114 Tagen Dauer der längste Streik in Deutschland seit 1905 werden wird. Mehr als 34.000 Beschäftigte der Metallindustrie erstreikten nach 114 Tagen einen Tarifvertrag, der die Arbeiterinnen und Arbeiter bei Krankheit besser absicherte, da nun der Lohn bei Krankheit weitergezahlt wurde. Damit wurde ein Grundstein für die heutigen tarifvertraglichen und gesetzlichen Regelungen zur Lohnfortzahlung bei Krankheit gelegt. In Mittelpunkt des Streiks stand die Forderung nach Gleichbehandlung von Arbeitern und Angestellten bei Krankheit: Für Angestellte galt bereits die volle Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Die schleswig-holsteinischen Arbeitgeber und der Gesamtverband der Metallindustriellen befürchteten einen Präzedenzfall und wollten deshalb vor allem die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verhindern.        W

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23. Oktober - Durch den Abschluss des Saarvertrages kommt das Saarland als zehntes Bundesland zur Bundesrepublik Deutschland. Der Vertrag wurde in der Folge der Volksabstimmung vom 23. Oktober 1955 ausgehandelt, bei der sich die Saarländer mit deutlicher Mehrheit gegen das Saarstatut, welches das Saarland zu einem europäischen Territorium machen sollte, entschieden hatten. Er ermöglichte die politische Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland zum 1. Januar 1957. Wirtschaftlich wurde eine Übergangszeit vereinbart, die spätestens Ende 1959 auslaufen sollte. Bis dahin stellten das Saarland und Frankreich weiterhin eine Zoll- und Währungsunion dar – mit dem Franc als gesetzlichem Zahlungsmittel. Der Vertrag enthielt Vereinbarungen zum Kohleabbau im Warndt-Gebiet wie auch über langfristige Kohlelieferungen nach Frankreich. Zugleich unterzeichneten die beiden Außenminister sowie Joseph Bech, Premierminister und Außenminister des Großherzogtums Luxemburg, einen weiteren Vertrag, in dem sie die Kanalisierung der Mosel zwischen Koblenz und Thionville als Großschifffahrtsstraße vereinbarten – dieser war ein Wunsch Frankreichs, da ein solcher Ausbau eine bessere Verkehrsanbindung Lothringens und dessen Montanindustrie bedeutete.         W    

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29. Oktober - Israelische Truppen überqueren die Grenze nach Ägypten und erobern in einem acht Tage dauernden Feldzug die Sinai-Halbinsel. Der Überfall findet in Abstimmung mit Frankreich und Großbritannien statt, die den zuvor von Ägypten verstaatlichten Suez-Kanal wieder unter ihre Kontrolle bringen wollen.       W   

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13. November - Nach Klage der Bürgerrechtsbewegung im Zusammenhang mit dem „Montgomery Bus Boycott“ erklärt der Oberste Gerichtshof der USA Gesetze, mit denen eine Rassentrennung in öffentlichen Nahverkehrsmitteln angeordnet wird, für verfassungswidrig. Die Seperation in den Bussen sah zu dieser Zeit vor, dass Schwarze nur bestimmte Sitzreihen in einem Bus nutzen durften. In Montgomery mussten sie vorne ihr Fahrgeld bezahlen und dann wieder aussteigen, um im hinteren Teil des Busses zu ihren Plätzen zu kommen – nicht selten fuhr dann der Busfahrer ab, ohne die Schwarzen einsteigen zu lassen. Hinzu kam eine ständige Belästigung durch die Fahrer und Mitfahrer, so dass diese rassistische Praxis für zunehmende Proteste sorgte. Rosa Parks wurde am 1. Dezember 1955 in Montgomery festgenommen, nachdem sie sich geweigert hatte, ihren Platz für einen weißhäutigen Mitfahrer freizumachen. Diese Festnahme hatte landesweit für Aufsehen gesorgt und führte unter den 42.000 Schwarzen in der Stadt zu dem Entschluss, zivilen Ungehorsam zu leisten. Der Busverkehr wurde von den Bürgerrechtlern 381 Tage boykottiert. Der erfolgreiche Boykott setzte die Stadt Montgomery ökonomisch stark unter Druck und sie musste die Fahrpreise drastisch erhöhen. Die Stadtverwaltung setzte deshalb die Versicherungen der Autofahrer, die sich an Fahrgemeinschaften beteiligten, unter Druck, die Verträge aufzulösen. Dagegen organisierten Aktivisten eine Übernahme der Policen durch Lloyd’s of London. Es kam auch immer wieder zu Festnahmen und auch Martin Luther King wurde verurteilt, 500 Dollar Strafe zu zahlen, weil er gegen das Anti-Boykott-Gesetz verstoßen habe. Der Montgomery Bus Boycott war einer der entscheidenden Siege, die der Bürgerrechtsbewegung zum Durchbruch verhalfen und Martin Luther King weltweit bekannt machte.       W    Bild : Public Domain   Bild Bus: Rmhermen at en.wikipedia                          

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1957

1. Januar - Nach einer Volksabstimmung und der sechs deutsch-französischen Verträge vom 27.10.1956 wurde das Saarland das zehnte Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Damit wurde auch die seit Ende des Zweiten Weltkriegs bestehende Zoll- und Währungsunion mit Frankreich aufgehoben. Diese bestand seit 1947. Die vollständige wirtschaftliche Loslösung von Frankreich erfolgte jedoch erst 1959, da Frankreich zu große ökonomische Verluste erspart bleiben sollten. Schon 1935 hatten sich die Saarländer - mit 90% der Bevölkerung - für eine Eingliederung in Deutschland ausgesprochen.

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Ab dem 2. Januar beginnt mit der Aufstellung von Freiwilligenverbänden der Aufbau der Bundeswehr. In der BRD wird eine 12-monatige Wehrpflicht eingeführt.

 

 

13. Januar - Die Firma Wham-O produziert die von Walter Frederic Morrison entwickelten Pluto-Platten, die später unter dem Namen Frisbee-Scheiben bekannt werden. Morrison behauptete, dass ihm ursprünglich die Idee für das fliegende Spielzeug 1937 kam, als er den Deckel einer Popcorndose mit seiner damaligen Freundin und späteren Frau Lu hin- und herwarf. Der Popcorndeckel war alsbald verbeult und das führte zur Entdeckung, dass ein Kuchenblech besser flog und auch gebräuchlicher war. Morrison und Lu entwickelten ein kleines Geschäft in Santa Monica, Kalifornien mit dem Verkauf von "Flyin' Cake Pans". 1955 konstruierten er und Lu den "Pluto Platter", der Archetyp aller modernen fliegenden Discs.         W    

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21. Januar - Schnellfahrer im Visier, im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen wird ein neues Instrument eingesetzt, um Schnellfahrer beim Übertreten der erlaubten Höchstgeschwindigkeit zu identifizieren: Radargeräte erfassten die Geschwindigkeit und Raser wurden als Beweis ihres Verstoßes fotografiert.

 

 

21. Januar - In Bonn ratifizierte der Bundestag eine neue Rentenreform. Bisher hatten nur die eingezahlten Beiträge die Höhe der tatsächlich ausgezahlten Renten im Pensionsalter bestimmt. Jetzt änderte sich die Qualität und damit auch die Höhe der Renten. Die Inflationsrate und die Entwicklung der Löhne und Gehälter galten als neuer Maßstab. Die Renten wurden an sie angepasst.

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1. Februar - Bei NSU läuft der erste von Felix Wankel entwickelte Drehkolben-Wankelmotor DKM 54 auf dem Prüfstand.

 

 

Claudia Cardinale11. März - Claudia Cardinale gewinnt, 1938 als Tochter tunesischer Eltern geboren, einen Schönheitswettbewerb in Tunesien. Der Preis ist eine Reise zu den Filmfestspielen in Venedig, wo Cardinale einen Schauspielvertrag erhält. Filme wie "Cartouche der Bandit", "Spiel mir das Lied vom Tod", "Der rosarote Panther", oder "Das rote Zelt" machen sie international bekannt.       W  Bild: Filmausschnitt  

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1. April - Die ersten 10.000 Wehrpflichtigen werden zur deutschen Bundeswehr einberufen.

 

 

22. April - Der erste Testlauf des Wankelmotors fand statt. Der Wankel- oder Kreiskolbenmotor wurde von dem deutschen Ingenieur Felix Wankel in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelt. Der Motor, in dem ein Rotationskolben anstatt senkrechter Kolben zum Einsatz kommt, kann bis zu einem Drittel leichter als herkömmliche Hubkolben-Fahrzeugmotoren sein, da er weniger Zündkerzen, Kolbenringe und andere Maschinenteile benötigt. Die Verbrennungsenergie wird ohne Umwege über die Hinundherbewegung des Kolbens direkt auf einen dreieckförmigen flachen Drehkolben, der in einem ovalen Gehäuse umläuft, übertragen. Die ersten serienmäßig mit dem Wankelmotor ausgestatteten Personenkraftwagen liefen 1964 vom Band.

nach ObenBild: User:Y_tambe

 

 

3. Mai - Der Deutsche Bundestag verabschiedet das Gesetz über die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Eine offizielle Ausnahme bleibt bei der Frage der Kindererziehung bestehen, wo den Männern einige Vorteile erhalten bleiben.

 

 

3. Mai - Im Zentrum von London gelingt es Gangstern 8 Millionen DM in Goldbarren zu erbeuten. Der Raubüberfall, bei dem die Täter einen Goldtransporter überfallen haben und die drei Wächter narkotisierten,wurde zu einem der aufsehenerregensten Überfälle der britischen Kriminalgeschichte.

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18. Juni - Das „Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts“ wird in der Bundesrepublik verkündet. Erst im zwanzigsten Jahrhundert folgte in Europa die Gleichberechtigung der Frau im Staat, die sich an der Einführung des Frauenwahlrechts (Deutschland und Österreich 1919, Schweiz 1971) nachzeichnen lässt. Zentrale Punkte des Gesetzes über die Gleichberechtigung von Mann und Frau, das am 1. Juli 1958 in Kraft trat:

  • Das Letztentscheidungsrecht des Ehemanns in allen Eheangelegenheiten wird ersatzlos gestrichen.
  • Die Versorgungspflicht des Ehemannes für die Familie bleibt bestehen.
  • Die Zugewinngemeinschaft wird der gesetzliche Güterstand. Frauen dürfen ihr in die Ehe eingebrachtes Vermögen selbst verwalten. Bis dahin durften nur die Männer über das Vermögen und auch über das Einkommen aus der Erwerbstätigkeit der Frau verfügen.
  • Das Recht des Ehemanns, ein Dienstverhältnis seiner Frau fristlos zu kündigen, wird aufgehoben (aber erst seit 1977 darf die Frau ohne Einverständnis ihres Mannes erwerbstätig sein, und erst seit 1977 gilt das Partnerschaftsprinzip, nach dem es keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung in der Ehe mehr gibt).
  • Die Frau hat das Recht, nach ihrer Heirat ihren Geburtsnamen als Namenszusatz zu führen (seit 1977 können die Eheleute entweder den Namen des Mannes oder der Frau als gemeinsamen Ehenamen führen. Und seit 1994 können beide Eheleute ihren alten Familiennamen beibehalten).
  • Die väterlichen Vorrechte bei der Kindererziehung werden eingeschränkt, aber erst 1979 vollständig beseitigt. Das Gesetz sah zunächst vor, den Männern das Privileg eines so genannten Stichentscheids einzuräumen, welches dem Vater bei Streitigkeiten in Erziehungsfragen das ausschlaggebende Wort zugesprochen hätte. Hiergegen brachte der Deutsche Juristinnenbund eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht auf den Weg. Im Juli 1959 wurde die Passage über den Stichentscheid für verfassungswidrig und nichtig erklärt.

 

 

18. Juni - Drei sowjetische Hunde, die mit einer Versuchsrakete ins Weltall, in eine Höhe von über 90 km, katapultiert worden waren, werden an diesem Tag fröhlich bellend auf einer Pressekonferenz in Moskau zur Schau gestellt. - Die Reise-Geschwindigkeit von durchschnittlich 1100m/sec scheint den Vierbeinern nicht geschadet zu haben.

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21. Juni - Die Verfilmung des Dramas von Carl Zuckmayer "Der Hauptmann von Köpenick" durch Helmut Käutner mit Heinz Rühmann erhält auf den Berliner Filmfestspielen den Deutschen Filmpreis.

