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Chronologische Weltgeschichte - Die Jahre 1961 - 1970

2011 - 20152016 - 2020

1961

4. Januar - 123 Jahre nach Beginn der Arbeit erschien der 31. und letzte Band des von den Gebrüdern Grimm begonnenen vollständigen deutschen Wörterbuches. Damit war die erste umfassende Sammlung des deutschen Wortschatzes abgeschlossen, die lange Entstehungszeit des Werkes machte jedoch den sofortigen Beginn einer Überarbeitung erforderlich. Mithilfe des DWB sollten sich tendenziell alle Angehörigen der deutschen Sprachgemeinsamkeit ihrer Sprache vergewissern können, was zu einer Zeit, als es nur viele deutsche Kleinstaaten und noch kein politisch vereinigtes Deutschland gab, auch ein nationales Anliegen war. Der ältere wie damals gegenwärtige deutsche Wortgebrauch sollte auf allen Stilniveaus dokumentiert werden. Damit wurde das DWB das erste Wörterbuch der Geschichte, in dem auch Schimpfwörter und unfeine Wörter aufgenommen wurden.       W   

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31. Januar - Der Schimpanse Ham startet mit der Mercury-Redstone 2-Mission der NASA von Cape Canaveral aus ins All. Er verbringt etwa sechs Minuten in der Schwerelosigkeit und geht wenig später mit seiner Kapsel unversehrt im Atlantik nieder. Sein Name ist abgeleitet vom Holloman Aerospace Medical Center auf der Holloman Air Force Base in New Mexico. Der Start erfolgte dann um 11:55 Uhr, wobei Ham während des Aufstiegs das 17-fache seines Körpergewichts aushalten musste. Zudem gab es im Raumschiff eine Fehlfunktion eines Ventils, sodass der Kabinendruck stark abnahm; da Ham jedoch in seinem Raumanzug über eine eigene Luftversorgung verfügte, stellte dies keine größere Gefahr dar. Das Raumschiff erreichte eine Höhe von etwa 250 km, und Ham führte die ihm aufgetragenen Reaktionstests problemlos durch; er verbrachte sechs Minuten in der Schwerelosigkeit, ehe er um 12:12 Uhr knapp 700 km von Cape Canaveral entfernt landete, wobei er noch einmal 14 g aushalten musste. Als die Landekapsel geborgen wurde, stellte man fest, dass Wasser in sie eingedrungen war; sie konnte jedoch noch davor bewahrt werden, im Atlantik zu versinken. Ham wurde für seine Arbeit mit einem Apfel und einer Orange belohnt. Nach seinem Einsatz wurde er an den Washington Zoo weitergegeben, wo er 17 Jahre lang bis zum 25. September 1980 lebte. Nach der Kritik von Tierschützern an der Einzelhaltung wurde er von dort aus an den North Carolina Zoological Park in Asheboro verlegt, wo er am 18. Januar 1983 an Altersschwäche starb. Nach seinem Tod wurde sein Körper am Smithsonian Institut konserviert und als Leihgabe an die „International Space Hall of Fame“ in Alamogordo, New Mexico vergeben.       W   

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28. Februar - Erklärte das Bundesverfassungsgericht die "Deutschland-Fernsehen GmbH" für verfassungswidrig. Nach Ansicht des Gerichts hätte sie die im Grundgesetz verankerte Meinungs- und Rundfunkfreiheit gefährdet. Mit der "Deutschland-Fernsehen GmbH" hatte Bundeskanzler Konrad Adenauer versucht, einen kommerziellen Fernsehsender zu schaffen, der unter der Aufsicht der Bundesregierung stehen sollte.       W   

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15. März - Als erste deutsche Großstadt führt Kassel das Parken mit Parkscheiben in der Innenstadt ein. Ein erstes parkscheibenartiges System wurde bereits 1957 in Paris eingeführt, um das Dauerparken einzuschränken. Erdacht wurde es von dem Ingenieur Robert Thiebault und dem Polizeipräfekt Roger Genebrier. Am 31. Mai 1979 beschloss die Konferenz der Verkehrsminister der europäischen Gemeinschaft die Einführung einer einheitlichen Parkscheibenregelung. Diese sollte nur noch eine Zeitangabe enthalten. Die Beschaffenheit der entsprechenden Parkscheibe wurde in Deutschland im Verkehrsblatt 1981 S. 447 beschrieben. Das Design wurde anschließend in anderen Ländern übernommen. Auch die Regelungen zur "Blauen Zone" wurden in Frankreich ab 1998 und der Schweiz ab 2000 ersetzt.      W    

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Gagarin

12. April - Die Russen gewinnen mit Juri Gagarin (*9.4.1934, +27.3.1968, bei einem Flugzeugabsturz) als erstem Menschen im All den Wettlauf in den Weltraum gegen die Amerikaner. Die Flugzeit für die einmalige Erdumkreisung der WOSTOK-Rakete beträgt 1,8 Std.         W 

 

 

25. Mai - Der amerikanische Präsident John F. Kennedy kündigt während des Wettlaufs ins All im amerikanischen Kongress das Programm eines bemannten Mondflugs an, mit dem „noch vor Ende des Jahrzehnts ein Mensch zum Mond und sicher zur Erde zurück gebracht“ werden soll – das spätere Apollo-Programm.       W   

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28. Mai - Die britische Wochenzeitung The Observer veröffentlicht einen Aufruf des Rechtsanwalts Peter Benenson, sich durch Briefe für die Freilassung politischer Gefangener einzusetzen. Der Artikel berichtete damals von zwei Studenten, die in einem Restaurant in Lissabon auf die Freiheit anstießen. In Portugal war die Erwähnung des Wortes „Freiheit“ zu dieser Zeit verboten; die beiden Studenten wurden festgenommen und zu sieben Jahren Haft verurteilt. Am 28. Mai 1961 veröffentlichte Benenson in der britischen Zeitung The Observer den Artikel „The Forgotten Prisoners“ („Die vergessenen Gefangenen“) über diesen und andere Fälle, in dem er die Leser aufrief, sich durch Briefe an die jeweiligen Regierungen für die Freilassung dieser Gefangenen einzusetzen. Er schrieb: „Sie können Ihre Zeitung an jedem beliebigen Tag der Woche aufschlagen und Sie werden in ihr einen Bericht über jemanden finden, der irgendwo in der Welt gefangen genommen, gefoltert oder hingerichtet wird, weil seine Ansichten oder seine Religion seiner Regierung nicht gefallen.“ Amnesty International wird geboren. Sie setzt sich vor allem für Menschen ein, die aus politischen, ideologischen, religiösen, ethnischen oder rassischen Gründen inhaftiert sind. Grundlage ihrer Arbeit sind die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und andere Menschenrechtsdokumente, wie beispielsweise der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte und der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Die Organisation recherchiert Menschenrechtsverletzungen, betreibt Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit und organisiert u. a. Brief- und Unterschriftenaktionen für alle Bereiche ihrer Tätigkeit.       W   

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4. Jnui - Die ARD strahlt erstmals die Sportschau aus.  Über Fußball wurde in den ersten acht Wochen überhaupt nicht berichtet, und erst mit dem Start der Fußball-Bundesliga 1963 wurde die Sendung auf den Samstag verlegt. Am Sonntag gab es eine zweiteilige Sportschau, in der Sportarten wie Pferderennsport, Reiten, Handball, Volleyball und Tischtennis im Mittelpunkt standen. Lange Zeit galt Sachlichkeit als oberstes Ziel, was unter anderem durch die Wahl zum Tor des Monats seit 1971 etwas aufgelockert wurde. Erster Sieger war Gerhard „Gerd“ Faltermeier, dessen Tor vom 28. März 1971 als bestes ausgewählt wurde.         W   

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23. Juni - Der Antarktisvertrag, mit dem eine militärische Nutzung der Antarktis ausgeschlossen wird, tritt in Kraft. Der Antarktisvertrag ist eine internationale Übereinkunft, die festlegt, dass die unbewohnte Antarktis zwischen 60 und 90 Grad südlicher Breite ausschließlich friedlicher Nutzung, besonders der wissenschaftlichen Forschung, vorbehalten bleibt. Der Vertrag wurde auf der Antarktiskonferenz 1959 von zwölf Signatarstaaten in Washington beraten und trat 1961 in Kraft.
Der Vertragsinhalt lautet:

Artikel 1 Das Gebiet darf ausschließlich friedlich genutzt werden; militärische Aktivitäten und Waffentests sind verboten, militärisches Personal und Ausrüstung kann jedoch für wissenschaftliche Forschung und andere friedliche Zwecke eingesetzt werden;
Artikel 2 die Freiheit der wissenschaftlichen Untersuchung und Kooperation soll fortbestehen;
Artikel 3 freier Austausch von Informationen und Personal in Kooperation mit den UN und anderen internationalen Organisationen;
Artikel 4 es werden keine territorialen Ansprüche diskutiert oder etabliert und für die Dauer des Vertrags sollen keine neuen Ansprüche angemeldet werden;
Artikel 5 nukleare Explosionen oder Entsorgung radioaktiven Abfalls sind verboten;
Artikel 6 Gegenstand des Vertrags sind alle Land- und Eisflächen südlich des 60. Breitengrades;
Artikel 7 Beobachter aus Vertragsstaaten genießen freien Zugang, einschließlich Luftbeobachtung, zu allen Gebieten, Einrichtungen und Ausrüstungen; alle Aktivitäten und der Einsatz militärischen Personals müssen im Voraus angekündigt werden;
Artikel 8 Beobachter und Wissenschaftler unterliegen der Rechtsprechung ihrer eigenen Staaten;
Artikel 9 es sollen regelmäßige Konsultationstreffen zwischen den Vertragsstaaten stattfinden;
Artikel 10 die Vertragsstaaten sollen versuchen, alle Aktivitäten in der Antarktis zu unterbinden, die dem Vertrag widersprechen;
Artikel 11 möglicher Streit soll von allen betroffenen Parteien friedlich ausgetragen und notfalls vom Internationalen Gerichtshof entschieden werden;
Artikel 12–14 behandeln die Unterstützung, Interpretation und Ergänzung des Vertrags zwischen den beteiligten Nationen.

        W     Bild: Bosonic dressing

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Bewaffnete Exilkubaner versuchen mit Hilfe der CIA als Maßnahme gegen die Revolution unter Fidel Castro, eine Invasion in der kubanischen Schweinebucht. Sie hatten sich die Unterstützung desertierender kubanischer Truppen erhofft. Die aber blieb aus. Die Invasion in der Schweinebucht scheiterte und wurde zu einer internationalen Blamage für die USA. Im Weltsicherheitsrat kam es zu Debatten um die Rechtmäßigkeit des Angriffs. Kuba scheiterte jedoch mit seinem Antrag, die USA als Aggressor zu verurteilen, am Vetorecht der USA. Die gescheiterte Invasion war nicht nur ein militärisches, sondern vor allem ein politisches Debakel für die Vereinigten Staaten. Neben scharfer Kritik im In- und Ausland und dem verlorenen Vertrauen in die nur 90 Tage alte Regierung unter John F. Kennedy führte sie zur Stärkung Castros und der kubanischen Revolution. Befürchtungen eines zweiten Invasionsversuches sorgten letztendlich auch für die zunehmende Annäherung Kubas an die Sowjetunion bis zur Eskalation in der Kubakrise 1962.

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2. Juli - Der US-amerikanische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway begeht Selbstmord. Hemingway war schon zu Lebzeiten eine Legende - durch sein literarisches Werk ebenso wie durch seinen rastlosen und oft skandalumwitterten Lebensstil. Er war einer der erfolgreichsten und bekanntesten US-amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. 1953 erhielt Hemingway den Pulitzer-Preis für seine Novelle Der alte Mann und das Meer und 1954 den Literaturnobelpreis. Hemingway betätigte sich nicht nur als Schriftsteller, sondern war auch Reporter und Kriegsberichterstatter, zugleich Abenteurer, Hochseefischer und Großwildjäger, was sich in seinem Werk niederschlägt. Depressionen und Alkoholkonsum begleiteten ihn die meiste Zeit seines Lebens, das er nach langer Krankheit selbst beendete: Hemingway erschoss sich – wie bereits sein Vater im Dezember 1928 – im Alter von 61 Jahren an einem Morgen im Juli 1961. Die hierbei verwendete Flinte hatte er bereits seit längerem als seine "glatte, braune Geliebte" bezeichnet. Vor seiner Erkrankung (Bipolare Störung) war er ein Symbol für eine überbordende, wenngleich melancholische Lebensfreude.       W   

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13. August - DDR-Grenzpolizisten beginnen beim Bau der Mauer, mit Stacheldraht und Beton die Grenze zwischen Ost- und Westberlin sowie zwischen Westberlin und der umliegenden DDR abzuriegeln. Die deutsche Teilung wird vertieft und die Flucht von Ost nach West erheblich erschwert.         W    

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8. September - Unter dem Titel Unternehmen Stardust erscheint Heft 1 der Science-Fiction-Serie Perry Rhodan. Ursprünglich nur als 30- bis 50-bändige Heftserie gedacht, wurde Perry Rhodan in den folgenden Jahrzehnten mit über einer Milliarde verkaufter Hefte zur erfolgreichsten Science-Fiction- und Heftroman-Serie der Welt und zugleich zum ältesten, langlebigsten und meistgelesenen Produkt der deutschen Nachkriegsliteratur. Die Druckauflage stieg im Laufe der Jahre und erreichte 160.000 Hefte im Jahr 2004. Anders als die meisten anderen Heftromanreihen besteht Perry Rhodan nicht aus unverbundenen Einzelromanen, sondern ist als Serie mit einer durchgängigen, ständig komplexer werdenden Handlung angelegt und inzwischen »die umfangreichste und am längsten laufende Fortsetzungsgeschichte der Welt«. Der Autor Andreas Eschbach hat darauf aufmerksam gemacht, dass Perry Rhodan, vom Umfang her etwa 560 Bänden Harry Potter oder 120 Bänden Krieg und Frieden entsprechend, tatsächlich sogar die längste fortlaufende Erzählung der Literaturgeschichte darstellt.         W    Bild: Pabel-Moewig Verlag KG.

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6. Oktober - Der Chirurg Heinz-Joachim Sykosch implantiert den ersten rund 300 Gramm schweren Herzschrittmacher vom Typ Medtronic CHARDACK-GREATBATCH 5850, gegen den ausdrücklichen Willen seines damaligen Vorgesetzten in Deutschland. Empfänger war der 19-jährige Hans Gerd Finkentey († 1987), der nach einem Motorradunfall in Lebensgefahr schwebte. Die Operation erfolge damals am offenen Herzen, der Brustraum musste aufgesägt werden. Der Herzschrittmacher war mit zehn Zinkoxid-Batterien bestückt mit einer Gesamtlaufzeit von ungefähr 18 Monaten. Der erste vollständig in den menschlichen Körper eingebettete Herzschrittmacher wurde am 8. Oktober 1958 von dem Arzt Åke Senning und dem Ingenieur der Firma Siemens Elema, Rune Elmqvist, in Stockholm dem Patienten Arne Larsson eingepflanzt. Kurioserweise glaubten beide damals nicht an den langfristigen Erfolg der Herzschrittmacher. Das Gerät bestand aus zwei Transistoren, die in einer Kippschaltung arbeiteten, einem Nickel-Cadmium-Akkumulator und einer Spule zum externen Aufladen dieses Akkumulators. Die Kapazität des Akkumulators war bereits nach kurzer Dauer erschöpft. Die elektronischen Bauelemente wurden in einer Schuhcremedose mit Epoxidharz vergossen. Die benötigten Elektroden, die die Stimulationsenergie an das Herz abgaben, waren fest mit dem Schrittmacher verbunden.         W   Bild: Professor Marko Turina, University Hospital, Zurich

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27. Oktober - Sowjetische und amerikanische Panzer stehen sich am Checkpoint Charlie gegenüber, nachdem DDR-Grenzsoldaten Westalliierte daran gehindert haben, den sowjetischen Sektor zu betreten. Am 28. Oktober ziehen sich beide Seiten wieder zurück. Der Kontrollpunkt durfte nur von alliierten Militär- und Botschaftsangehörigen, Ausländern und Mitarbeitern der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR sowie von DDR-Funktionären benutzt werden. Der Kontrollpunkt war einer der drei durch die Amerikaner genutzten alliierten Kontrollpunkte. Er wurde nach dem dritten Buchstaben gemäß dem Internationalen Buchstabieralphabet (Alpha, Bravo, Charlie, …) benannt.         W    

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Die Wasserstoffbombe Zar wird in Nowaja Semlja gezündet. Die Detonation gilt bis heute als die größte je von Menschen verursachte Explosion. Die Bombe wurde um 11:32 Uhr Moskauer Zeit über dem Testgelände in der Mitjuschikabucht auf der Insel Nowaja Semlja gezündet. Sie wurde von einem modifizierten Tupolew-Tu-95W-Bomber in über 10.000 Metern Höhe abgeworfen und durch einen Fallschirm abgebremst, um dem Flugzeug ausreichend Zeit zum Verlassen des Testgebietes zu geben. Um die Bombe transportieren zu können, waren die Klappen des Bombenschachtes entfernt worden. Die Explosion fand in einer Höhe von etwa 4.000 m statt. Der Feuerball der Explosion berührte den Erdboden, der Atompilz erreichte kurzzeitig eine Höhe von ungefähr 64 km; die stabile Endhöhe dürfte zwischen 40 km und 50 km betragen haben. Die von der Bombe erzeugte Druckwelle war so stark, dass sie noch bei ihrer dritten Umrundung der Erde messbar war. Die Sprengkraft der Bombe betrug – je nach Quelle – 50 bis 60 Megatonnen TNT-Äquivalent und war damit 4000-mal stärker als die der Hiroshima-Bombe Little Boy, deren Sprengkraft auf etwa 13 Kilotonnen TNT-Äquivalent geschätzt wird. Sie war auch etwa drei- bis viermal so stark wie Castle Bravo, der stärkste Kernwaffentest der USA. Die von einem Team um den späteren Dissidenten Andrej Sacharow konstruierte Bombe wog 27 Tonnen, war acht Meter lang und maß zwei Meter im Durchmesser.        W 

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14. November - Mit der 60jährigen CDU-Politikerin Elisabeth Schwarzhaupt wird zum ersten Mal eine Frau als Bundesministerin vereidigt. Sie erhält das Gesundheitsressort, das seitdem fast ausschließlich von Frauen geführt wird.
       W       Bild: Bundesarchiv, B 145 Bild-F016393-0024 / Gerhard Heisler / CC-BY-SA

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29. November - Im Rahmen der Mission Mercury-Atlas 5 wird mit dem Schimpansen "Enos" an Bord ein Orbitalflug der NASA mit einer Atlas-Rakete gestartet. Nach zweimaliger Umkreisung der Erde wassert die Mercury-Kapsel mitsamt Tier erfolgreich. Die Kapsel war zuerst für einen suborbitalen Testflug ausgelegt worden, dann für einen suborbitalen Testflug mit einem Schimpansen an Bord, dann für einen unbemannten, drei Umläufe dauernden Flug und schließlich für die Mission mit der "Enos" flog. MA-5 sollte den Flug von MA-6 simulieren. Fünf Stunden vor dem Start wurde Enos mit seinem Raumanzug in die Kapsel gesetzt. Der Start erfolgte um 15:08 UTC am 29. November 1961.  Im Bergungsgebiet warteten die Zerstörer USS Stormes und USS Comtpon sowie eine Martin P5M. Die Kapsel wurde drei Minuten vor der Wasserung in einer Höhe von 1.500 Metern vom Flugzeug gesichtet. Dieses blieb bis zum Eintreffen der USS Stormes eine Stunde und 15 Minuten später und dokumentierte die Wasserung südöstlich von Bermuda. Die Kapsel wurde an Bord des Zerstörers gebracht und die Luke kontrolliert abgesprengt. Enos war bei guter Gesundheit. Mit diesem erfolgreichen Flug war die Mercury-Kapsel für bemannte Orbitalflüge qualifiziert.         W    

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Zentrales politisches Ereignis dieses Jahres ist der Bau der Berliner Mauer. Mit ihrer totalen Abriegelung will die DDR den stark angestiegenen Strom von Flüchtlingen in den Westen beenden. Bereits im März hatte die SED mit Walter Ulbricht bei einer Warschauer-Pakt-Sitzung die Schließung der Grenzen nach Westberlin gefordert, stieß aber auf Ablehnung, weil dies den angestrebten Plänen zur Wiedervereinigung entgegenstand. Erst am 5.8. kann er sich auf einem neuerlichen Treffen mit dem Argument durchsetzen, die DDR verliere ihre wirtschaftliche Basis durch die zunehmende Fluchtbewegung.
15. August - Conrad Schumann bewachte an der Kreuzung zwischen Ruppiner Straße und Bernauer Straße die Berliner Mauer, die damals seit zwei Tagen stand. An dieser Stelle bestand die Absperrung aus niedrigen Stacheldrahtrollen. Schumann nahm die Gelegenheit wahr und sprang über den Stacheldraht. Noch im Sprung streifte er den Schulterriemen seiner Maschinenpistole ab, um sie fallenzulassen, und rannte weiter in einen zehn Meter entfernt stehenden Polizeiwagen, dessen offenstehende Tür als Schutz ihn ermutigt hatte, das Wagnis einzugehen. Peter Leibing, ein Fotograf, schoss das berühmt gewordene Foto im Moment des Sprunges. Dieses Bild wurde zu einem der bekanntesten Bilder des Kalten Krieges. Die Szene wurde auch aus gleicher Perspektive als Film aufgenommen.

