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Chronologische Weltgeschichte - Die Jahre 2006 - 2010

2011 - 20152016 - 2020

2006

19. Januar - Die NASA-Raumsonde New Horizons macht sich an Bord einer Atlas V-Trägerrakete vom Raketenstartgelände Cape Canaveral auf die Reise zum Zwergplaneten Pluto. Es handelt sich um die erste Sonde des New-Frontiers-Programms.

 

 

8. Februar - Steve Fossett startete mit seinem Global Flyer am 8. Februar 2006 um 07:22 Ortszeit vom Kennedy Space Center in Florida. Ziel war es, den eigenen Langstreckenrekord von 40.210 km zu überbieten. Dieser Rekordversuch endete erfolgreich nach 76 Stunden und 45 Minuten Flug mit einer Landung auf dem Flughafen Bournemouth in Südengland. Da der Treibstoffverbrauch zu Flugbeginn höher als geplant war, wurde der ursprünglich geplante Flughafen zwar nicht erreicht, mit 41.467,53 km jedoch trotzdem ein neuer Langstreckenrekord aufgestellt. Der Global Flyer ist ein im Auftrag von Steve Fossett gebautes Flugzeug der Firma Scaled Composites. Mit ihm startete er bereits am 1. März 2005, um die Erde in einem Nonstop-Flug zu umrunden. Das Flugzeug wird von einem Williams International FJ44-3 ATW Turbofan-Strahltriebwerk mit einem Standschub von 10,2 kN angetrieben und hat nur ein enges Cockpit, das mit einem Autopiloten und einem Sauerstoffnotsystem ausgestattet ist. Die 13 Treibstofftanks fassen 10.200 Liter Kerosin und machen 83 % des Startgewichts aus. Um Masse zu sparen, wurde auch auf Ausstattungen wie z.B. ein Enteisungssystem für die Tragflächen verzichtet.
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   Bilder  Fosset: Public Domain  Global Flyer: Alan Radecki Akradecki

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25. April - Das damals größte Passagierschiff der Welt, das Kreuzfahrtschiff Freedom of the Seas der Royal Caribbean Cruise Line, tritt ihre Jungfernfahrt von Hamburg nach Oslo an. Die Freedom of the Seas ist nach der Oasis of the Seas und der Allure of the Seas das drittgrößte Passagierschiff der Welt. Das Kreuzfahrtschiff war das erste einer neuen Baureihe für die Royal Caribbean Cruises Ltd., das weltweit zweitgrößte Kreuzfahrtunternehmen. Die neue Baureihe basiert auf der so genannten Voyager-Klasse, ist jedoch einen Brandabschnitt länger (+ 9 %). Die Freedom of the Seas wurde bei den Aker Yards in Turku (Finnland) gebaut und am 20. August 2005 ausgedockt. Sie löste mit 154.407 BRZ und einer Passagierkabinenanzahl von rund 1800 die Queen Mary 2 (148.528 BRZ, 1200 Kabinen) als größtes Passagierschiff der Welt ab. Die Queen Mary 2 blieb allerdings mit 6 Metern Vorsprung das längste Passagierschiff der Welt bis zur Fertigstellung der Oasis of the Seas.        W 

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27. April - Erste Arbeiten am Fundament des One World Trade Centers dem offiziellen Baubeginn des Gebäudes. Für das Fundament des 1 WTC wurden allein am 18. November 2006 306 Kubikmeter Beton verbaut, die von fast 40 Betonlastern angefahren wurden. Unter anderem besteht das Fundament insgesamt aus etwa 6.100 m³ Beton. Das 541,3 Meter hohe Gebäude wird bei seiner Fertigstellung das höchste Gebäude in New York und den Vereinigten Staaten sowie eines der höchsten der Welt sein. Die Grundsteinlegung des One World Trade Center am Ground Zero fand am Nationalfeiertag, dem 4. Juli 2004 statt. Der Grundstein ist 20 Tonnen schwer und besteht aus grauschwarzem Granit. In einer Inschrift wird an die 2.749 Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 erinnert. Wegen eines neuen Sicherheitsplans, der vorsieht, das Gebäude acht Meter weiter östlich zu errichten, musste der Grundstein jedoch wenig später wieder ausgegraben und versetzt werden. Das im Bau befindliche Gebäude am Ground Zero New York wird, am 26. März 2009 von Freedom Tower in One World Trade Center umbenannt.  Die Eigentümer des von David Childs entworfenen Gebäudes sind die Hafenbehörde von New York und New Jersey und Silverstein Properties. Die Fertigstellung des One World Trade Center ist für das Jahr 2013 geplant.     W     Bild: dbking from Washington, DC

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20. Mai - In der Provinz Hubei in China erfolgt die Inbetriebnahme des Drei-Schluchten-Dammes, eines der größten Bauprojekte, das je von Menschenhand gebaut wurde, und mit einer Aufstauung von 39,3 Mrd. m³ Wasser einer der größten Talsperren der Erde. Der Stausee entstand im Bereich der berühmten drei Schluchten Qutang, Wuxia und Xiling. Die Wasserkraftsstation erzeugt über 80 Milliarden kWh pro Jahr, rund 1/9 des in China erzeugten Stromes.
W   Bild: Le Grand Portage

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Der Vogelgrippe-Erreger H5N1 wird erstmals innerhalb der Europäischen Union bei verendeten Vögeln in Italien und Griechenland nachgewiesen.

 

 

Global FlyerNach einer Erdumrundung und einer zweiten Atlantik-Überquerung landet Steve Fossett das Leichtflugzeug GlobalFlyer nach 78 Flugstunden im südenglischen Bournemouth und stellt damit einen Streckenrekord für Nonstop-Flüge auf.
Bild: Alan Radecki Akradecki

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18. Juni - Audi gewinnt als erster Hersteller das 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit einem Diesel-Fahrzeug.

 

 

23. Juni - Im Australia Zoo in Queensland stirbt die ca. 180 kg schwere und etwa 175 Jahre alte Galápagos-Riesenschildkröte "Harriet" , die als eines der ältesten bekannten Lebewesen der Welt galt. Seit den 1990er Jahren wurde vom Australia Zoo, wo die Schildkröte zuletzt lebte, die Geschichte verbreitet, es handle sich bei Harriet um eine der 1835 von Charles Darwin auf den Galápagos-Inseln gefangenen und mit nach England gebrachten Schildkröten. 1841 soll sie in die Brisbane City Botanic Gardens in Brisbane gebracht worden sein und dort bis zur Schließung des botanischen Gartens 1952 gelebt haben. Darauf wurde sie im Gepäck eines britischen Beamten in ein Naturschutzgebiet an Australiens Sunshine Coast gebracht. Ein Zoodirektor aus Hawaii soll erst 1960 herausgefunden haben, dass Harriet ein Weibchen war. Die Aufsammlung dieser Schildkröte durch Charles Darwin erscheint jedoch äußerst unwahrscheinlich, da Harriet anhand der mitochondrialen DNA eindeutig als Geochelone nigra porteri identifiziert werden konnte. Diese Unterart ist ausschließlich auf Santa Cruz zu finden – einer Insel des Galápagos-Archipels, die Darwin nie betreten hat. Bestätigt werden konnte aber das hohe Alter der Schildkröte, die laut der wissenschaftlichen Untersuchung vor 1850 geschlüpft sein muss.         W    