 

 

3. Juli - Der Bundestag verabschiedet ein "Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen" - das Kartellgesetz - um die Ausweitung unternehmerischer Macht und Beherrschung einzelner Wirtschaftszweige durch Firmen-Zusammenschlüsse zu verhindern. Seit einigen Jahren setzten die Kartellbehörden zur Aufdeckung und Zerschlagung von Kartellen Bonusregelungen ein: Sie bieten Unternehmen, die aus einem Kartell aussteigen wollen, einen Kronzeugen-Status und eine Ermäßigung oder den Erlass der sonst fälligen Geldbuße an. Dieses Verfahren ist durchaus erfolgreich.       W   

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6. Juli - Wimbledon hielt in diesem Jahr gleich zwei Überraschungen bereit. Erstens war die britische Königin Elisabeth II.erstmalig bei den All England Championships zugegen. Zweitens gewann die US-Amerikanerin Althea Gibson als erste Schwarze das Finale, als sie ihre Gegnerin klar mit 6:3 und 6:2 besiegte. Im gleichen Jahr wurde sie von den Sport-Journalisten zur "Sportlerin des Jahres" gewählt. Ein Jahr später konnte sie ihren Erfolg in Wimbledon wiederholen. Erst 1999 - knapp 40 Jahre später - konnte wieder eine Afro-Amerikanerin ein Grand Slam Finale in Wimledon gewinnen: Serena Williams.         W    

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26. Juli - Mittels des Bundesbankgesetzes wurde die Deutsche Bundesbank als zentrale Finanzstelle der Bundesrepublik und Berlin (West) eingerichtet. Die Aufgaben der Notenstelle war das Aufrechterhalten einer stabilen Währung, wobei die Einrichtung unabhängig von der Regierung arbeitete. In den Jahren zuvor hatten die Landeszentralbanken und die Bank deutscher Länder diese Position übernommen, die von den westlichen Besatzungsmächten nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet worden war. Das Gründen einer zentralen Finanzeinrichtung war durch die Einführung der D-Mark im Jahre 1948 notwendig geworden.       W   

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Franz Josef Strauß löst Theodor Blank als Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland ab.

 

Tunesien wird von Frankreich unabhängig.

 

Der mittelozeanische Rücken, das weltumspannende Graben- und Gebirgssystem, wird von Bruce Charles Heesten entdeckt.

 

Der Bundestag stimmt der Errichtung einer zentralen Kartei über Verkehrssünder in Flensburg zu.

 

1. August - Als Zentralbank löst die Deutsche Bundesbank die Bank deutscher Länder ab.

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21. August - Die weltweit erste Interkontinentalrakete, die sowjetische R-7, macht, nach zwei Fehlversuchen, ihren ersten erfolgreichen Testflug wobei die Rakete eine Entfernung von 6000 km. Die Rakete hatte eine Höhe von 34 m, einen Durchmesser von 3 m, wog 280 t, hatte zwei Stufen und wurde von Triebwerken angetrieben, die flüssigen Sauerstoff und Kerosin als Treibstoff verwendeten. Als ballistische Rakete konnte eine R-7 ihre Nutzlast bis zu 8800 km weit tragen, wobei die Treffgenauigkeit bei etwa 5 km lag. Die neu entwickelte Rakete konnte erstmals einen 3000 kg schweren Sprengkopf bis zu 8000 km weit tragen. Eine modifizierte Version der R-7 brachte am 4. Oktober 1957 von Baikonur aus Sputnik 1 in den Erdorbit, den weltweit ersten künstlichen Satelliten. Am 3. November folgte ein weiterer erfolgreicher Start mit Sputnik 2 an Bord. Nach diesen ersten Tests wurde offensichtlich, dass weitere Modifikationen an der Rakete nötig waren. Deshalb gingen die Testflüge bis zum Dezember 1959 weiter. Die zusätzlichen Modifikationen führten zur verbesserten R-7, die leichter war und über bessere Navigationssysteme verfügte. Ferner wies sie stärkere Triebwerke und eine höhere Treibstoffkapazität auf und kam so auf eine Reichweite von 12000 km und eine Nutzlastkapazität von 5370 kg. Obwohl technisch ein Erfolg, wird R-7 in der Rolle eines Waffensystems als Fehlschlag angesehen. So konnten die Startanlagen der R-7 aufgrund ihrer Größe nicht vor den Spionageflugzeugen versteckt werden und wären daher im Falle eines Nuklearkrieges vermutlich schnell zerstört worden. Außerdem brauchte eine einzelne R-7 etwa zwanzig Stunden für die Startvorbereitung und konnte aufgrund des Tieftemperatur-Treibstoffes nicht länger als einen Tag auf der Startrampe verbleiben. Somit konnten sowjetische Interkontinentalraketen nicht in ständiger Gefechtsbereitschaft gehalten werden und wären im Konfliktfall wahrscheinlich noch vor dem Start durch US-Bomber zerstört worden. So wurden die Trägerraketen für die Raumfahrt weiterentwickelt, die seitdem intensiv zum Starten von unterschiedlichsten Nutzlasten, u. a. von bemannten Raumschiffen und interplanetaren Raumsonden bis heute eingesetzt wird.

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1. September - In der Bundesrepublik Deutschland wird gesetzlich für alle Fahrzeuge innerorts das Tempolimit von 50 km/h verbindlich. In Deutschland war die Verkehrsgesetzgebung bis in die Weimarer Republik Ländersache. Typisch war 1910 innerorts ein Limit von 15 km/h für Pkw und 12 km/h für Lkw, 1927 30 km/h für Pkw und Lkw. Erst der NS-Staat übertrug die Gesetzgebungskompetenz vollständig auf das Reich. Die erste „Reichstraßenverkehrsordnung“ hob am 8. Mai 1934 alle Bestimmungen über Geschwindigkeitsbegrenzungen auf. Im Mai 1939 wurden wegen der Unfallzahlen wieder Begrenzungen eingeführt (PKW innerorts 60 km/h, außerorts 100 km/h, LKW 40 bzw. 70 km/h). Nach Kriegsbeginn senkte man die Geschwindigkeiten im Oktober 1939 auf 40 km/h innerorts, außerorts 80 km/h für PKW, 60 km/h für LKW. Die Beschränkung galt auch auf den neuen Reichsautobahnen. 1953 wurden sämtliche Höchstgeschwindigkeiten in der Bundesrepublik Deutschland wieder aufgehoben, auch innerhalb geschlossener Ortschaften, ab 1. September 1957 innerorts jedoch wieder eingeführt (50 km/h für alle Kraftfahrzeuge).     W  

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2. September - Am Abend vor Schulbeginn postierte der Gouverneur des US-Staates Arkansas, Orval Faubus, in Little Rock Truppen seiner Nationalgarde vor der örtlichen High School, um neun schwarze Schüler am Betreten der Schule für Weiße zu hindern. Ein erster Versuch der "Little Rock Nine", am zweiten Schultag ihr Recht auf den Schulbesuch wahrzunehmen, scheiterte am Eingreifen der Militärs und am gewalttätigen Aufruhr wütender weißer Bürger, die sich vor der Central High versammelt hatten. Am 25. September griff US-Präsident Eisenhower in die Auseinandersetzungen ein: Er schickte 1000 Fallschirmjäger der Nationalgarde in die Südstaatenstadt, die die schwarzen Kinder zum Schuleingang eskortierten.       W   

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21. September - Das deutsche Segelschulschiff "Pamir" geriet im Atlantik in einen schweren Orkan und sank. Nur sechs der 86 Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. Mit dem Untergang ging auch die Tradition der Segelschulschiffe ihrem Ende entgegen.

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26. September - Leonard Bernsteins Musical "West Side Story" feierte in New York Premiere. Die Neugestaltung des "Romeo und Julia"-Stoffes spielt im modernen New York. Statt Familienstreitigkeiten wie bei Shakespeare wurden die Streitigkeiten und Kämpfe zweier Jugendbanden erzählt. Zu einer der beiden zählen eingewanderte Puertoricaner. Im deutschsprachigen Raum wurde das Stück, das auch sehr erfolgreich verfilmt wurde, am 25. Februar 1968 an der Volksoper in Wien erstaufgeführt.    W  Bild: West Side Story

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In einem großangelegten Feldversuch wird die Antibabypille in Puerto Rico getestet.

 

In den Südstaaten der USA läßt Präsident Eisenhower den gerichtlich angeordneten Zugang Schwarzer zu "weißen" Schulen durch das Militär schützen und überwachen, als in Arkansas sogar die Nationalgarde zur Zugangsbehinderung eingesetzt wird.

 

 

2. Oktober - In den Kinos Großbritanniens läuft der Kriegsfilm The Bridge on the River Kwai (Die Brücke am Kwai) an, dessen Filmmusik in der Folge mit dem March from the River Kwai und dem gepfiffenen Colonel Bogey March zum Ohrwurm wird. Die Brücke am Kwai ist ein Spielfilm von David Lean aus dem Jahre 1957, der auf dem gleichnamigen Roman von Pierre Boulle basiert. Zum Teil weichen Roman und Film jedoch voneinander ab. Die titelgebende Brücke ist historisch, sie überquert in der thailändischen Stadt Kanchanaburi den Fluss Khwae Yai.        W    

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4. Oktober - Sowjetischen Forschern gelingt es , zum erstenmal einen künstlichen Satelliten ("Sputnik") in eine Umlaufbahn um die Erde zu entsenden. Der Sputnik-Start stellt den ersten wichtigen Sieg der Sowjets im Wettlauf mit den USA um die Kontrolle des Weltraums dar.       W    Bild: Public Domain

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10. Oktober - In der englischen Stadt Windscale (heute Sellafield) ereignet sich ein Nuklear-Unfall. Bei einem Brand in einem der Plutonium-Reaktortürme werden erhebliche Mengen Radioaktivität freigesetzt. Der Unfall wird vor den Behörden tagelang geheimgehalten. Offiziell zugegeben wurden mittlerweile zwischen 30 und 40 Todesopfer, die Nachbarschafts-Lobby Core spricht dagegen von mehr als 1000 Menschen, die an Spätfolgen wie Blut-, Knochenmarks- und Schilddrüsenkrebs gestorben seien. Immer wieder werden Arbeiter bei nachfolgenden Unfällen in dieser Atomanlage radioaktiv verstrahlt. Leukämie bei Kindern ist in der Umgebung des Werkes zehnmal so hoch wie im britischen Durchschnitt, Krebs bei Erwachsenen um das Dreifache häufiger.     W

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Die ehemals britischen Kolonien Goldküste und Britisch-Togo werden als neuer Staat Ghana unabhängig.

 

Sowohl in der DDR wie auch in der BRD wird die Arbeitszeit auf 45 Std. je Woche verkürzt.

 

1. November - Rosemarie Nitribitt, eine Frankfurter Prostituierte, wird mit einer Platzwunde am Kopf und Würgemalen am Hals vermutlich etwa drei Tage nach ihrem Tod in ihrer Wohnung in Frankfurt aufgefunden. Bei den polizeilichen Ermittlungen stellte sich heraus, dass sie Kontakt zu bedeutenden Persönlichkeiten hatte. Da der Mordfall nicht aufgeklärt werden konnte, wurde in manchen Medien der Eindruck erweckt, dass bestimmte Kreise aus Wirtschaft und Politik die Aufklärung zu verhindern suchten. Die als Edelprostituierte bekannte Nitribitt erlangte durch ihren Tod in der Bundesrepublik der Fünfziger Jahre landesweite Berühmtheit. Später wurden über den Fall unter anderem ein Roman und zwei Filme veröffentlicht. Das Verbrechen wurde bislang nicht aufgeklärt.    W          Bild: YouTube Filmausschnitt

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7. November - Mit Beginn der Nullserie rollt im VEB Automobilwerk Zwickau der erste Trabant P50 vom Band. Bis August 1958 trugen die Modelle noch die Bezeichnung AWZ P50 „Trabant“. Später war der Wagen zur Unterscheidung von seinen Nachfolgern auch als „Trabant 500“ bekannt. Vom Typ P50 wurden zwischen 1957 und 1962 insgesamt 131.450 Wagen gebaut. Die Bezeichnung P50 bedeutet Personenkraftwagen mit 500 cm³ Hubraum. Der Trabant P50 war einer der ersten vollwertigen Kleinwagen mit Frontantrieb und entsprach dem damaligen Trend bei der Entwicklung von Automobilen zur Massenmotorisierung.         W     Bild: burts

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22. November - Der US-amerikanische Sänger Harry Belafonte gelangt als erster Schwarzer auf Rang 1 der britischen Hitparade. Seine Interpretation des Weihnachtsliedes Mary’s Boy Child des Afroamerikaners Jester Joseph Hairston bleibt dort sieben Wochen.       W   

 

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In der DDR wird am 1.11. Erich Mielke Chef des MfS Ministeriums für Staatssicherheit.

 

Am 11. Dezember - In der DDR wird mit einem neuen Paßgesetz der Strafbestand der Republikflucht verankert. Von nun an wird ungesetzliches Verlassen ihres Territoriums als Republikflucht  mit 5 Jahren Freiheitsentzug bestraft.         W    

 

Die BRD hat ihre langdiskutierte Prostituiertenaffäre mit der Erdrosselung des Callgirls Rosemarie Nitribitt, bei der sich eine Vielzahl von Aufzeichnungen über hochgestellte Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens auffinden. Da der Mord nie aufgeklärt wird, stellt sich die Vermutung bewussten Vertuschens ein.