 

Das erste (west-) deutsche Kernkraftwerk in Grundremmingen geht versuchsweise ans Netz.

 

 

5.5. Der erste Amerikaner im Weltraum ist Alan Shepard jr., sein ballistischer Flug mit MERCURY-FREEDOM 7 dauert 15 min.

 

21.7. Virgil I. Grissom ist mit seinem 16-min Flug der zweite Amerikaner im All.

 

6.8. Die Russen führen die Amerikaner erneut in der Raumfahrt vor, als der Kosmonaut German Stephanowitsch Titow die Erde in 25,6 Std 17mal umrundet.

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24. August - Elf Tage nach der Grenzschließung zu West-Berlin stirbt der DDR-Bürger Günter Litfin bei einem Fluchtversuch. Er ist der erste Mensch, der an der Berliner Mauer bei seiner Flucht durch Schüsse ums Leben kommt. Der Schneider aus dem Ortsteil Weißensee war, wie sein Vater, Mitglied des im Ostteil illegalen Kreisverbandes der West-CDU. Litfin wohnte im Osten, arbeitete aber im Westen, in der Nähe des Zoologischen Gartens, und hatte schon eine Wohnung im Westteil der Stadt gefunden. Noch am 12. August fuhr er zusammen mit seinem Bruder Jürgen nach Charlottenburg, um die neue Wohnung einzurichten. Durch die Errichtung der Berliner Mauer wurde jedoch sein Ausreisevorhaben am nächsten Morgen abrupt beendet. Daraufhin unternahm Litfin am 24. August gegen 16 Uhr den für ihn tödlichen Fluchtversuch. Günter Litfin versuchte, über die zum Lehrter Stadtbahnhof führenden Bahnanlagen zu fliehen. Gegen 16:15 Uhr wurde er von Transportpolizisten entdeckt, gerufen und anschließend mit Warnschüssen versucht aufzuhalten. Er sprang daraufhin an der Humboldthafenbrücke in den Ost- und West-Berlin trennenden Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal. Kurz vor Erreichen des jenseitigen Ufers wurde er von einem der Polizisten beschossen und durch einen Kopfschuss tödlich verletzt.       W   

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22. September - Auf Anweisung von John F. Kennedy wird in den USA das Friedenscorps gegründet. Das Friedenscorps, engl. Peace Corps, ist eine Unabhängige Behörde (independent federal agency) der Vereinigten Staaten von Amerika. Ihre Aufgabe ist es, das gegenseitige Verständnis zwischen den Amerikanern und den Nicht-Amerikanern in anderen Ländern zu beleben. Das Friedenscorps wurde 1961 auf Initiative von John F. Kennedy eingerichtet und im selben Jahr vom US-Kongress als eine permanente Unabhängige Behörde anerkannt. Das Programm, das zu seiner Existenz führte, war ein Ergebnis des Kalten Krieges und gedacht, den chinesischen und sowjetischen Bemühungen um Einfluss zu entgegnen. Mehr als 200.000 US-Amerikaner haben im Friedenscorps gedient. Der Freiwillige verpflichtet sich, über 27 Monate im Ausland tätig zu sein. Er erhält während dieser Zeit eine seinem Einsatzort angepasste Entlohnung sowie am Ende der 27 Monate eine Wiedereingliederungshilfe in Höhe von 7.425 US-Dollar.

Das Friedenscorps dient offiziell folgenden Zielen:

  • interessierten Ländern bei der Erfüllung ihrer Bedürfnisse an ausgebildeten Fachkräften zu helfen
  • mehr Verständnis bei den US-Amerikanern gegenüber den Menschen zu fördern, denen geholfen werden soll
  • bei fremden Völkern Verständnis für US-Amerikaner zu wecken

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26. Oktober - Angebliche Behinderungen alliierter Fahrzeuge durch die Volkspolizei führten zu einer gefährlichen Lage am Grenzübergang Friedrichstraße in Berlin: 16 Stunden standen sich amerikanische und sowjetische Panzer in 200 Meter Entfernung gegenüber. Bei der Konfrontation am Checkpoint Charlie trafen zum ersten und zugleich letzten Mal Streitkräfte der Supermächte direkt aufeinander. Ausgangspunkt war die provokante Weigerung des ranghöchsten amerikanischen Zivilisten, sich der Passkontrolle der ostdeutschen Volkspolizisten zu unterziehen. Ernsthafte Zwischenfälle blieben aus, am Morgen des 28. Oktobers zogen sich die Panzer wieder zurück.

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1. November - In Deutschland wird mit vierstelligen Postleitzahlen das weltweit erste vollständige Postleitzahlensystem eingeführt. Sie erstzen die seit 1941 verwendeten 2 stelligen Zahlencodes. Zum ersten Mal wurde 1853 von der Postverwaltung der Thurn und Taxis mit Hilfe von Ringnummernstempeln ermöglicht, Orte aus einem Zahlencode zu erkennen. Carl Bobe gliederte 1917 Deutschland in Großräume, regionale Bereiche und örtliche Bereiche in einem Organisationsschema. Am 5. Juli 1941 wurde von der Reichspost die Einführung von "Päckchenleitgebieten" bekannt gegeben. Diese wurden durch 2-stellig, numerische PLZ gekennzeichnet, z. B. 21 für die Provinz Westfalen; unterteilt in 21a für Nordwestfalen und 21b für Südwestfalen. Allgemein verbindlich im zivilen Postverkehr eingeführt wurden die Postleitzahlen mit 32 Leitgebieten am 19. Oktober 1943 mittels einer "Anweisung für den Briefverteildienst". Das Neue 4-stellige System ging nach dem 2. Weltkrieg von einem geeinten Deutschland aus und reservierte die Bereiche 1000 bis 1999 und 9000 bis 9999 für den Osten Deutschlands. Daher wurden Postleitzahlen aus diesem Bereich nicht zugeteilt. Lediglich die 1000 wurde von Berlin -West benutzt. Zum 1. Januar 1965 führte die Post der DDR ein eigenes vierstelliges Postleitzahlensystem ein. Dieses war gänzlich anders strukturiert und natürlich einzig und allein auf die DDR zugeschnitten. Die beiden unterschiedlichen Systeme bedingten, dass viele Postleitzahlen in Ost und West doppelt existieren, was ab 1990 die Post vor das Problem stellte, dass im nun geeinten Deutschland zwei Postleitzahlensysteme existierten. Die Post entschied sich daher für eine beiden Seiten gerecht werdende, aber auch radikale Lösung: das heutige Postleitzahlensystem mit fünfstelligen Zahlen wurde am 1. Juli 1993 eingeführt, was eine Änderung aller Postleitzahlen mit sich brachte. Mit der Einführung des neuen Systems wurde auch den Briefzentren ermöglicht, die Briefe in nur 2 Sortiergängen den Zustellern zuzuführen. Im neuen System wurden die Zustellbezirke in die Postleitzahlen integriert. Zudem konnten Großempfänger nun auch eine eigene Postleitzahl erhalten.

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27. November - Einen Tag nach einem Zeitungsartikel über den Verdacht, dies sei für Missbildungen an Neugeborenen verantwortlich, nimmt die Grünenthal GmbH das thalidomidhaltige Arzneimittel "Contergan" vom Markt. Der Fall weitet sich rasch zum größten Arzneimittel-Skandal der Bundesrepublik aus. Insgesamt werden 2.625 Opfer gezählt, die lebenslänglich unter schweren Missbildungen zu leiden haben. Das millionenfach verkaufte Beruhigungsmedikament Contergan, das den Wirkstoff Thalidomid enthielt, konnte bei der Einnahme in der frühen Schwangerschaft Schädigungen in der Wachstumsentwicklung der Föten hervorrufen. Contergan half unter anderem auch gegen die typische morgendliche Schwangerschaftsübelkeit in der frühen Schwangerschaftsphase und galt im Hinblick auf Nebenwirkungen als besonders sicher. Bis Ende der 1950er Jahre wurde es gezielt als rezeptfreies Beruhigungs- und Schlafmittel für Schwangere empfohlen. In der Folge kam es zu einer Häufung von schweren Fehlbildungen (Dysmelien) oder gar dem Fehlen (Aplasien) von Gliedmaßen und Organen bei Neugeborenen. Dabei kamen weltweit etwa 5.000–10.000 geschädigte Kinder auf die Welt. Zudem kam es zu einer unbekannten Zahl von Totgeburten.      W   

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17. Dezember - Auf dem Breitscheidplatz am Kurfürstendamm in Berlin wurde der Neubau der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche eingeweiht. Das Original-Bauwerk war im November 1943 bei einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. In der Kirche wird auf verschiedenen Tafeln symbolhaft an die Schrecken und das Unrecht des Krieges Bezug genommen.

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2. Dezember - Revolutionsführer Fidel Castro erklärt sich in einer Rundfunkansprache zum Marxisten-Leninisten und proklamiert die Einführung des Kommunismus in Kuba. Nach dem Sieg wurde Castro, der noch vor der Revolution behauptet hatte, er wolle für sich persönlich keine Macht, sondern sich nach dem Sturz des alten Regimes ins Privatleben zurückziehen, de facto der neue Regierungschef Kubas, indem er in öffentlichen Massenversammlungen und Fernsehansprachen die Politik der Revolutionsführung vorgab. Mitte Februar 1959 übernahm er auch formal das Amt des Ministerpräsidenten, nachdem der erst fünf Wochen zuvor von ihm eingesetzte José Miró Cardona zu seinen Gunsten zurückgetreten war, und übergab den Oberbefehl über die Streitkräfte an seinen Bruder Raúl. In den kubanischen und internationalen Medien wird Castro häufig auch als Máximo Líder (Größter Führer) oder Comandante en Jefe (Oberkommandierender) bezeichnet. Nach seinem Rücktritt von seinen offiziellen Ämtern ist der Titel Líder histórico de la Revolución Cubana (Historischer Führer der kubanischen Revolution) hinzugekommen. Mit insgesamt 49 Jahren war Castro der am längsten regierende Herrscher des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts.      W    Bild: Antônio Milena/ABr

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1962

Am 16 Januar begannen in der Karibik die Dreharbeiten zu dem Action-Film "James Bond jagt Dr. No". Der Agententhriller sollte den Auftakt zur erfolgreichsten Filmserie der Kinogeschichte machen. Im ersten James Bond Film spielte Sean Connery die Rolle des charmanten Geheimagenten ihrer Majestät. Die Filme zeichnen sich durch aufwendige Filmtricks, schnelle Actionszenen und eine große Zahl schöner weibliche Darstellerinnen aus.

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7. Februar - Beim Grubenunglück von Luisenthal im saarländischen Völklingen kommen bei einer Kohlenstaubexplosion 299 Bergleute ums Leben. Durch eine Explosion im Alsbachfeld kamen 299 Bergleute zu Tode. Höchstwahrscheinlich ging sie von einem über- und unterbauten Querschlag aus, der nur schwach bewettert war und in dessen Firste sich Methangas angesammelt hatte. Beginnend als Grubengasabflammung, die im Bereich einer Streckeneinmündung eine Schlagwetterexplosion auslöste, kam es schließlich zu einer Reihe von Kohlenstaubexplosionen mit verheerender Wirkung. Die Zündursache blieb ungeklärt. Das Entzünden einer Zigarette (es wurde Rauchzeug gefunden) oder die Glühwendel einer beschädigten Kopfleuchte kommen am ehesten in Betracht. Zu diesem Zeitpunkt waren 664 Arbeiter unter Tage, 433 von ihnen im Explosionsbereich. Nur 61 blieben unverletzt. An das Unglück erinnert heute ein Denkmal mit einer Statue der heiligen Barbara sowie drei Rundbogenfenster des Künstlers Ferdinand Selgrad im Gebäude der Bergwerksdirektion Saarbrücken von 1964.         W    

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In der Nacht auf den 17. Februar trifft eine schwere Sturmflut auf Norddeutschland, die allein im schwer betroffenen Hamburg über 315 Menschenleben fordert. Vor allem der Stadtteil Wilhelmsburg wurde durch Deichbrüche in Mitleidenschaft gezogen. Als Bombengeschädigte des Zweiten Weltkrieges wohnten die meisten Opfer hier noch in einstöckigen Behelfsheimen der dortigen Kleingartengebiete. Auslöser der Flut war das Sturmtief Vincinette über dem südlichen Nordpolarmeer, das in Richtung Deutsche Bucht zog. In den Seegebieten der nördlichen Nordsee traten Windgeschwindigkeiten jenseits des Messbereiches der damaligen Windmessgeräte auf. Am Mittag des 16. Februar wurde dann die deutsche Nordseeküste von einer ersten Sturmflut heimgesucht, die in den Strom- und Flussgebieten von Ems, Weser und Elbe sowie deren Nebenflüssen die von Sommerdeichen umgebenen Speicherpolder füllte. In den Mittagsstunden drehte der Sturm auf nordwestliche Richtungen und nahm weiter zu, so dass bei der dem Mittagshochwasser nachfolgenden Ebbe das Wasser nur unwesentlich fiel. In Bremen und Hamburg entsprach das gegen 20 Uhr eintretende Niedrigwasser etwa dem normalen Tidehochwasser. In den Flüssen wurde bereits in den späten Abendstunden ein sehr starkes Ansteigen der Wasserstände beobachtet. Gegen 21 Uhr mussten die Fähren an der Unterweser und Unterelbe ihren Betrieb einstellen. Erst zu diesem Zeitpunkt erkannte man bei den zuständigen Behörden in Hamburg die drohende Gefahr. Gegen Mitternacht wurden vielerorts die Kronen der noch nicht erhöhten Deiche erreicht und überströmt, wenig später brachen an der Elbe im Alten Land und in Hamburg die ersten Deiche an der Süderelbe. Der spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt koordinierte als Hamburger Polizeisenator die Rettungsmaßnahmen. Noch in den Nachtstunden vom 16. auf den 17. Februar eilte er von einer Sitzung der Landesinnenminister in Berlin zurück nach Hamburg und übernahm in den frühen Morgenstunden die Koordination der Rettungsmaßnahmen. Nach den bis dahin eingegangenen Meldungen war zu befürchten, dass die Sturmflut allein in Hamburg mehrere tausend Tote gefordert habe bzw. fordern würde, wenn nicht schnellstmöglich auch militärische Hilfe in Anspruch genommen werde. Da Helmut Schmidt zuvor als Abgeordneter des Bundestages mit Verteidigungsangelegenheiten befasst war und die meisten Kommandierenden der NATO persönlich kannte, konnte er noch am Morgen des 17. Februar, obwohl verfassungsrechtlich nicht dazu befugt, NATO-Streitkräfte und hier insbesondere Pioniertruppen mit Sturmbooten sowie 100 Hubschrauber der Bundeswehr und der Royal Air Force anfordern, welche die ca. 25.000 zivilen Helfer u.a. des Deutschen Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerkes und der schon seit Beginn der Katastrophe im Dauereinsatz befindlichen Feuerwehren unterstützten. Als unmittelbare Folge der Sturmflut waren 318 Tote (davon 5 Helfer), zigtausende Obdachlose und etwa 6.000 zerstörte Gebäude zu beklagen. Knapp ein Sechstel des Hamburgischen Staatsgebietes (120 km²) stand unter Wasser, die Verkehrswege in Richtung Süden waren unterbrochen, die Grundversorgung eingeschränkt. Insgesamt entstand ein Sachschaden von etwa einer Dreiviertelmilliarde D-Mark. Der Stadtteil Waltershof wurde nach der Flut als Siedlungsort aufgegeben.

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20. Februar - An Bord der Mercury 6 startete John Glenn als erster US-amerikanischer Astronaut in den Weltraum. Der 40jährige Luftwaffenpilot umkreiste in rund fünf Stunden die Erde. Der Flug diente überwiegend der medizinischen Kontrolle des Astronauten. Nachdem die Automatik der Mercury-Raumkapsel versagt hatte, musste Glenn das Steuer manuell bedienen. Der US-Amerikaner war allerdings nicht der erste Mensch im Weltall: Bereits ein Jahr zuvor umrundeten zwei Russen, die Kosmonauten Jurij Gagarin und German Titow, in getrennten Missionen die Erde. 1998 nahm Glenn erneut an einer Weltraummission teil und gilt seitdem als ältester Mensch, der im Weltall gewesen ist.

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3. April - Traten die ersten 340 Zivildienstleistenden ihren Dienst an: Sie waren die ersten, die von ihrem Recht auf Wehrdienst-Verweigerung Gebrauch machten und statt dessen einen "Ersatz-" oder "Zivildienst" ableisteten.

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13. April - Im Haus Große Freiheit 39 im Hamburger Stadtteil St. Pauli eröffnet Manfred Weissleder den "Star-Club". In den sieben Jahren seines Bestehens gastieren dort zahlreiche Größen der Rockmusik. Mit ihm wurde eine völlig neue Ära der Tanz- und Musik-Lokale eingeläutet. Was niemand an dem Tag ahnte: Die junge und bisher unbekannte Band, die zur Eröffnung spielte, würde die Musik-Szene weltweit beeinflussen. Die Gruppe kam aus Liverpool und nannte sich "The Beatles". Nachher zog hier dann das sehr freizügige Nachtlokal Salambo ein. Das Gebäude, das anschließend lange Zeit brach lag, wurde schließlich 1987 nach einem Brand abgerissen.

Im Star-Club gastierten namhafte Rockgrößen wie Bill Haley, Chuck Berry, Jerry Lee Lewis, Little Richard, Jimi Hendrix, Gerry and the Pacemakers, Black Sabbath, Ray Charles, Fats Domino und The Everly Brothers.

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23. April - Mit "Ranger 4" startet die erste Raumsonde der NASA, die den Mond erreichen wird, jedoch bricht am gleichen Tag der Kontakt ab. Die Sonde schlägt drei Tage später auf dem Mond auf. "Ranger" ist der Name eines US-amerikanischen Raumfahrtprogramms und von neun Raumsonden, die zwischen 1961 und 1965 zum Mond flogen und von dort vor dem Aufschlag Bilder übermittelten. Bereits im Rahmen des Pioneer-Programmes flogen neun US-Sonden zum Mond. Dabei war allein der Vorbeiflug von Pioneer 4 am 4. März 1959 ein Erfolg, die anderen acht Sonden waren allesamt Fehlschläge. Nach der Ankündigung von US-Präsident John F. Kennedy im April 1961, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond zu bringen, intensivierte die NASA ihre Bemühungen. Das Programm Ranger war ein Allzweckprogramm. Es diente der Einübung von Manövern im Raum sowie der Vorbereitung der Landung auf dem Mond.       W   

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19. Mai - Auf einer Geburtstagsgala für US-Präsident John F. Kennedy im Madison Square Garden in New York hat Marilyn Monroe ihren letzten Auftritt und singt ihre berühmte Interpretation von „Happy Birthday, Mr. President!“ zehn Tage vor dem eigentlichen Geburtstag vor laufenden Fernsehkameras und 15.000 Zuschauern. Aufgrund Monroes durchsichtig wirkenden Kleides und ihrer lasziven Stimme leistete sie den Gerüchten um ihre mutmaßliche Affäre mit Kennedy Vorschub.

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12. Juli - The Rolling Stones werden offiziell bei ihrem ersten Auftrittim Marquee Club in London gegründet. Die Band zählt zu den langlebigsten und kommerziell erfolgreichsten Gruppen in der Rockgeschichte. Ende Oktober 1961 trafen sich Mick Jagger und Keith Richards auf dem Bahnsteig in Dartford in der Grafschaft Kent. Die beiden kannten sich aus früheren Schuljahren. Jagger trug Schallplatten von Chuck Berry und Muddy Waters unter dem Arm, und sie stellten fest, dass sie die Begeisterung für diese Künstler teilten. Sie verabredeten sich, um Musik zu hören und Rock ’n’ Roll und Blues zu spielen. Mit ihrer ersten gemeinsamen Band übten sie in den Hinterzimmern der elterlichen Wohnungen und nannten sich „Little Boy Blue and the Blue Boys“ Einer der Blue Boys war Dick Taylor, der später Mitbegründer der Band The Pretty Things war.Logo Im März 1962 besuchten Mick Jagger und Keith Richards erstmals einen Jazzclub in Ealing, in dem der Bluesmusiker Alexis Korner mit seiner Band Blues Incorporated auftrat. Am 7. April 1962 jammten sie auf der Bühne des Jazz-Clubs in Ealing mit Alexis Korner. Über Korner lernten sie den aus Cheltenham stammenden Gitarristen Brian Jones kennen. Im Juni 1962 bemühte er sich intensiv darum, zusammen mit dem Pianisten Ian Stewart eine eigene Band zu gründen. Er sprach mit Mick Jagger, der Interesse bekundete, in die Band einzusteigen, sofern seine Freunde aus Dartford Keith Richards und Dick Taylor auch dabei wären. Dagegen gab es keine Einwände, so dass sie sich daran machten, ein Repertoire von R&B-Songs einzuüben. Brian Jones hatte sich beim Namen Rolling Stones durch die Zeile „I’m a rollin’ stone“ im Muddy-Waters-Blues Mannish Boy aus dem Jahr 1956 inspirieren lassen. Alexis Korners Blues Incorporated spielten inzwischen zweimal wöchentlich im Londoner Marquee Club. Aufgrund eines Aufnahmetermins bei der BBC mussten sie einen für Donnerstag, den 12. Juli 1962 vereinbarten Auftritt absagen. Als Ersatz vermittelte Alexis Korner die Band um Brian Jones. In der Besetzung Mick Jagger, Keith Richards, Brian Jones, Dick Taylor, Ian Stewart und Tony Chapman kamen die Rolling Stones deshalb an diesem Abend zu ihrem ersten Auftritt im Marquee Club.       W       Bild: adeepershadeofsoul.blogspot.com

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Bereits einen Tag nach Auslieferung stürzt am 19. Juni der erste der 1956 bei der US Firma Lockheed bestellten Starfighter ab. Weitere vier Abstürze folgen (von insgesamt über 250 in der Geschichte dieses Flugzeugtyps).