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30. Juni - Der Deutsche Bundestag beschließt mit der Föderalismusreform die größte Verfassungsänderung seit 1949. Die Föderalismusreform ist eine Änderung des Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, die die Beziehungen zwischen Bund und Ländern betrifft. Kernpunkte der Reform sind: Gesetzgebungskompetenz  - Bildungspolitik - Beamtenrecht - Inneres - Umweltrecht - Strafvollzug - Europa und Finanzen.         W    

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4. Juli - Das Space Shuttle Discovery startet mit Thomas Reiter als erstem deutschen Besucher der Internationalen Raumstation (ISS). Zwei Tage später erreichte er die ISS und gehörte seitdem zur ISS-Expedition 13. Zusammen mit seinem amerikanischen Kollegen Jeffrey Williams verließ er vier Wochen nach seiner Ankunft für sechs Stunden die ISS und führte notwendige Reparaturen und Wartungsarbeiten durch. Er lebte und arbeitete 166 Tage bis zum 19. Dezember 2006 an Bord der Raumstation und kehrte am 22. Dezember 2006 mit der Shuttle-Mission STS-116 zur Erde zurück. Mit diesem Flug ist er der europäische Raumfahrer mit der meisten Erfahrung im All.        W    

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14. Juli - Infolge der Bombardierung eines südlich von Beirut gelegenen Elektrizitätswerks während des Zweiten Libanonkrieges laufen zwischen 10.000 und 35.000 Tonnen Heizöl in das Mittelmeer und lösen dort eine der schlimmsten Umweltkatastrophen aller Zeiten aus. Durch die von Israel verhängte Blockade ist eine Bekämpfung der Katastrophe nicht möglich.      W 

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31. Juli - Bombenanschläge auf Regionalzüge in Nordrhein-Westfalen, ausgeführt von zwei jungen Libanesen, misslingen nur aufgrund von technischen Fehlern. Die Bomben bestanden unter anderem aus einem Zeitzünder, einer Gasflasche und einem Behältnis mit Benzin, die in einem Rollkoffer verborgen waren. Ein echter Explosivstoff war, außer der kleinen Menge Initialsprengstoff im Zünder, nicht enthalten, ebenso fehlte eine Sauerstoffquelle, welche mit dem Benzin und/oder Gas ein explosionsfähiges Gemisch ergeben könnte. Die Zeitzünder waren so eingestellt, dass sie um 14:30 Uhr auslösen sollten. Die Zündung erfolgte, jedoch explodierten die Bomben mangels Explosivstoff oder Sauerstoffquelle nicht.        W 

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24. August - Auf der 26. Vollversammlung der Internationalen Astronomischen Union wird die Entscheidung gefällt, Pluto den Planetenstatus abzuerkennen und ihn in die neudefinierte Klasse der Zwergplaneten einzuordnen. Pluto ist kleiner als der Erdmond und bewegt sich auf einer elliptischen Bahn um die Sonne. Die Form der Bahn weicht deutlicher als die der Planeten von einem Kreis ab. Von seiner Entdeckung am 18. Februar 1930 bis zur Neudefinition des Begriffs „Planet“ am 24. August 2006 durch die Internationale Astronomische Union (IAU) galt er als der neunte und äußerste Planet unseres Sonnensystems. Im Januar 2006 wurde mit New Horizons erstmals eine Raumsonde zu Pluto ausgesandt. Es ist geplant, die Sonde im Juli 2015 in 9600 Kilometern Entfernung an Pluto und in 27.000 Kilometern Entfernung an dessen Mond Charon vorbeifliegen zu lassen.      W   Bild: C m handler

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31. August - Die norwegische Polizei kann bei einer Razzia die beiden im Jahr 2004 aus dem Munch-Museum gestohlenen Gemälde Der Schrei und Madonna des Malers Edvard Munch sicherstellen. Bei einem bewaffneten Raubüberfall entwenden maskierte Täter die beiden Gemälde "Der Schrei" und "Madonna" von Edvard Munch am 22. August 2004 aus dem Munch-Museum Oslo, während gleichzeitig an anderer Stelle in Oslo ein Überfall auf einen Geldtransporter stattfindet, im Verlaufe dessen ein Polizist erschossen wird. Neben Leonardo da Vincis "Mona Lisa" und Vincent van Goghs "Sonnenblumen" gilt "Der Schrei" als eines der bekanntesten Gemälde weltweit sowie als expressionistisches Meisterwerk. Munch malte im Zeitraum von 1893 bis 1910 verschiedene Bilder mit dem Titel Der Schrei. Die Bilder entstanden mit unterschiedlichen Techniken im Rahmen einer Serie, die den Namen Der Fries des Lebens trägt. Dabei spielten Themen wie der Tod und die Angst, aber auch die Liebe eine bedeutende Rolle, die er auch in mehreren Gedichten verarbeitete.         W     Bild: Arwens Abendstern

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10. September - Der Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher erklärt seinen Rücktritt zum Ende der Saison. Nachfolger im Team von Ferrari wird Kimi Räikkönen. Als Motiv gab Schumacher an, dass er zum einen zwar im Moment noch bei sich die notwendige Energie und Motivation entdecke, um auf einem von ihm vertretbaren Niveau zu fahren, für die nächsten Jahre könne er aber nicht mit Sicherheit davon ausgehen. Schon im September äußerte der erklärte „Schumacher-Fan“, Williams Teamchef Frank Williams, dass er die Entscheidung des deutschen Rennfahrers absolut nachvollziehen könne. Wenn er sich in dessen Haut versetze und vergegenwärtige, wie viele Hochgeschwindigkeitsunfälle er gehabt und überlebt habe, sei es der richtige Zeitpunkt zum Rücktritt. Sein letztes Formel-1-Rennen für Ferrari beendete Schumacher am 22. Oktober 2006 in São Paulo mit dem vierten Platz.
Am 29. Dezember 2013 stürzte Schumacher beim Skifahren in Méribel und prallte mit dem Kopf gegen einen Felsen, wobei er ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft fuhr er einige Meter neben der markierten Piste, aber nicht mit überhöhter Geschwindigkeit. Schumachers Zustand war anschließend kritisch. Er wurde in der Uniklinik in Grenoble behandelt; Anfang April 2014 zeigte er „Momente des Bewusstseins und des Erwachens“. Am 16. Juni 2014 teilte seine Managerin Sabine Kehm mit, dass Schumacher nicht mehr im Koma liege und das Krankenhaus in Grenoble verlassen habe, um „seine lange Phase der Rehabilitation fortzusetzen“. Dazu war er zunächst in der Universitätsklinik des Kantons Waadt in Lausanne untergebracht. Seit September 2014 setzt er seine Rehabilitation zu Hause fort        W     Bild: Public Domain

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18. Oktober - Der Dow Jones überspringt mit 12.049 Punkten erstmals in seiner 110-jährigen Geschichte die 12.000-Punkte-Marke.