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1958

2. Januar - Wurde in der norddeutschen Stadt Flensburg eine zentrale Kartei für Verkehrssünder eingerichtet. Sie sollte helfen, die drastisch angestiegene Anzahl von Verkehrsunfällen zu reduzieren. In der Kartei werden gravierende Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung registriert, zum Beispiel Geschwindigkeitsüberschreitungen oder zu schnelles Fahren. Außerdem werden alle rechtskräftigen Gerichtsentscheide im Zusammenhang mit Verkehrsdelikten aus dem gesamten Bundesgebiet aufgenommen.       W   

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4. Januar - 92 Tage nach seinem Start verglüht der russische Satellit Sputnik 1 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Mit ihm ist die Ära der Raumfahrt eröffnet. US-Präsident Eisenhower hatte Ende Juli 1955 die Entwicklung eines amerikanischen Erdsatelliten in Auftrag gegeben, worauf die UdSSR vier Tage später, am 1. August 1955, eine ähnliche Entwicklung ankündigte. Dies wurde von der Weltöffentlichkeit teilweise als Propaganda-Coup für die Überlegenheit des marxistisch-wissenschaftlichen Systems über den Kapitalismus (Mitteilung Herbst 1955) angesehen. Der erfolgreiche Start am 4. Oktober 1957 um 19:28:34 GMT (5. Oktober Ortszeit) von einer großen Startrampe in Baikonur (Kasachische SSR) überraschte daher alle Welt. Die Trägerrakete R-7 des Satelliten war eine Weiterentwicklung militärischer Interkontinentalraketen durch den Konstrukteur Sergei Pawlowitsch Koroljow. Die Leistungsfähigkeit sowjetischer Raketen war für die Militärs der westlichen Welt ein zusätzlicher Grund zur Sorge.       W  Bild: Public Domain

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28. Januar - Das dänische Unternehmen Lego meldet den Legostein in seiner heutigen Form zum Patent an. Das Unternehmen wurde am 10. August 1932 vom dänischen Tischlermeister Ole Kirk Christiansen zunächst zur Herstellung von Holzspielzeug gegründet. 1934 erfand er den Namen „Lego“ als Abkürzung für „leg godt“, dänisch für „spiel gut“. 1949 wurden Legosteine eingeführt, die den heutigen Steinen bereits ähnelten. Es handelte sich um farbige Kunststoffquader aus Celluloseacetat, deren Oberseiten, wie bei den heutigen Steinen, mit Noppen besetzt waren. Die Unterseite war jedoch völlig hohl, was dazu führte, dass mit diesen Steinen gebaute Modelle nicht besonders stabil waren. Dieses Problem wurde beseitigt, indem in die Unterseite der Steine hohle Röhren integriert wurden. Dieses Kupplungsprinzip wurde am 28. Januar 1958 zum Patent angemeldet, das 1988 auslief.        W   Bild: ruizo

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31. Januar - Mit dem Satelliten "Explorer I" schickten die US-Amerikaner ihren ersten künstlichen Erdtrabanten von Cape Canaveral aus ins Weltall. Mit diesem Schritt holten sie den Vorsprung der Sowjetunion in der Weltraumforschung wieder ein. Die Sowjets hatten bereit am 4. Oktober 1957 mit "Sputnik I" als erste Nation der Erde einen künstlichen Satelliten in den Orbit geschickt. An Bord der "Explorer I" war ein Instrument zur Messung kosmischer Strahlung, entwickelt von Dr. James Van Allen. Mit diesem Teilchendetektor konnte erstmals bewiesen werden, dass ein aus Elektronen und Protonen bestehender Strahlungsgürtel um die Erde existiert. Dieser wurde nach dem Leiter des Forschungsteams "Van-Allen-Gürtel" genannt. Explorer 1 bestand aus einem 205 cm langen Zylinder mit einem Durchmesser von 16 cm und erreichte eine elliptische Umlaufbahn zwischen etwa 360 km und 2.530 km Höhe. Bei einer Gesamtmasse von 13,9 kg entfielen 8,3 kg auf die Nutzlast. Im Laufe der Zeit sank die Bahn langsam wegen der Bremswirkung der obersten Luftschichten (Exosphäre) – im Durchschnitt um 30 km pro Jahr. Daraus konnte – wie auch aus den ersten sowjetischen Satelliten – schon 1958/59 das Modell der hohen Erdatmosphäre verbessert werden. Die bis dato angenommene Luftdichte war um ein mehrfaches zu gering angesetzt worden. Nach 12 Jahren im All verglühte Explorer am 31. März 1970 in etwa 100 km Höhe.        W     Bild: Tim Evanson

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Am 3. Februar 1958 unterzeichneten Belgien, die Niederlande und Luxemburg den Staatsvertrag zur Gründung der Wirtschaftsgemeinschaft Benelux, der zwei Jahre später offiziell in Kraft trat. Bereits 1921 hatten sich Belgien und Luxemburg wirtschaftspolitisch zusammen geschlossen. 1948 gingen Belgien und Luxemburg gemeinsam mit den Niederlanden eine Zollunion ein, so dass es ab 1956 praktisch keine Handelsbeschränkungen mehr zwischen den drei Staaten gab. Der Benelux-Vertrag war der erste vollkommen freie internationale Wirtschafts- und Arbeitsraum. Er gilt heute als die Keimzelle der Europäischen Gemeinschaft. 2004 wurde ein neuer Vertrag unterzeichnet. Er umfasst einige Maßnahmen gegen grenzüberschreitende Kriminalität. Polizisten aus den Beneluxländern können ohne Zustimmung der anderen Länder deren Staatsgebiet im Dienst betreten. Dies geht noch weiter als das Schengener Abkommen.        W      Bild: Immanuel Giel

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6. Februar - Acht Spieler der englischen Fußballmannschaft Manchester United kamen bei einem Flugzeugabsturz in München ums Leben. Die Katastrophe ereignete sich auf dem Rückflug der Mannschaft von Belgrad. Dort hatte sie im Europapokal mit einem 3:3 das Halbfinale erreicht. Außer den Spielern starben drei Club-Funktionäre, acht Journalisten, zwei weitere Passagiere sowie zwei Besatzungsmitglieder.

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6. Februar - Marlene Dietrich spielt als "Zeugin der Anklage" ihre letzte grosse Rolle im gleichnamigen Film von Billy Wilder. In dem Film, der am 6.2.1958 in den US-amerikanischen Kinos anläuft, spielt die Dietrich eine Ehefrau eines vermeintlich Unschuldigen, der sich allerdings später als Mörder entpuppt.         W    

 

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19. Februar - An der Chirurgischen Universitäts-und Poliklinik in Marburg an der Lahn führt Rudolf Zenker die erste erfolgreiche Operation am offenen Herzen in Deutschland, unter Verwendung einer Herz-Lungen-Maschine durch. Im selben Jahr übernahm er als ordentlicher Professor für Chirurgie den Lehrstuhl in München und war dort bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1973 Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik. Unter seiner Leitung wurde dort am 13. Februar 1969 die erste Herztransplantation Deutschlands an einem 36jährigen Patienten durchgeführt, wobei dieser nicht aufgrund mangelnder Gewebeverträglichkeit, sondern wegen des vorgeschädigten Spenderherzens nur 27 Stunden überlebte.

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21. Februar - Der britische Künstler Gerald Holtom entwirft das Friedenszeichen im Auftrag der britischen Kampagne zur nuklearen Abrüstung (englisch Campaign for Nuclear Disarmament, kurz CND) für den Ostermarsch von London zum Atomwaffen­forschungs­zentrum in Aldermaston. Es soll den weltweit ersten Londoner Ostermarsch mit dem Ziel, baldmöglichst nukleare Abrüstung zu erreichen, optisch unterstützen. Das Symbol stellt eine Kombination zweier Zeichen aus dem Winkeralphabet dar, nämlich von N für „nuclear“ (deutsch: atomar) und D für „disarmament“ (deutsch: Abrüstung). Das Logo ging von dort um die ganze Welt, verbreitet durch Bürgerrechtsbewegungen, den Widerstand gegen den Vietnamkrieg und der 68er-Bewegung.

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19. März - In Straßburg tritt das Europäische Parlament als parlamentarische Versammlung der neu gegründeten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Ihm gehören 142 Abgeordnete aus den nationalen Parlamenten Belgiens, Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Luxemburgs und der Niederlande an.

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24. März - Elvis Presley beginnt seinen Dienst in der US-Army. Nach Beendigung seiner Grundausbildung in den Vereinigten Staaten wurde der "King of Rock´n Roll" im deutschen Friedberg stationiert. Bei seiner Ankunft in Bremerhaven wurde er von seinen Fans begeistert gefeiert. In der Zeit in Deutschland tat Presley Dienst in der Armee und unternahm einige kurze Reisen. Nach der Rückkehr in die USA und dem Ende seiner Wehrzeit setzte er im Gegensatz zu den Erwartungen vieler Kritiker seine erfolgreiche Karriere problemlos fort. Zu seinen ersten Hits nach der Unterbrechung seiner Laufbahn für das Militär zählten die 1960 veröffentlichten Stücke "Stuck on you" und "Are you lonesome tonight".       W   

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Die aus CDU, CSU und Deutscher Partei gebildete Bundesregierung verabschiedete am 25. März 1958 trotz heftiger Proteste der Oppositionsparteien den Beschluss, die Bundeswehr mit Trägersystemen für Atomwaffen auszurüsten. Der Entscheidung, die niemals umgesetzt wurde, war in den fünfziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts eine kontroverse Debatte um die Nuklearbewaffnung der Bundeswehr voraus gegangen. Im "Göttinger Mainfest" und in der Initiative "Kampf dem Atomtod" hatten sich unter anderem die Nobelpreisträger Otto Hahn und Werner Heisenberg gegen deutsche Nuklearwaffen ausgesprochen. Da Deutschland in den Pariser Verträgen von 1954 auf eigene Atomwaffen verzichtet hatte, sollten die Trägersysteme der Bundeswehr im Rahmen der NATO mit amerikanischen Nuklearsprengköpfen bestückt werden.

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29. März - Der Deutsche Bundestag verabschiedete eine neue Ruhestandsregelung. Das so genannte Vorruhestandsgesetz sieht vor, dass Arbeitnehmer beim freiwilligen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben mit 58 Jahren mindestens 65 Prozent der letzten Bruttobezüge bis zum Rentenalter erhalten. Mit dem Gesetz versuchte die Bundesregierung die hohen Arbeitslosen-Zahlen zu senken.

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3. April - Britische Atomwaffen-gegner unter der Führung der Organisation Campaign for Nuclear Disarmament starten in London den ersten Ostermarsch, den Aldermaston March zur Rüstungsfabrik in Aldermaston. Dabei hat das von Gerald Holtom entworfene Friedenszeichen seinen ersten Auftritt. Zu Beginn der 1960er Jahre wurden die Ostermärsche auf Initiative von Konrad Tempel in der Bundesrepublik Deutschland eingeführt. Ihren zweiten Aufschwung und Höhepunkt erfuhren die Ostermärsche von 1979 bis 1983 in der Bewegung gegen die Neutronenbombe und die Aufrüstung mit neuenMittelstreckenraketen (NATO-Doppelbeschluss). Bis in die Gegenwart haben sich die Ostermärsche als alljährlich um die Osterfeiertage herum stattfindende Demonstrationsform der Friedensbewegung in Deutschland etabliert.   Laut Holtom stellt das Symbol eine Kombination zweier Zeichen aus dem Winkeralphabet dar, nämlich von N für „nuclear“ und D für „disarmament“ (deutsch: Abrüstung).          W    Bilder: Martin Hawlisch (User:LosHawlos)

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Der Unterwasserberg Ripple Rock zwischen Vancouver Island und dem kanadischen Festland, der eine ständige Gefahr für die Schifffahrt dargestellt hat, wird mit 1.375 Tonnen Sprengstoff gesprengt. Der Ripple Rock war ein Unterwasser-Berg in der Discovery Passage zwischen Vancouver Island und dem kanadischen Festland mit zwei Bergspitzen, die sich nur etwa drei Meter unter der Wasseroberfläche befanden. An dieser Gefahrenstelle sanken 119 Boote und Schiffe, dabei kamen 114 Menschen ums Leben. Nach langen Diskussionen und ersten Versuchen seit dem Jahr 1943 wurde ab 1955 in 27 Monaten Bauzeit ein Tunnel unter dem Meeresboden bis zu den Bergspitzen getrieben. Die Sprengung wurde über Fernsehen ausgestrahlt. Dies war eine der größten konventionellen Sprengungen in der Geschichte, bei der 370.000 t Gestein und 320.000 t Wasser bewegt wurden. Seitdem ist die nunmehr 14 m tiefe Engstelle keine Gefahr mehr für die Schifffahrt.      W   

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7. April - Protestierten 15.000 britische Atomwaffengegner vor dem Nuklearforschungszentrum von Aldermaston gegen Planung, Bau und Einsatz von Atomwaffen. Ihr Protest wurde wenig später auf dem europäischen Festland mit ähnlichen Demonstrationen nachgeahmt, die sich jahrelang als "Ostermärsche" der Atomwaffengegner etablierten.