 

 

30. Juni - Das deutsche Bundessozialhilfegesetz wird verabschiedet, das bis zum 31. Dezember 2004 Art und Umfang der Sozialhilfe für bedürftige Einwohner der Bundesrepublik Deutschland geregelt hat. Das Bundessozialhilfegesetz trat am 1. Juni 1962 in Kraft und löste die aus dem Jahr 1924 stammenden Reichsgrundsätze über Voraussetzung, Art und Maß der öffentlichen Fürsorge (RGr) und die Verordnung über die Fürsorgepflicht (RFV) ab. Seit 1976 ist das Bundessozialhilfegesetz Bestandteil des Sozialgesetzbuches (SGB). Als Grundsätze der Sozialhilfe sind im Bundessozialhilfegesetz die individuelle Hilfe (§ 3), die Befähigung der Bedürftigen zur Selbsthilfe (§ 1 Abs. 2) und das Prinzip der Nachrangigkeit der Sozialhilfe (§ 2) festgelegt. Im Bundessozialhilfegesetz wird zwischen Hilfe zum Lebensunterhalt (laufende Hilfe sowie einmalige Beihilfen bei wirtschaftlichen Notlagen) und Hilfe in besonderen Lebenslagen (vor allem Hilfe zur Pflege und Eingliederungshilfe für behinderte Menschen) unterschieden. Träger der Sozialhilfeleistungen sind die kreisfreien Städte und Landkreise. Die bisherigen Bestimmungen des BSHG sind ab 1. Januar 2005 von den Bestimmungen im Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII) abgelöst worden        W    

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22. Juli - Die Raumsonde Mariner 1 startet in Richtung Venus, ging aber beim Start durch ein fehlerhaftes Steuerprogramm verloren, als die Trägerrakete vom Kurs abkam und 290 Sekunden nach dem Start gesprengt werden musste. Ein Entwickler hatte einen Querstrich in der Spezifikation eines Programms zur Steuerung des Antriebs übersehen und statt geglätteter Messwerte Rohdaten verwendet, was zu einer fehlerhaften und potentiell gefährlichen Fehlsteuerung des Antriebs führte. Das Mariner-Programm der NASA diente zur Erkundung der erdähnlichen Planeten des Sonnensystems, also zu Merkur, Venus und Mars. Insgesamt zehn Raumsonden wurden zwischen 1962 und 1973 gestartet. Mariner 1 und 2 basierten auf den Ranger-Mondsonden und wurden relativ schnell – in weniger als einem Jahr – entwickelt, um vor der UdSSR erfolgreich eine Sonde zur Venus zu schicken.       W   Bild: NASA

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5. August - In ihrem Apartment in Brentwood, einem Vorort Hollywoods, wurde die US-amerikanische Schauspielerin Marilyn Monroe tot aufgefunden. Sie war an einer Überdosis Schlaftabletten gestorben. Während ihrer letzten Lebensjahre hatte die Hollywood-Diva zurückgezogen gelebt und schien nach drei gescheiterten Ehen, zwei Fehlgeburten und Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken psychisch angegriffen. Trotz des festgestellten Selbstmordes gab ihr Tod Anlass zu Spekulationen: Aufgrund ihrer - inzwischen bestätigten - Affären mit John F. Kennedy und dessen Bruder Robert "Bob" Kennedy kamen Gerüchte um ein Mordkomplott der US-amerikanischen Geheimdienste auf, die aber niemals bestätigt wurden. Sie wurde im Westwood Memorial Park, Los Angeles, beigesetzt.   W    Bild: aclbraga

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8. August - Die Deutschen Gebhard Weigele und Johann Sulzberger melden das erste Patent über eine Waschanlage für Kraftfahrzeuge an. Zwei Bürsten umfahren in diesem System das in einer Waschhalle stehende Auto. Die erste vollautomatische Waschstraße mit Münzautomat wurde von Weigele und Sulzberger am 9. April 1964 zum Patent DE 1294248 angemeldet. Der Kunde konnte erstmals während der Wäsche im Auto bleiben.         W     Bild: Morty

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11. August - Innerhalb weniger Stunden schiessen die Sowjets zwei Raumschiffe ins All. Im Mittelpunkt der Mission von Wostock 3 und Wostock 4 stehen technische Erprobungen der Steuerung, die Beobachtung der Erde und der interorbitale Funkverkehr mit dem Schwesterschiff. Die Kosmonauten Andrijan Nikolajew und Pawel Popowitsch umkreisen die Erde insgesamt 64 bzw. 48 mal, im Laufe des Fluges nähern sich die beiden Raumkapseln, die keinen eigenen Antrieb besitzen, bis auf maximal 6,5 Kilometer an. Nachdem die Sowjetunion bis 1964 insgesamt sechs Wostok-Raumschiffe, darunter die erste weibliche Besatzung mit Valentina Tereschkowa, in den Orbit brachte, schlossen die USA im Mai 1963 mit den Atlas Mercury-Flügen den ersten bemannten Zyklus ab.         W    

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Am Freitag, dem 17. August 1962 um etwa 14:15 Uhr, gut ein Jahr nach Errichtung der Berliner Mauer, versuchte der 18-jährige Maurergeselle Fechter zusammen mit seinem 18-jährigen Freund und Arbeitskollegen Helmut Kulbeik, die Mauer in der Zimmerstraße in unmittelbarer Nähe des Checkpoints Charlie zu überklettern. Während Kulbeik dies gelang, wurde Fechter vor den Augen etlicher Zeugen noch auf der Mauer ohne Vorwarnung von mehreren Schüssen durch die Schützen Rolf F. (damals 26 Jahre), Erich S. (damals 20 Jahre) und einem dritten Schützen getroffen, fiel zurück auf Ost-Berliner Gebiet und blieb bewegungsunfähig fast eine Stunde im Todesstreifen liegen. Peter Fechter begann laut um Hilfe zu schreien, so dass sich bald auf beiden Seiten der Mauer eine Menschenansammlung bildete. Auf der Ostseite wurde sie umgehend von Ordnungskräften zerstreut, und auch auf der Westseite wurde ein beträchtliches Aufgebot der Polizei zusammengezogen. Die Polizisten warfen Fechter zwar Verbandspäckchen zu, konnten sich aber nicht dazu durchringen, einzuschreiten. Weder die DDR-Grenzer noch die am Checkpoint Charlie diensthabenden US-amerikanischen Soldaten kamen ihm zu Hilfe, obwohl eine immer größer werdende Menschenmenge auf der Westseite sie lautstark dazu aufforderte. Peter Fechter verblutete und starb nach etwa einer Stunde. Begleitet von wütenden Mörder-Rufen holten ihn schließlich Grenzsoldaten der DDR aus dem Todesstreifen.          W    Bild: Blunt

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Der erste Industrieroboter wird von UNIMATION vermarktet.

 

21. Juli - Der US-amerikanische Nachrichten- und TV-Satellit "TELSTAR", der sich seit zehn Tagen in der Umlaufbahn der Erde befand, übertrug erstmals Fernsehbilder zwischen den USA und Frankreich. Angetrieben wurde der von den "Bell Telephone Laboratories" hergestellte Satellit durch 3600 Solarzellen. Er umrundete die Erde alle zwei Stunden und befand sich wie vorherige Satelliten in einer relativ geringen Höhe von 3000 Meilen. Die Umlaufgeschwindigkeit des Satelliten begrenzte seine Nutzung als Relais-Station. Die Lösung war der Satellit "Syncom II", der die Erde in einer Höhe von 22.300 Meilen umkreiste. Mit "Intelsat 1" folgte drei Jahre nach "TELSTAR" der erste kommerziell-genutzte Satellit.

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13. September - In Deutschland wurde die mit acht Oscars ausgezeichnete Verfilmung des Musicals "West Side Story" von Robert Wise und Jerome Robbins mit Nathalie Wood und Rita Moreno in den Hauptrollen erstmals aufgeführt. Das Musical in zwei Akten mit der Musik von Leonard Bernstein handelt von dem Leben zweier rivalisierender Jugendbanden in New York, den "Jets" und den "Sharks". Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Liebe von Tony und Maria, die verschiedenen Banden angehören. Die moderne Version von "Romeo und Julia" wurde von den Kritikern wegen der tänzerischen Einlagen und der Musik, ihrer visuellen Orginalität und humorvollen Erzählweise gelobt.        W    Bild: West Side Story 

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14. September - Zwölf DDR-Bürgern gelingt es, durch einen selbstgegrabenen Tunnel unter der Berliner Mauer in den Westen zu flüchten. Diese aktion wurde auch als "Der Tunnel" verfilmt. Der Tunnel führte von einem Fabrikgelände in der Bernauer Straße 78 unter der Berliner Mauer hindurch zu einem Keller in der Schönholzer Straße 7. Der nach unterschiedlichen Angaben zwischen 120 und 140 Meter lange Tunnel wurde vom Frühsommer 1962 an von einer studentischen Fluchthilfegruppe um die Italiener Domenico Sesta und Luigi Spina sowie dem 1961 aus der DDR geflüchteten Studenten Hasso Herschel gebaut. Nach der Fertigstellung des Tunnels konnten am 14. und 15. September 1962 insgesamt 29 Personen – die Anzahl der Flüchtlinge war namensgebend – durch den Tunnel fliehen.    W    

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5. Oktober - Dr. No, der erste Film der James Bond-Reihe nach den Romanen von Ian Fleming, hat in Großbritannien Premiere. Hauptdarsteller ist Sean Connery und erstes „Bond-Girl“ Ursula Andress. Die beiden Hauptdarsteller schafften damit jeweils ihren internationalen Durchbruch. Regisseur Terence Young entwarf für den Film gemeinsam mit Ursula Andress den Dr.-No-Bikini. Das erstmals gespielte James Bond Theme von Monty Norman, interpretiert von John Barry, wird zum Leitmotiv des Filmhelden.  Die in James Bond – 007 jagt Dr. No von Eon Productions erstmals auf die Leinwand gebrachten Merkmale der Filmfigur James Bond wurden in Anlehnung an die von Ian Fleming erschaffene gleichnamige Romanfigur entwickelt. Ebenfalls übernommen wurde der familiäre Hintergrund der Figur, auch wenn Fleming erst nach dem Start der Filmreihe den Vater des Geheimagenten zum Schotten machte. Dies geschah in Anlehnung an den Schauspieler Sean Connery, der am rechten Unterarm eine Tätowierung mit den Worten Scotland forever trägt. Des Weiteren stammen die Begrüßung „Mein Name ist Bond. James Bond.“ und ein Großteil der Rollennamen aus den Romanen.         W    

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27. Oktober - Während der Kubakrise gerät ein sowjetisches Atom-U-Boot unter Beschuss von US-amerikanischen Zerstörern. Einer der Offiziere, Wassili Alexandrowitsch Archipow, weigert sich, ohne weiteren Befehl aus Moskau nuklear bestückte Torpedos abfeuern zu lassen und verhindert damit vermutlich einen Atomkrieg. Archipow war während der Kubakrise auf dem sowjetischen, mit nuklearen Torpedos bestückten U-Boot B-59 (Б-59) der Klasse Projekt 641 stationiertals sein U-Boot, ohne vorheriges aggressives Verhalten, von US-amerikanischen Zerstörern eingekesselt und mit Übungs-Wasserbomben attackiert, um ein Auftauchen zur Identifizierung zu erzwingen. Auf der einen Seite war den amerikanischen Streitkräften die nukleare Bewaffnung des U-Bootes nicht bekannt, auf der anderen Seite ging Walentin Sawizki, der Kapitän des U-Bootes, aufgrund des Beschusses davon aus, dass ein Krieg bereits begonnen haben könnte. Für den Abschuss der Waffen war an Bord des U-Bootes die Zustimmung dreier Offiziere notwendig, das waren Archipow, Sawizki und Politoffizier Iwan Maslennikow. Archipow lehnte anfangs als einziger von ihnen den Einsatz der Nuklearwaffen an Bord ab, die im Falle eines Angriffes auf das U-Boot eingesetzt werden sollten und konnte Sawizki schließlich überzeugen, das U-Boot auftauchen zu lassen, um auf weitere Befehle aus Moskau zu warten. In der Folge hat B-59 keine Nuklearwaffen abgefeuert.        W  

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27. Oktober - Die Australierin Dawn Fraser schwimmt die 100 m Freistil in 59,9 Sekunden und wird damit die erste Frau, die die Schwelle von einer Minute unterbietet. Fraser gehört zu den erfolgreichsten und beliebtesten Sportlerinnen Australiens und dominierte ab Mitte der 1950er-Jahre die kurzen Freistildistanzen. Sie stellte zu ihrer aktiven Zeit 39 Schwimmweltrekorde (27 im Einzel und zwölf mit der Staffel) auf,unter anderem verbesserte sie zwischen 1956 und 1964 elfmal den Weltrekord über 100 m Freistil. Fraser war die erste Frau, die in dieser Disziplin die Minutengrenze unterbot.      W    

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30. November - Verteidigungsminister Franz Josef Strauß tritt wegen der "Spiegel-Affäre" zurück. Die Spiegel-Affäre 1962 war eine politische Affäre in der Bundesrepublik Deutschland, bei der sich Mitarbeiter des Nachrichtenmagazins Der Spiegel auf Grund eines kritischen Artikels der Strafverfolgung wegen angeblichen Landesverrats ausgesetzt sahen. Es war das erste Ereignis in der Nachkriegsgeschichte, zu dem die westdeutsche Öffentlichkeit spontan und engagiert politisch Stellung nahm, weil sie darin einen Versuch sah, ein missliebiges Magazin zum Schweigen zu bringen. Der Ausgang der Affäre, in deren Verlauf die Bundesregierung umgebildet werden musste, wird aus heutiger Sicht als Stärkung der Pressefreiheit in Deutschland angesehen.In der Spiegel-Ausgabe 41/1962 vom 8. Oktober (Chronik zur SPIEGEL-Affäre in SPIEGEL-Beilage vom 1. Oktober 2012) erschien unter dem Titel Bedingt abwehrbereit ein von Conrad Ahlers verfasster Artikel, der, unter anderem gestützt auf Resultate des NATO-Manövers Fallex 62, das Verteidigungskonzept der Bundeswehr unter Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß in Frage stellte: Die Bundeswehr sei aufgrund ihrer Ausstattung zu einer konventionellen Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland gegen einen potentiellen Angriff des Warschauer Pakts nicht fähig; ein Angriff ließe sich nur mithilfe des Einsatzes westlicher Atomraketen abwehren. Im Laufe des November weitete sich die Spiegel-Affäre zu einer Regierungskrise innerhalb des aus Union und FDP zusammengesetzten Kabinetts Adenauer aus. Verteidigungsminister Strauß (CSU) hatte zunächst beteuert, mit der ganzen Aktion nichts zu tun zu haben, geriet aber im Laufe der Zeit immer stärker in Verdacht, im Detail über die Aktionen informiert gewesen zu sein und sie auch selbst vorangetrieben zu haben. Währenddessen war die FDP darüber erbost, dass der der FDP angehörende Justizminister Wolfgang Stammberger im Vorfeld der Aktion nicht informiert worden war – auch hierfür trug Strauß die Verantwortung: Er hatte es dem Staatssekretär im Justizministerium, Walter Strauß, untersagt, Stammberger zu informieren. Am 19. November erklärten alle fünf FDP-Minister ihren Rücktritt aus Protest gegen den Verteidigungsminister Strauß. Am 30. November erklärte dieser schließlich seinen Verzicht auf das Amt des Verteidigungsministers, woraufhin es Mitte Dezember zur Bildung der fünften – und letzten – Regierung Adenauer kam.      W    Bild: Public Domain

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John F. Kennedy wird über die sowjetischen SS4-Mittelstreckenraketen auf Kuba informiert – Die Welt steht vom 16. bis 28. Oktober wegen der Kuba-Krise am Rande eines Atomkrieges. Amerikanische Luftaufklärung und andere CIA-Aktionen ergaben eindeutig, dass die UdSSR gegen die USA gerichtete Raketen und andere Angriffswaffen auf Kuba installiert. US Präsident Kennedy veranlasst eine totale Blockade der Insel und legt der Öffentlichkeit die Beweise der US Aufklärung vor. Die Vermittlung der UNO und des Vatikans führen nach Schriftwechsel zwischen Kennedy und Chruschtschow zum Einlenken beider Seiten. Die UdSSR wird die Raketenbasen demontieren, die USA verpflichten sich, Kuba nicht anzugreifen.

 

 

14. Dezember - Auf Initiative des Bundespräsidenten Heinrich Lübke wurde der "Deutsche Ausschuss für den Kampf gegen den Hunger" gegründet, der sich 1969 in "Deutsche Welthungerhilfe" umbenannte. Heute ist sie eine der größten privaten Entwicklungs-Organisationen in Deutschland. Die gemeinnützige, politisch und konfessionell unabhängige Organisation arbeitet unter einem ehrenamtlichen Vorstand und der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Mit Hilfe von Spenden werden landwirtschaftliche Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützt, wobei die Hilfe zur Selbsthilfe im Mittelpunkt steht.         W 

 

 

14. Dezember - Die am 27. August 1962 gestartete US-amerikanische Raumsonde "Mariner II" war das erste Raumfahrtzeug, das einen fremden Planeten, die Venus, passierte. Die Sonde näherte sich dabei der Venus bis auf 34.830 Kilometer. "Mariner II" übertrug die ersten Nahaufnahmen vom Nachbarplaneten der Erde. Die gewonnenen Daten zeigten, dass die Atmosphäre der Venus zu mehr als 95 Prozent aus Kohlendioxid besteht und die Oberflächentemperatur der Venus rund 475° Celsius beträgt. Ein Experiment der "Mariner II" ermittelte erstmals die Dichte, Geschwindigkeit und Zusammensetzung des Solarwinds. Fünf Jahre später drang die sowjetische Raumsonde "Venus 4" erstmals in die undurchsichtige und heiße Atmosphäre der Venus ein.         W 

 

 

14. Dezember - Ein Firmenkonsortium aus AEG, Inter General Electric Operations S.A. und Hochtief erhielt die Baugenehmigung für den Bau des ersten Kernkraftwerks in Deutschland. Die Anlage wurde trotz der bereits beginnenden öffentlichen Diskussion über Sinn und Nutzen der Atomkraft in Gundremmingen bei Günzburg an der Donau errichtet. Das Kraftwerk, vom Reaktortyp ein Siedewasserreaktor, wurde 1966 als Block A in Betrieb genommen und erreichte eine Leistung von 237 Megawatt. 1977 wurde er abgeschaltet, nachdem im Jahr zuvor mit dem Bau von zwei weiteren 1344-MW-Blöcken am Standort Gundremmingen begonnen worden war. Der 1983 begonnene Rückbau des Blockes A führte bis 1998 zu einer Demontage von 6200 Tonnen Material.         W 

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Gestorben

4.8.: die Filmschauspielerin Marilyn Monroe (bürgerl. Norma Jean Baker, Selbstmord, *1926);nach Oben

 

1963

8. Januar - Das deutsche Bundesurlaubsgesetz wird verkündet. Wie der vollständige Titel Mindesturlaubsgesetz für Arbeitnehmer schon besagt, regelt das Gesetz lediglich, in welchem Umfang der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer mindestens bezahlten Erholungsurlaub zu gewähren hat. Nach § 2 sind davon alle Arbeiter, Angestellten und arbeitnehmerähnliche Personen (also solche, die wegen ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit von einem Auftraggeber wie Arbeitnehmer zu betrachten sind) erfasst. Der Mindesturlaubsanspruch beträgt 24 Werktage, wobei, wegen der Spezialnorm in § 3 Abs. 2, auch die Samstage als Werktage gezählt werden. Die sich hieraus ergebende Berechnung des Resturlaubs gestaltet sich dann problematisch, wenn sich die Zahl der wöchentlichen Arbeitstage während des Kalenderjahres ändert, wie dies bei Teilzeitbeschäftigten nicht selten der Fall ist. In den ersten sechs Monaten erhält der Arbeitnehmer pro vollem Monat des Beschäftigungsverhältnisses 1/12 des Jahresurlaubs, § 5. Erst nach Ablauf der Wartezeit von sechs Monaten (§ 4 ) wird der volle Urlaubsanspruch erworben. Trotz des bereits entstandenen Urlaubsanspruchs wird vielfach in den ersten sechs Monaten eines neuen Arbeitsverhältnisses kein Urlaub beantragt. Die Wartezeit ist in einem Beschäftigungsverhältnis nur einmal zu erfüllen. In den Folgejahren steht dem Arbeitnehmer in jedem neuen Kalenderjahr der volle Jahresurlaub bereits am Jahresanfang zu. Das während des Urlaubs zu zahlende Entgelt bemisst sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, den der Arbeitnehmer in den letzten 13 Wochen vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat, mit Ausnahme des zusätzlich für Überstunden gezahlten Arbeitsverdienstes. Im Urlaub ist nach § 8 eine dem Erholungszweck des Urlaubs widersprechende Erwerbstätigkeit unzulässig.         W    

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22. Januar - Der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Staatspräsident Charles de Gaulle unterzeichnen in Paris den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag. Dieses Abkommen über die deutsch-französische Zusammenarbeit hat die beiden Nachbarn in Europa nach langer „Erbfeindschaft“ und verlustreichen Kriegen seitdem immer mehr zusammengeführt. Der Vertrag verpflichtet beide Regierungen zu Konsultationen in allen wichtigen Fragen der Außen-, Sicherheits-, Jugend- und Kulturpolitik. Ebenso wurden Treffen auf Regierungsebene in regelmäßigen Abständen beschlossen.         W    

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Die Beatles werden am 16. Februar zum ersten Mal Nummer eins der britischen Hitliste mit ihrer zweiten Single "Please Please Me". Am Ende des Jahres sind die vier Pilzköpfe mit insgesamt 7 Titeln in der Top Twenty der britischen Hitparade vertreten. Der Song wurde am 26.11.1962 in den Abbey-Road-Studios in London aufgenommen und von Parlophone-Records am 11. Januar 1963 als Single veröffentlicht. Nach dem grossen Erfolg des Songs erscheint im März das gleichnamige Album u.a. mit der ersten Parlophone-Single "Love Me Do". Der Song, von John Lennon und Paul McCartney gemeinsam geschrieben, variiert in nur wenigen Textzeilen ein Gespräch mit und über die Liebe.    W        Bild: Public Domain

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Mandela

 

21. Februar - Bei einer Razzia auf die Liliesleaf Farm im Johannesburger Township Rivonia (Südafrika) werden viele führende Mitglieder des African National Congress, unter ihnen Nelson Mandela, festgenommen.