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1. November - Der ehemalige Oberstleutnant des russischen Geheimdienstes FSB Alexander Litwinenko stirbt, vermutlich durch einen Mordanschlag mit der radioaktiven Substanz Polonium-210. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde Litwinenko am 1. November 2006 in der Bar des Millennium Hotel mit Polonium-haltigem Tee vergiftet. 1998 trat Litwinenko erstmals als Kritiker des russischen Machtapparates an die Öffentlichkeit: Auf einer Pressekonferenz in Moskau beschuldigte er – zusammen mit Michail Trepaschkin und einigen anderen maskierten Geheimdienstlern – die Führung des Geheimdienstes FSB der Anstiftung zum Mord. Sie hätten von dieser den Auftrag bekommen, den damaligen Sekretär des Staatsicherheitsrats, Boris Beresowski, zu töten. Im März 1999 wurde Litwinenko erstmals verhaftet, in einem Strafverfahren im November desselben Jahres aber freigesprochen. Noch im Gerichtssaal wurde er erneut festgenommen, im Jahr 2000 schließlich aus der Haft entlassen. Litwinenko behauptete, die Anschuldigungen gegen ihn seien konstruiert gewesen. Und bei der Haftentlassung habe er sich verpflichten müssen, nicht aus der Russischen Föderation auszureisen. In der Folge wurde ein drittes Strafverfahren gegen ihn eröffnet. Nach eigenen Angaben wurden Litwinenko und seine Familie vom FSB bedroht, was ihn noch im Jahr 2000 zur illegalen Ausreise nach London bewogen habe, wo er politisches Asyl beantragte. Im Oktober 2006 – wenige Wochen vor seinem Tod – erhielt Litwinenko die britische Staatsbürgerschaft. Laut Daily Mail betätigte sich Litwinenko in London als MI6-Agent. Litwinenko machte eine Reihe von Anschuldigungen öffentlich, die seine früheren Geheimdienstkollegen von KGB und FSB und den früheren FSB-Chef Wladimir Putin belasten oder diskreditieren. Diese Behauptungen konnten bislang von unabhängigen Medien weder bestätigt noch widerlegt werden.       W   

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Saddam Hussein wurde am 5. November 2006 zum Tode durch den Strang verurteilt. Saddam Hussein wurden die verübten Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt. Laut Human Rights Watch wurden bis zu 290.000 Menschen ermordet. Er wollte sich zur Urteilsverkündung vor dem Sondertribunal nicht erheben, lenkte jedoch ein, als ihm letztlich mit Zwang gedroht wurde. Saddams persönlichem Wunsch, nicht „wie ein einfacher Krimineller“ erhängt, sondern erschossen zu werden, wurde nicht entsprochen. Die Berufungsverhandlung in der Berufungskammer des Sondertribunals, die bei jedem Todesurteil automatisch angeordnet wird, bestätigte das Urteil schließlich am 26. Dezember 2006. Eine zügige Hinrichtung innerhalb von maximal 30 Tagen, d. h. bis zum 25. Januar 2007, wurde außerdem vorgeschrieben. Ein letzter Versuch, die Hinrichtung durch einen Antrag seiner Anwälte vor einem US-Bezirksgericht in Washington aufzuschieben, wurde abgelehnt. Das Urteil gegen Saddam Hussein wurde am 30. Dezember 2006 kurz nach 6:00 Uhr Ortszeit (4:00 Uhr MEZ) in al-Kazimiyya, einer Nachbarstadt im Nordosten von Bagdad, durch Erhängen vollstreckt. Die gesamte Hinrichtung wurde offiziell von den irakischen Behörden gefilmt und auf Fotos festgehalten.         W    

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2007

13. Februar - Der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV stellt mit 553 km/h einen neuen Geschwindigkeitswelt-rekord für Schienenfahrzeuge auf. Bereits am 3. April 2007 wird der Rekord auf 574,8 km/h erhöht.         W    

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31. März - Henry Maske schlägt in der Münchner Olympiahalle nach zehn Jahren Pause mit 43 Jahren den amtierenden WBA-Weltmeister im Cruisergewicht Virgil Hill nach Punkten und schreibt damit Boxgeschichte, da er die längste Kampfpause der Geschichte eingelegt hat. Die geplante Rückkehr in den Ring stieß sowohl bei Box-Experten als auch bei der Allgemeinheit überwiegend auf Unverständnis. Aufgrund der zehnjährigen fehlenden Kampfpraxis sowie seines für einen Leistungssportler hohen Alters von 42 Jahren bezweifelten viele, dass Henry Maske, selbst durch eine gezielte Vorbereitung, in der Lage wäre, einem erfahrenen Gegner wie Hill in einem Gefecht ernsthaft Paroli bieten zu können. In der Tat bleiben beim Boxen Comebackversuche, auch nach kürzerer Ringabstinenz als bei Maske, häufig erfolglos. Obwohl Maske wiederholt beteuerte, dass die sportliche Wiedergutmachung seiner einzigen Niederlage den Ausschlag für seine Comebackpläne gab, wurde die Ernsthaftigkeit seines Vorhabens immer wieder in Frage gestellt. Maske erklärt nach dem Kampf jedoch seinen endgültigen Rücktritt.         W    

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8. Mai - Israelische Archäologen teilen Journalisten das Entdecken des Grabes von Herodes dem Großen im südlich von Jerusalem gelegenen Herodium mit. Herodes war römischer Klientelkönig in Judäa, Galiläa, Samaria und angrenzenden Gebieten. Bekannt ist Herodes vor allem durch den ihm im Evangelium nach Matthäus zugeschriebenen Kindermord in Betlehem. Der Archäologe Ehud Netzer, Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem, entdeckte im April 2007 möglicherweise das Grab des Herodes. Netzer, der als Herodes-Experte gilt, konnte das Grab nach 35-jähriger Forschungs- und Grabungstätigkeit nach eigenem Bekunden lokalisieren. Demnach fand König Herodes seine letzte Ruhestätte in einer ca. 12 km südlich von Jerusalem im Westjordanland gelegenen Festungs- und Palastanlage, dem Herodeion. Netzer ist von der Authentizität des Fundes überzeugt, auch wenn bisher keine Inschriften gefunden werden konnten, die den Bestatteten eindeutig als Herodes ausweisen. Seit 1972 grub der israelische Archäologe in der Festung Herodeion nach der Ruhestätte des Herodes. Die Fundstätte soll sich zwischen der Festung und zwei Palästen am Fuße des Hügels befinden. In dem Grab entdeckte Netzer Fragmente eines monumentalen Sarkophags aus Kalkstein.          W     Bild: Public Domain

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27. Juni - Der ägyptische Kultusminister Farouk Hosny teilt versammelten Medienvertretern mit, dass eine 1903 entdeckte und unbeachtet gebliebene Mumie von Archäologen zweifelsfrei als jene der Pharaonin Hatschepsut identifiziert ist. Hatschepsut war eine altägyptische Königin (Pharao). Sie wird der 18. Dynastie (Neues Reich) zugerechnet. Nach ägyptischer Chronologie regierte sie etwa von 1479 bis 1458 v. Chr. Es ist beachtlich, dass Hatschepsut ihre Krönung am 29. Peret II feierte, dem Tag, an welchem auch ihr Vater Thutmosis I. gekrönt wurde. Sie trug die volle Königstitulatur eines Pharao von Ober- und Unterägypten, mit Ausnahme des Titels „Starker Stier“. Hatschepsut legitimierte ihr Königtum mit der „göttlichen Geburt“, ihrer Zeugung durch Gott Amun-Re.       W    Bild: Postdlf