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14. April - Der sowjetische Satellit Sputnik II, der die Hündin Laika in die Erdumlaufbahn gebracht hat, verglüht nach 162 Tagen im All in der Erdatmosphäre. Die Hündin Laika war das erste Lebewesen, das vom Menschen gezielt in einen Orbit um die Erde befördert wurde. Im Rahmen der Mission Sputnik 2 wurde sie am 3. November 1957 an Bord des sowjetischen Raumflugkörpers ins All geschickt. Ihre Rückkehr zur Erde war zwar nicht vorgesehen, dennoch überraschte ihr früher Tod. Über den Zeitpunkt ihres Todes und die Todesursache herrschte jahrzehntelang Unklarheit. Erst vor wenigen Jahren wurde bekannt, dass Laika einige Stunden nach dem Start der Rakete starb, vermutlich an Überhitzung und Stress. Die Mission gilt dennoch als Erfolg. Die Erkenntnisse aus Sputnik 2 ermöglichten letztlich erst die bemannte Raumfahrt mit Juri Gagarin.   W      Bild: Public Domain

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17. April - In Brüssel wurde vom belgischen König Baudouin I. die erste Weltausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnet. Schwerpunkt der Technikschau waren Neuheiten in Raumfahrt und Atomenergie. Die Ausstellung, deren Wahrzeichen das so genannte "Atomium" war, wurde von etwa 41 Millionen Menschen besucht. Das "Atomium" ist ein 102 Meter hohes Modell eines Eisenmoleküls mit eingebautem Restaurant. Ein Modell des ersten sowjetischen Satelliten wurde in Brüssel gezeigt. Es war die Zeit des Kalten Krieges, und der Satellit demoralisierte die Vereinigten Staaten von Amerika. Als Reaktion planten die USA ein Kernkraftwerk auf dem Ausstellungsgelände in unmittelbarer Nähe der Innenstadt und des königlichen Palastes. Der belgische König forderte, das Kraftwerk an einem anderen Ort zu bauen.

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3. Mai - Das wahrscheinlich bekannteste Werk des amerikanischen Schriftstellers Truman Capote "Frühstück bei Tiffany" erschien und wurde zuerst als Buch und später als Film weltberühmt. In der Satire auf die bessere Gesellschaft New Yorks verkörpert die Hauptprotagonistin Holly Golightly die Überwindung von gesellschaftlichen und moralischen Zwängen im Amerika der Fünfziger Jahre des Zwanzigsten Jahrhunderts. In der Filmversion von Blake Edwards aus dem Jahr 1961 spielten Audrey Hepburn und George Peppard die Hauptrollen.        W   

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18. Mai - Beim Grand Prix von Monaco gab der britische Rennstall "Lotus" sein Weltmeisterschaftsdebüt. Für das Team Lotus starteten die Fahrer Cliff Allison und Graham Hill auf die 100 Runden über den knapp 315 Kilometer langen Circuit von Monte Carlo. Nur drei der 30 Fahrer konnten das Rennen über die volle Distanz zu Ende bringen. Lotus-Pilot Allison erreichte nach 87 Runden Platz 6, während Graham Hill mit Motorschaden ausschied. 1960 konnte Lotus mit Sterling Moss in Monte Carlo den ersten Grand-Prix-Sieg in der Formel 1 für sich verbuchen. Weltmeister auf Lotus waren Jim Clark (1963 und 1965), Graham Hill (1968), Jochen Rindt (postum 1970), Emerson Fittipaldi (1972) und Mario Andretti (1978).

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19. Mai -  Bobby Darins (eigentlich Walden Robert Cassotto)"Splish Splash" wird veröffentlicht und ist damit die erste auf Vinyl gepresste 8-Spuraufnahme. Darins ungewöhnliche Stimme verhalf dem Stück, das er selbst innerhalb einer halben Stunde komponiert hatte, weltweit zu guten Hitparadennotierungen. Eine Geschichte über die Entstehung seines Künstlernamens besagt, dass er vor einem chinesischen Restaurant stand. Die Leuchtschrift am Eingang war defekt, von dem Wort Mandarin leuchteten nur die letzten fünf Buchstaben auf.

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29. Mai - Selbstbedienung statt Rationierung heißt es ab diesem Tag in der DDR; die Lebensmittelrationierungen werden von nun an eingestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten teuere Lebensmittel, die teilrationiert waren (Obst, Fleisch, Gemüse) auf Karten billiger erworben werden. Die Preise werden nun vereinheitlicht. Allerindgs erhalten die Empfänger niedriger Einkommen von den Behörden Teuerungszuschläge

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7. Juni - Der britische Gynäkologe Ian Donald legte 1958 die Grundlage pränataler Diagnostik mit der erstmaligen sonographischen Darstellung eines ungeborenen Kindes. Diese Anwendung entwickelte er mit seinen Kollegen am Glasgow Royal Maternity Hospital (GRMH) in Glasgow. Die Ergebnisse wurden am 7. Juni 1958 in The Lancet unter dem Titel "Investigation of Abdominal Masses by Pulsed Ultrasound" veröffentlicht. Die technische Weiterentwicklung der Ultraschallgeräte ermöglichte eine hohe Detailauflösung und damit die Erkennung von strukturellen Fehlbildungen fetaler Organe mit hoher diagnostischer Sicherheit. So wurden die Diagnose von Bauchwanddurchbrüchen, Zwerchfellhernien, Verlagerungen der Herzachse, Fehlbildung von Organen wie z. B. der Lunge oder der Nieren, Zystennieren, Fehlbildungen der Extremitäten, Obstruktionen im Magen-Darm-Trakt etc. möglich.    W

 

 

7. Juni - In Deutschland wird das erste SOS-Kinderdorf gegründet. Die Dörfer wurden von dem österreichischen Sozialpädagogen Hermann Gmeiner 1949 ins Leben gerufen, um Waisen und heimatlose Kindern in einer familienähnlichen Gemeinschaft zu erziehen und zu betreuen. Kinderdörfer dieser Art gibt es inzwischen in vielen Ländern der Welt.

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29. Juni - Brasilien geht bei der 6. Fußballweltmeisterschaft als Sieger hervor. Held des Teams ist der 17-jährige "Pelé", der mit diesem Weltmeisterschaftsspiel in Schweden den Beginn einer großen Karriere macht. Torschützenkönig wurde der Franzose Just Fontaine, der mit 13 Treffern Frankreich zum dritten Platz schoss und einen bis heute nicht erreichten Rekord aufstellte. Der Titelverteidiger Deutschland, inzwischen durch den Beitritt des Saarlandes verstärkt, unterlag der Heimmannschaft im harten Halbfinale und Frankreich beim Spiel um Platz 3.       W   

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Die National Aeronautics and Space Administration (NASA) wurde in den USA als Einrichtung für alle aeronautischen und astronautischen Forschungsprogramme nicht militärischer Art gegründet. Das Hauptquartier befindet sich seit dem in Washington. Von dort aus werden die verschiedenen Zentren und Einrichtungen in der USA koordiniert, wie beispielsweise das berühmte Kennedy Space Center in Florida, das Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, Kalifornien oder das Johnson Space Center in Houston, Texas. Die Gründung war eine Reaktion auf den Schock, der durch den erfolgreichen Einsatz des "Sputnik"-Satelliten der UdSSR verursacht wurde. Am 4. Oktober 1957 hatten die Sowjets als erste Nation einen Satelliten in die Erdumlaufbahn geschickt.       W   

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Das Europäische Parlament konstituiert sich in Straßburg aus der gemeinsamen Versammlung von Montan-Union, EWG und EURATOM.

 

In der BRD findet der erste "Ostermarsch" von Atomgegnern statt.

 

Bundespräsident Heuss stattet Großbritannien am 20.10. den ersten Staatsbesuch eines deutschen Staatsoberhauptes seit 50 Jahren ab. Die Atmosphäre ist herzlich, aber zurückhaltend.

 

Für das im 2. Weltkrieg stark beschädigte Brandenburger Tor wird die Quadriga nach einer noch vorhandenen Gipskopie neu gegossen.

 

Wahrzeichen der Weltausstellung in Brüssel ist das "Atomium".

 

Der erste amerikanische künstliche Satellit wird gestartet. Ein Versuch der Amerikaner, eine Rakete zum Mond zu schießen, scheitert an der mangel-haften Raketentechnik. Bei diesem Experiment wird der erdumspannende van-Allen-Strahlungsgürtel entdeckt, der Instrumentenausfälle verursacht.

 

Die erste Ultraschall-Untersuchung Ungeborener wird in England durchgeführt.

 

Das 1954 in Dienst gestellte Atom-U-Boot "Nautilus" untertaucht die nordpolare Eiskappe und den Nordpol.

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2. September - Über Armenien wird im sowjetischen Luftraum ein amerikanisches Spionageflugzeug abgeschossen. Alle 17 Besatzungsmitglieder sterben.  Die Besatzung bestand neben sechs Angehörigen der Flugbesatzung auch aus elf Sprachspezialisten der 6911th Radio Group Mobile (Funkaufklärung). Der Flug startete um 10:21 Uhr Lokalzeit von der Incirlik Air Base bei Adana im Süden der Türkei zu einer COMINT-Mission. Um 11:42 setzte die Besatzung über Trabzon in 7800 Metern Höhe letztmals einen Funkspruch ab und drang wenig später in den sowjetischen Luftraum ein. Eine zum Abfangen angesetzte MiG-17-Viererformation mit den Piloten Gawrilow, Iwanow, Kuscherjajew und Lopatkow traf die C-130 etwa 55 Kilometer nordwestlich von Jerewan und griff sie mit Bordwaffen und Luft-Luft-Raketen an. Durch die Trefferwirkung wurde der rechte Flügel beschädigt und das Heck vom Rumpf abgetrennt, worauf das Flugzeug brennend abstürzte. Die sowjetischen Jagdflugzeuge landeten anschließend auf dem Flugplatz Leninakan. Der Abschuss stellte beide Seiten vor diplomatische Probleme. Die Amerikaner meldeten zunächst ein verschollenes Forschungsflugzeug, die Sowjetunion berichtete über einen Flugzeugabsturz, ohne anzugeben, dass das Flugzeug abgeschossen worden war. Die sterblichen Überreste von sechs Besatzungsmitgliedern wurden am 24. September 1958 an die USA übergeben.       W   

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8. September - In Bonn wurde die neue Konzert- und Kongresshalle der damaligen Bundeshauptstadt eingeweiht. Ihren Namen erhielt sie zu Ehren des großen Sohns der Stadt, Ludwig van Beethoven (1770-1827). Eine erste Halle gleichen Namens bestand bereits 1845. Der Holzbau wurde als Austragungsstätte des ersten, drei Tage dauernden Beethovenfests errichtet, das auf Initiative Franz Liszts zum 75. Geburtstag des Komponisten stattfand. Nach den Feierlichkeiten, bei denen der preußische König Friedrich Wilhelm IV. und Königin Victoria von England als Ehrengäste anwesend waren, wurde das Haus wegen Feuergefahr abgerissen. Die zweite Halle entstand 1870 zu Beethovens 100. Geburtstag. Ebenfalls ins Holzbauweise errichtet, fiel sie am 18. Oktober 1944 einem Bombenangriff zum Opfer.         W     Bild: Leonce49=Hans Weingartz

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1. Oktober - Die neugegründete NASA nimmt, als Reaktion auf die frühen Erfolge der Sowjetunion in der Raumfahrt, ihre Arbeit auf. Sie entstand aus der Vorgängerorganisation NACA mit dem Ziel, die Weiterentwicklung in Raumfahrt und Flugzeugtechnik voranzutreiben. Die ersten Projekte der NASA beschäftigten sich mit der bemannten Raumfahrt und standen unter dem Druck des Wettlaufs ins All. Das Mercury-Programm war der erste Schritt: Man untersuchte, ob und unter welchen Bedingungen ein Mensch im Weltall überleben könnte. Doch auch hier kam die Sowjetunion den USA zuvor: Am 12. April 1961 absolvierte der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin mit Wostok 1 seinen spektakulären ersten Raumflug und umrundete dabei in 108 Minuten einmal die Erde. Am 5. Mai 1961 war es dann auch für die NASA so weit: Alan Shepard war der erste Amerikaner im Weltall, als er mit Mercury 3 15 Minuten lang in einem bogenförmigen Flug den Weltraum erreichte. Der erste Amerikaner, der die Erde umkreiste, war John Glenn in Mercury 6 mit einem fünfstündigen Flug am 20. Februar 1962.

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1. Oktober - Ein Truppentransporter beförderte Elvis Presley, das US-amerikanische Rock-'n'-Roll-Idol, nach Deutschland wo er im Panzerbatallion der "3rd Armored Division" in Friedberg seinen Dienst tat. In Deutschland angekommen, wohnte er zunächst im Hotel Grunewald in Bad Nauheim, bevor er mit seinem Vater und seiner Großmutter sowie zwei Entouragemitgliedern im selben Ort ein Privathaus in der Goethestraße 14 anmietete. Soldaten, die Elvis Presley während seiner Zeit in der Armee persönlich kennenlernten, beschrieben ihn als fähigen, sehr umgänglichen, trotz seines Ruhms bodenständig gebliebenen und großzügigen Zeitgenossen. Sein hier geleisteter Wehrdienst löste in Deutschland ein "Elvis-Fieber" aus. Mehrere militärische Einheiten machten Angebote, um den Jungstar für die Eigenwerbung einzusetzen. Die Marine wollte eine eigene „Elvis Presley Company“ gründen, die Luftwaffe den bei der Jugend populären Presley gezielt für die Anwerbung von Rekruten einsetzen. Es wurde angenommen, dass Presley, wie viele andere Berühmtheiten vor ihm, den Weg in die Special Services wählen würde. Trotz großer Befürchtungen, dass eine zweijährige Abwesenheit von Aufnahme-, Filmstudio und Bühne negative Folgen für seine Karriere haben könnte, hatte Presley weder vor, sich zu drücken, noch sich instrumentalisieren zu lassen und entschied sich mit den Worten „Wenn die Armee mich singen sehen wollte, hätte sie mich nicht einberufen sollen“ für das normale Soldatenleben. Die Militärkarriere von Presley wird als sehr erfolgreich bezeichnet – er zeigte Führungsqualitäten, wurde mehrfach befördert, seine Dienstakte enthielt eine Reihe von Belobigungen, und er verließ die Armee nach zwei Jahren mit dem Dienstgrad eines Unteroffiziers.       W 

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4. Oktober - Die Russen starten mit Sputnik I. den weltersten künstlichen Satelliten, bereits am 3.11. mit Sputnik II. den ersten mit der Hündin Laika "bemannten". Sie erproben die erste Interkontinental-Rakete mit einer Reichweite von über 5.000 km.