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27. Februar - Schah Mohammad Reza Pahlavi führt im Rahmen der Weißen Revolution per Dekret das Wahlrecht für Frauen im Iran ein. Die am meisten kontrovers diskutierten Punkte dieses Reformprogramms waren die Landreform und die Stärkung der Rechte der Frauen. In beiden Bereichen standen die Reformvorstellungen von Mohammad Reza Schah im Widerspruch zu den Vorstellungen der Geistlichkeit. In ihrer Gegnerschaft zur Landreform fanden die Geistlichen starke Verbündete bei den Großgrundbesitzern. Die Allianz gegen die Stärkung der Frauenrechte war weniger klar definiert. Dafür fanden sich breite Schichten der Bevölkerung, die ihre konservativen Vorstellungen von der Rolle der Frau in Ehe und Gesellschaft nicht aufgeben wollte. Die Geistlichkeit bildete das Sprachrohr der Konservativen und die Kaufleute des Basars finanzierten den Feldzug der Geistlichkeit gegen jede Veränderung.      W   

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1. März - Die weltweit erste Lebertransplantation an einem Menschen nimmt der US-Chirurg Thomas Starzl in Denver vor. Der Patient, ein dreijähriger Junge mit einem angeborenen Fehlen der Gallengänge, verstarb jedoch während der Operation an Blutverlust infolge unkontrollierbarer Gerinnungstörungen. Erst 1967 gelang ihm die erste wirklich erfolgreiche Transplantation mit einer Überlebensdauer des Patienten von mehr als einem Jahr. Leberverpflanzungen sind chirurgisch sehr aufwendig, weil durch sie die großen Venen des Körpers führen, die Beine also auf Umwegen mit Blut versorgt werden müssen, solange das kranke Organ entfernt ist. Gut ein Drittel des Leberersatzes in Deutschland, bei rund 1500 Transplantationen jährlich, wird für Alkoholkranke gebraucht, mit weitem Abstand gefolgt von Krebspatienten. Am 19. Juni 1969 nahm Alfred Gütgemann am Universitätsklinikum Bonn erstmals eine solche Operation in Deutschland vor. 1989 hat Christoph Broelsch die erste erfolgreiche Lebendtransplantation einer Leber durchgeführt. Übrigens:Kein anderes inneres Organ kann sich selbst so regenerieren. In sechs bis acht Monaten wächst eine Leber wieder vollständig nach, die zu 80 Prozent entfernt worden war.

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28. März - Alfred Hitchcocks Film Die Vögel läuft in den Kinos der USA an. Die Vögel basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte der englischen Schriftstellerin Daphne du Maurier von 1952. Der Film gilt als Klassiker des Horrorfilms. Der deutsche Kinostart am 20. September 1963. Die im Sammelwerk The Apple Tree veröffentlichte Erzählung handelt vom Landarbeiter Nat Hocken, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf einer Farm in Cornwall lebt. Nach einem Wetterumschwung im Spätherbst erfährt der Kriegsinvalide am eigenen Leib, dass sich die See- und Landvögel der näheren Umgebung aggressiv verhalten. Aufgrund intensiver Beobachtungen vermutet er hinter der scheinbar ungeordneten Schwarmbildung am Himmel und in der nahe gelegenen Bucht eine Art kollektive Intelligenz. Im Gegensatz zu seinen Mitmenschen zieht er die richtigen Schlüsse aus der wachsenden Gefahr und beginnt, sein kleines Haus zu befestigen. Über Radiodurchsagen erfährt er von ähnlichen Vorgängen im ganzen Land. Nachdem alle Verbindungen zur Außenwelt unterbrochen und die benachbarten Bauern infolge der Attacken umgekommen sind, entwickelt Nat für sich und seine Familie einen Überlebensplan. Da die Vögel nur bei Flut aktiv werden, nutzt er die ruhigen Stunden zur Vorbereitung auf die bevorstehenden Angriffe. Mit dem Anlegen von Vorräten an Lebensmitteln und Brennstoffen hofft er, die nächsten Tage zu überstehen. Die Geschichte endet offen.       W   

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1. April - Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) startet nach mehreren Tagen mit Versuchssendungen in Mainz offiziell sein bundesweites Fernsehprogramm. Nachdem das Bundesverfassungsgericht im 1. Rundfunk-Urteil vom 28. Februar 1961 das sogenannte „Adenauer-Fernsehen“, die Deutschland-Fernsehen GmbH, untersagt hatte und die volle Rundfunkkompetenz den Ländern zusprach, beschlossen die Länder im März 1961 unabhängig von den bisherigen Anstalten, eine zentrale gemeinnützige Fernsehanstalt des öffentlichen Rechts zu gründen. Am 6. Juni 1961 trat der Staatsvertrag über „eine gemeinnützige Anstalt des öffentlichen Rechts mit dem Namen: Zweites Deutsches Fernsehen“ als zwölfte Rundfunkanstalt zum 1. Januar 1962 in Kraft. Bei der Aufsicht über das ZDF wechseln sich die Länder in zweijährigen Perioden ab. Der Sitz des Senders ist Mainz. Als Sendebeginn war der 1. Juli 1962 vorgesehen, der sich jedoch verzögerte. Die erste Versuchssendung strahlte das ZDF in der Nacht vom 19. auf den 20. März 1963 über den Sender Feldberg aus; die zweite Versuchssendung in der Nacht vom 26. auf dem 27. März über alle Sender der Kette. Zu diesem Zeitpunkt konnten 61 % der Fernsehteilnehmer erreicht werden. Offizieller Sendebeginn des ZDF war der 1. April 1963.

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2. April - Das ZDF zeigt zum ersten Mal Zeichentrickfilme mit den Mainzelmännchen zwischen der Fernsehwerbung. Die Mainzelmännchen sind sechs Trickfiguren namens Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen. Sie tragen nach Gartenzwergart eine Phrygische Mütze. Ihr Name geht auf die Stadt Mainz, den Sitz des ZDF, und auf die Heinzelmännchen zurück. Ihr Erfinder und erster Designer war Wolf Gerlach. Der Name Mainzelmännchen entstand in Anlehnung an die sagenhaften Heinzelmännchen, weil die Mitarbeiter des ZDF ebenso pausenlos, emsig und vor der Öffentlichkeit verborgen für den Start des ZDF am 1. April 1963 arbeiteten. Gerlach verlieh in den ersten Jahren den Männchen auch seine markante Stimme. Seine Frau Lisa schrieb die ersten beiden Kinderbücher über die Mainzelmännchen. Um die Mainzelmännchen, von denen jedes einen eigenen Charakter darstellt, auseinanderhalten zu können, bekamen sie auch Namen, und zwar nach dem Alphabet.       W   

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10. Mai - Wurde erstmals ein neues Verpackungsmittel für Joghurt und ähnliche Speisen eingeführt: Der Plastikbecher. Was zunächst wie eine eigenwillige Idee wirkte, setzte sich rasch weltweit als kostensparendes und hygienisches Konzept durch.

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14. Mai - Nach vier Jahren Bauzeit eröffneten der deutsche Bundespräsident Heinrich Lübke und König Frederik IX. von Dänemark an Bord der Fähre "Kong Frederik IX." die "Vogelfluglinie", die kürzeste Verkehrsverbindung zwischen Mitteleuropa und Skandinavien. Die Strecke, die dem Zug der Vögel folgt, verläuft über eine Straßen- und Eisenbahnbrücke zwischen dem deutschen Festland und Fehmarn, von dort mit der Eisenbahn über die Ostseeinsel und zuletzt mit der Fähre von Puttgarden zum dänischen Hafen Rödby. Bereits zwei Wochen vorher war die 963 Meter lange Fehmarnsund-Hochbrücke zwischen der Insel und dem schleswig-holsteinischen Festland für den Verkehr freigegeben worden.         W 

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21. Juni - Der Mailänder Erzbischof Giovanni Battista Montini wurde in Rom zum Papst Paul VI. gewählt. Er folgte Johannes XXIII. auf den Heiligen Stuhl. Paul VI. war der erste Papst, der weltweite Auslandsreisen unternahm.

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5. August - Im Moskauer Kreml unterzeichnen die Außenminister von Großbritannien, der UdSSR und den USA den Vertrag über das Verbot von Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser. Sein schnelles Zustandekommen im Kalten Krieg war durch die damals festgestellte besorgniserregende Zunahme der Radioaktivität in der Erdatmosphäre motiviert. Dieser Anstieg war auf Kernwaffenexplosionen zurückzuführen, die im Rahmen militärischer Testprogramme der Großmächte bis Anfang der 1960er Jahre in großer Zahl stattgefunden hatten. Das Hauptziel des Vertrages ist deshalb, die Freisetzung des mit Nuklearwaffentests verbundenen Fallouts zu verhindern und damit nach Möglichkeit auch das Wettrüsten einzudämmen. Das Wettrüsten ging zwar nahezu ungebremst weiter, jedoch fanden nun Testexplosionen der Vertragsparteien immer unterirdisch statt, so dass diese Länder keinen weiteren Fallout mehr erzeugten.       W    Bild: Public Domain

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8. August - Mit dem Überfall auf den Postzug von Glasgow nach London verübte Ronald Biggs zusammen mit 15 Komplizen einen der größten Überfalle der Geschichte. Dieser Jahrhundertcoup dauerte kaum 20 Minuten, die Beute betrug umgerechnet 30 Millionen Mark. Scotland Yard gelang es Biggs auf die Spur zu kommen und ihn zu verhaften. Von seiner 30-jährigen Haftstrafe saß er allerdings nur 15 Monate ab, dann gelang ihm die Flucht. Über Frankreich setzte er sich nach Australien ab, 1970 ging er nach Brasilien. 1997 lehnte die brasilianische Regierung ein britisches Auslieferungsgesuch wegen Verjährung ab. Ein Grossteil der Beute tauchte nie wieder auf.         W      

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28. August - Über 250.000 schwarze und weiße Amerikaner nahmen an diesem Tag in Washington am Protestmarsch teil. Diese bis dahin größte Demonstration in der Geschichte der USA wandte sich gegen die Rassentrennung und forderte eine fortschrittliche Bürgerrechtsgesetzgebung. Der Höhepunkt der Aktion war eine Rede von des Bürgerechtlers und Baptistenpfarrers Martin Luther King. Er hatte sich bereits 1956 für die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln eingesetzt. Im Juni 1964 verabschiedete der amerikanische Kongress dann ein umfassendes Bürgerrechtsgesetz, das allen Amerikanern Gleichberechtigung bei den Wahlen, der Benutzung öffentlicher Einrichtungen, der Arbeitsvermittlung und in der Schule zusicherte.

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30. August - In den USA und der Sowjetunion wird das „Rote Telefon“ installiert, um nach den Erfahrungen aus der Kubakrise am 20. Juni friedensgefährdende Missverständnisse zu verhindern. Parallel dazu kam es zu einer Funkverbindung über Tanger. Die Verbindungen sollen die Möglichkeit schaffen, eine Friedensgefährdung durch Irrtümer, Missverständnisse oder Verzögerungen im Kommunikationsweg zu verhindern. Es kam die Verschlüsselungstechnik des One-Time-Pads zum Einsatz – eine der wenigen bekannten Anwendungen des Verfahrens, das zwar absolute Sicherheit bietet, in der Praxis aber normalerweise kaum durchführbar ist. Um technisch bedingte Übertragungsfehler auszuschließen, überprüfte man die Leitung regelmäßig. In der Vergangenheit geschah dies, indem der seit 1988 in der ITU-T-Empfehlung R.52 beschriebene Prüftext für Fernschreibverbindungen ausgetauscht wurde (the quick brown fox jumps over the lazy dog, ins Deutsche übersetzt „Der schnelle, braune Fuchs springt über den faulen Hund“). Dieser Satz enthält alle darstellbaren Buchstaben eines Fernschreibers. Nach der Installation wurde die Verbindung zwischen USA und Sowjetunion vier Jahre lang nicht verwendet. Robert McNamara, damaliger Verteidigungsminister der USA, beschrieb den ersten Einsatz des Roten Telefons in seinen Erinnerungen: Wenige Stunden nach Ausbruch des Sechstagekrieges erhielt er am 5. Juni 1967 gegen acht Uhr morgens Ortszeit im Pentagon einen Anruf des diensthabenden Generals. Dieser teilte dem erstaunten Verteidigungsminister mit, dass der sowjetische Ministerpräsident Kossygin Präsident Lyndon B. Johnson zu sprechen wünsche. McNamara wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, dass die Leitungen des Fernschreibers unter seinem Büro endeten. Er weckte und informierte den Präsidenten; die Verbindung wurde während des Krieges mehrfach verwendet.      W    Bild: User:Piotrus

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24. Oktober - Gegen 20 Uhr brach der Klärteich Nr. 12, 500.000 Kubikmeter Wasser und Schlamm strömten in die Grube Mathilde im niedersächsischen Lengede. In kurzer Zeit war das Bergwerk überflutet, 29 Bergleute verloren ihr Leben. Nach wenigen Stunden konnten 86 Männer gerettet werden, eine Woche später drei weitere. Für die 40 verbliebenen Bergleute bestand keine Hoffnung mehr. Am 3. November stieß eine Suchbohrung in unmittelbarer Nähe des Schachtes auf weitere elf Überlebende, die sich 62 Meter unter der Erdoberfläche in einem Bruchstollen gerettet hatten. Neben zehn toten Kumpeln mussten sie 330 Stunden ausharren, bis sie gerettet wurden.       W   Bild: Helmuth Ellgaard - Holger.Ellgaard

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24. November - Lee Harvey Oswald, der zwei Tage zuvor den US-Präsidenten John F. Kennedy ermordet haben sollte, wurde von dem Nachtclub-Besitzer und Polizeispitzel Jack Ruby aus nächster Nähe erschossen. Das Attentat an Kennedy und die anschließende Ermordung von Oswald geben seitdem Anlass zu den wildesten Spekulationen über die wahren Hintergründe des Verbrechens. Bekannt ist, dass Ruby als Spitzel für die Polizei arbeitete, die seine Kontakte zum organisierten Verbrechen für sich nutzte. Die Schuld Oswalds konnte bis heute nicht bewiesen werden. Es entstanden viele Verschwörungstheorien, die in Oswald nur ein Werkzeug eines von höchster Stelle geplanten Attentats vermuten.       W   

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Raumsonde28. November - Die amerikanische Sonde "Mariner 4" wird auf die Reise zum Mars geschickt. Die Sonde fliegt knapp 10.000 am Mars vorbei und liefert die vorgesehenen 22 Bilder. Die Daten von "Mariner 4" schaffen auch ein solides Fundament für alle weiteren Missionen und sind Anlass für weitreichende Korrekturen. Denn schon in den 60er Jahren hatten die NASA-Ingenieure die Marsatmosphäre für Bremsmanöver ins Kalkül gezogen. Nun stellt sich aber heraus, dass auf dem Mars ein Atmospährendruck von lediglich 10 - 30 Millibar herrscht. 1969 starten Mariner 6 und 7. Sie nähern sich dem Mars auf 3000 km und liefern 200 Fotos. 1971 stürzt mit "Mars 2" (UdSSR) erstmals ein menschliches Artefakt auf den Nachbarplaneten.       W   

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24. August - Das erste Spiel der neuen Fußball-Bundesliga findet statt. Sie ersetzt das System, in dem fünf Oberligen existierten. Die Spieler der Bundesliga werden gleichzeitig zum erstenmal Berufssportler. Bereits nach 58 Sekunden erzielte Timo Konietzka von Borussia Dortmund im Spiel gegen Werder Bremen das erste Bundesliga-Tor. 327.000 Zuschauer sahen die acht Partien des ersten Spieltags in den Stadien. Der damals bereits professionell geführte 1. FC Köln gewann überlegen mit nur zwei Niederlagen und sechs Punkten Vorsprung vor dem Meidericher SV die erste Bundesliga-Meisterschaft.       W   

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1. September - Der "Heiße Draht" zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion wird in Betrieb genommen. Über diese Fernschreibleitung sollen, aufgrund der Erfahrungen der Kubakrise, im Krisenfall direkte Kontakte zur Verhinderung eines Krieges aufgenommen werden. Die Leitung läuft über London, Kopenhagen, Stockholm und Helsinki 1966 folgte eine Verbindung mit Frankreich, 1967 mit Großbritannien. Sie soll friedensgefährdende Missverständnisse zu verhindern helfen. Erster Einsatz: Nach der Installation wurde die Verbindung mit der Sowjetunion die ersten vier Jahre nicht verwendet. Robert McNamara, damaliger Verteidigungsminister der USA, beschrieb den ersten Einsatz des roten Telefons in seinen Erinnerungen: Wenige Stunden nach Ausbruch des Sechstagekrieges erhielt er am 5. Juni 1967 gegen acht Uhr morgens Ortszeit im Pentagon einen Anruf des diensthabenden Generals. Dieser teilte dem erstaunten Verteidigungsminister mit, dass der sowjetische Ministerpräsident Kossygin Präsident Lyndon B. Johnson zu sprechen wünsche. McNamara wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, dass die Leitungen des Fernschreibers unter seinem Büro endeten. Nachdem er den Präsidenten geweckt und informiert hatte, wurde die Verbindung für die Dauer des Krieges mehrfach verwendet. Das "Rote Telefon" diente im Laufe der Jahre zur Entschärfung mehrerer Krisen und wird auch heute noch zur direkten Kommunikation zwischen verschiedenen Regierungen genutzt.

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Porsche 90112. September - Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main wird der Porsche 901 als Nachfolger des Porsche 356 vorgestellt. Dieser muss ein Jahr später wegen den Markenrechten von Peugeot, in Porsche 911 umbenannt werden. (Peugeot hat sich die Rechte an allen dreiziffrigen Typbezeichnungen für Automobile mit einer Null in der Mitte schützen lassen) W  nach Oben Bild: Public Domain

 

 

20. September - In Deutschland hatte der Thriller "Die Vögel" ("The Birds") von Alfred Hitchcock Premiere. In den Hauptrollen sind Tippi Hedren und Rod Taylor zu sehen. Der Film handelt vom idyllischen Küstenort Bodegan Bay, der von aggressiver Vögeln angegriffen wird. Die Einwohner und Einwohnerinnen werden in Angst und Schrecken versetzt. Hitchcock bewies in diesem Film einmal sein Können, bedrohliche Szenarien zu gestalten. Durch seinen Kunstgriff, als friedlich bekannte Vögel kreischend auf entsetzte Menschen stürzen zu lassen, lässt er jedes
alltägliche Requisit in diesem Film unversehens doppeldeutig und bedrohlich erscheinen. Hitchcock kombinierte für einzelne Szenen mehrere Dutzend verschiedener Trickverfahren.