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30. Juli - Das britische Militär beendet in der Nacht auf den 31. Juli seine 38 Jahre dauernde Anwesenheit in Nordirland. Um Mitternacht übernimmt die Polizei die alleinige Verantwortung für die innere Sicherheit und ein Großteil des Militärpersonals wird abgezogen. Als die Ausschreitungen 1969 zwischen den Konfessionen durch die Royal Ulster Constabulary nicht mehr einzudämmen waren, erbat der Premierminister Nordirlands James Chichester-Clark Militärpräsenz. Die britischen Truppen wurden anfangs von den katholischen Bürgern als Schutzmacht empfangen und begrüßt, da sie sich ein Ende der Übergriffe loyalistischer Extremisten erhofften. Was als kurzfristige Krisenreaktion geplant war, entwickelte sich für das Militär zum Dauereinsatz. An Abzug war aufgrund der chaotischen Zustände nicht zu denken, im Gegenteil, die Truppenstärke stieg immer weiter an und betrug schließlich 28.000 Mann. Es wurde offensichtlich, dass durch massiven Militäreinsatz allein die Provinz nicht zu befrieden war. Man ging dazu über, die IRA stärker zu überwachen, um gezielter gegen sie vorgehen zu können und die katholische Minderheit nicht noch mehr gegen sich aufzubringen. Geheimdienstliche Tätigkeit bekam größere Bedeutung, überall in Ulster entstanden deshalb stark befestigte Beobachtungstürme und Straßenkontrollpunkte, die den Handlungsspielraum der IRA einschränkten. Es entspann sich ein erbitterter Kleinkrieg, der über drei Jahrzehnte dauern und 763 Soldaten das Leben kosten sollte, fast dreimal mehr als im Falklandkrieg.       W     Bild: Miossec

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31. Juli - Die Operation Banner geht zu Ende. Sie bezeichnet den längsten Einsatz britischer Streitkräfte aller Zeiten, die Truppenstationierung seit 1969 in Nordirland zur Verhinderung eines Bürgerkriegs. Als die Ausschreitungen in Ulster zwischen den Konfessionen durch die Royal Ulster Constabulary nicht mehr einzudämmen waren, erbat der Premierminister Nordirlands James Chichester-Clark Militärpräsenz. Die britischen Truppen wurden anfangs von den katholischen Bürgern als Schutzmacht empfangen und begrüßt, da sie sich ein Ende der Übergriffe loyalistischer Extremisten erhofften. Doch die Stimmung kippte bald. Als die Provisional IRA und die Official IRA die Armee als Besatzungsmacht bekämpften, versuchte das Militär mit Razzien und Hausdurchsuchungen ihres Gegners Herr zu werden. Dies traf jedoch selten genug die IRA, sondern vielmehr die unbeteiligte Zivilbevölkerung. Die verwendeten Maßnahmen wurden im weiteren Verlauf immer unverhältnismäßiger. Höhepunkt war der Einsatz von britischen Fallschirmjägern am 30. Januar 1972 in Derry, dem Bloody Sunday. Nach einer zunächst friedlichen Demonstration kamen 14 Katholiken durch Schüsse ums Leben. Zum Ende des Einsatzes wurde als vertrauensbildende Maßnahme wurden IRA-Häftlinge aus der Haft entlassen und die Truppenstärke in Ulster kontinuierlich verringert. Die Erhaltung der Sicherheit auf den Straßen ging mehr und mehr an die reformierte Polizei über, dem Police Service of Northern Ireland. Schließlich wurden als deutlichstes Zeichen der Befriedung die Beobachtungstürme demontiert und die meisten Armeegarnisonen geschlossen. Derzeit sind noch 5000 Soldaten in Nordirland stationiert, welche nach dem Ende der Operation stufenweise abgezogen werden sollen.      W    Bild: SeanMack

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10. September - Der deutschen Frauen-Fußballnationalmannschaft gelingt im Eröffnungsspiel der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft mit einen 11:0 gegen Argentinien der höchste WM-Sieg aller Zeiten. Ursprünglich war China für die Veranstaltung der Weltmeisterschaft 2003 vorgesehen. Nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit SARS in Ostasien beschloss das FIFA-Exekutivkomitee im Mai 2003 eine Verlegung des Turniers in die USA. Als Kompensation wurde China mit der Ausrichtung der Weltmeisterschaft im Jahr 2007 betraut. Die Endrunde wurde wie vier Jahre zuvor mit 16 Mannschaften ausgetragen. Erstmals wurden von der FIFA Erfolgsprämien ausgeschüttet. Für die europäischen Teilnehmer ging es bei der Weltmeisterschaft auch um drei Startplätze für die Olympischen Spiele 2008. Die deutschen Nationalspielerinnen, die sich 2003 in den USA im Finale gegen die schwedischen Fußballerinnen durchsetzten, verteidigten ihren Titel mit einem 2:0-Sieg im Finale gegen Brasilien.        W 

 

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30. September - Die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen gewinnt das Finale der Weltmeisterschaft in China gegen Brasilien mit 2:0 und wird damit zum zweiten Mal Weltmeister sowie die erste Mannschaft, die ihren Titel verteidigen kann. Deutschland ist mit zwei Weltmeistertiteln und einer Vizeweltmeisterschaft die zweiterfolgreichste Mannschaft nach den USA bei Weltmeisterschaften. Die Weltmeistertitel wurde in den Jahren 2003 und 2007 gewonnen. 1995 stand die deutsche Elf bereits im Finale, unterlag jedoch der norwegischen Mannschaft. Bei der ersten Weltmeisterschaft belegte die deutsche Auswahl den vierten Platz. Insgesamt dreimal stand die DFB-Elf im Finale und viermal im Halbfinale. Sie nahm bisher an allen Weltmeisterschaften teil. Bei den Turnieren, bei denen nicht der Titel gewonnen wurde, schied die deutsche Mannschaft immer gegen den späteren Weltmeister aus.         W    

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6. Oktober - Der Brite Jason Lewis schließt in Greenwich als erster Mensch eine Weltumrundung nur mit Muskelkraft, einschließlich Überquerung des Äquators, ab. Er war über dreizehn Jahre auf der zurückgelegten Strecke von etwa 74.842 Kilometern unterwegs. Am 12. Juli 1994 startete er seine Mission Expedition 360 von Greenwich, London und hat ca. 74.842 Kilometer zurückgelegt als er seine Expedition nach 13 Jahren, am 6. Oktober 2007 beendete. Sein etwa acht Meter langes Boot Moksha (siehe auch Moksha) wurde mit Pedalantrieb angetrieben. Damit fuhr er durch den Ärmelkanal, den Atlantischen Ozean, den Pazifischen Ozean und den Indischen Ozean. Den Landweg legte er teilweise auf Rollschuhen, per Wanderung oder Mountainbike zurück. In Colorado wurde er von einem Auto angefahren und brach sich dabei beide Beine. Lewis finanzierte sein Projekt zunächst selbst. Nachdem er zum Beispiel erfolgreich den Atlantik überquert hatte, stellte er sein Boot drei Monate in einem Einkaufszentrum aus, sammelte Spenden und machte die Leute auf sein Projekt aufmerksam. Erst einige Zeit später konnte er auch Sponsoren für sein Unternehmen gewinnen. Colin Angus hat bereits vorher die Welt per Muskelkraft umrundet, dabei allerdings nicht den Äquator überquert.         W    

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25. Oktober - Die Singapore Airlines absolvieren den ersten Flug eines Airbus A380 mit Passagieren an Bord. Der Airbus A380 (umgangssprachlich auch Superjumbo als Steigerung von Jumbo-Jet, Airbus-interner Projektname Megaliner) ist ein vierstrahliges Großraumflugzeug des europäischen Flugzeugherstellers Airbus S. A. S. mit zwei durchgängigen Passagierdecks. Der Tiefdecker ist das größte zivile Verkehrsflugzeug, das bisher in Serienfertigung produziert wurde. Während der Konzeptionsphase wurde das Flugzeug als Airbus A3XX bezeichnet. Die Endmontage des Flugzeugs findet in Toulouse und die Kabinenausrüstung in Hamburg-Finkenwerder statt. Der Erstflug dieses Langstreckenflugzeugs wurde am 27. April 2005 mit einer Maschine mit der Werksseriennummer MSN001 in der Version A380-841 absolviert. Bisher wurden 255 Flugzeuge dieses Typs bestellt. Die erste Maschine wurde am 15. Oktober 2007 in Toulouse an die Fluggesellschaft Singapore Airlines übergeben und hatte am 25. Oktober 2007 ihren ersten Passagierflug.        
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     Bild: Rolf Wallner