 

 

8. Oktober - Der erste vollständig in den menschlichen Körper eingebettete Herzschrittmacher wurde am 8. Oktober 1958 von dem Arzt Åke Senning und dem Ingenieur der Firma Siemens Elema, Rune Elmqvist, in Stockholm dem Patienten Arne Larsson eingepflanzt. Kurioserweise glaubten beide damals nicht an den langfristigen Erfolg der Herzschrittmacher. Das Gerät bestand aus zwei Transistoren, die in einer Kippschaltung arbeiteten, einem Nickel-Cadmium-Akkumulator und einer Spule zum externen Aufladen dieses Akkumulators. Die Kapazität des Akkumulators war bereits nach kurzer Dauer erschöpft. Die elektronischen Bauelemente wurden in einer Schuhcremedose mit Epoxidharz vergossen. Die benötigten Elektroden, die die Stimulationsenergie an das Herz abgaben, waren fest mit dem Schrittmacher verbunden.         W     Bild: Professor Marko Turina, University Hospital, Zurich

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23. Oktober -Im französischen Kindermagazin "Spirou" erschienen erstmals die "Schlümpfe". Ihr Schöpfer Pierre Culliford zeichnete die kleinen Kobolde als Nebenfiguren seines erfolgreichen Comics "Johan und Pirlouit". Culliford entwickelte im selben Jahr die ersten eigenständigen Geschichten, darunter auch Klassiker wie "Blauschlümpfe und Schwarzschlümpfe". Mit zunehmender Popularität der "Schlümpfe" wandelte sich Culliford mehr und mehr vom Künstler zum Manager und Vermarkter. Mitte der 60-er Jahre des 20. Jahrhunderts gründete er ein Studio, in dem er Zeichner seine Ideen weiter entwickeln ließ. Der Kinofilm "Die Schlümpfe und die Zauberflöte" erreichte 1975 den internationalen Durchbruch. 1977 sorgte Vater Abraham mit seinem "Lied der Schlümpfe" für einen weiteren Popularitätszuwachs. 

      W  

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Der Laser wird erfunden.

 

 

23. Dezember - In Tokio wird der Tokyo Tower für das Publikum geöffnet. Der Stahlfachwerkturm löst mit 332,6 Metern Höhe den Pariser Eiffelturm bis 1985 als weltweit höchstes Bauwerk seiner Art ab. Der als Fernsehturm dienende Tokyo Tower ist nach dem Vorbild des Eiffelturms in Stahlfachwerkbauweise erbaut und ist eines der Wahrzeichen der japanischen Hauptstadt Tokio. Der Tower dient zur Ausstrahlung von 24 Fernseh- und Radioprogrammen und verzeichnet jährlich knapp 3 Millionen Besucher. Der Tower verfügt über zwei vollständig verglaste Plattformen: eine zweistöckige in 150 Metern Höhe, die auch Läden und Restaurants enthält, und eine einstöckige, reine Aussichtsplattform in 250 Metern Höhe. Bei klarem Wetter kann man bis zum Fuji sehen.  Unterhalb des Turms befindet sich ein Gebäude, das auf vier Stockwerken unter anderem ein Aquarium mit seltenen Fischen, ein Wachsfigurenkabinett, eine Spielhalle, Souvenirläden, Restaurants und auf dem Dach einen kleinen Vergnügungspark beherbergt.   
W
     Bild: 東京太郎

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1959

2. Januar - Die sowjetische Raumsonde Lunik 1 startet in Richtung Mond. Es handelt sich um die erste Sonde, die das Schwerefeld der Erde überwindet. Das geplante Ziel der Mission, der Aufschlag auf dem Mond, wurde aber nicht erreicht. Stattdessen wurde sie am 4. Januar 1959 ungewollt zur ersten Vorbeiflugsonde. Nach den Fehlstarts von drei Vorgängern im Jahr 1958 und nur 15 Monate nach dem Start von Sputnik 1 hob Lunik 1 am 2. Januar 1959 um 16:41:21 UTC vom Weltraumbahnhof Baikonur aus zum Mond ab. Am 3. Januar um 0:56 UTC, noch weit vor Erreichen des Mondes, wurde in einer Erdentfernung von etwa 113.000 km von der abgetrennt mitfliegenden letzten Raketenstufe eine Natriumdampfwolke ausgestoßen. Die verwendete Menge von 1 kg Natrium ergab eine Wolke, die durch den Sonnenwind zum orangen Leuchten angeregt wurde und als „künstlicher Komet“ zur sichtbaren Markierung der Bahnposition von Beobachtungsstationen aus fotografiert werden konnte. Als daraufhin erkannt wurde, dass die Sonde den Mond verfehlen wird und das Erde-Mond-System verlassen muss, erfolgte ihre Umbenennung in Metschta, in Anlehnung an den Traum der Menschheit, in den tieferen Weltraum vorzustoßen. Auf Grund einer zu hohen Geschwindigkeit verfehlte Lunik 1 die Oberfläche des Erdtrabanten am 4. Januar um 2:59 UTC nach 34 Stunden um knapp 6000 km und flog mit einer Geschwindigkeit von 2,5 km/s an ihm vorbei. Die letzten Funksignale der Sonde konnten bis zur Erschöpfung ihrer Batterien am 5. Januar 1959 gegen 7:00 UTC noch aus einer Entfernung von rund 600.000 km empfangen werden.        W   

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3. Januar - Mit dem Inkrafttreten des Alaska Statehood Act wird das bisherige Alaska-Territorium unter dem Namen Alaska als 49. Bundesstaat in die Vereinigten Staaten von Amerika aufgenommen. Die Territoriumshauptstadt Juneau ist auch die Hauptstadt des neu geschaffenen Staates. Bereits im Jahr 1867 wurde das Gebiet von den Nordamerikanern für einen Gegenwert von 7,2 Millionen Dollar dem russischen Zarenreich abgekauft. 1877 verließen die nordamerikanischen Truppen das Land. 1884 wurde Alaska zum Gerichtsbezirk und erhielt eine Zivilverwaltung nach dem Vorbild der Verfassung von Oregon. Im selben Jahr wurde das Schulsystem eingeführt. 1912 wurde Alaska zum Territorium. 1946 stimmten die Einwohner Alaskas für die Bundesstaatlichkeit. Der Kongress billigte 1958 das Bundesstaats-Abkommen und 1959 folgte der Eintritt in die USA. Alaska ist der größte Bundesstaat der USA.       W   

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In Frankreich übernimmt General Charles de Gaulle das Amt des Staatspräsidenten der "Fünften Republik". Die Vorgängerrepublik war unter anderem an den Folgen des Algerienkrieges gescheitert und de Gaulle hatte sich vor diesem Hintergrund weitreichende Machtbefugnisse für sein neues Staatsamt einräumen lassen.

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3. Februar - Buddy Holly, Ritchie Valens und The Big Bopper sterben gemeinsam bei einem Flugzeugabsturz kurz nach dem Start in der Nähe von Mason City. Das Ereignis wird später als „The Day the Music Died“bezeichnet. Untersuchungen zufolge waren die wahrscheinlichen Ursachen für den Absturz schlechte Wetterbedingungen und menschliches Versagen seitens des Piloten. Die auf drei Wochen ausgelegte Konzerttour „The Winter Dance Party“ führte 1959 einige Rock-'n'-Roll-Sänger und -Bands durch mehrere Städte der USA. Der Tourbus, erwies sich als nicht sehr wintertauglich, das Heizsystem fiel schon kurz nach Tourstart aus. Buddy Hollys Schlagzeuger Carl Bunch musste sogar wegen Frostbeulen an den Füßen im Krankenhaus stationär behandelt werden. Am 2. Februar 1959 hatte Holly genug von dem Bus und charterte mit seinen verbliebenen Bandkollegen Waylon Jennings und Tommy Allsup ein Kleinflugzeug, um damit zum nächsten, immerhin knapp 600 km entfernten Auftritt zu gelangen. Jiles Perry „The Big Bopper“ Richardson, der sich im kalten Tourbus eine Grippeerkrankung zuzog, bat Waylon Jennings um dessen Platz im Flugzeug. Jennings stimmte zu, und als Buddy Holly von diesem Tausch hörte, sagte er im Scherz zu Jennings: „Ich hoffe, euer alter Bus friert endgültig zu!“, worauf dieser, ebenfalls scherzend, erwiderte: „Und ich hoffe, euer Flugzeug stürzt ab!“. Dieser Dialog verfolgte Jennings noch Jahre später. Das Lied American Pie von Don McLean aus dem Jahre 1971 bezieht sich mit einigen Textstellen auf diesen Tag; die Phrase „The Day The Music Died“ wurde durch diesen Song geprägt.           W 

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9. März - Auf der Spielwarenmesse American Toy Fair in New York stellt das US-Unternehmen Mattel die Barbie-Puppe vor. Nach Aussage von Ruth Handler hatte sie bereits Anfang der 1950er Jahre die Idee, nach dem Vorbild der Ankleidepuppen, mit denen ihre Tochter Barbara spielte, eine Puppe zu produzieren, die einem Mannequin glich. Ihr Mann sei jedoch der Ansicht gewesen, die Produktion würde zu teuer. Auf einer Europareise entdeckte Ruth Handler eine solche Puppe in einem Schaufenster in Luzern und kaufte sie. Sie war etwa 30 Zentimeter groß und hatte eine blonde Pferdeschwanz-Frisur. Bei der Puppe aus dem Schaufenster handelte es sich um die Bild-Lilli, eine Puppe nach dem Vorbild eines Comics, den Reinhard Beuthien seit 1952 für die BILD zeichnete und die seit 1955 auf dem Markt war. Modelliert hatte sie Max Weißbrodt von der Firma O. & M. Hausser in Neustadt bei Coburg. Zurück in den USA gingen die Handlers daran, ihr Puppenprojekt umzusetzen. Über die genauen Umstände, unter denen dies geschah, gibt es zwei Versionen – die von der Firma Hausser und die von der Firma Mattel. Am 9. März 1959 wurde die erste Mattel-Puppe auf der American Toy Fair in New York präsentiert (benannt nach der Tochter der Handlers). Die Vermarktungsrechte an der Bild-Lilli kaufte Mattel jedoch erst 1964, sodass deren Produktion daraufhin eingestellt wurde. Damit konnte die Barbie-Puppe auch in Deutschland verkauft werden.         W    

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Dalai Lama10. März - Der Dalai Lama flieht am 10. März 1959 ins indische Exil, nachdem die chinesischen Machthaber eine der größten Massendemonstrationen für die Unabhängigkeit Tibets niedergeschlagen hatten. Seitdem lebt das Oberhaupt der Tibeter in Dharamsala, von wo aus er für eine friedliche Lösung des Konflikts arbeitet. Allerdings hat die chinesische Regierung bisher alle Gesprächsangebote und Unabhängigkeitsbestrebungen abgelehnt und besteht auf der unveränderlichen Zugehörigkeit Tibets zu China. Für seinen gewaltlosen Einsatz für die tibetische Sache wurde der Dalai Lama 1989 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.         W     Bild: Robert Scales

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9. Mai - In Berlin erfolgt die Grundsteinlegung für den Neubau der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Der Sakralbau entsteht nach den Plänen des Architekten Egon Eiermann. Die evangelische Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (auch: Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, umgangssprachlich kurz Gedächtniskirche oder KWG und im Berliner Volksmund „Hohler Zahn“ genannt) steht auf dem Breitscheidplatz zwischen dem Kurfürstendamm, der Tauentzienstraße und der Budapester Straße im Berliner Ortsteil Charlottenburg. Die neue Kirche wird von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirchengemeinde für Gottesdienste und Veranstaltungen genutzt. Der nicht zerstörte alte Teil der Kirche ist heute ein Museum und Kriegsmahnmal für den Frieden. Das Ensemble gilt als ein Wahrzeichen des Berliner Westens.         W     Bild: Jonay CP from Las Palmas de Gran Canaria, Spain

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6. Februar - Der US-amerikanische Ingenieur Jack Kilby reicht ein Patent für den ersten integrierten Schaltkreis ein. 1958 begann er seine Arbeit bei Texas Instruments, wo er als Neueinsteiger keinen Sommerurlaub hatte. Er hatte das Labor für sich allein und seine Überlegungen. Dies brachte ihm Zeit, um sich mit der Tyranny of numbers zu beschäftigen, worunter man damals im Computerdesign das Problem verstand, dass neue Designs immer mehr Komponenten aufwiesen, die sich immer schwieriger verdrahten ließen. Er kam zu dem Schluss, dass eine Lösung durch die Verwendung von Halbleitern möglich sei. Am 24. Juli 1958 beschrieb er in seinem Labortagebuch erstmals seine Idee, Transistoren, Widerstände und Kondensatoren zu einem Bauteil zusammenzufügen. Am 12. September 1958 präsentierte er ein erstes Exemplar einer funktionierenden Schaltung auf einem Halbleiter. Nicht viel mehr als ein Stück Germanium mit einigen Kabeln auf einem Stück Glas, etwa so groß wie eine Büroklammer, war alles was zuerst zu sehen war. Als Kilby einen Schalter drückte, erschien auf dem Oszilloskop eine endlose Sinuskurve. Damit sahen die Anwesenden, unter ihnen auch der Chef von Texas Instruments, Mark Shepherd, dass das Problem gelöst war. Am 6. Februar 1959 wurde das Patent US 3.138.743 für den ersten integrierten Schaltkreis eingereicht. Der Prototyp blieb erhalten und befindet sich in Privatbesitz. Zunächst war den integrierten Schaltkreisen kein kommerzieller Erfolg beschieden, aber im Jahr 1966 setzte Kilby sie erstmals beim Bau von Taschenrechnern ein. Die von da an stattfindende technische Entwicklung hin zu immer kleineren und leistungsfähigeren „Chips“ erstaunte und erfreute selbst Kilby. Während seines Lebens ließ er 60 seiner Erfindungen patentieren und gilt auch als Erfinder des Taschenrechners und der Thermodrucker.      
 