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Die Russische Kosmonautin. Valentina Vladimirovna Tershkova flog als erste Frau in den Weltraum. Sie startete mit dem Raumschiff Vostok 6 zu einem 71stündigen Flug, bei dem sie die Erde 48mal umkreiste. Die Textilarbeiterin und Amateur-Fallschirmspringerin wurde mit drei anderen Frauen für ein spezielles "Frauen im Weltraum-Programm" ausgewählt. In der sowjetischen Luftwaffe erhielten sie eine Kampfausbildung. Am Ende ihrer Mission erhielt Tershkova die Auszeichnung "Held der Sowjetunion". Sie flog nie wieder ins All, wurde aber zu einer Sprecherin der Sowjetunion. In dieser Funktion bekam sie die "Goldmedaille für den Frieden" der Vereinten Nation. 1963 heiratete Tereshkova den Kosmonaten Andrian Nikolayev.

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7. November - Die letzten überlebenden Bergleute werden aus der Erzgrube "Mathilde" bei Lengede gerettet, in der sie zwei Wochen zuvor verschüttet wurden. Insgesamt waren 129 Bergleute eingeschlossen; 29 kamen um, die letzten Lebenszeichen registrierte man vier Tage vor der wundersamen Bergung der letzten Überlebenden.   Am 23. Oktober brach gegen 20 Uhr der Klärteich Nr. 12, 500.000 Kubikmeter Wasser und Schlamm strömten in die Grube Mathilde im niedersächsischen Lengede. In kurzer Zeit war das Bergwerk überflutet, 29 Bergleute verloren ihr Leben. Nach wenigen Stunden konnten 86 Männer gerettet werden, eine Woche später drei weitere. Für die 40 verbliebenen Bergleute bestand keine Hoffnung mehr. Am 3. November stieß eine Suchbohrung in unmittelbarer Nähe des Schachtes auf weitere elf Überlebende, die sich 62 Meter unter der Erdoberfläche in einem Bruchstollen gerettet hatten. Neben zehn toten Kumpeln mussten sie 330 Stunden ausharren, bis sie gerettet wurden.       W   Bild: Helmuth Ellgaard - Holger.Ellgaard   

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Der CDU-Politiker Ludwig Erhard wird zum Bundeskanzler gewählt. Wirtschafts-Professor Erhard war einer der Väter der sozialen Marktwirtschaft und hatte sich zuvor schon als Leiter der Sonderstelle Geld und Kredit an der Währungsreform beteiligt. Bundestag wählte mit 279 von 484 Stimmen Ludwig Erhard zum neuen Kanzler. W    Bild: Bundesarchiv, B 145 Bild-F021946-0004 / Patzek, Renate / CC-BY-SA

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17. November - Über dem Silltal in Innsbruck wurde die Europa-Brücke eröffnet. Sie ist mit 192 m die höchste Pfeiler Brücke Europas. Sie wurde in der Zeit von 1960 bis 1963 errichtet. Mit einer Länge von 815 m stellt sie das Verbindungsglied der Transitstrecke zwischen Norden und Süden dar. Der Ausbau der Brenner-Autobahn sollte eigentlich den Straßenverkehr entlasten und Staus auf ein Minimum reduzieren. Die ständige Befahrung der Route durch LKWs und der alljährliche Urlaubsverkehr führte aber zum Gegenteil.

 

17. November - Spektakuläre Rettungsaktion in Abu Simbel. Die ägyptischen Felsentempel von Abu Simbel (1290-1224 v. Chr.) drohen durch den Bau des Assuanstaudammes zu versinken. Die Essener Firma Hochtief erhält den spektakulärsten Rettungsauftrag in der Geschichte der Archäologie: die Felsentempel werden mit speziell entwickelten Steinsägen zerlegt und 65 m über ihrem bisherigen Standort wieder aufgebaut.

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22. November - Der 35. Präsident der Vereinigten Staaten, John F. Kennedy, wird bei einem Besuch in Dallas (Texas) von einem Attentäter in seinem offenen Wagen erschossen. Als Mörder wird Lee Harvey Oswald identifiziert, der zwei Tage später selbst ermordet wird. Am Morgen des 22. November 1963 nahm Lee Harvey Oswald seine Arbeit um 08:00 Uhr im Texas School Book Depository auf. Von dort aus soll er gegen 12:30 Uhr die tödlichen Schüsse auf den US-Präsidenten John F. Kennedy abgegeben haben. Anschließend soll Oswald seine Arbeit verlassen und zu seinem unter dem Namen O. H. Lee gemieteten Zimmer gegangen sein. Laut Warren-Report war Oswald um 13:00 Uhr in seine Mietwohnung zurückgekehrt.Um 13:04 Uhr hatte Oswald seine Wohnung bereits wieder verlassen und wartete an der Beckley-Avenue-Bushaltestelle, deren Buslinie in nördliche Richtung führt. Oswalds Vermieterin Earline Roberts bestätigt dies durch ihre Beobachtung.Nach offiziellen Angaben wurde Oswald jedoch zu Fuß zwischen 13:06 Uhr und 13:10 Uhrvom Polizisten J. D. Tippit in Oak Cliff, einem Wohngebiet von Dallas, das in südlicher Richtung und 15 Gehminuten von der Bushaltestelle entfernt liegt, an der Oswald wartete, gestellt. Ebenso gibt es Augenzeugen, die Oswald als Polizistenmörder nicht identifizierten. Die Zeugenaussagen sind in diesem Punkt widersprüchlich. Gegen 13:50 Uhr wurde Oswald im Kino Texas Theatre von rund 15 Beamten verhaftet. Nach seiner Verhaftung wurde Oswald zwölf Stunden lang unter irregulären Bedingungen und ohne Rechtsanwalt verhört. Seine Aussagen wurden nicht protokolliert, obwohl dies zu den polizeilichen Vorschriften gehört. Er bestritt die Ermordung des Polizisten. Und auf die Frage, ob er Präsident Kennedy erschossen habe, antwortete er: „Ich habe niemanden erschossen!“ und „Man hat mich verhaftet, weil ich in der Sowjetunion gelebt habe!“ Als Oswald am darauffolgenden Tag bei der ersten öffentlichen Vorstellung erfuhr, dass er des Mordes an Kennedy angeklagt werden sollte, rief er: „Ich bin nur ein Sündenbock! Zwei Tage nach dem Attentat wurde Oswald in Polizeigewahrsam von dem Nachtclubbesitzer Jack Ruby erschossen, noch bevor Anklage gegen ihn erhoben werden konnte. Die genauen Umstände und Hintergründe des Attentats sind bis heute nicht aufgeklärt.       W    Bilder: JFK   Public Domain  / Oswald:   Public Domain

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Zwischen den Regierungschefs der USA und der UdSSR wird eine direkte Fernschreibleitung installiert, um in Krisensituationen sofort unmittelbar in Kontakt treten zu können ("Heißer Draht").

Die USA, die UdSSR und Großbritannien unterzeichnen einen Vertrag über den Stop von Atomwaffentests in der Atmosphäre, unter Wasser und im Weltraum (nicht unter der Erde).

 

28. August - Die Bürgerrechtsbewegung gegen die Diskriminierung Schwarzer erlebt in den USA im August mit dem Marsch von 200.000 Demonstranten nach Washington D C einen Höhepunkt. Wortführer der Demonstranten ist Pastor Martin Luther King jr. Hier hielt King seine wohl bekannteste Rede I Have a Dream. Nach dem Marsch auf Washington begann FBI-Chef Hoover intensiv, King und andere Bürgerrechtler zu bespitzeln.

 

 

4. Dezember - Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde beschlossen, dass die katholische Messe in der jeweiligen Landessprache gehalten werden darf. Papst Paul VI. war der Ansicht, Messe, Liturgie und die Rolle des Priesters in der katholischen Kirche müssten an die moderne Zeit angepasst werden. Das Konzil wurde in 178 Treffen zwischen Oktober 1962 und Dezember 1965 abgehalten. Themen des Konzils waren die modernen Kommunikationsmittel, die Beziehungen zwischen Juden und Christen, die Religionsfreiheit, die Rolle der Laien in der Kirche, die Reform der Liturgie, die Beziehungen zu Nichtchristen, Dienst und Leben der Priester sowie die Ausbildung von Priestern und Bischöfen.       W   

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Im Rahmen seiner Europareise kommt US-Präsident Kennedy zu einem viertägigen Besuch in die BRD, auf dem er auch Berlin besucht. Seine Grundsatzreden zur Machtverteilung in der Welt finden großen Beifall, sein Verhältnis zur geteilten Stadt fasst er in einen Schlusssatz "Ich bin ein Berliner" zusammen.

 

Der Berliner Regierende Bürgermeister Willy Brandt handelt mit der Regierung der DDR gegen den Widerstand der Bundesregierung ein Passierscheinabkommen aus, das den Berlinern über die Weihnachtszeit Verwandtenbesuche in West-Ost-Richtung erlaubt.

 

08.08.: Der größte Raubüberfall der Geschichte findet beim englischen Glasgow statt, als der Postzug mit militärischer Präzision überfallen und um 2,5 mio Pfund (damals über 28 mio DM) erleichtert wird.

 

Nach mehrjährigen Vorbereitungen wird am 20.12. gegen 21 ehemalige Bewacher des Vernichtungslagers und KZ Auschwitz der Prozess wegen Massenmordes eröffnet.

 

Von Philips wird die Tonbandkassette in den Markt gebracht.

 

Der erste geostationäre Satellit wird gestartet, und der Amerikaner L.Gordon Cooper umrundet in 34 Std die Erde 22mal. Die Russen haben erstmals zwei bemannte Raumfahrzeuge gleichzeitig im All.

 

Die erst 1940 entdeckte Höhle von Lascaux wird für die Öffentlichkeit geschlossen, weil die in ihr gefundenen ca 17.000 Jahre alten Felsmalereien unter der Atemfeuchte der Besucher leiden.  

 

Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR wird am 17. Dezember, im Rahmen der neuen Ostpolitik das erste Passierscheinabkommen abgeschlossen. Damit können zwischen dem 19. Dezember und dem 5. Januar West-Berliner erstmals seit dem Bau der Berliner Mauer ihre Verwandten in Ost-Berlin besuchen.

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1964

11. Januar - Das "Whisky a Go Go", die erste Diskothek der USA, eröffnet auf dem Sunset Strip in Los Angeles County. Begründer war Elmer Valentine, ein ehemaliger Polizist aus Chicago. gogoDer auf dem 8901 Sunset Boulevard angesiedelte Club wurde in den 1960er Jahren zu einem der wichtigsten Treffpunkte von Musikern und Musikmanagern. Anfangs befand sich in diesem Gebäude eine Bank. Erster Musiker, der im Whisky a Go Go auftrat, war Johnny Rivers, der zuvor seine Karriere zufällig in Gazzarris Club begann. Unter anderem hatten dort legendäre Bands wie The Doors, Alice Cooper oder The Mothers of Invention ihre ersten Auftritte. Der Name des Lokals leitet sich aus dem französischen „à gogo“ (etwa: „in Hülle und Fülle“) ab. Der Zusatz war Mitte und Ende der 1960er-Jahre in der verfremdeten Schreibweise in der amerikanischen Popkultur weit verbreitet. Das Whisky a Go-Go hat diesen Trend zwar nicht geschaffen, aber neben anderen Einflüssen zu dessen Popularität beigetragen. Aus diesem Club stammt zudem der Begriff „Go-Go Dancer“, da der Clubeigentümer junge Frauen dafür bezahlte, auf einem Podest animierend an Metall-Stangen zu tanzen.
W
    
Bild: Photograph by Mike Dillon

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7. Februar - New Yorker "Kennedy-Flughafen" für Stunden lahmgelegt, weil Tausende begeisterter Fans eine europäische Pop-Gruppe umjubelten: Die "Beatles" waren nach Amerika gekommen und sie eroberten es im Handumdrehen.

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14. Februar - Zum ersten Mal tritt ein neu einberufener Sachverständigenrat von fünf Experten zusammen, um die Wirtschaftsentwicklung der Bundesrepublik zu begutachten. Der regelmäßig veröffentlichte Bericht der "Fünf Weisen" ist seitdem vielbeachteter Gradmesser des wirtschaftlichen Wohlstandes in Deutschland.         W   Bild: Bundesarchiv, B 145 Bild-F017490-0004 / Gerhard Heisler / CC-BY-SA 3.0

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25. Februar - Der 22 jährige US-amerikanische Boxer Cassius Clay, Olympiasieger von 1960, besiegte den Titelverteidiger Charles Liston und wurde damit der bislang jüngste Weltmeister im Schwergewicht. Der als unschlagbar geltende Liston gab nach der sechsten Runde auf, verletzt und zermürbt vom tänzelnden Stil des neuen Champions. Nach seinem WM-Sieg trat Clay zum Islam über und nannte sich fortan Muhammad Ali. 1967 wurden Ali wegen Wehrdienstverweigerung alle Titel aberkannt, und er bekam ein Boxverbot auferlegt, das 1970 wieder aufgehoben wurde. Im legendären "Rumble in the Jungle"-Kampf im zairischen Kinshasa holte er sich durch einen k.o.-Sieg gegen George Foreman 1974 seinen Titel zurück. 1981 trat Ali vom Boxsport zurück. 1996 durfte er, schwer an Parkinson leidend, das Olympische Feuer in Atlanta entzünden.

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23. März - In Genf findet die bis dahin größte Wirtschaftskonferenz der Geschichte an. Auf Anregung der Sowjetunion trafen sich im Palast der Nationen Delegierte aus 119 Nationen. Hintergrund: Die meisten der (heutigen) Entwicklungsländer waren früher von zumeist europäischen Kolonialmächten besetzt. Diese legten keinen großen Wert auf eine gute Bildung der Bevölkerung ihrer Kolonien. Bodenschätze und Rohstoffe wurden ins Mutterland exportiert, wo eine Veredelung zu höher entwickelten Waren erfolgte – und wo auch der Gewinn verblieb. Dadurch ist der heutige Rückstand gegenüber den Industrieländern zumindest teilweise zu erklären. Nachdem die Dekolonialisierung durch die heutigen Industrieländer erfolgte und mit der Zeit die meisten ehemaligen Kolonien und jetzt unabhängigen Länder in die Vereinten Nationen aufgenommen wurden, übertrafen die Entwicklungsländer schon bald die Zahl der Industrieländer in der UNO. Es kam zu Beschwerden von den Entwicklungsländern, sie seien gegenüber den Industrieländern benachteiligt und es herrsche eine ungerechte Weltwirtschaftsordnung (WWO). Die Vertreter von 77 Nationen setzten sich zu einer ersten Welthandelskonferenz vom 23. März bis 16. Juni 1964 in Genf zusammen, um die Probleme der internationalen Märkte und des Handels zu diskutieren.      W

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31. März - Die Beatles wurden die Nummer Eins in den US-Charts. Alle fünf ersten Titel in den Charts stammten von den 1958 gegründeten Beatles. Das war in der Geschichte der Popmusik-Hitparaden bisher ein einzigartiges Phänomen. Am 13. Januar 1964 wurde der Song "I Want To Hold Your Hand" in den USA veröffentlicht. Innerhalb von nur vier Tagen wurden 1,5 Millionen Schallplatten des Hits verkauft. Eine Woche später schnellte auch das Album "Meet The Beatles" auf Platz Eins der LP-Hitparade. Am 7. Februar 1964 gingen die Beatles des erste Mal auf Tournée durch die USA. Sie wurde ein großer Erfolg.         W    

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17. April - Jerrie Mock vollendet mit ihrer Cessna 180, die den Namen Spirit of Columbus trug, den ersten Alleinflug einer Frau um die Erde. Sie landet nach 29 Tagen, 11 Stunden und 59 Minuten wieder an ihrem Abflugort Columbus, Ohio. Alle Frauen, die vor ihr eine Weltumrundung im Alleinflug absolviert hatten, hatten dabei ihre Flugzeuge teilweise auf dem Schiff transportieren lassen, weil Teilstrecken zu lang oder zu gefährlich waren. Mock war die erste Frau, die die vollständige Weltumrundung im Flugzeug absolvierte.

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20. April - Im italienischen Alba läuft das erste Glas "Nutella" vom Band. Nutella wurde 1940 von dem italiänischen Konditor Pietro Ferrero entwickelt, der den Brotaufstrich zunächst "Pasta gianduja" (Nougatpaste) nannte. 1951 veränderte Ferrero die Rezeptur zur "Supercrema gianduja". Aufgrund eines italienischen Gesetzes, das das Präfix "Super" in Markennamen verbot, musste der Brotaufstrich 1964 umbenannt werden. Aus Supercrema wurde "Nutella", zusammengesetzt aus dem englischen nut (Nuss) und der italienischen weiblichen Verkleinerungsform -ella. Ab 1965 wurde die Creme auch in landestypischen Rezepturen exportiert. Die unterschiedliche Konsistenz von Nutella ist unter anderem auf die unterschiedlichen Brotsorten in den jeweiligen Ländern zurückzuführen.

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19. März - Der 5,8 Kilometer lange Autotunnel durch den "Großen St. Bernhard" wurde für den Verkehr freigegeben. Nachdem 1958 ein internationales Abkommen zwischen Italien und der Schweiz unterzeichnet wurde, konnten die Bauarbeiten am ersten Straßentunnel durch die Alpen aufgenommen werden. Erst 1980 wurde mit der Eröffnung des St. Gotthard-Tunnels eine noch längere Nord-Süd-Verbindung für Autos in den Alpen geschaffen. Der "Grosse Sankt Bernhard" ist ein Pass in den Walliser Alpen, der das Rhônetal im Schweizer Kanton Wallis auf einer Höhe von 2.469 m mit dem Aostatal und weiter mit der italienischen Region Piemont verbindet. Der Pass war schon zu Zeiten des römischen Reiches einer der wichtigsten Übergänge und auf der Passhöhe stand ein Tempel wo der Gott Poeninus verehrt wurde. 1905 wurde eine befahrbare Strasse fertiggestellt. Lange Zeit war der Weg nur im Sommer passierbar. Um 1050 wurde auf der Passhöhe von Bernhard von Aosta das Hospiz auf dem Grossen Sankt Bernhard gegründet, das auch dem Pass seinen Namen gab. Hier wurde die Hunderasse Bernhardiner als Rettungshunde für die Suche nach Lawinen-Opfern gezüchtet und vor allem durch Barry, der über 40 Menschen das Leben gerettet haben soll, weltweit bekannt gemacht.

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13. April - Mit Sidney Poitier erhält bei der Oscarverleihung 1964 erstmals ein schwarzer Schauspieler einen Oscar. Gewürdigt wird damit seine darstellerische Leistung in der Komödie "Lilien auf dem Felde". Weitere bekannte Filme: "Flammen über Afrika" - "Flucht in Ketten" - "Das Zeichen des Falken" - "Porgy and Bess" - "Rat mal, wer zum Essen kommt" - "In der Hitze der Nacht" "Mörderischer Vorsprung" - "Little Nikita" - "Sneakers – "Die Lautlosen" - "Der Schakal"

 

In Bonn konstituiert sich der im Vorjahr gesetzlich verankerte Sachverständigenrat der "Fünf Weisen" zur ständigen Beratung der Regierung der BRD in Wirtschaftsfragen.

 

1. Juni - Der Vorrang für Fußgänger auf Zebrastreifen wird eingeführt. Danach wurden allerdings viele Fußgängerüberwege beseitigt, um den Verkehrsfluß aufrechtzuerhalten, wie es in einem Fachartikel von 1967 hieß.