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27. Dezember - Die ehemalige pakistanische Ministerpräsidentin Benazir Bhutto wird bei einem Attentat in Rawalpindi getötet. Bhutto war von 1988 bis 1990 und von 1993 bis 1996 Premierministerin von Pakistan. Nachdem sie im Oktober 2007 aus ihrem Exil in Dubai zurückgekehrt war, etablierte sie sich als Oppositionsführerin, wurde jedoch zwei Wochen vor der geplanten Parlamentswahl bei einem Attentat getötet.        W       Bild: en:User:IFaqeer

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2008

29. Januar - Der etwa 250 Meter große Asteroid 2007 TU24 nähert sich der Erde auf bis zu 533.000 km. Es handelt sich wahrscheinlich bis zum Jahre 2027 um die größte Annäherung eines größeren Himmelskörpers zur Erde. 2007 TU24 ist ein erdnaher Asteroid, der am 11. Oktober 2007 vom Catalina Sky Survey entdeckt wurde. Seine elliptische Bahn reicht bis jenseits der Umlaufbahn des Mars in den Asteroidenhauptgürtel. Sein sonnennächster Bahnpunkt ist innerhalb der Erdbahn. Damit gehört er zur Gruppe der Apollo-Asteroiden. Mit seinem Durchmesser von rund 250 m ist er groß genug, um bei einem Einschlag auf der Erde regionale Verwüstungen anzurichten. Er kam der Erde so nahe, dass Radarabtastungen mit Radioteleskopen und Spektraluntersuchungen seiner Oberfläche möglich wurden. Auch mit einfachen Amateurteleskopen konnte man das rund 10,5 Größenklassen helle Objekt auf seiner Bahn beobachten. Die NASA versicherte, dass jetzt und in naher Zukunft keinerlei Gefahr für die Erde bestehe.       W   

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3. April - Das ATV-1 „Jules Verne“ führt erstmals ein völlig automatisches Rendezvous- und Andockmanöver an der ISS erfolgreich durch. Das Automated Transfer Vehicle (ATV; englisch für automatisches Transferfahrzeug) ist ein unbemannter, nicht wiederverwendbarer Weltraumfrachter, der Nachschub wie Nahrung, Wasser, Ausrüstung, Stickstoff, Sauerstoff und Treibstoffe zur Internationalen Raumstation (ISS) transportieren kann. Nach dem Andocken wird er zusätzlich für Ausweichmanöver der Raumstation vor eventuell heranfliegenden Trümmern und für die Anhebung der Umlaufbahn, das so genannte „Reboost“, der ISS gebraucht. Zu diesem Zweck ist das ATV mit einem eigenen wiederzündbaren Antrieb ausgestattet. Das ATV wird im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) von der Raumfahrtfirma EADS Astrium Space Transportation in Bremen gebaut und mit Hilfe einer Ariane-5-ES-ATV-Rakete gestartet.         W    

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26. Juli  - Am Klinikum rechts der Isar in München gelang die weltweit erste Doppel-Arm-Transplantation. Der Empfänger hatte 5 Jahre vorher beide Arme komplett bei einem landwirtschaftlichen Unfall verloren. Das fast 40 köpfige Team, welches 5 Jahre lang diesen Eingriff vorbereitete, sowie die Operation selbst, stand unter der Leitung von Edgar Biemer. Er hatte die Abteilung für Plastische und Wiederherstellungschirurgie am Klinikum über 25 Jahre geleitet. Bereits 1975 hatte er das erste deutsche Replantationszentrum dort gegründet. Aus den Erfahrungen des Wiederannähens von abgetrennten Gliedmaßen ergaben sich die technischen Kenntnisse für die Transplantation.       W 

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Die Hangzhou Wan Daqiao, die mit 36 Kilometern längste Überseebrücke der Welt wird eröffnet. Die Brücke verbindet Cixi mit Jiaxing und verkürzt somit die Strecke zwischen Shanghai und Ningbo um 120 km. Das Bauwerk besteht unter anderem aus zwei Schrägseilbrücken mit 448 m beziehungsweise 318 m Stützweite. Pylone von fast 100 Metern Höhe halten die Spannseile. 660 Brückenbögen und 7000 Pfeiler, die rund 70 Meter hoch sind, tragen das Bauwerk. Die Brücke ist so konstruiert, dass sie Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 km/h standhält. Die beteiligten Stahlfirmen gaben für die Trägerteile eine Garantie für die nächsten 100 Jahre. Insgesamt wurden 800.000 Tonnen Stahl und 2,5 Millionen Tonnen Beton verbaut. Etwa auf halber Strecke, mitten über dem Meer, wurde inzwischen eine Service-Insel errichtet, die eine Raststätte, Restaurants, ein Hotel, ein Konferenzzentrum und eine Aussichtsplattform umfasst

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30. Oktober - Der Flughafen Berlin-Tempelhof wird um 24:00 Uhr unter dem Protest einiger hundert Befürworter des Flughafens geschlossen.  Der Flughafen Berlin-Tempelhof war einer der ersten Verkehrsflughäfen Deutschlands und nahm 1923 den Linienverkehr auf. Er war neben Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld einer von drei internationalen Verkehrsflughäfen im Großraum Berlin und trug die Bezeichnung Zentralflughafen. Im Jahr 2007 wurden dort rund 350.000 Fluggäste abgefertigt. Die letzten Flugzeuge, die in Tempelhof offiziell starteten, waren eine Douglas DC-3 (Rosinenbomber) und die Junkers Ju 52/3m „Berlin-Tempelhof“ der Deutschen Lufthansa, die um 23:55 Uhr parallel von den beiden Startbahnen abhoben, mit den Flügeln winkten und nach Südwesten, Richtung Schönefeld wegdrehten. Seit 2010 wird das ehemalige Flughafengelände als Tempelhofer Freiheit bezeichnet und ist für die Öffentlichkeit zugänglich.      W    Bild: Gryffindor

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teilchenbeschleunigerIn der Forschungseinrichtung CERN bei Genf wird der Large Hadron Collider (LHC), der größte Teilchenbeschleuniger der Welt, in Betrieb genommen. Der Large Hadron Collider (LHC, deutsche Bezeichnung Großer Hadronen-Speicherring) ist ein ringförmiger Teilchenbeschleuniger für Hadronen am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf. Im LHC werden in Vakuumröhren Hadronen gegenläufig auf nahezu Lichtgeschwin-digkeit beschleunigt und zur Kollision gebracht, um unterschiedliche Elementarteilchen zu erzeugen. Insbesondere erhoffen sich die Wissenschaftler bei diesen Kollisionen den experimentellen Nachweis des bislang nur hypothetischen Higgs-Bosons.Die unmittelbaren Kosten des LHC beliefen sich auf über drei Milliarden Euro. Die Gesamtkosten wurden über den Etat des CERN gedeckt, der von den 20 Mitgliedstaaten sowie sechs weiteren Staaten mit Beobachterstatus finanziert wurde.        W    Bild:Julian Herzog

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2009

20. Januar - Der am 4. November des Vorjahres gewählte Demokrat Barack Obama, Sohn einer US-Amerikanerin und eines Kenianers, wird von Chief Justice of the United States John Roberts als erster Afroamerikaner zum Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt. Obama ist ausgebildeter Jurist und Politiker der Demokratischen Partei. Im gleichen Jahr erhielt er den Friedensnobelpreis für seine „außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu stärken“.