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    Bild: Public Domain  

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6. Juli - Im seit 1957 durch den Vertrag von Luxemburg in die Bundesrepublik Deutschland eingegliederten Saarland wird der Saar-Franken von der Deutschen Mark abgelöst. Der Saar-Franken war der volkstümliche Name der Münzprägungen, die das autonome Saarland 1954 und 1955 ausgab. Von 1921 bis 1935 und von 1947 bis 1959 war der Französische Franc die Währung des unter Völkerbundverwaltung stehenden Saargebietes (1920–1935), des autonomen Saarlandes (1947–1956) sowie des deutschen Bundeslandes Saarland (1957 bis Juli 1959). Die französischen Münzen wurden 1954/55 durch eigene saarländische Prägungen ergänzt – eine eigene Währung stellten diese sogenannten „Saar-Franken“-Münzen rechtlich jedoch nie dar.          W    

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Hovercraft26. März - Der britische Ingenieurwissenschaftler Christopher Cockerell (1910-1999) stellte das erste Luftkissenfahrzeug der Welt, das "Hovercraft", vor. Die Probefahrt des Prototypen "S.R.N. 1" verlief erfolgreich, noch im Verlauf deselben Jahres überquerte das Boot, dass auch über Moor und Strand gleiten konnte, am 26. März den Ärmelkanal. 1962 wurde die "S.R.N. 2" erstmals im Personenverkehr zwischen Portsmouth und der Isle of Wight eingesetzt. Düsen am Boden des 7 Tonnen schweren und bis zu 110 km/h schnellen Schwebefahrzeuges drücken Luft in eine an den Seiten geschlossene Gummischürze, so dass ein tragfähiges Druckluftpolster entsteht. Das "Hovercraft" wird als Verkehrsmittel im Ärmelkanal eingesetzt.

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29. März - Billy Wilders Komödie "Manche mögen's heiß" feierte Premiere in New York. Nach der Story von M. Logan inszenierte Wilder eine turbulente Verwechslungskomödie, in der Jack Lemmon und Tony Curtis in Frauenkleidern getarnt vor den Gangstern Chicagos fliehen. Auf ihrer Flucht schließen sie sich einer Damen-Band an und treffen dabei auf Marylin Monroe. Die beiden spielen ihre Damen-Rollen so überzeugend, dass sich der Milionär Jerry (Tony Curtis) in die "Musikerinnen" verliebt.

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Am 14. Juli lief mit der "USS Long Beach" das erste atomgetriebene Kriegsschiff von der Werft in Quincy, vom Stapel. Der mit zwei Nuklearreaktoren bestückte Kreuzer erreichte eine Geschwindigkeit von rund 30 Knoten und war unter anderem mit zwei Tomahawk-Cruise-Missiles ausgerüstet. Das Schiff mit einer Besatzung von 1000 Soldaten und 80 Offizieren wurde 1961 in den Dienst gestellt und 1995 ausgemustert. Die USS Long Beach galt als taktische Waffe der amerikanischen Flotte und hatte den Vorteil, dass sie aufgrund ihres nuklearen Antriebssystems im Gegensatz zu herkömmlichen Schiffen zeitlich praktisch unbegrenzt einsatzfähig war.          W       Bild: Public Domain

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18. August - Der von Sir Alec Issigonis für die British Motor Corporation entworfene britische Kleinwagen Mini kommt auf den Markt. Die Besonderheit der Mini-Konstruktion bestand in erster Linie im Quereinbau des Frontmotors, dessen Getriebe mit dem Motorblock eine Einheit bildete. Dadurch ließ sich die Fahrzeuglänge auf nur wenig über drei Meter bringen. Anlaß für die Entwicklung des sparsamen Automobils war die Suezkrise von 1956 − die erste Energiekrise mit deutlich spürbaren Auswirkungen für die westliche Welt. Am 4. Oktober 2000 lief der letzte von ca. 5.400.000 produzierten Fahrzeugen vom Band.

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21. August- Hawai wird durch Präsident Dwight D. Eisenhower zum 50. Bundesstaat der Vereinigten Staaten proklamiert. Die Pazifik-Inseln waren 1898 von den USA annektiert und 1900 zu "amerikanischem Territorium” erklärt worden.

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13. September - Um 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) schlug die sowjetische Raumsonde "Lunik 2" auf dem Mond auf. Vor dem Aufprall schleuderte sie Wimpel und Metallstreifen mit eingravierten Sowjetsternen aus. Der erste Startversuch der "Lunik 2" am 18. Juni 1959 war misslungen. Zum zweiten Mal gestartet, war sie der erste Flugkörper der den Mond erreichte. Die erste sowjetische Raumsonde "Lunik 1" hatte bereits am 2. Januar 1959 als erstes Flugobjekt in der Geschichte der Menschheit das Kraftfeld der Erde verlassen und sollte auf dem Mond landen, verfehlte aber den anvisierten Erdtrabanten um 6000 Kilometer.         W    Bild: Public Domain

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7. November - Mit der Mondsonde Lunik 3 gelingen erstmals Aufnahmen der bis dahin unbekannten Mondrückseite. Genau genommen sind aber nur 41 Prozent der Mondoberfläche nie sichtbar. Der Grund ist die 5° geneigte Mondbahn und ihre Ellipsenform (siehe Libration). Aus geologisch-kosmogonischer Sicht ist bemerkenswert, dass die Mondrückseite nur vier kleine Mondmeere aufweist: Die zwei relativ zentral gelegenen Tiefländer Mare Moscoviense und Mare Ingenii sowie die bei extremer Libration am Rand vor der Vorderseite sichtbaren Tiefländer Mare Australe und Mare Orientale. Die Mondrückseite besteht zu über 90 Prozent aus hellen, kraterbedeckten Hochländern. Auffällig ist ferner der sehr dunkle Boden des großen Kraters Tsiolkovskiy und des nahe gelegenen Kraters Jules Verne.         W    Bild: Public Domain  

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19. Oktober - Die erste Diskothek Deutschlands wird gegründet, der Scotch-Club.

 

21. Oktober - Das Guggenheim-Museum in New York/USA wurde eröffnet. Das Meisterwerk des Architekten Frank Lloyd Wright beheimatet die berühmte und wertvolle Guggenheim-Sammlung moderner Kunst. 1991 und 1992 wurde ein Anbau vorgenommen, so dass die Ausstellungsfläche Platz für mehr als 8000 Exponate bietet. Solomon R. Guggenheim hatte 1937 die "Solomon R. Guggenheim Foundation" gegründet. Ziel der Stiftung war die Einrichtung eines Museums für nichtgegenständliche Malerei. Das Museum in New York zählt zu den renommiertesten Kunstsammlungen der Welt. Weitere Filialen wurden in Bilbao, Venedig und Berlin gegründet.

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In Berlin wird der Film "Die Brücke" nach einem Roman von Manfred Gregor uraufgeführt. Regisseur Bernhard Wicki erzählt die Geschichte einer Schulklasse in einer deutschen Kleinstadt, die kurz vor Ende des 2. Weltkriegs zur Verteidigung einer kleinen Brücke gegen die anrückenden Amerikaner eingesetzt wird. In einem sinnlosen Kampf fallen alle Jungen bis auf einen. Das Werk wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht und spielte mehr als zehn Millionen Mark Gewinn ein.       W    Bild: Helmuth Ellgaard (1913-1980)

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18. November - Mit elf Oscars ist "Ben Hur" neben James Camerons "Titanic" (1997) der Film mit den meisten Auszeichnungen. In den 1950er Jahren brach das Historiendrama alle Kassenrekorde. Regisseur William Wyler verband das Leben des jüdischen Aristokratensohns und Kaufmanns Ben Hur mit der Geschichte Christi und den damaligen Problemen mit der römischen Besatzung. Die Titelrolle spielt Charlton Heston. Wyler hatte schon 1925 an einer Stummfilm-Version mitgearbeitet. Mit "Ben Hur", "Spartacus" und "Cleopatra" wurden Anfang der 1960er die letzten großen Filme dieser Art in Hollywood gedreht, danach waren sie nicht mehr finanzierbar. 2000 erlebte das Genre mit Ridley Scotts "Gladiator" seine Wiederauferstehung.

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Albert Uderzo, ein französischer Zeichner erfindet auf der Suche nach einer Gegenfigur zu den traditionellen Comichelden US-amerikanischer Prägung den Gallier "Asterix", dessen Auflage bereits 4 Jahre später die Millionengrenze erreichte. Auch nach dem frühen Herztod von Goscinny 1977 setzte Uderzo die Asterix-Reihe fort. Im Oktober 1979 gründete er in Paris hierfür zusammen mit der Tochter von Goscinny ein eigenes Unternehmen, das fortan als Herausgeber von Asterix fungierte: „Les Éditions Albert René“. 1980 erschien dort der erste nur von Uderzo erstellte Asterix-Band „Der große Graben“. Es zeigte sich jedoch hier wie auch in den Folgebänden, dass Goscinny als Texter nicht zu ersetzen war.

Am 12. Juni 2004 wurde Uderzo auf dem 11. Internationalen Comic-Salon Erlangen der Max-und-Moritz-Preis für sein Lebenswerk verliehen. Uderzo hat eine Rot-Grün-Sehschwäche. Er kommt jedoch eigenen Aussagen zufolge gut mit dieser Einschränkung zurecht. Früher (und gelegentlich auch noch heute) arbeitete er deshalb mit nummerierten Farbtuben. Ansonsten werden die Zeichnungen heute nach seinen Vorgaben von Spezialisten koloriert.      W   Bild: Christian Koehn (fragwürdig)

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29. Oktober - Die Comicserie "Asterix und Obelix" der beiden Franzosen René Goscinny (Autor) und Albert Uderzo (Zeichner) startet in der Wochenzeitschrift "Pilote" . Die Abenteuer der beiden Comicfiguren, die sich der römischen Besatzung Galliens unaufhörlich widersetzen, werden später in viele Sprachen übersetzt und avancieren zum Welterfolg.       W   

 

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Der Revolutionär Fidel Castro wurde mit 32 Jahren Regierungschef von Kuba. Er gründete die "Bewegung 26. Juli" und verbündete sich mit Che Guevara. Gemeinsam führten sie ab 1956 mit 80 weiteren Genossen einen Guerillakrieg gegen den Diktator, der drei Jahre später zum Erfolg führte. Seit 1976 ist Castro sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef.

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Alaska wird 49. und die Hawaii-Inselgruppe 50. Staat der USA.

 

Die ersten Kopiergeräte kommen auf den Markt.

 

Die ersten künstlichen Diamanten in Schmuckqualität werden hergestellt.

 

Der Luxusliner "Bremen" (bereits der 5. mit diesem Namen) wird in Dienst gestellt.

 

1. Dezember - Zwölf Konsultativstaaten unterzeichnen den Antarktisvertrag, mit dem unter anderem Gebietsansprüche an der Antarktis „eingefroren“ werden und die militärische Nutzung des Kontinents untersagt wird.