 

2. Juli - US-Präsident Lyndon B. Johnson unterzeichnete den Civil Rights Act, das Bürgerrechtsgesetz zur Gleichberechtigung, das die Diskriminierung eines Menschen wegen seiner Rasse, seines Geschlechts oder seines Glaubens unter Strafe stellt. Die Bürgerrechtsbewegung, deren herausragender Protagonist Martin Luther King war, erreichte die Aufhebung der diskriminierenden Gesetze. Das gestiegene schwarze Selbstbewusstsein zeigte sich in Sätzen wie "black is beautiful". Protagonisten radikaler Bewegungen wie Malcolm X forderten die Afroamerikaner zu einer radikalen Rückbesinnung auf ihre afrikanischen Wurzeln und zum Kampf gegen die "weiße" Gesellschaft auf.       W   

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13. Juni - Mit der "Otto Hahn" lief das erste nuklearbetriebene Schiff Europas vom Stapel. Der Reaktor des Massenguttransporters fasste 2,95 Tonnen Uranoxid-Brennstäbe. Deutschland führte als drittes Land nach den USA und der Sowjetunion ein Schiff mit Atomenergie-Antrieb ein. 1969 lief der Frachter zu seiner ersten Erprobungsfahrt im Atlantik aus. Bis 1978 fuhr das Schiff mit mehreren technischen Schwierigkeiten behaftet über die Meere. Produziert wurde die "Otto Hahn" in fast fünfjähriger Bau- und Erprobungszeit von der Kieler Werft "Schweffel & Howaldt". Der Bau kostete rund 54 Millionen DM.         W     Bild: Public Domain

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27. Juli - Die Deutsche Bundesbank gibt die ersten Banknoten im Wert von 1000 Deutsche Mark, den höchsten von ihr emittierten Nennwert, aus. Abgebildet sind auf den Geldscheinen ein Männerporträt von Lucas Cranach dem Älteren und der Limburger Dom.        W   

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31. Juli - Zum ersten Mal funkte die US-amerikanische Mondsonde "Ranger VII" Bilder des Mondes zur Erde. In den dreizehn Minuten, bevor die Sonde auf dem Mond zerschellte, sandte "Ranger VII" über 4000 Bilder von der Oberfläche des Erdtrabanten zur Erde. Zwischen August 1966 und Januar 1968 fotografierten die fünf US-amerikanischen Lunar-Orbiter-Sonden 95 Prozent der Mondoberfläche mit einer Auflösung bis zu einem Meter. In dieser Zeit wuchs die Zuverlässigkeit der US-amerikanischen Raumfahrtunternehmungen stetig an. Erfahrungen mit mehr als 15 erfolgreichen unbemannten Raumsonden, die etwa 100.000 Mondbilder zur Erde gefunkt hatten, lagen vor, als am 16. Juli 1969 der Start von "Apollo 11" gewagt wurde.       W   

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4. August - Der Tonkin-Zwischenfall, dient den USA später als Vorwand für die Intervention im Vietnamkrieg. US-Präsident Lyndon B. Johnson befiehlt die Bombardierung Nordvietnams und der Vietnamkrieg eskaliert in voller Breite. Der Tonkin-Zwischenfall bezeichnet man die Ereignisse am 2. und 4. August 1964 im Golf von Tonkin vor der Küste Nordvietnams, bei denen nordvietnamesische Schnellboote angeblich zwei Kriegsschiffe der US-Marine mehrmals ohne Anlass beschossen haben sollen. Mit diesem „Zwischenfall“ begründete die US-Regierung unter Präsident Lyndon B. Johnson ihre Tonkin-Resolution, die das direkte Eingreifen der USA in den seit 1956 laufenden Vietnamkrieg forderte und nach ihrer Annahme im US-Kongress von 1965 an legalisierte. 1971 gab der Pentagon-Mitarbeiter Daniel Ellsberg die von ihm mitverfassten „Pentagon-Papiere“ an US-Medien und deckte durch sie die amtliche Darstellung des Zwischenfalls als bewusste Falschinformation auf. Er trug damit zur Rücknahme der Tonkin-Resolution im US-Kongress bei, löste aber auch die illegale Überwachung von Vertretern der Demokratischen Partei und in deren Folge die Watergate-Affäre aus. Am 30. November 2005 vom US-Geheimdienst NSA freigegebene Dokumente bestätigten nochmals, dass der an US-Präsident Johnson gemeldete Angriff Nordvietnams durch einseitige Auswahl von Funkmeldungen suggeriert, also gezielt vorgetäuscht worden war.         W    

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7. August - Prometheus, der mit 4862 Jahren älteste Baum der Welt, wird gefällt. Sein außergewöhnliches Alter wird erst bei einer späteren Untersuchung festgestellt. Es handelt sich dabei um eine Langlebige Kiefer (Pinus longaeva), die an der Waldgrenze am Wheeler Peak im US-Bundesstaat Nevada wuchs. Das Alter des Baumes wurde erst erkannt, nachdem er 1964 von einem für den U.S. Forest Service arbeitenden Studenten gefällt worden war. Prometheus wuchs in rund 3200 m Seehöhe. Der Baum war rund 5,1 m hoch, der lebende Teil rund 3,3 m. Der Stammumfang in 45 cm Höhe betrug 6,4 m. 92 % des Stammumfangs besaßen keine Borke, diese war nur in einem rund 50 cm breiten Streifen an der Nordseite erhalten.           W    

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19. August - Vittorio de Sicas Film "Gestern, heute, morgen" läuft in den deutschen Kinos an. Der Episodenfilm wird 1965 als bester ausländischer Film mit dem Oscar prämiert. Die Hauptrolle spielt Sophia Loren. Der Film besteht aus drei kurzen Episoden. Die erste Episode erzählt die Geschichte von der armen Adelina, die mit Schmuggelzigaretten handelt, aber ihre Schulden nicht bezahlen kann. Um die Schulden abzutragen soll sie ins Gefängnis. Sie entdeckt jedoch eine Lücke im Gesetz, dass schwangere Frauen nicht inhaftiert werden dürfen und bis sechs Monate nach der Niederkunft eine Schonfrist haben. Nach der Geburt des siebten Kindes wird ihr Mann zeugungsunfähig, Adelina kann kein Attest aufweisen und soll endgültig ins Gefängnis. Adelina wendet sich hilfesuchend an die Neapolitaner, die Geld sammeln, um sie vor dem Gefängnis zu bewahren. Die Episode endet mit einem großen Fest für Adelina, ihren Mann und die sieben Kinder. Die zweite Episode handelt von einer eine gelangweilten Industriellengattin, die mit ihrem Geliebten am Steuer einen Unfall mit leichtem Blechschaden baut, als der einem Straßenjungen ausweicht. Sie beschimpft ihren Geliebten und läßt ihn mit dem Blechschaden stehen während sie mit einem reichen Geschäftsmann nachhause fährt. Die dritte Episode spielt in Rom. Die hübsche Mara arbeitet als Prostituierte und Augusto Rusconi, Ministersohn, ist ihr Dauergast. Ein angehender Priester, beobachtet Mara vom Nachbarbalkon aus, verliebt sich in sie und beginnt über seine Berufung nachzudenken. Schließlich erklärt ihm Mara dass sie als Prostituierte arbeitet. Um den Priester wieder auf den „rechten Weg“ zu bringen, legt Mara für ihn ein einwöchiges Keuschheitsgelübde ab. Rusconi versucht nach dem Zwischenspiel mit Umberto erneut, Mara für sich zu gewinnen, muss aber wegen Maras Gelübde eine Woche warten.

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19. August - Von der NASA wird Syncom 3 als erster geostationärer Satellit auf Cape Canaveral mit einer Delta-Trägerrakete gestartet. Nahe der Internationalen Datumsgrenze stationiert, wird er die Olympischen Sommerspiele in Tokyo in die USA übertragen und damit die erste Fernsehübertragung über den Pazifik ermöglichen.

 

21. August - Die "DDR" sichert Bürgern, die vor dem Mauerbau geflohen sind, bei ihrer Rückkehr ins Land volle Straffreiheit zu.

 

 

10. September - Mit einem Moped "Zündapp Sport Combinette" begrüßte die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeber am Bahnhof Köln-Deutz ihren ein millionsten Gastarbeiter, den 38-jährigen Zimmermann Armando Rodrigues de Sá aus Portugal. Eine Blaskapelle spielt "Wem Gott will rechte Gunst erweisen" und "Alte Kameraden", später auch die Nationalhymnen Spaniens, Portugals und die der Bundesrepublik. Aus dem Zug mit 1.200 Gastarbeitern hat man den 38-jährigen portugiesischen Zimmermann als millionsten Gastarbeiter ausgelost - und feiert ihn. Rodrigues erhält einen Strauß Nelken und ein Moped als Geschenk. Bedingt durch den Wirtschaftsboom und den damit verbundenen Mangel an Arbeitskräften hatte die Bundesrepublik seit 1955 Abkommen mit südeuropäischen Staaten, der Türkei und Nordafrika zur Anwerbung von Arbeitnehmern geschlossen. Die Beschäftigung der preiswerten Arbeitsmigranten sollte allerdings nur vorübergehend sein. Im September 1964 hatte die Arbeitslosigkeit in Westdeutschland einen historischen Tiefstand erreicht: 680.000 offenen Stellen standen nur 102.800 Arbeitssuchende gegenüber.         W 

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9. September - In der DDR dürfen Bürger im Rentenalter von nun an für maximal vier Wochen im Jahr zu Verwandtenbesuchen in den Westen reisen.

 

16. September - Durch Beschluss der Bundesregierung wird die "Stiftung Warentest” ins Leben gerufen. Die Stiftung, die ihren Sitz in West-Berlin hat, und von der Bundesregierung finanziert wird, soll dem Verbraucher mit Tests und Vergleichen die Entscheidung angesichts eines immer weiter wachsenden Warenangebots erleichtern.

 

14. Oktober - Der US-amerikanische Geistliche und Bürgerrechtler Martin Luther King erhält als erster Schwarzer den Friedensnobelpreis. Der Sohn eines Baptistenpfarrers kämpfte nach dem Vorbild Mahatma Ghandis durch gewaltlosen Widerstand für die rechtliche Gleichstellung der Schwarzen. Erster Erfolg war die Aufhebung der Rassenschranken in den öffentlichen Verkehrs-mitteln von Montgomery 1956. King wurde Präsident der Bürgerrechtsbewe-gung "Southern Christian Leadership Conference". Im Jahre 1963 hielt King vor dem Lincoln Memorial, vor mehr als 250.000 Demonstranten die am Marsch auf Washington teilnahmen, seine berühmte Rede "I have a dream". In den folgenden Jahren geriet Kings Politik der Gewaltlosigkeit in die Kritik der "Black Power"-Bewegung, seine Position als Anführer der Schwarzen kam ins Wanken. Am 4. April 1968 wurde Martin Luther King von einem entflohenen weißen Häftling erschossen.

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15. Oktober - Nach der erzwungenen Ablösung von Nikita Chruschtschow als erstem Sekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion übernahm Leonid Breschnew als sein Nachfolger das Amt. Zuvor war er maßgeblich an den Plänen, die zum Rücktritt seines Vorgängers führten, beteiligt gewesen.

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21. Oktober - Der Musical-Film "My Fair Lady" erschien n den Kinos. Der Musicalfilm wurde unter der Regie von George Cukors in den USA uraufgeführt. Die aufwendige Verfilmung des klassischen Musicals nach der Komödie "Pygmalion" von George Bernhard Shaw spielte in den ersten Wochen mehr als das Doppelte der Produktionskosten ein. "My Fair Lady" handelt von der Wette des Sprachprofessors Henry Higgins, gespielt von Rex Harrison, mit Oberst Pickering, den Wilfrid Hyde-White verkörperte, das ungebildete Blumenmädchen Eliza Doolittle, gespielt von Audrey Hepburn, innerhalb kurzer Zeit in eine vollendete Lady zu verwandeln, die in der Londoner Gesellschaft bestehen kann. Der Film erhielt acht Oscars.

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Mit Sambia, dem früheren Nordrhodesien, wurde das 36. Land Afrikas unabhängig. Präsident wurde Kenneth Kaunda. Der tief religiöse Missionarssohn entwickelte seine Lehre des sambischen Humanismus, eine Mixtur aus urchristlichen, sozialistischen und afrikanischen Ideen, sein Vorbild war Gandhi.       W

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2. November - Eine Passierscheinregelung ermöglicht Rentnern aus der DDR den Besuch von Verwandten in Westdeutschland. Zum ersten Mal seit dem Mauerbau am 13. August 1961 öffnete sich die innerdeutschen Grenze für Bürger der DDR. In der Bundesrepublik trafen die ersten Rentner ein, denen der Ministerrat der DDR am 9. September Besuchsreisen in den Westen gestattete. Sie durften jährlich einen Besuch bei Verwandten im Westen machen. Mit Abschluss des Grundlagenvertrages 1972 wurde die Grenze durchlässiger - noch im selben Jahr passierten über eine Million DDR-Bürger, zumeist Rentner, die Grenze. Ebenfalls 1972 wurde der pass- und visafreie Reiseverkehr nach Polen und in die CSSR eingeführt. Über zwölf Millionen DDR-Bürger und elf Millionen Bürger der CSSR und Polens machten von den Reiseerleichterungen Gebrauch.       W    Bild: Bundesarchiv, Bild 183-B1217-0015-001 / CC-BY-SA

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16. November - Die Volksrepublik China führt den ersten Atombombentest des Landes durch.

 

In der DDR rollt der erste "Trabbi" Trabant 601 im VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau vom Band. Er wird bis 1991 fast 3 Mio mal produziert werden und hat eine Lieferzeit von 12 Jahren.

 

1. Dezember - Die DDR führt den Mindestumtausch für alle Besucher und Bürger des "nicht-sozialistischen Wirtschaftsgebietes" ein. Es handelte sich dabei um einen Festsatz pro Kopf und Besuchstag, der Umtausch erfolgte ausschließlich über staatlich lizensierte Tauschstellen, also Filialen der Staatsbank der DDR, der Sparkassen, sowie der genossenschaftlichen Bankinstitute. Die Ausfuhr von DDR Mark war untersagt. Übriggebliegene, nicht ausgegebene Beträge konnten auf DDR-Konten eingezahlt werden. Die "Mark der Deutschen Notenbank", später "Mark der DDR", war einzig gültiges gesetzliches Zahlungsmittel. Der Zwangsumtausch beträgt für Bürger der BR Deutschland und für Ausländer 5 DM pro Tag und Kopf, für Besucher aus West-Berlin 3 DM. Das Tauschverhältnis ist 1:1, also 1 DM wird zu einer "Mark der Deutschen Notenbank" gewechselt. Rentner und Kinder sind allerdings von dieser Maßnahme nicht betroffen. Je nach politischer Lage wurde der Umtauschsatz mehrmals kurzfristig geändert. 1973 wurde der Betrag deutlich auf 20 DM bzw. 10 DM erhöht. 1980 als Reaktion auf die anhaltenden Grenzverletzungen von westlicher Seite an der deutsch-deutschen Grenze auf 25 DM pro Kopf und Tag auch für Rentner. Für Kinder zwischen sechs und fünfzehn Jahren (vorher auch befreit) sind nun DM 7,50 zu tauschen.

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4. Dezember - Der Deutsche Bundestag stimmt der Gründung der Stiftung Warentest zu, die als unabhängige Institution hergestellte Waren und angebotene Dienstleistungen überprüfen soll. 1966 wurde das erste test-Heft mit einer Auflage von 210.000 Exemplaren verkauft. Im April 1967 kam es zu einem massiven Einbruch der Verkaufszahlen, die Anzahl der Abonnenten fiel auf 10.000, und als Folge wurde ab 1968 der Verkauf im Einzelhandel eingestellt; eine Belieferung erfolgte fortan nur noch an Abonnenten und Direktbesteller. Erstmals wurden ab 1968 auch die Untersuchungsergebnisse mit einem test-Qualitätsurteil („gut“ bis „nicht zufriedenstellend“) bewertet. Um die Bekanntheit der Testergebnisse zu steigern, wurden ab 1968 die Untersuchungsergebnisse der Stiftung Warentest anderen Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Konzept ging auf, und ab 1970 wurde der Verkauf der test-Zeitschrift im Handel wieder aufgenommen.            W    

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Die ersten Containerschiffe werden in Dienst gestellt und erleichtern den Warenumschlag und -Transport.

 

Die Bügelmaschine wird erfunden.

 

Die Beatles stellen einen ungewöhnlichen Rekord auf, als sie alle ersten fünf Plätze der US-Hitparade belegen.

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1965

14. Januar- In bundesdeutschen Kinos startete der dritte James Bond-Film "Goldfinger"mit Film-Bösewicht Gert Fröbe in der Rolle des Auric Goldfinger. Plan des Bond-Gegenspielers ist, die Goldreserven der USA in Fort Knox atomar zu verseuchen. Auch wegen Shirley Basseys Titelsong wurde "Goldfinger" zum hierzulande bis heute bekanntesten Film der Reihe. Guy Hamilton verfilmte den Thriller von Ian Fleming mit Sean Connery als Bond. Als zweiter deutscher Schauspieler verkörperte Curd Jürgens als Karl Stromberg mit seinem legendären Gehilfen "Beisser" in "Der Spion, der mich liebte" (1977) den Schurken, der versucht, 007 zu eliminieren.         W   

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14. Januar- Die Stadtverwaltung Leverkusen wird zur Zahlung von 165.000 DM Schadensersatz an den Künstler Joseph Beuys verurteilt. Sie hatte eine von ihm zum "Kunstobjekt" bearbeitete Badewanne achtlos in einen Lagerraum gestellt, wo sie von Teilnehmern einer Feier als Bierkühler zweckentfremdet wurde. Die mit Heftpflaster, Mullbinden, Fett und Kupferdraht bearbeitete Säuglingsbadewanne, war 1972 bis 1973 neben anderen Werken von Beuys als Leihgabe des Kunstsammlers Lothar Schirmer Teil der Wanderausstellung „Realität – Realismus – Realität“ von sieben städtischen Museen, darunter das Wuppertaler Von der Heydt-Museum als Leihnehmer und das Städtische Museum für moderne Kunst Leverkusen. Eine Schrifttafel trug den Vermerk, in diesem Gefäß sei einst der Säugling Joseph Beuys gebadet worden. Dieser wurde von Unbekannten mit den Worten „Offenbar zu heiß“ ergänzt. Für die Ausstellung im Schloss Morsbroich ging das Werk nach Leverkusen und wurde dort eingelagert, da die Ausstellung noch aufgebaut werden sollte. Der SPD-Ortsverein-Leverkusen-Alkenrath feierte am 3. November 1973 in diesem Museum ein Fest. Zwei SPD-Mitglieder, Hilde Müller und Marianne Klein, suchten eine Schüssel zum Gläserspülen und entdeckten die scheinbar mit Heftpflaster und Mullbinden verschmutzte Badewanne, ohne zu ahnen, dass diese mit ihren Materialien ein Kunstwerk war. „Wir dachten, das alte Ding könnten wir schön sauber machen und benutzen, um darin unsere Gläser zu spülen“, erinnern sie sich, „so wie die aussah, konnten wir sie nicht gebrauchen. Deshalb haben wir die Wanne geschrubbt.“ Dadurch wurde ein Skandal ausgelöst. Die Stadt Wuppertal als Leihnehmer wurde durch Schirmer verklagt und 1976 vom Wuppertaler Landgericht in erster Instanz zu 40.000 DM und vom Oberlandesgericht Düsseldorf in zweiter Instanz zu 58.000 DM Schadensersatz verurteilt; Schirmer bekam dabei auch die Badewanne zugesprochen. Im Auftrag von Schirmer versuchte Beuys 1977 in München die Badewanne als Kunstwerk wiederherzustellen, wobei alle vorhandenen Fotografien zurate gezogen wurden und die ursprünglichen Materialien, soweit sie noch zu beschaffen waren, wieder zum Einsatz kamen. Als Schenkung von Lothar Schirmer wurde die Wanne 2013 Bestandteil der Beuys-Sammlung der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München.        W   

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18. Febraur - Unabhängigkeit des westafrikanischen Gambia. 200 Jahre lang hatte des Land unter der Kolonialherrschaft der Briten gestanden. Von 1843 bis 1902 zunächst als britische Kolonie, dann erhielt es den Status als Protektorat. 1963 bekam das Land auch innere Autonomie. Die erste Verfassung 1965 deklarierte Gambia zur unabhängigen Monarchie im Commonwealth, behielt also die englische Krone als Staatsoberhaupt. Wie z.B. auch Kanada reihte sich Gambia in diesen Länderbund ein. 1970 wurde das Land zur präsidialen Republik. 1982 kam es zum Zusammenschluss mit Senegal als Konföderation Senegambia, die allerdings 1989 zerbrach. Der folgende Militärputsch führte später zu einer zivilen Regierung.

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Malcolm X, der Anführer des gewaltsamen Kampfes gegen die Unterdrückung der Schwarzen in Nordamerika, wurde bei einer öffentlichen Rede im New Yorker Stadtteil Harlem erschossen. Als Täter wurden Mitglieder der "Black Muslim" Bewegung verhaftet, von der der Ermordete sich zwei Jahre zuvor losgesagt hatte.

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2. März -Die regierende weiße Minderheit in Salisbury proklamiert gegen den Willen der Kolonialmacht Großbritannien die Republik Rhodesien (heute Zimbabwe) und löst sich damit einseitig von London ab. Premierminister Ian Smith sandte das Telegramm an den britischen Premier Harold Wilson um 13 Uhr Ortszeit (11 Uhr in London), genau in dem Moment, an dem in London während zweier Schweigeminuten der Opfer der beiden Weltkriege gedacht wird. Daraufhin verließ der Hohe Kommissar John Baines Johnston das Land. International wurde die Unabhängigkeitserklärung von keinem Staat offiziell anerkannt, allerdings arbeiteten die benachbarten Regionalmächte Südafrika und Portugal mit der rhodesischen Regierung fortan eng zusammen. 1970 wird die endgültige staatsrechtliche Trennung von Großbritannien durchgesetzt. Doch der Widerstand der Afrikaner zwingt die Regierung unter I.D.Smith zur Beteiligung von Afrikanern. Seit 1980 ist das Land unabhängig und trägt den Namen Simbabwe.         W    

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8. März - Mit der Landung der ersten US-amerikanischen Kampftruppen, des United States Marine Corps, in Đà Nẵng in Vietnam auf Drängen des Oberkommandierenden William Westmoreland treten die USA in den Vietnamkrieg ein. Ab Februar 1965 ließ US-Präsident Lyndon B. Johnson Nordvietnam bombardieren und entsandte ab März immer mehr US-Bodentruppen nach Südvietnam, die dort die NLF bekämpften. Daraufhin unterstützten die Sowjetunion und die Volksrepublik China Nordvietnam, sechs Staaten unterstützten die USA und Südvietnam militärisch. Ab 1964 griffen die Kämpfe auf Laos, ab 1970 auf Kambodscha über. Nach der Tet-Offensive der NLF stellte Johnson bis November 1968 die Bombardierungen ein. Sein Nachfolger Richard Nixon zog die US-Truppen ab 1969 schrittweise aus Südvietnam ab und schloss nach neuen Bombardierungen im Januar 1973 einen Waffenstillstand mit Nordvietnam. Bis zum 1. Mai 1975 eroberten nordvietnamesische Truppen Südvietnam vollständig und beendeten den Krieg.        W    

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18. März - Als erster Mensch verließ der Kosmonaut Alexej Leonow eine Raumkapsel im All und schwebte zehn Minuten in einer Entfernung von fünf bis zehn Metern vom Raumschiff im Weltraum. Mit dieser Sensation unterstrich die Sowjetunion ihren Vorsprung in der bemannten Raumfahrt vor den USA. Leonow hatte den Auftrag, das Raumschiff durch die Luftschleuse zu verlassen. Ohne Stabilisierungsmöglichkeit drehte er sich bald um die eigene Achse. Noch schwieriger war der Wiedereinstieg. Der Raumanzug hatte sich durch das Vakuum ausgedehnt und nun passte Leonow nicht mehr durch die Luftschleuse. Durch Druckreduzierung im Anzug gelang ihm dann der Einstieg.