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3. März - Das Historische Archiv der Stadt Köln mit einem Bestand von u.a. 65000 Urkunden ab dem Jahr 922 stürzt ein, vermutlich verursacht durch den direkt benachbarten Schacht der im Bau befindlichen Nord-Süd-Stadtbahn der Kölner Verkehrs-Betriebe. Zwei Menschen sterben und etwa 90 Prozent des Archivmaterials werden verschüttet und sind zum Teil verloren oder müssen aufwendig restauriert werden.         W    

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7. März - Von der Cape Canaveral Air Force Station aus transportiert eine Delta II-Trägerrakete das NASA-Weltraumteleskop Kepler in eine Erdumlaufbahn. Es soll extrasolare Planeten aufspüren. Benannt wurde das Projekt nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler, der als Erster die Gesetzmäßigkeiten der Planetenumlaufbahnen erkannte. Das Teleskop beobachtete einen festen Ausschnitt des Sternenhimmels mit ca. 190.000 Sternen im Sternbild Schwan, um extrasolare Planeten zu entdecken. Besondere Zielsetzung des Projekts war, vergleichsweise kleine Planeten (wie unsere Erde oder kleiner) und damit auch potenziell bewohnbare („habitable“) extrasolare Planeten zu entdecken. Gleichzeitig lieferte es Basisdaten zu veränderlichen Sternen, um daraus Rückschlüsse über die im Inneren ablaufenden Prozesse ziehen zu können. Die Mission von Kepler war zuerst für dreieinhalb Jahre vorgesehen. Im November 2012 sollte sie ursprünglich um bis zu vier Jahre verlängert werden.         W    

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In Winnenden nahe Stuttgart in Baden-Württemberg erschießt ein 17-jähriger Amokläufer in der Albertville-Realschule zwölf Menschen und bei der anschließenden Flucht drei Passanten. Nachdem er von einem Polizisten angeschossen wird, tötet er sich selbst durch einen Kopfschuss.         W    

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15. Februar - Der US-Airways-Flug 1549 endet kurz nach dem Start mit einer Notwasserung auf dem nur 5 °C kalten Hudson River in New York City. Flugkapitän Chesley B. Sullenberger muss wegen Vogelschlag das Flugzeug notlanden. Wenige Minuten nach der Notwasserung trafen Fähren von den nahegelegenen Fährterminals und Schlepper ein und nahmen die ersten Passagiere des Flugzeugs an Bord. Auch ein Feuerlöschboot der New Yorker Feuerwehr sowie Boote der Küstenwache und der New Yorker Polizei trafen am Unglücksort ein und retteten die Passagiere aus dem Wasser und von den Tragflächen. Alle 155 Menschen an Bord der Maschine werden gerettet, etwa die Hälfte von ihnen erlitt leichtere Verletzungen oder musste wegen Unterkühlung in Krankenhäusern behandelt werden.         W

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13. Mai - Die im September 2008 im Hohlen Fels am Südfuß der Schwäbischen Alb bei Schelklingen gefundene Venus vom Hohlen Fels, mit rund 35.000 Jahren vermutlich die älteste bekannte Menschendarstellung, wird in Tübingen der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Figur aus Mammut-Elfenbein ist etwa sechs Zentimeter hoch. Sie besitzt keinen Kopf, stattdessen eine Art Öse über den Schultern, welche die Vermutung nahe legt, dass die Figur als Anhänger getragen wurde – hierauf deuten auch entsprechende Polituren in der Öse hin.         W        Bild: Ramessos

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19. Mai - Ein Forscherteam um den norwegischen Paläontologen Jørn H. Hurum veröffentlicht die Erstbeschreibung der neu entdeckten ausgestorbenen Primatengattung Darwinius. Das beschriebene Individuum „Ida“ gilt als das besterhaltene Fossil eines Primaten. Die rund 47 Millionen Jahre alten fossilen Überreste aus dem Eozän wurden kurz zuvor in der Grube Messel bei Darmstadt (Deutschland) entdeckt. Das hier abgebildete Fossil hat eine Gesamtlänge von 58 Zentimetern. Da es von einem Jungtier stammt, dessen bleibende Zähne gerade durchbrechen, ist auf ein weiteres Wachstum zu schließen. Die Kopf-Rumpf-Länge des Fossils beträgt 24 Zentimeter, die des ausgewachsenen Tieres wird auf 28 Zentimeter geschätzt. Der Schwanz des Fossils war demnach länger als der übrige Körper. Verschiedene Berechnungen beziffern das Gewicht des ausgewachsenen Tieres auf 0,7 bis 1,7 Kilogramm. Aus dem Bau des Rumpfes und der Gliedmaßen lässt sich schließen, dass Darwinius ein Baumbewohner war, der sich mit Hilfe aller vier Gliedmaßen durch das Geäst bewegte. Er konnte keine weiten Sprünge durchführen. Die großen Augen sprechen für eine nachtaktive Lebensweise. Der Bau der Zähne und Überreste im Verdauungstrakt ergeben, dass dieser Primat sich von Früchten, Samen und Blättern ernährt hat.Es gibt keinerlei Anzeichen, dass er Insekten oder andere tierische Beute fraß.

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5. Juli - Der Sondengänger Terry Herbert entdeckt erste Teile des Schatzes von Staffordshire, des bislang größten Hortfundes aus der Zeit der Angelsachsen. Die Entdeckung des Fundes, der aus mehr als 3500 Einzelstücken besteht und unter anderem Gegenstände aus Gold im Gesamtgewicht von mehr als fünf Kilogramm umfasst, wurde am 24. September 2009 bekanntgegeben. Danach ist der Schatz von Staffordshire der bislang größte ans Tageslicht gekommene Hort aus angelsächsischer Zeit. Er ist wohl ins 7. Jahrhundert n. Chr. zu datieren. Er verständigte die örtliche Denkmalpflege, und im Umkreis des Fundortes wurde eine Grabung durchgeführt. Ausgewählte Stücke des Schatzes wurden im September 2009 kurzzeitig im Britischen Museum ausgestellt. Der Fund wurde durch die lokalen Behörden zum Schatz (Treasure trove) erklärt und dadurch automatisch Eigentum der Krone. Der Entdecker und der Grundbesitzer haben aber Anspruch auf eine Entschädigung, die auf mehr als eine Million Pfund geschätzt wird. Im November 2012 wurden von einem Team von Archäologen weitere 91 Fundstücke etwa 100 m entfernt vom Fundplatz der ersten Gegenstände gefunden. 81 dieser Gegenstände unterschiedlichster Größe wurden ebenfalls zu einem Schatz erklärt, da sie älter als 300 Jahre sind und einen Edelmetallanteil von über 10 % haben.  
W       Bild: David Rowan, Birmingham Museum and Art Gallery

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Die totale Sonnenfinsternis vom 22. Juli 2009 war mit einer Dauer von 6 Minuten und 39 Sekunden die längste totale Sonnenfinsternis des 21. Jahrhunderts und wird erst im Juni 2132 von einer Finsternis mit längerer Totalitätsdauer übertroffen. Die Totalitätszone verlief über Indien und China (u.a. über Shanghai) und zog weiter hinaus auf den Pazifischen Ozean, wo sich auch das Maximum der Finsternis ereignete. Die Breite der Totalitätszone betrug dort 259 Kilometer. In Shanghai lag die Totalitätsdauer bei ungefähr 5 Minuten. In ihrer partiellen Phase konnte die Finsternis in einem großen Teil Asiens beobachtet werden. Von Europa war die Finsternis nicht beobachtbar.       W   Bild: Official work for NASA