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Im Rahmen des Mercury-Programms schießt die NASA den Rhesusaffen Sam mit der Mission Mercury-Little-Joe 2 in den Weltraum, um die Funktionalität des Rettungssystems zu testen. Ebenso sollten medizinische Erkenntnisse beim Flug gewonnen werden. Der Test war erfolgreich, und Sam überlebte ihn.    W   

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1960

21. Januar - Japan und die Vereinigten Staaten von Amerika schlossen 14 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges ein Sicherheitsabkommen. Japan stellte sich unter den militärischen Schutz der USA. Es handelte sich um ein militärisches Bündnis, in dem sich die USA verpflichteten, im Falle eines Angriffs auf japanisches Territorium von Dritten, dem Inselreich mit militärischer Hilfe zur Seite zu stehen. Angriffe wurden vor allem aus dem kommunistischen asiatischen Raum befürchtet, so zum Beispiel von der UdSSR. Die USA sicherten sich damit einen Partner im pazifischen Raum und stationierten Truppen auf japanischem Territorium.

 

23. Januar - Mit einem speziellen Unterwasserfahrzeug, einem so genannten Bathyskaph namens "Trieste", gelang es dem schweizerischen Tiefseeforscher Jacques Piccard zusammen mit dem US-Marineleutnant Don Walsh zum Marianengraben zu tauchen. Damit waren die beiden erstmals an der Challenger-Tiefe, der tiefsten Stelle des Meeres angelangt. Sie erreichten eine Tiefe von 10.916 Metern, es herrschte ein Wasserdruck von zirka 1100 bar. In verschiedenen Nachschlagewerken wird fälschlich eine Tiefe von über 11.000 Metern angegeben. Die Differenz ist auf die fehlerhafte Kalibrierung des Tiefenmessgerätes zurückzuführen, die im Süßwasser durchgeführt wurde. Die Erforschung dieser Meerestiefe brachte bahnbrechende Erkenntnisse über den Strömungsverlauf und die geophysikalische Beschaffenheit des Meeresbodens. Jacques Piccards Sohn Bertrand unternahm in den letzten Jahren mehrere Versuche, mit einem Heißluftballon die Welt zu umfahren.         W    

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13. Februar - In der algerischen Sahara zündete die Atommacht Frankreich seine erste Plutoniumbombe. Es folgten weitere Tests auf den Atollen Mururoa und Fangataufa in Polynesien. Als 1970 der Atomwaffensperrvertrag ausgehandelt wurde, war Frankreich neben China die einzige Atommacht, die diesen bis 1992 nicht unterzeichnete. Erst 1974, elf Jahre nach den USA, Großbritannien und der UdSSR, wurden die oberirdischen Atomtests von Frankreich beendet. Unterirdische Tests im Südpazifik wurden aber bis Mitte der 90er Jahre fortgesetzt. Bei Protestaktionen wurde im Jahr 1985 der Greenpeace-Trawler "Rainbow Warrior" vom französischen Geheimdienst versenkt. Nach letzten weltweit umstrittenen Atomtests unterzeichnete Frankreich am 24. September 1996 den Vertrag über das Atomwaffenversuchsverbot.         W    

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18. Februar - Die VIII. Olympischen Winterspiele werden in Squaw Valley in Kalifornien/USA ausgetragen. Der aus dem Schwarzwald stammende Postbeamte Georg Thoma stand bei der Medaillenverleihung der Nordischen Kombination am 18. Febraur ganz oben auf dem Siegerpodest. Es war das erste Mal, dass ein nicht aus Skandinavien stammender Athlet die Goldmedaille in der skandinavischen Disziplin errang. Die Nordische Kombination war erstmals 1924 im Programm der Olympischen Spiele. Thoma selbst glaubte nach dem Wettkampf nicht an einen Sieg und ging davon aus, dass sich die Schiedsrichter verrechnet hatten. 1966 wurde er Weltmeister.

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3. März - Die Nachrichtenagenturen melden, dass der erste Schwarzafrikaner den Kardinalspurpur erhalten sollte. Die ungewohnte Erscheinung hieß Laurean Rugambwa. Geboren 1912 in einem Ort, den kaum ein Europäer kannte: In Bukongo, im seinerzeitigen Deutsch-Ostafrika - heute Tansania. Er durchlief die Missionsschule der Weißen Väter, studierte Katholische Theologie und empfing am 12. Dezember 1943 das Sakrament der Priesterweihe. Pius XII. ernannte am 13. Dezember 1951 den erst 39-jährigen zum Titularbischof von Febiana und zum Apostolischen Vikar von Kagera Inferiore. Die Bischofsweihe empfing er am 10. Februar 1952 durch Erzbischof David Mathew. Am 28. März 1960 sorgte Papst Johannes XXIII. mit der Ernennung Rugambwas zum Kardinalpriester mit der Titelkirche San Francesco d’Assisi a Ripa Grande und ersten afrikanischen Kardinal für eine echte kirchengeschichtliche Sensation.         W    

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14. März - Im New Yorker Waldorf-Astoria Hotel trafen sich der israelische Ministerpräsident David Ben Gurion und Bundeskanzler Konrad Adenauer, um diplomatische Beziehungen zwischen ihren beiden Staaten aufzunehmen. Sie begründeten damit einen neuen Umgang zwischen Deutschland und Israel nach dem Zweiten Weltkrieg.         W       Bild: Public Domain

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Bei Frankfurt am Main öffnet mit dem Autokino Gravenbruch Europas erstes Autokino seine Pforten. Das Publikum war vom nostalgischen Stil des Geländes mit den kleinen gelben Kassenhäuschen und der großen Leinwand sofort sehr angetan. Zur Premiere wurde der Spielfilm „Der König und ich“ mit Yul Brynner gezeigt. Das Gelände war für damalige Verhältnisse groß und bot reichlich Komfort für die Kinobesucher. Der Boden ist wellenförmig, damit das Auto leicht erhöht stand und so die Sicht verbessert wurde. Auch konnte man den Film ungestört genießen, da jedem Auto separate Lautsprecher ins Innere gehängt wurden, die den Filmton übertrugen. Die Eintrittspreise waren moderat. Dies alles und die Massen an Besuchern verhalfen diesem Autokino zu einem großen Erfolg, wodurch auch in anderen Teilen der Bundesrepublik viele Nachahmer entstanden.       W   

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21. April - Die mitten im Dschungel errichtete Reißbrettstadt Brasilia löste Rio de Janeiro als Hauptstadt Brasiliens ab. Das von Lúcio Costa und Oscar Niemeyer entworfene Brasília war eine Realisierung utopischer städtebaulicher Entwürfe der 20-er Jahre des 20. Jahrhunderts und ein vieldiskutiertes Beispiel moderner Urbanistik. Ursprünglich für 500.000 Einwohner geplant, hat Brasilia heute über 1,7 Millionen Einwohner. Rund um den ursprünglichen Stadtkern haben sich Trabantenstädte gebildet. Präsident Juscelino Kubitschek de Oliveira wollte Brasilien mit dem Neubau der Hauptstadt in die Zukunft katapultieren.    Bild: אורי ר.

 

 

23. April - Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Premierminister Michel Debré eröffnen die bislang einzige Deutsch-Französische Gartenschau in Saarbrücken. Das Gelände entwickelt sich in der Folge als "Deutsch-Französischer Garten"zu einem aufgesuchten Naherholungsort. Der Park liegt am südwestlichen Stadtrand von Saarbrücken in der Nähe des deutsch-französischen Grenzübergangs Goldene Bremm. Seine Fläche umfasst etwa 50 ha. Heute wird der Garten als Kulturgut der Nachkriegsjahre verstanden und führt damit eine Gartenbautradition weiter, die bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück reicht. Der Eintritt in den DFG, der in der Bevölkerung liebevoll nach wie vor "Die Gartenschau" heisst, ist - von einigen wenigen speziellen Veranstaltungen abgesehen - frei.     
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   Bild: Gio von Gryneck

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9. Mai - In den Vereinigten Staaten wird "Enovid" als Verhütungsmittel und damit als weltweit erste Antibabypille zugelassen. Gregory Pincus und John Rock entwickelten, unterstützt durch die Frauenrechtlerin Margaret Sanger, "Enovid" das die Firma Searle ab 1957 zunächst als Präparat gegen Menstruationsbeschwerden vermarktete. Am 9. Mai 1960 erfolgte dann die offizielle Zulassung der FDA als Verhütungsmittel und am 18. August kam Enovid in den Vereinigten Staaten als erste Antibabypille auf den Markt. Ein Jahr später, am 1. Juni 1961, brachte die Berliner Schering AG mit "Anovlar" zuerst in Australien, dann in Deutschland eine Antibabypille auf den Markt. Deren Zusammenstellung basierte auf Untersuchungen des belgischen Gynäkologen Ferdinand Peeters. Im Vergleich zu "Enovid" war dieses Medikament deutlich zuverlässiger und zeigte kaum Nebenwirkungen. In der DDR wurde die Antibabypille von Karl-Heinz Mehlan eingeführt, unter dem Namen "Ovosiston" produziert und ab 1965 kostenlos verteilt. Die meist aus synthetisch hergestellten Hormonen Östrogen und Progestin bestehenden Präparate gelten als das wirkungsvollste Mittel zur Geburtenkontrolle. Damals war die Konzentration der Hormonpräparate mehr als doppelt so hoch wie heute. In den westlichen Industriestaaten hat sich die "Anti-Baby-Pille" inzwischen zu einem der meistverwendeten Verhütungsmittel entwickelt. Dennoch ist ihr Gebrauch gesellschaftlich teilweise noch immer umstritten und wird gesetzlich reglementiert.         W    

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16. Mai - Der US-amerikanische Physiker Theodore Maiman stellt den ersten Laser, einen Rubinlaser, fertig. Laser ist ein physikalischer Effekt, mit dem künstlich gerichtete Lichtstrahlen erzeugt werden können. Der Begriff Laser wird dabei nicht nur für den Verstärkungseffekt, sondern insbesondere auch für die Strahlungsquelle und für den Lichtstrahl verwendet. Die Bezeichnung "Laser" steht für engl. Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation, zu deutsch in etwa  »Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von Strahlung«. Der Rubinlaser hat heute größtenteils an Bedeutung verloren, da seine Effizienz vergleichsweise gering, und die Wellenlänge mittels anderer Laser zugänglich ist. In der Dermatologie wird er noch aufgrund der hohen Pulsenergie und guten Absorption der Laserwellenlänge von Melanin zur Behandlung von Pigmentflecken und zum Entfernen von Tätowierungen eingesetzt.

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20. Mai - "La Dolce Vita" von Federico Fellini wurde bei den Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Der Streifen mit Anita Ekberg und Marcello Mastroianni schildert das hektische Leben eines Klatschreporters in Rom. Schauspielerin Anita Ekberg wird mit der Filmszene im römischen Trevi-Brunnen populär.

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23. Mai - Der israelische Ministerpräsident David Ben Gurion gab die Entführung des früheren SS-Obersturmbannführers Adolf Eichmann aus seinem Versteck in Argentinien durch den Geheimdienst Mossad bekannt. Eichmann war ab 1939 für den Transport von Juden in die osteuropäischen Vernichtungslager verantwortlich. Von seinem Eifer zeugten seine beständigen Klagen über Schwierigkeiten bei der Erfüllung der Todeslager-Quoten. Als gegen Kriegsende Reichsinnenminister Himmler befahl, die Vergasungen einzustellen, ignorierte Eichmann seinen Befehl. Er wurde im Juni 1962 in Israel hingerichtet.       W    Bild: Public Domain

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20. Juni - Ein Jahr nachdem Floyd Patterson seinen Weltmeistertitel an den Schweden Ingemar Johannson verlor, gewinnt er den Revanchekampf in der fünften Runde und durchbricht das seit 61 Jahren geltende ungeschriebene Boxgesetz "They never come back", das einen erneuten Titelgewinn nach einer Niederlage ausschliesst. 1952 hatte Patterson die olympische Goldmedaille gewonnen, seinen Gegner Vasile Tita schlug er in der letzten Runde in nur 74 Sekunden. 1956 wurde er mit 21 Jahren der jüngste Schwergewichtsweltmeister. In seinen ersten 36 Profi-Kämpfen verlor er nur ein einziges Mal, 1972 wurde er in seinem letzten Kampf von Muhammad Ali geschlagen.

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21. Juni - Dem saarländischen, aus Quierschied stammenden Sprinter Armin Hary, gelingt es in Zürich, nachdem der erste Lauf von der Jury angezweifelt worden war, zum zweiten und dritten Mal 100 Meter in 10,00 Sekunden zurückzulegen. Zum ersten Mal stellte er den Rekord 1958 in Friedrichshafen auf der wurde allerdings für ungültig erklärt, weil die Bahn ein zu starkes Gefälle hatte. Im gleichen Jahr gewann er bei den Olympischen Spielen in Rom mit 10,2 sec die Goldmedaille. Seine zweite Goldmedaille holte er bei der deutschen 4x100-m-Staffel. Kurz darauf beendet Hary seine sportliche Karriere. Offizieller Grund: Ein Knieverletzung durch einen Autounfall. Hary sollte damit der letzte Europäer werden, der den 100-Meter-Weltrekord hält.