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20. März - Der US-amerikanische Jazztrompeter Louis Armstrong begeistert 3000 Zuhörer im ausverkauften "Friedrichstadt-Palast" in Ostberlin. "Satchmo" war der erste bedeutende US-amerikanische Showstar, der in der DDR auftrat.

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23. März - Die Vereinigten Staaten schickten mit Gemini III. erstmals eine bemannte Raumkapsel ins All. An Bord befanden sich die Astronauten Virgil Grissom und Kommandant John Young. Die Raumkapsel umrundete vor ihrer Rückkehr drei Mal die Erde. Ziel der verschiedenen Gemini-Missionen, die zwischen 1964 und 1967 durchgeführt wurden, war die Erforschung der manuellen Steuerung der Raumkapsel durch die aus jeweils zwei Astronauten bestehende Besatzung. Zudem dienten die Flüge als Vorbereitung des sich in Vorbereitung befindlichen Apollo-Programms. Ziel der Apollo-Mission war der Flug zum Mond.       W   Bild: NASA

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6. April - Stanley Kubricks Film "2001 Odyssee im Weltraum" wird uraufgeführt. Die 10,5 Mio-Dollar-Produktion macht das Genre des Science-Fiction hoffähig. Kubricks Vorlage war eine Kurzgeschichte von Arthur C. Clarke. Es geht um eine Reise ins All, um die Suche nach einer außerirdischen Intelligenz. Der Film war der finanziell erfolgreichste des Filmjahrs 1968 und spielte in den Kinos weltweit über 190 Millionen US-Dollar ein.          W    

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30. April - Das US-amerikanische Magazin "Life" publiziert die ersten Fotografien des menschlichen Fötus im Mutterleib. Mit einer Weitwinkelkamera, die auf einer chirurgischen Sonde befestigt war, gelangen dem schwedischen Fotografen Lennart Nilsson die spektakulären Aufnahmen. Die Fotos dokumentieren, dass bereits elf Wochen alte Föten alle Körperteile vollausgebildet haben. Die Aufnahmen verschärfen die Streitfrage um die Datierung des vorgeburtlichen Lebens.

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8. Juli - Dem Postzugräuber Ronald Biggs gelingt die Flucht aus dem Wandsworth-Gefängnis in London. Eine Strickleiter lässt ihn und drei andere Insassen die Gefängnismauer überwinden und in einen von Komplizen geparkten Möbelwagen gelangen. Biggs war Mitglied der britischen Räuberbande, die 1963 den spektakulären Postzugraub bei Ledburn beging und dabei 2,63 Millionen Pfund erbeutete. Nachdem er sich jahrzehntelang der erneuten Verhaftung entziehen konnte, kehrte er 2001 aus gesundheitlichen Gründen nach England zurück, um im Belmarsh-Gefängnis den Rest seiner dreißigjährige Gefängnisstrafe anzutreten. 2009 wurde Biggs aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes begnadigt und aus der Haft entlassen.         W    

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Mit der Eröffnung des Mont Blanc-Tunnels am 16. Juli, erfüllte sich der seit Jahrzehnten bestehende Traum einer verkürzten Verbindung zwischen Frankreich und Italien. Die 11,7 Kilometer lange Strecke zwischen Chamonix und Courmayeur durch den höchsten Berg Europas war bei Inbetriebnahme der längste Straßentunnel der Welt. Die Bauarbeiten begonnen auf französischer Seite 1958, auf italienischer Seite ein Jahr später. Der Durchbruch der beiden Mannschaften gelang im August 1962. Im März 1999 wurde der Tunnel nach einem schweren Brand mit mehr als 30 Toten vorläufig für den Verkehr geschlossen und eine umfassende Untersuchung der Katastrophe eingeleitet.

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Die Militäraktionen in Vietnam weiten sich aus. Nach Angriffen der Vietcong auf südvietnamesische Einrichtungen fliegen die Amerikaner schwere Luftangriffe u.a. mit Napalmbomben auf Nordvietnam und geben damit ihre allein auf Südvietnam beschränkte Beraterfunktion auf. Noch in diesem Jahr werden über 500.000 US-Soldaten nach Vietnam gebracht.

 

Im Laufe des Jahres stürzen 26 Starfighter der Bundesluftwaffe bei Trainingsflügen ab. Die weiche Kontaktlinse wird erfunden.

 

Die Programmiersprache BASIC (Beginners All-Purpose Symbolic Instruction Code) wird erfunden.

 

In Berlin-Wilmersdorf wird zum ersten Mal in Europa ein Computer zur Verkehrssteuerung eingesetzt.

 

18.3. Der Russe Alexei A. Leonow führt den ersten 20 min dauernden "Weltraumspaziergang" durch.

 

Die USA starten ihr GEMINI Programm mit der ersten zweiköpfigen Raumfahrtbesatzung am 23.5. mit Grissom und Young.

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6. August - Der US-amerikanische Präsident Lyndon B. Johnson unterzeichnete einen Zusatz zum 15. Artikel der US-amerikanischen Verfassung, den "Voting Rights Act". Demnach alle Afro-Amerikaner ohne Einschränkungen wählen durften. Das bisherige Wahlgesetz hatte vorgesehen, dass vor Erteilung der Wahlberechtigung ein Lese- und Rechtschreibtest abgelegt werden musste. Schon 1957 und 1960 waren Gesetze erlassen worden, welche die schwarzen Wähler beschützen sollten. Jedoch erst der im März 1965 von Martin Luther King, Jr., angeführte Marsch von Selma nach Montgomery, Alabama, führte dazu, dass in direkter Folge Präsident Johnson das neue Wahlgesetz beim Kongress einreichte.         W    

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7. August - In den USA tritt ein neues Bürgerrecht in Kraft, das auch der farbigen Bevölkerung das Wahlrecht endgültig garantiert.

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In Watts, einem hauptsächlich von Schwarzen bewohnten Vorort von Los Angeles, kam es nach der Verhaftung eines Schwarzen durch einen weißen Polizisten zu schweren Rassenunruhen. Innerhalb der einwöchigen Krawalle starben 35 Menschen und über 800 wurden verletzt. Es gab 4000 Verhaftungen und Hunderte Gebäude wurden zerstört. In dem Abschlussbericht einer vom Gouverneur in Auftrag gegebenen Ursachenerforschung, stellte die Kommission fest, dass die Unruhen nicht das Werk von Chaoten waren, sondern auf tieferliegende Probleme hinwiesen: Die hohe Arbeitslosigkeit in der Innenstadt und die desolaten Lebensverhältnisse. Trotz dieser Erkenntnisse veränderte sich die Lebenssituation der Schwarzen nicht.         W    

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Mit den Urteilsverkündungen am 19. und 20. August 1965 endete nach 20 Monaten der sogenannte "Auschwitz-Prozess". Das Verfahren gegen 20 NS-Verbrecher vor einem Schwurgericht in Frankfurt am Main war der größte Massenmordprozess der deutschen Justizgeschichte. Die Anklage lautete auf gemeinschaftlichen Mord an 2279 Menschen. Fünf Jahre wurde ermittelt, 358 Zeugen aus dem In- und Ausland vernommen. Die Angeklagten redeten sich mit den erteilten Befehlen heraus, kaum einer hatte ein Wort des Bedauerns für die Opfer. Das Schwurgericht verhängte sechsmal lebenslange Haftstrafen wegen Mordes: über fünf Angehörige des SS-Personals und einen sogenannten "Funktionshäftling", der als Blockältester 14 Leidensgenossen umgebracht hatte. Elf SS-Wächter erhielten Haftstrafen zwischen 14 und drei Jahren, drei wurden aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

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4. September - Findet zum erstenmal in einer Sendung des Deutschen Fernsehens (ARD) die Ziehung der Lottozahlen statt. Weil über die Hälfte der Bundesbürger Lotto spielen, versprach das Fernsehen sich von der öffentlichen Ziehung hohe Einschaltquoten.       W   Bild: Iamhere

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15. Juli - Die US-amerikanische Raumsonde Mariner 4 übermittelte erstmals genaue Bilder vom Mars. Die Mars-Sonde fliegt 12.000 km dicht an dem Planeten vorbei. Mit den Fotos standen erstmals detaillierte Informationen über die Oberfläche des Planeten und die physikalische Beschaffenheit seiner Atmosphäre zur Verfügung. Nach Mariner 4 lief die Marserforschung durch die USA und die UdSSR auf Hochtouren. 1971 gelang mit der sowjetischen Mars 3 erstmals die Landung einer unbemannten Raumkapsel auf dem Planeten. Weitere Missionen der Sonden Mariner, Mars und Viking, die speziell zur Suche nach außerirdischem Leben gestartet worden war, schickten in den nächsten Jahren immer weitere und ausführlichere Daten an die Erde zurück.       W   Bild: N.A.S.A

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Die Sowjetunion startet am 16. November ihre Sonde "Venera 3", die am 01. März 1966 als erstes von Menschenhand gefertigtes Objekt auf einem anderen Planeten, der Venus, landet. Nachdem die Sonde in die Atmosphäre der Venus eintauchte, brach jedoch wie bei den vorhergehenden Venera-Missionen der Funkkontakt ab, so dass keine Daten übermittelt werden konnten. Die erste Datenübertragung gelang erst mit Venera 4 im Jahr 1967, die Sonde sendete 94 Minuten aus der Venusatmosphäre. Auf der Venus herrschen Oberflächentemperaturen von 480 Grad Celsius bei einen Druck von 90 Bar. Zudem verhindern dicke Wolken die Sicht auf die Oberfläche.

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Die Russen fotografieren Teile der Mondrückseite, und am 21.8. demonstrieren die Amerikaner mit Cooper und Conrad jr in einer 190-stündigen Mission, dass ein Flug zum Mond nicht unrealistisch ist.

 

Der Geschwindigkeits-Weltrekord für Landfahrzeuge wird auf 966,57 km/h gesetzt (Düsenantrieb).

 

 

15. Dezember - Das Unterhaus nimmt die neue Flagge Kanadas, schließlich mit 163 gegen 78 Stimmen an. Zwei Tage später gab auch der Senat seine Zustimmung. Am 15. Februar 1965 wurde die neue Flagge bei einer offiziellen Zeremonie auf dem Parliament Hill in Ottawa zum ersten mal gehisst. Seit 1996 gilt der 15. Februar als kanadischer Nationalflaggentag. Das Design von George Stanley wurde aus drei Vorschlägen durch eine von Premierminister Lester Pearson eingesetzte Kommission ausgewählt. Auf dem weißen Feld ist ein 11-zackiges, rotes Zuckerahornblatt abgebildet. Die elf Zacken des Ahornblattes entsprechen nicht dem Original in der Natur, das 23 Zacken besitzt. Trotzdem hat die Anzahl keine besondere symbolische Bedeutung. Die heute verwendete Form wurde ermittelt, indem verschiedene Designvarianten in einem Windkanal getestet wurden, um festzustellen, welche Variante bei starkem Wind am ästhetischsten aussieht. Die beiden roten Bereiche links und rechts symbolisieren jeweils den pazifischen und atlantischen Ozean.         W

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15. Dezember - Eigentlich hätte es schon am 12. Dezember zu der ungewöhnlichen Begegnung zwischen den beiden Raumkapseln Gemini VI-A und VII kommen sollen. Doch ein technisches Problem im Raketensystem verschob den Start der Gemini VI-A um 3 Tage. Am frühen Morgen des 15. Dezembers war es endlich soweit: Der Start gelang und in mehreren Stunden des Manövrierens näherten sich die beiden Kapseln bis auf einen halben Meter an. Bereits am nächsten Tag landete Gemini VI-A wieder auf der Erde. Gemini VII war schon am 4. Dezember für eine 14-tägige Mission ins All geschossen worden und kehrte planmäßig zurück. Mit der gelungenen Mission konnte die USA einen Vorteil gegenüber der UdSSR in der technischen Beherrschung des Weltraums erringen.         W

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Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) geht im Fernsehen auf Sendung.

 

Gestorben am 4.9.:

der Arzt und Träger des Friedensnobelpreises Albert Schweitzer (*1875).

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1966

12. Janaur - Aus dem Vermittlungsausschuss des deutschen Bundestages wird bekannt, dass im Vorjahr 26 Kampfflugzeuge vom Typ "Starfighter" (F-104 G) der Bundesluftwaffe abgestürzt waren. Hierbei waren 15 Piloten umgekommen. Eine Untersuchung ergab, dass die Verarbeitung der Maschinen Mängel hatte und auch die Ausbildung der Piloten ungenügend war. Es dauerte allerdings noch mehr als 20 Jahre, bis die letzten "Starfighter" der Luftwaffe ausgemustert wurden.           W         Bild: Public Domain

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Vom US-Raumflughafen Cape Canaveral startete erstmals eine unbemannte Apollo-Kapsel namens AS-201 der "National Aeronautics and Space Administration" NASA zu einem suborbitalen Flug. In 37 Minuten legte die Kapsel 8472 Flugkilometer zurück und landete plangemäß im Atlantischen Ozean. Der Flug diente als Vorbereitung der ersten Mondlandung in der Weltraumforschung. Nach zwei weiteren unbemannten Apollo-Flügen sollte im Februar 1967 die erste bemannte Kapsel zu mehreren Erdumkreisungen ins All geschickt werden. Beim Testlauf unter Realbedingungen kamen alle drei Astronauten der AS-204 ums Leben. Am 21. Juli 1969 fand das ehrgeizige Apollo-Projekt der NASA schließlich seinen Höhepunkt: Mit dem Astronauten Neil Armstrong, Commander der Apollo 11, betrat zum ersten Mal ein Mensch den Mond.       W    Bild:NASA

 

 

 

3. Februar - Mit der Landung der Raumsonde Luna 9 auf dem Mond errang die sowjetische Weltraumforschung einen Vorsprung vor den USA im Wettlauf zum Mond. Die unbemannte Kapsel benötigte etwa 73 Stunden für den Flug. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, gelang Luna 9 die erste weiche Landung auf einem fremden Planeten. Kurz nach Erreichen der Mondoberfläche übermittelte die Raumsonde die ersten Fernsehbilder von der Oberfläche des Erdtrabanten. In den folgenden vier Tagen sandte Luna 9 weitere Bilder des Mondes zur Erde. Trotz ihrer technischen einfachen Konstruktion glückte der Raumsonde, im Gegensatz zu den Vorgängermodellen Luna 1-8 und vor den USA, erstmals die Landung auf einem fremden Planeten.       W    Bild: Public Domain

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1. März - Das Landemodul der sowjetischen Raumsonde Venera 3 erreicht als erstes vom Menschen geschaffene Objekt den Planeten Venus, verglüht bei der Landung jedoch teilweise in der Atmosphäre. Die am 16. November 1965 gestartete Raumsonde, hatte bei ihrem Vorbeiflug an der Venus am 1. März 1966 wegen Hitzeproblemen keinen Kontakt mehr zur Bodenstation, doch klinkte die Sonde automatisch ihre Landesonde aus, die aber in der Atmosphäre der Venus teilweise verglühte und hart auf der Oberfläche aufschlug. Sie war damit das erste vom Menschen erzeugte Objekt, das auf der Oberfläche der Venus landete. Die Gesamtmasse der Sonde betrug 960 kg.

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13. März - Indira Gandhi, die Tochter des verstorbenen Präsidenten Jawaharhal Nehru, wurde erstmals als Premierministerin vereidigt. Sie ist seit 1946 eine enge Mitarbeiterin ihres Vaters und von 1964-1966 Informationsministerin. In wirtschaftspolitischen Fragen sozialistischen Ideen verpflichtet, schliesst Gandhi 1971 einen Freundschaftsvertrag und 1973 einen Vertrag über die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der UdSSR. 1975 wird sie wegen Wahlkorruption verurteilt, verhängt den Ausnahmezustand und lässt zahlreiche politische Gegner verhaften. 1977 Rücktritt nach einer Wahlniederlage, 1980 gelingt ihr ein glänzendes Come-back. Indira Gandhi wird am 31. Oktober 1984 von zwei Mitgliedern ihrer Leibwache erschossen, Nachfolger wird ihr Sohn Rajiv Gandhi.         W   Bild: Public Domain

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20. März - Aus der Londoner Westminster Central Hall wird der Coupe Jules Rimet, die Siegestrophäe der Fußball-Weltmeisterschaften von 1930 bis 1970, entwendet. Er wird eine Woche später in einem Vorgarten vom Hund Pickles gefunden. Ursprünglich einfach als Weltpokal (Coupe du Monde) bezeichnet, wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg nach dem damaligen FIFA-Präsidenten Jules Rimet in Coupe Jules Rimet umbenannt. Die Coupe Jules Rimet war eine 35 cm große Statue aus vergoldetem Sterlingsilber. Sie wog 3,8 kg und stand auf einem blauen Sockel aus Lapislazuli. An den Seiten des Sockels befand sich eine gravierte Goldplakette mit den Namen des Pokals sowie den Namen der neun Weltmeister. Entworfen wurde die Statue von Abel Lafleur. Wie viele frühere Pokale wurde sie in Form einer Frau ausgeführt. Diese Frau sollte die griechische Siegesgöttin Nike darstellen. Sie besaß nach oben gestreckte Arme mit Flügeln. Unter der Statue befand sich Platz für die Namen der Gewinner. Zu Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 1930 wurde bekannt gegeben, dass derjenige Verband, dessen Auswahl es gelingen würde, den Pokal dreimal zu gewinnen, diesen behalten dürfe. Mit dem dritten WM-Gewinn einer Brasilianischen Nationalmannschaft im Jahr 1970 ging die Coupe Jules Rimet somit in den Besitz des Brasilianischen Fußballverbandes über.

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21. März - Konrad Adenauer tritt, zum Ehrenvorsitzenden gekürt, auf dem Parteitag der CDU als Parteivorsitzender zurück. Zu seinem Nachfolger wird zwei Tage später Ludwig Erhard gewählt.

 

 

31. März - Die Sowjetunion startet die Raumsonde Luna 10, die als erster Satellit den Mond umkreisen wird.Der zweite E-6S-Start glückte wenig später und Luna 10 schwenkte als erste Raumsonde am 3. April 1966 in einen Mondorbit ein. Die Experimente an Bord vermaßen das Magnetfeld des Mondes und detektierten Mikrometeoriten und Teilchen. Aus den Veränderungen der Bahn konnte man erstmals auf Massekonzentrationen in der Mondkruste schließen. Am 3. April 1966 wurde bei der Eröffnung des 23. Kongresses der KPdSU eine aufgezeichnete Sendung von Luna 10 abgespielt: Ingenieure hatten die Sonde so programmiert, dass sie Die Internationale abspielte.           W    

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3. April - Mit der sowjetischen Raumsonde Luna 10 schwenkt erstmals ein Satellit in eine Umlaufbahn um den Mond ein. Die Experimente an Bord vermaßen das Magnetfeld des Mondes und detektierten Mikrometeoriten und Teilchen. Aus den Veränderungen der Bahn konnte man erstmals auf Massekonzentrationen in der Mondkruste schließen. Die Sowjetunion hat damit im „Wettlauf ins All“ weiterhin einen Vorsprung vor den USA.          W    

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5. Mai - Als erste deutsche Fußball-Mannschaft gewann Borussia Dortmund am 5. Mai 1966 den Europapokal der Pokalsieger. Die Borussen bezwangen im Hampden Park in Glasgow nach Verlängerung den FC Liverpool mit 2:1 Toren. Die Treffer für die als krasser Außenseiter gegen die Briten in die Begegnung gegangene Mannschaft schossen "Sigi" Held und "Stan" Libuda. Auf dem Weg in das Finale hatten die Borussen unter anderem La Valetta, Sofia und Atletico Madrid ausgeschaltet. Nach der Rückkehr aus Schottland wurden die Schwarz-Gelben von Hunderttausenden bei einem Empfang in Dortmund begeistert gefeiert.          W    

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18. Mai - Im Rhein wird bei Duisburg der Weißwal Moby Dick gesichtet, der sich mehrere hundert Kilometer stromaufwärts verirrt hat. Einige Rheinschiffer meldeten bei Duisburg der Wasserschutzpolizei einen weißen Wal im Rhein. Diese reagierte – und machte bei den Schiffern erstmal einen Test auf Blutalkohol. Dieser aber verlief negativ – es schwamm wirklich ein weißer Wal im Rhein, 300 Kilometer entfernt vom Meer, und tausende Kilometer entfernt vom üblichen Lebensraum der Belugawale, den arktischen Gewässern. Dorthin gelangte er, nachdem ein Transportschiff, auf dem er in einen englischen Zoo gebracht werden sollte, in einem Orkan fast kenterte und der Wal kurz vor der Küste in die Nordsee gespült wurde. Von dort aus gelangte er über den Hafen von Rotterdam in den Rhein. Wolfgang Gewalt, der Direktor des Duisburger Zoos, versuchte des ungewöhnlichen Gastes im Rhein mit Netzen und Betäubungspfeilen Herr zu werden. Aktivisten versuchten die Jagd zu stören, indem sie von einem Luftschiff aus Orangen in den Rhein warfen. Massive Proteste der Bevölkerung und offizielle Proteste aus den Niederlanden führten schließlich dazu, dass die Einfangversuche eingestellt werden mussten. Zunächst wendete sich der schnell „Moby Dick“ genannte Wal wieder meerwärts, stoppte jedoch vor der eigens für ihn geöffneten Schleuse Kornwerderzand zum Meer und schwamm wieder rheinaufwärts. Begleitet von zahlreichen Schaulustigen schwamm er bis Bonn, wo sein Auftauchen eine Bundespressekonferenz sprengte. Erst dort drehte er wieder um und wurde bereits drei Tage später, am 16. Juni um 18.42 Uhr, zum letzten Mal beim Erreichen des offenen Meeres bei Hoek van Holland gesehen.