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8. August - Archäologen der Universität Tübingen finden im westsyrischen Qatna eine von Räubern verschonte 3500 Jahre alte Grabkammer aus der Bronzezeit. Bei den Ausgrabungen wurden unter anderem 73 Keilschrifttafeln in dem unterirdischen Korridor des Palastes entdeckt, der vom Thronsaal abzweigt. Sie sind wohl bei der Zerstörung des Palastes aus einem höheren Stockwerk hinabgestürzt. Die Archäologen mussten sich durch mehrere Lagen verbrannten Holzes durcharbeiten, bis sie inmitten des Schutts die Keilschrifttafeln fanden. Die Tafeln stellen die Korrespondenz des Königs dar und berichten über die politische und wirtschaftliche Situation Syriens zu dieser Zeit. Sie stellen die ersten in Syrien gefundenen Keilschrifttafeln dar, die über die politischen Vorgänge jener Zeit Auskunft geben. Durch die Tafeln gelangte man zu der Erkenntnis, dass die Könige von Qatna, wie andere Herrscher ihrer Zeit, über einen Nachrichtendienst verfügten, durch den sie über politische Ereignisse und Entwicklungen der Zeit unterrichtet wurden.     W    

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Seit 1. September 2009 gilt das EU-Verbot für herkömmliche Mattglas- Glühbirnen und Glühbirnen mit einer Leistung von 100 Watt. Was sollen die EU-Regeln von 2009 bewirken? Herkömmliche Glühbirnen gelten als Stromfresser. Sie wandeln nur etwa fünf Prozent der aufgenommenen Energie in Licht um, der Rest wird als Wärme abgegeben. Das Einsparvolumen beim Strom wird auf rund drei Viertel geschätzt. Nach einer Beispielrechnung des Umweltbundesamtes sinken die Stromkosten bei 10 000 Betriebsstunden zwischen 49 und 177 Euro, wenn eine alte Glühbirne gegen eine gleich helle und hochwertige Energiesparlampe ausgetauscht wird. Beim Austausch aller Lampen in privatem Gebrauch würde sich der jährliche Ausstoß von Kohlendioxid in Deutschland um rund vier Millionen Tonnen verringern. Die Bürger sollen deshalb zur Beleuchtung ihrer Wohnungen auf Leuchtstoffoder LED-Lampen umsteigen. Mit der Verordnung werden aber keine Lampenarten verboten, sondern Anforderungen an Effizienz und Tauglichkeit aufgestellt. Da herkömmliche Lampen diesen Anforderungen nicht entsprechen, müssen sie schrittweise vom Markt weichen. Allerdings gibt es Bedenken gegen die neuen Leuchten, denn sie enthalten giftiges Quecksilber und dürfen deshalb nicht in den Hausmüll. Ausserdem wird durch die Energiesparlampen eine höhere Strahlenbelastung in der Wohnung produziert. Ab 1. September 2010 folgen Birnen mit mehr als 60 Watt, ein Jahr später solche mit mehr als 40 Watt und ab September 2012 Standard-Glühlampen mit einer Leistung von mehr als zehn Watt. Von 2016 an ist auch ein Großteil der Halogenlampen betroffen, die nicht so sparsam wie Leuchtstofflampen sind.

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10. September - Mit einem 6:2-Finalsieg über England gewinnt die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen zum fünften Mal hintereinander die Europameisterschaft.

 

 

16. November - Nach 70 Jahren Schließung eröffnet die Bundeskanzlerin Angela Merkel das "Neue Museum"  in Berlin, das unter anderem das Ägyptische Museum und Papyrussammlung mit der Büste der ägyptischen Königin Nofretete beherbergt. Das zwischen 1843 und 1855 errichtete Gebäude ist Teil des Weltkulturerbes Berliner Museumsinsel und einer der bedeutendsten Museumsbauten des 19. Jahrhunderts. Mit seinem industrialisierten Bauverfahren und mit der Verwendung von Eisenkonstruktionen schrieb das Museum zudem ein Stück Technikgeschichte. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg blieb das Museum jahrzehntelang als Ruine stehen, deren Wiederaufbau seit 1986 vorbereitet und 1999 begonnen wurde.

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2010

Das höchste Gebäude der Welt, der "Burj Khalifa", wurde am 4. Januar 2010 eingeweiht. In Dubai begannen am 21. September 2004 die Bauarbeiten für den höchsten Wolkenkratzer der Welt, der nach Fertigstellung den Namen Burj Khalifa erhält. Der Burj Khalifa wurde von der Projektgesellschaft Emaar Properties nach Plänen des Architekten Adrian Smith vom amerikanischen Architekturbüro Skidmore, Owings and Merrill gebaut. Seit April 2008 ist er das höchste Bauwerk der Welt, besitzt weltweit die meisten Stockwerke und auch das höchstgelegene nutzbare Stockwerk. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 2004, im Januar 2009 wurde die Endhöhe von 828 Metern erreicht. Mit 828 Metern Gebäudehöhe, 830 Metern bis Antennenspitzeund mindestens 189 Stockwerken (davon 163 nutzbar) ist der Burj Khalifa sowohl das höchste bis heute errichtete Gebäude als auch das höchste Bauwerk der Welt.Er ist das Gebäude mit der höchsten genutzten Etage, hat das höchste Dach und die zweithöchste Aussichtsplattform. Er überragt den Taipei 101 (508 Meter) als bisher höchstes Gebäude (Höhe der Gebäudestruktur), den Willis Tower (527 Meter) (ehemals Sears Tower) als bisher absolut höchstes Gebäude (Höhe bis Antennenspitze) und den CN Tower (553 Meter) in Toronto als bisher höchstes nicht abgespanntes Bauwerk. Damit gehen die genannten Rekorde des höchsten Bauwerks zum ersten Mal seit Errichtung des Empire State Building 1931 wieder an ein einziges Gebäude. Der Burj Khalifa ist zudem das welthöchste Gebäude, das auch zu Wohnzwecken genutzt wird. Am 17. Januar 2009 erreichte der Burj Khalifa seine Gebäudeendhöhe von 828 Meter.Die Gesamthöhe inkl. Geländer und Leuchtsignalanlage (nach Helge Sobik Antenne) auf der Turmspitze beträgt 830 Meter. Damit lässt sich die Gebäudespitze bei klarer Sicht aus über 100 Kilometern Entfernung erkennen. Die Investoren hielten sowohl die Höhe des Turms als auch die Anzahl der Stockwerke bis zur Eröffnung am 4. Januar 2010 geheim.      W   Bild: Joi

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12. Januar 16:43 Uhr Ortszeit - Bei einem Erdbeben der Stärke 7,0 auf der Richterskala, mit dem Epizentrum in der Nähe von Port-au-Prince, der Hauptstadt des karibischen Inselstaates Haiti kommen nach Angaben der Regierung vermutlich 200.000 Menschen ums Leben. 250.000 weitere Personen werden verletzt und 1,5 Millionen obdachlos. Auch der Präsidentenpalast des Landes stürzt ein.  W     Bild: Filmausschnitt

 