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23. Juni - Die Kommunistische Partei Chinas unter der Führung von Mao Zedong wies die Forderung des sowjetischen Staatschefs Nikita S. Chruschtow von der friedlichen Koexistenz mit kapitalistischen Ländern offiziell zurück. Zedong forderte eine Politik der Stärke zur Überwindung des Kapitalismus. In der Folge kam es zum offenen Konflikt zwischen China und der Sowjetunion. Während der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts wies die chinesisch-sowjetische Grenze am Amur die höchste Militärkonzentration weltweit auf. Zur Verschärfung der Spannungen und zu bewaffneten Auseinandersetzungen kam es an den Flüssen Ussuri und Amur sowie 1969 in Sinkiang. In der Konsequenz des Konfliktes näherte sich China an die USA an. 1972 besuchte Nixon Peking.

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30. Juni - Belgisch-Kongo wird als Republik Kongo unabhängig. Joseph Kasavubu, Führer der Alliance des Bakongo (ABAKO), wurde Staatspräsident. Der bedeutende Panafrikanist und Führer der kongolesischen Unabhängigkeitsbewegung Patrice Lumumba wurde der erste Ministerpräsident des jungen Landes, das er allerdings nicht zusammenzuhalten vermochte. Insbesondere die kontinuierlichen Interventionen Belgiens, der USA, aber auch der Sowjetunion führten zu einem allmählichen Zerreißen der jungen Nation. Lumumba wurde schließlich vom Militär abgesetzt, verhaftet und nach einer kurzen Flucht ermordet. 1965 putschte der frühere Assistent Lumumbas, Joseph Mobutu, und errichtete in den folgenden Jahrzehnten eine der längsten und korruptesten Diktaturen Afrikas. Mobutu begann eine Afrikanisierung des Landes und versuchte, die europäischen Einflüsse im Land zu eliminieren. Europäische Unternehmen wurden verstaatlicht, und 1971 das Land in Zaire umbenannt. Das Ende der Diktatur Mobutus begann mit dem Völkermord in Ruanda, in dessen Folge Hunderttausende der am Völkermord beteiligten Hutu nach Zaire flohen. Einer Allianz der neuen ruandischen Tutsi-Regierung und verschiedener Mobutu-Gegner gelang es schließlich innerhalb weniger Monate, ganz Zaire zu erobern und den schwer kranken und international mittlerweile isolierten Mobutu zu stürzen. Rebellenchef Laurent-Désiré Kabila wurde 1997 neuer Präsident und benannte Zaire wieder in Demokratische Republik Kongo um.         W    

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15. Juli - Frankreich beschloss seine west-afrikanische Kolonie Gabun in die Unabhängigkeit zu entlassen. Die Souveränität des Landes, das bereits 1958 eine gewisse politische Autonomie erhalten hatte, trat im folgenden Monat in Kraft. Aufgrund eines Erlasses des französischen Präsidenten Charles de Gaulle waren die Einwohner Gabuns seit 1946 französische Staatsbürger.           W

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9. August - Das erste Jugendarbeitsschutzgesetz der Bundesrepublik Deutschland wird veröffentlicht. Unter anderem dürfen danach Jugendliche unter 16 Jahren maximal 40 Stunden pro Woche beschäftigt werden, Akkord- und Fließbandarbeit sind Jugendlichen unter 18 Jahren verwehrt. Bei einer Arbeitszeit von 4,5 bis 6 Stunden stehen dem Jugendlichen 30 Minuten, bei mehr als 6 Stunden täglicher Arbeitszeit 60 Minuten Ruhepause zu.         W    

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19. August - Die beiden Hunde Belka, Strelka sowie mehrere Mäuse und Pflanzen umkreisten 18 mal mit dem sowjetischen Satelliten Sputnik V die Erde bevor sie wieder sicher landeten. Sie haben ihre Reise ohne einen Kratzer überstanden. Hiermit war erstmals in der Raumfahrtgeschichte ein Ausflug von Versuchstieren ins All geglückt.

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16. Juni - In New York wird der Film "Psycho" von Alfred Hitchcock uraufgeführt. Obwohl der Film ohne offene Gewaltszenen auskommt, wurde er wegen seiner tiefen psychologischen Wirkung zum meistdiskutierten Film des Jahres. "Psycho" gilt bis heute als einer der Klassiker des "suspense movie".

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Frankreich zündet am 15.2. in der Sahara seine erste Atombombe.

 

 

In den USA wird nach Auslaufen der zweifachen Amtszeit des Republikaners Dwight D. Eisenhower der Demokrat John F. Kennedy zum Präsidenten gewählt. Er ist mit 44 Jahren der bis dahin jüngste Amtsinhaber.

 

 

14. September - Um einer weiteren, einseitigen Erdölpreisreduzierung der Erdöl produzierenden Länder vorzubeugen, wurde in Bagdad die "Organization of Petroleum Exporting Countries" (OPEC) gegründet. Ziel des Zusammenschlusses der fünf weltweit wichtigsten erdölexportierenden Länder Iran, Irak, Kuweit, Venezuela und Saudi-Arabien war eine gemeinsame Ölpolitik und die Stabilisierung der Weltmarktpreise. Später traten noch weitere Erdöl produzierende Länder der Vereinigung bei. Die OPEC missbrauchte ihre Macht in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts, indem sie die westlichen Industriestaaten durch die Anhebung der Ölpreise in eine Inflation trieben.     W

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Joseph Kittinger springt mit dem Fallschirm aus 31.332 Meter aus einem Heliumballon. Kittinger erreicht dabei eine Geschwindigkeit von 988 km/h und fällt vier Minuten und 36 Sekunden, bis sich in rund 5.500 Meter Höhe der Hauptfallschirm öffnet. Ende der 1950er Jahre nahm der Testpilot an medizinischen Experimenten der Air Force teil. Bemannte Raumfahrt gab es noch nicht, aber Flugzeuge stießen immer häufiger in Höhen jenseits von 20.000 Meter vor. Man wollte daher wissen, welche Auswirkungen die große Höhe auf den menschlichen Körper hat, beispielsweise ob die kosmische Strahlung den Piloten oder auch den Raumfahrer bei längerem Aufenthalt schädigen kann. Ab 1959 nahm er auch noch am Projekt Excelsior teil, welches ein Fallschirmsystem für den Notausstieg in großen Höhen entwickelte. Bei seinem letzten Sprung im Rahmen von Excelsior (1960) von 31.332 Metern stellte er drei Weltrekorde auf, die bis heute nicht übertroffen wurden: Höchste Ballonfahrt mit offener Gondel, höchste Geschwindigkeit eines Menschen ohne besondere Schutzhülle und längster Fallschirmsprung.            Bild: Public Domain

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Ein schweres Erdbeben zerstört die marokkanische Stadt Agadir und tötet ein Drittel der 30.000 Bewohner.

 

Der den Nil stauende Assuan-Damm wird in Ägypten fertiggestellt.

 

12. August - Mit ECHO I. wird der erste Nachrichtensatellit gestartet, mit TIROS 1 der erste Wettersatellit (beide USA).

 

 

18. August - In den USA kommt die erste Anti-Baby-Pille auf den Markt. Diese Pille revolutioniert die Empfängnisverhütung in – zunächst – der westlichen Welt. Aber nicht nur das: Die Einführung der Pille löst auch einen drastischen Geburtenrückgang in diesen Ländern aus – im Volksmund den "Pillenknick”.

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19. September - Chubby Checkers Songinterpretation "The Twist" steht erstmals in den USA eine Woche lang an der Spitze der Billboard Hot 100. Der gleichnamige Tanz wird parallel zur Musik in aller Welt populär.

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30. September - Der US-Sender ABC strahlt die erste Folge von The Flintstones (Familie Feuerstein) aus. Die Serie spielt in der steinzeitlichen Stadt Steintal, deren Gesellschaft mit der der amerikanischen Mittelschicht des 20. Jahrhunderts vergleichbar ist. In dieser Stadt leben eiszeitliche Tiere wie Säbelzahntiger und Mammuts, aber auch Dinosaurier zusammen mit Höhlenmenschen, welche aber über angepasste heutige Technik verfügen. Die Figuren fahren Autos aus Steinen, Holz und Tierfellen, oft werden die eigenen Füße als „Hilfsmotor“ eingesetzt. Viele Gags beruhen darauf, dass immer wieder Tiere als Gerätschaften herhalten müssen, wie zum Beispiel ein Mammut als Wasserhahn bzw. Geschirrspüler oder ein Specht als „Plattenspieler“ oder als Bildhauer in einem „Fotoapparat“. Oft kommt es vor, dass diese Tiere nach ihrem Gebrauch in die Kamera schauen und Kommentare abgeben. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Namen berühmter Personen mit zur Steinzeit passenden Ausdrücken verbunden werden und einen neuen Namen bilden. So wird der Schauspieler Tony Curtis zu Stoney Curtis. Der aufbrausende Titelheld Fred Feuerstein, dessen Ausruf Yabba Dabba Doo! weltberühmt ist, seine geduldige Frau Wilma Feuerstein, geborene Schotterhaufen, und deren freundliche Nachbarn Betty, geborene McBackstein, und Barney Geröllheimer. Später kamen noch Freds und Wilmas Tochter Pebbles sowie der adoptierte, ungewöhnlich starke Junge der Geröllheimers, Bamm-Bamm, hinzu. Die Feuersteins besitzen zudem einen Hausdinosaurier namens Dino. Fred arbeitet in einem Steinbruch und hatte über die Jahre diverse Vorgesetzte, der wohl bekannteste ist Mr. Schiefer.        W   

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5. Oktober - "Spartacus", ein Film über den Sklavenaufstand von 74 vor Christi nach einem Roman von Howard Fast wurde in New York uraufgeführt. Regie führte Stanley Kubrick. In den Hauptrollen sind Kirk Douglas, Laurence Olivier und Jean Simmons zu sehen. Peter Ustinov erhielt den Oscar für die beste Nebenrolle. Der Film handelt vom Sklaven Spartacus (Kirk Douglas) in einer Gladiatorenschule. Dieser zettelt einen Aufstand gegen den römischen Feldherrn Crassus (Laurence Olivier) an. In Rom befürchtet man, die freien Sklaven könnten die Hauptstadt erobern. Der Film "Spartacus" war der erste große Erfolg von Kubrick.         W    

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7. Oktober - In den Kinos der Bundesrepublik Deutschland wurde zum ersten Mal Hitchcocks Film "Psycho" gezeigt. Im Film wird durch Montage und Musik eine Horror-Atmosphäre erzeugt. Der Film stellt eine Steigerung im Schaffen des Regisseurs dar. Hitchcock erzählt die Geschichte einer jungen Angestellten, die wegen einer Veruntreuung auf der Flucht ist und schließlich in einem Motel ermordet wird. Ermittlungen führen auf die Spur eines pathologischen Mörders, der von Anthony Perkins gespielt wird. Von der Kritik wurde der Film verständnislos aufgenommen. Durch eine professionelle Publicity-Kampagne wurde "Psycho" zu Hitchcocks erfolgreichstem Film. Inzwischen ein Klassiker.         W    

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Der Demokrat John F. Kennedy besiegt bei den US-Präsidentschaftswahlen den Republikaner Richard M. Nixon knapp und wird damit zum bislang jüngsten US-Präsidenten gewählt. Die Präsidentschaftswahl in den USA von 1960 markierte das Ende der achtjährigen Präsidentschaft von Dwight D. Eisenhower. Eisenhowers Stellvertreter Richard Nixon, der dem Amt des Vizepräsidenten erstmals politisches Gewicht verliehen hatte, war der unumstrittene Kandidat der Republikaner, nachdem der einzige potentielle Konkurrent, Gouverneur Nelson Rockefeller aus New York, auf eine Kandidatur verzichtet hatte. Die Demokraten nominierten den Senator aus Massachusetts John F. Kennedy.            W     Bild: Public Domain

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27. Dezember - Die Beatles haben in Liverpool in der Litherland Town Hall ihren ersten Auftritt. Die musikalischen Ursprünge der Band liegen im Rock ’n’ Roll der ausgehenden 1950er Jahre, in den dann sehr bald Stilelemente der Liverpooler Beatmusik einflossen. Ihre erste Single Love Me Do erschien 1962. Den weltweiten Durchbruch schaffte die Gruppe im Jahr 1963 mit der Single I Want to Hold Your Hand. Aufgrund ihres damals neuartigen Musikstils und ihrem öffentlichen Auftreten entwickelten sich die Beatles schnell zu einer der populärsten Bands. Den Höhepunkt ihrer Karriere erreichten die Beatles zwischen 1964 und 1968, als sie zeitweise in fast allen Ländern die Hitparaden anführten.        W   

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Jaques Piccard und Don Walsh erreichen am 23.1. mit dem Tauchboot TRIESTE im Marianengraben eine Tauchtiefe von 10.916 m.

 

 

Der Begriff des "Meter" wird neu definiert als das 1.650.763,73 -fache der Wellenlänge desjenigen Lichts, das bei Erhitzung von Kryptongas emittiert wird.

 

 

Die Olympischen Spiele in Rom mit 150 Disziplinen (eine weniger als vor vier Jahren) Armin Hary aus Deutschland gewinnt die 100 m in 10,0 sec, Cassius Clay holt im Boxen Gold und der Äthiopier Abebe Bikila gewinnet den Marathonlauf barfuß (!).nach Oben