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3. Februar - Ein Bronzeguss von Alberto Giacomettis Skulptur L’Homme qui marche I wechselt für 74,4 Millionen Euro den Besitzer und wird zum bis dahin teuersten Kunstwerk. Die Plastik L’Homme qui marche I entstand, als Giacometti und sein amerikanischer Kollege Alexander Calder 1956 eingeladen wurden, die neu entstehende Fläche vor dem im Bau befindlichen Wolkenkratzer der Chase Manhattan Bank in New York zu gestalten. Die Männer konnten sich auf kein gemeinsames Projekt verständigen, sodass sich der Auftrag zerschlug. Giacometti arbeitete in der Folgezeit, weiterhin ausgehend von der Platzidee, an vier überlebensgrossen Stehenden Frauen (Femme debout I–IV, auch: Grande Femme debout I–IV). Diese 2,70 und 2,78 Meter hohen Figuren ergänzte er durch die beiden Versionen der lebensgrossen, schreitenden Männer (L’Homme qui marche I und L’Homme qui marche II). Obwohl zunächst als Gruppenkomposition konzipiert, wurden die einzelnen Figuren später separat ausgestellt. L’Homme qui marche I wurde erstmals 1962 auf der Biennale in Venedig der Öffentlichkeit präsentiert.        W     Bild: Mireille Fillol

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20. April - Die größte Öl-Umweltkatastrophe der Menschheitsgeschichte mit unabsehbaren Folgen für die Menschheit, nimmt ihren Lauf als die Ölplattform Deepwater Horizon explodiert. Infolge verschiedener schwerer Versäumnisse kam es zu einem sogenannten Blowout, bei dem die Plattform in Brand geriet und infolgedessen zwei Tage später unterging. Das ausströmende Öl führte im Golf von Mexiko zur schwersten, jemals dagewesenen, Umweltkatastrophe dieser Art. 4,9 Millionen Barrel Öl strömen zwischen dem 20. April und dem 16. Juli ins Meer. Während der Bohrung hatte es eine ungewöhnlich hohe Zahl von Erdgaseinbrüchen in die Bohrung gegeben. Das Risiko durch Erdgaseinbrüche in Zusammenhang mit diesem Bohrvorhaben war von BP ein Jahr zuvor als „vernachlässigbar“ bezeichnet worden, obgleich von Regierungsseite deutlich davor gewarnt worden war. Da die Deepwater Horizon "nur" eine Erkundungsbohrplattform, aber keine Förderplattform war, sollte die fertiggestellte Bohrung durch Eingießen von Spezialzement befestigt und damit versiegelt werden. Das Öl sollte später von einer anderen Plattform gefördert werden. Infolge eines starken Druckanstiegs im Bohrloch kam es jedoch zu einem Blowout: Eine Fontäne von Bohrschlamm, Gas und Öl trat unter hohem Druck aus, entzündete sich und führte zum Brand der Bohrplattform. Die für diesen Fall vorgesehene zentrale Ventilsystem direkt am Meeresboden, wurde zwar betätigt, funktionierte jedoch nicht. Die manuelle Notabschaltung die das Bohrloch verschließen und die Bohrinsel vom Bohrloch trennen sollte, wurde erst 7 Minuten nach dem Blowout betätigt, funktionierte aber auch nicht. Seit dem 16. Juli ist der Ölausfluss mit einem temporären Verschluss gestoppt. Am 19. September 2010 erklärte der Sonderbeauftragte der US-Regierung, die Quelle offiziell für "tot".

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13. Juni - Rückkehr der japanischen Raumsonde Hayabusa. Nach einem Rückflug, der sich wegen diverser technischer Probleme um drei Jahre verzögerte, traten die abgetrennte Rückkehrkapsel mit der Probe und die Sonde gegen 13:56 UTC (23:30 Uhr Ortszeit) über Australien in die Erdatmosphäre ein. Es war die erste von der Oberfläche eines Asteroiden mit einem Raumfahrzeug zurückgeführte Probe. Am 9. Mai 2003 brach Hajabusa zu ihrem Flug zum Asteroiden (25143) Itokawa auf. Am 12. September 2005 erreichte die Sonde ihr Ziel und nahm dort Bodenproben.         W      

 

 

 

24. Juni - Mit einer Länge von insgesamt 11 Stunden und 5 Minuten endete das längste Tennismatch der Geschichte mit einem Fünfsatz-Sieg (70:68 im letzten Satz) des US-Amerikaners John Isner über den Franzosen Nicolas Mahut.

 

Der deutsche Bundesgerichtshof entscheidet, dass passive Sterbehilfe nicht strafbar ist, wenn sie dem Willen des Patienten entspricht. Der BGH hat somit das Selbstbestimmungsrecht des Patienten gestärkt, indem er urteilte, dass (im strafrechtlichen Sinne) eine entsprechende Einwilligung des Patienten sowohl das Unterlassen weiterer lebenserhaltender Maßnahmen rechtfertige als auch die aktive Beendigung oder Verhinderung einer von dem Patienten nicht oder nicht mehr gewollten Behandlung. Die zur Straffreiheit führende Einwilligung könne bei einem nicht einwilligungsfähigen Patienten auch zuvor in einer Patientenverfügung oder sogar in einer mündlichen Äußerung gegeben worden sein.         W 

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Am 1. September erreicht das EU-weite Glühbirnen-Sterben seine zweite Etappe. Dann tritt ein Herstellungs- und Vertriebsverbot für 75-Watt-Birnen in Kraft, wie es bereits für 100- Watt-Lampen gilt. Siehe Eintrag 2009

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2. November - Zum ersten Mal werden in Deutschland liegende Straßenzüge in Google Street View online gestellt.  Google Street View ist ein Zusatzdienst zu Googles Kartendienst Google Maps und dem Geoprogramm Google Earth. Es werden Ansichten in 360-Grad-Panoramabildern aus der Straßenperspektive dargestellt. Erstmals vorgestellt wurde der Dienst im Mai 2007 auf der Where-2.0-Konferenz in San José mit ausgesuchten, lediglich in den Vereinigten Staaten verfügbaren Ansichten. In der Folgezeit wurde der Dienst international ausgeweitet und sorgte insbesondere aufgrund von Datenschutzbedenken für Schlagzeilen. Neben bekannten Objekten wie dem Kanzleramt, der Siegessäule oder zehn Stadien der Bundesliga konnte der Betrachter nun erstmal auch in Teilen des bayerischen Ortes Oberstaufen virtuell „spazieren gehen“. Zwei Wochen später wurden die 20 nach Einwohnerzahl größten Städte online gestellt; und zwar: Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal. Insgesamt gab es 244.237 Anträge auf Unkenntlichmachung, die vor dem Start bearbeitet werden mussten. Diese Gebäude erscheinen unwiderruflich verpixelt, da Google sich verpflichtet hat, das Rohdatenmaterial zu löschen. Am 10. April 2011 gab Google bekannt, dass keine Pläne mehr bestünden, den in Deutschland durch Street View abgedeckten Bereich auszuweiten. Auch eine Aktualisierung der existierenden Aufnahmen sei nicht geplant.       W   

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6. November - Die größte Christus-Statue der Welt wird fertiggestellt. Sie steht in der westpolnischen Kleinstadt Swiebodzin, etwa 70 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Ein 700-Tonnen-Kran hat am 6.November 2010 den Kopf und die ausgestreckten Arme an den Beton-Rumpf der gigantische Figur angebracht. Der ohne Sockel 36 Meter messende Christus von Swiebodzin
überragt seine berühmten Pendants im brasilianischen Rio de Janeiro und im bolivianischen Concordia um mehrere Meter.

 

 

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