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13. Juni - Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten fällt die Grundsatzentscheidung Miranda v. Arizona. Danach müssen Verdächtige in Strafsachen vor der polizeilichen Vernehmung auf ihr Recht, einen Anwalt heranzuziehen, und ihr Recht, zu schweigen, hingewiesen werden. Im Jahr 1963 wurde Ernesto Arturo Miranda (1941–1976) wegen Raubs, Entführung und Vergewaltigung festgenommen. Er wurde von der Polizei verhört und legte sogleich ein Geständnis ab. Während der gerichtlichen Verhandlung bot die Staatsanwaltschaft nur Mirandas Geständnis als Beweismittel an. Miranda wurde der Entführung und der Vergewaltigung schuldig gesprochen und zu 20 bis 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Mirandas Anwalt legte Berufung beim Obersten Gerichtshof Arizonas ein, wurde aber abgewiesen. Daraufhin rief er die höchste Instanz, den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten, an. Miranda wurde ein zweites Mal vor Gericht gestellt. Das Geständnis konnte nicht benutzt werden, stattdessen berief sich die Staatsanwaltschaft auf Zeugenaussagen und anderes Beweismaterial. Miranda wurde abermals schuldig gesprochen und verbrachte elf Jahre im Gefängnis.        W     Bild: Public Domain

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14. Juni - Der Vatikan hebt den seit 1559 geführten und 500 Seiten starken "Index der verbotenen Bücher" auf. Der Index war ein Verzeichnis der römischen Inquisition, das für jeden Katholiken die Bücher auflistete, deren Lektüre als schwere Sünde galt; bei manchen dieser Bücher war als kirchliche Strafe die Exkommunikation vorgesehen. Erstmals erschien das Verzeichnis 1559 , seine letzte amtliche Ausgabe datiert von 1948 mit Nachträgen bis 1962 und nannte zuletzt 6000 Bücher. Der Index Librorum Prohibitorum wurde schließlich nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil 1965 bzw. 1966 abgeschafft.        W 

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2. Juli - Die Atommacht Frankreich führt nach Verlegen der Versuchsreihen in das Gebiet des Pazifik den ersten oberirdischen Kernwaffentest auf dem Mururoa-Atoll durch. Mururoa (in der Landessprache in etwa: „großes Geheimnis“) ist ein rund 300 Quadratkilometer großes, unbewohntes Atoll im Südpazifik. Von 1966 bis 1996 wurden auf Mururoa insgesamt 188 Atombomben gezündet, davon 41 in der Atmosphäre und 147 unterirdisch. Am 7. September 1995 führte eine weitere, ungeachtet internationaler Proteste gestartete, Testserie Frankreichs zu schweren Unruhen auf Tahiti. Nach weltweiten Protesten werden die Explosionen inzwischen am Computer simuliert. Im Jahr 2000 zogen die Franzosen von dem Atoll ab. Bis heute ist Mururoa ein Sperrgebiet. In rund 140 Bohrschächten lagern dort große Mengen radioaktiven Abfalls.       W   

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28. August - Der Kölner Radrennfahrer Rudi Altig wird auf dem Nürburgring Weltmeister der Profis. Er schlägt in diesem Rennen seine schärfsten Konkurrenten die Franzosen Raymond Poulidor und Tour de France Gewinner Jacques Anquetil. Ab Dezember 1959 startete Altig, der zuvor als Kfz-Elektriker gearbeitet hatte, als Berufsfahrer, wo er sein Debüt beim Sechstagerennen in Köln an der Seite von Rik van Steenbergen gab und auf Anhieb auf Rang zwei landete. Bei den Bahnweltmeisterschaften 1960 und 1961 holte er sich den Titel in der Einerverfolgung. Auch als Straßenfahrer hatte er sich 1960 und 1961 mit 13 Erfolgen empfohlen und bekam 1962 einen Vertrag beim französischen Radsportteam St. Raphael-Helyett an der Seite von Jacques Anquetil. Obwohl sich Altig ab 1962 auf den Straßenrennsport konzentriert hatte und insgesamt zwei Etappenrennen und 98 Straßenrennen in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern gewonnen hatte, kehrte er bis zu seinem Karriereende immer wieder auf die Bahn zurück. Schon 1962 hatte er einen Weltrekord über 5000 Meter aufgestellt. Hauptsächlich bestritt er Sechstagerennen. 1971 gewann er sein letztes Sechstagerennen, es war sein 23. Sieg bei dieser Veranstaltung.        W          Bild: YouTube Filmausschnitt

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Aus dem Vermittlungsausschuss des deutschen Bundestages wird bekannt, dass im Vorjahr 26  Kampfflugzeuge vom Typ "Starfighter" (F-104 G) der Bundesluftwaffe abgestürzt waren.Hierbei waren 15 Piloten umgekommen. Eine Untersuchung ergab, dass die Verarbeitung der Maschinen Mängel hatte und auch die Ausbildung der Piloten ungenügend war. Es dauerte allerdings noch mehr als 20 Jahre, bis die letzten "Starfighter" der Luftwaffe ausgemustert wurden.

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Den Astronauten der Gemini 8 Mission gelingt erstmals ein Koppelmanöver im All. Sie koppeln ihre Raumkapsel an eine unbemannte Agena-Rakete an. Mit dem Gemini-Programm der USA soll die für den Flug zum Mond notwendige Technologie entwickelt werden. Im Mai 1961 hatte der damalige US-Präsident John F. Kennedy das Apollo-Programm in Gang gesetzt. Die Gemini-Raumschiffe befördern je zwei Astronauten. Diese sollen über längere Zeiträume im Weltraum arbeiten und dabei Techniken zur Begegnung mit anderen Raumschiffen und ihrer Ankopplung auf Umlaufbahnen entwickeln.

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10. September - Im Titelkampf gegen den seit 1964 amtierenden Weltmeister Muhammad Ali unterlag der deutsche Schwergewichtsboxer Karl Mildenberger in Frankfurt am Main durch k.o. in der zwölften Runde. Nach einem zunächst beachtlichen Kampf gegen den Favoriten war der Europameister bereits in der achten und zehnten Runde zu Boden gegangen. Nach schweren Kopftreffern musste der Ringrichter Mildenberger schließlich aus dem Kampf nehmen. Nachdem Muhammad Ali 1967 der Titel wegen Wehrdienstverweigerung abgenommen wurde, war Mildenberger Erster der Weltrangliste, verlor jedoch in der WM-Ausscheidung gegen den Argentinier Oscar "Ringo" Bonavena. 1969 trat der Rechtsausleger aus der Pfalz vom Boxport zurück. Seine Karriere weist 62 Kämpfe aus, von denen er 53 gewann.

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8. September - Die erste Folge der Fernsehserie Star Trek wird in den USA ausgestrahlt. Die Science-Fiction Fernsehserie mit insgesamt 726 Episoden sowie zwölf Kinofilmen, zahlreichen Romanen, Computerspielen und anderen Werken, basiert auf Inhalten der 1966 von Gene Roddenberry geschaffenen Fernsehserie Raumschiff Enterprise. Star Trek ist eines der populärsten Werke in der Geschichte der Science-Fiction-Unterhaltung und eines der bekanntesten Franchises in der Geschichte des Fernsehens. Das Phänomen „Star Trek“ wird länderübergreifend immer wieder in kulturellen, technischen oder gesellschaftlichen Zusammenhängen zitiert. Die Rechte an Star Trek sind zurzeit aufgeteilt, die Filmrechte liegen bei Paramount Pictures, die TV-Rechte bei der CBS Corporation.         W    

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In New York wurde am 16. September, das neue Gebäude der Metropolitan Opera am Lincoln Center eröffnet. Der Entwurf stammte von dem Architekten W.K. Harrison. Vor allem die hohe Bogenvorhalle und die beiden großen Wandgemälde von Marc Chagall - "Les Sources de la Musique" und "Le Triomphe de la Musique" - beeindrucken noch heute die Besucher. Mit Samuel Barbers Oper "Antonius und Cleopatra" nahm das neue Opernhaus seinen Bühnenbetrieb auf. Die "Met" kann auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblicken. Sie wurde 1879 von dem Industriellen William H. Vanderbilt gegründet und 1883 am Broadway eröffnet. Hier debütierten Weltstars wie Enrico Caruso und Lilli Lehmann. Die heutige Metropolitan Opera fasst 3800 Besucher und gehört heute zu den renommiertesten Opernhäusern der Welt.

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17. September - Die siebenteiligen Fernsehserie "Raumpatrouille - die phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion" war zum ersten Mal im deutschen Fernsehen zu sehen. Die Serie handelte von einer staatenlosen Gemeinschaft auf der Erde, die mittels des Raumschiffes "Orion" ferne Sterne kolonialisiert. Trotz des großen Erfolgs wurde die Serie wegen der hohen Kosten nicht fortgesetzt. Die neuen Folgen sollten in Farbe gedreht werden. Die Produktionskosten überstiegen das geplante Bugdet. Die Fernsehserie wurde von der Presse scharf kritisiert, weil die Serie "Raumpatrouille" chauvinistische Tendenzen erkennen ließ.

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30. September - Die britische Kolonie Betschuanaland wird unter dem Namen Botswana unabhängige Präsidialrepublik innerhalb des Commonwealth of Nations. Das Land ist einer der größten Diamantenproduzenten der Welt. Die Diamantenproduktion ermöglichte Botswana seit den 80er Jahren ein überproportionales Wirtschaftswachstum.         W    

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In Indien wird die Tochter des 1964 verstorbenen Jawaharlal Nehru, Indira Gandhi, Ministerpräsidentin. Sie beendet den Kaschmir-Konflikt mit Pakistan friedlich und scheinbar endgültig.

 

Als Definition des Todes verwendet erstmals die französische medizinische Akademie Inaktivität des Gehirns anstelle von Stillstand des Herzens.

 

Die Kraftstoffeinspritzung für Kfz-Motoren ist marktreif.

 

Ein Lebendimpfstoff gegen Röteln wird entwickelt.

 

 

Ludwig ErhardDer deutsche Bundeskanzler Ludwig Erhard tritt nach Zerbrechen der Regierungskoalition von CDU/CSU und FDP zurück. Sein Nachfolger wird Kurt Georg Kiesinger. Deutschland wird erstmals von einer Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD regiert.

 

 

 

20. November - Das Musical "Cabaret" feierte bei seiner Uraufführung im New Yorker Broadhurst Theatre einen großen Erfolg. Es bekam acht Tony Awards - darunter Bestes Musical, Beste Musik, Beste Regie - und lief in 1.166 Vorstellungen am Broadway. Das Stück spielt im Berlin der 1930er Jahre vor dem Hintergrund des aufkommenden Nationalsozialismus. John Kanders und Fred Ebbs verarbeiteten zwei Erzählungen des britischen Schriftstellers Christopher Isherwood. Die deutschsprachige Erstaufführung fand 1970 im Theater an der Wien statt und übernahm weitestgehend die Originalinszenierung. 1972 wurde "Cabaret" mit Liza Minelli in der Hauptrolle erfolgreich verfilmt.

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26. November - Das Gezeitenkraftwerk Rance, das erste und bis heute größte Gezeitenkraftwerk der Welt, wird in Frankreich in Betrieb genommen. Das Gezeitenkraftwerk in Damm-Bauweise liegt an der Mündung des Flusses Rance zwischen Dinard und Saint-Malo im Department Ille-et-Vilaine in der Bretagne in Frankreich. Das Kraftwerk bezieht nur einen geringen Anteil seiner Leistung aus der Strömung des Flusses; der weit größere Anteil kommt aus der Gezeitenströmung des Atlantiks, der an dieser Stelle einen Tidenhub von mehr als 8 m aufweist. Das Kraftwerk speiste 1967 erstmals Strom ins Netz ein und war damit das erste kommerziell genutzte Gezeitenkraftwerk der Welt. Mit seiner Spitzenleistung von insgesamt 240 Megawatt war es für mehr als 40 Jahre mit großem Abstand das größte Kraftwerk dieser Art weltweit. Erst im August 2011 wurde es vom koreanischen Werk Sihwa-ho als Rekordhalter abgelöst.       W    Bild: User:Dani 7C3

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Am 21. Dezember startet LUNA XIII. zu einer weiteren weichen Mondlandung und sendet am 24.12. Analysen von Bodenproben der Mondoberfläche zur Erde. Die Amerikaner üben seit dem ersten erfolgreichen (allerdings beinahe außer Kontrolle geratenen) Kopplungs-Manöver im Weltall vom 16.3. in mehreren Doppel-Rendezvous-Flügen, wie man zum Mond kommt; Surveyor I wird am 30.5. gestartet, 63 1/2 Stunden später im "Meer der Stürme" sanft auf dem Mond gelandet und schickt in den folgenden 10 Wochen über 12.000 Bilder von der Mondoberfläche zur Erde.

 

In der letzten GEMINI Mission im November halten sich Lovel und Aldrin 5 Std. lang außerhalb der Raumkapsel auf.

 

1967

27. Januar - Vertreter der USA, der Sowjetunion und Großbritanniens unterzeichnen ein Abkommen, das ihre Aktivitäten im Weltraum regeln soll. Dieser "Weltraumvertrag" soll in erster Linie der friedlichen Erforschung und Nutzung des Weltalls und der Himmelskörper dienen und verhindern, dass Sterne oder Planeten von dem einen oder anderen Land in Besitz genommen werden - wie dies einst mit unbekannten Teilen der Erde geschah. In Kraft trat der Vertrag, der von 98 Staaten unterzeichnet wurde, am 10. Oktober 1967, für die Bundesrepublik Deutschland am 10. Februar 1971. Ziel des Vertrages war die Verhinderung der Besetzung der Himmelskörper durch einzelne Staaten. Ferner sollten keinerlei Kernwaffen in den Weltraum verbracht werden (Art. IV) und die Nutzung des Weltraumes nur friedlichen Zwecken unterworfen sein, zivile Raumfahrt und Weltraumforschung werden jedem Staat explizit gestattet. Weiterhin dürfen im Weltall sowie auf dem Mond keine militärischen Basen installiert oder militärische Übungen abgehalten werden. Nach dem Vertrag haften Staaten auch für Schäden, die durch von ihnen in den Weltraum gebrachte Objekte entstehen.       W    

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US-amerikanischen Forschern gelingt an der Stanford University zum ersten Mal die künstliche Herstellung der genetischen Grundsubstanz DNS. Sie versprechen sich von der Vision einer gezielten Genzüchtung eine wirkungsvolle Bekämpfung erblich bedingter Krankheiten, die Genforschung wirft aber auch erbitterte ethische und moralische Diskussionen auf.

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7. Februar - Die US-amerikanische Luftwaffe setzte im Krieg gegen die Nationale Befreiungsfront Vietnams erstmals (NLF) das Herbizid "Agent Orange" ein. Es sollte zu der Entlaubung des Dschungels führen, um Lager der Rebellen zu entdecken und zu zerstören. Außerdem sollte ein Vordringen der nordvietnamesischen Truppen verhindert werden. Das der Dioxin-Familie zugehörige "Agent Orange" beinhaltet auch TCDD (Tetrachlordibenzodioxin). Der Einsatz vernichtete nicht nur große Teile der Flora und Fauna, sondern verursachte bei der Bevölkerung und den Truppen u.a. Missbildungen, Fehlgeburten und Krebs.

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20. Februar - Mit dem Gesetz über die Staatsangehörigkeit der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), das die Volkskammer am 20. Februar 1967 beschloss, grenzte sich die SED-Führung weiter gegenüber der Bundesrepublik ab. 1968 folgte die erste Verfassung. Die Bundesrepublik hatte sich zuvor um Entspannung zwischen den beiden Staaten bemüht. Die Verkündung einer eigenen Staatsnation in der Verfassung von 1974 unter Erich Honecker verstärkte den Separationsprozess.

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21. Mai - In den USA wird aus dem Wellenreiten das Windsurfen entwickelt. Der Amerikaner Jim Drake, Ingenieur des US-Verteidigungsministeriums, startet in der Jamaica Bay in New York zum ersten Mal seinen aus einem Surfbrett und einem Segel bestehenden Windsurfer "Old Yeller". Drake, versah ein Surfboard mit einem Segel, um das lästige Paddeln durch die Wellen zu vermeiden. Vor ihm hatte der Engländer Peter Chilvers mit der Idee gespielt, ein Surfbrett mit einem Segel zu verbinden. Jedoch hatte Drake schließlich die entscheidende Idee, das Segel mit einem Gabelbaum zu versehen und moderne Materialien für Brett, Mast und Segel einzusetzen. Am 6. Januar 1970 wurde dem Patentantrag „für ein windbetriebenes Fahrzeug“ (US-Patent Nr. 3487800) vom USPTO stattgegeben.

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5. Juni - Als die Spannungen und militärischen Zwischenfälle in Palästina ein bedrohliches Ausmaß erreichen, beginnt Israel am 5.6. gegen seine arabischen Nachbarn Ägypten, Jordanien und Syrien einen Präventivkrieg. Die als "6-Tage-Krieg" in die Geschichte eingegangene Auseinandersetzung hat nur knapp 133 Stunden gedauert und wird von Israel dank der brillanten Leistung des Stabschefs Moshe Dayan mit sehr großen Gewinnen an Gelände (Ost-Jerusalem, Sinai) und Material (Hunderte von ägyptischen Panzern) gewonnen. Ausschlaggebend für den Sieg war die bereits in den ersten Minuten und Stunden erlangte Lufthoheit durch Zerstörung der gegnerischen Luftwaffen noch am Boden.

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25. Juni - Der Deutsche Bundestag verabschiedet ein neues Wahlgesetz, nach dem Parteien nur dann ins Parlament Einzug halten, wenn sie mindestens 5 Prozent der Wählerstimmen erlangt haben. Die sogenannte "5 Prozent Hürde", soll die Zerstückelung des Parlaments in zu viele kleine Parteien verhindern.         W    

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5. Juli - Erster Einsatz des "Heißen Drahtes". Wenige Stunden nach Ausbruch des Sechstagekrieges am 5. Juni 1967 gegen acht Uhr morgens Ortszeit, erhält Robert McNamara, damaliger Verteidigungsminister der USA im Pentagon einen Anruf des diensthabenden Generals. Dieser teilte dem erstaunten Verteidigungsminister mit, dass der sowjetische Ministerpräsident Kossygin Präsident Lyndon B. Johnson zu sprechen wünsche. McNamara wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, dass die Leitungen des Fernschreibers unter seinem Büro endeten. Er weckte und informierte den Präsidenten; die Verbindung wurde während des Krieges mehrfach verwendet. In den USA und der Sowjetunion wurde das „Rote Telefon“ am 30. August 1963 installiert, um nach den Erfahrungen aus der Kubakrise am 20. Juni friedensgefährdende Missverständnisse zu verhindern. Parallel dazu kam es zu einer Funkverbindung über Tanger. Die Verbindungen sollen die Möglichkeit schaffen, eine Friedensgefährdung durch Irrtümer, Missverständnisse oder Verzögerungen im Kommunikationsweg zu verhindern. Es kam die Verschlüsselungstechnik des One-Time-Pads zum Einsatz – eine der wenigen bekannten Anwendungen des Verfahrens, das zwar absolute Sicherheit bietet, in der Praxis aber normalerweise kaum durchführbar ist. Um technisch bedingte Übertragungsfehler auszuschließen, überprüfte man die Leitung regelmäßig. In der Vergangenheit geschah dies, indem der seit 1988 in der ITU-T-Empfehlung R.52 beschriebene Prüftext für Fernschreibverbindungen ausgetauscht wurde (the quick brown fox jumps over the lazy dog, ins Deutsche übersetzt „Der schnelle, braune Fuchs springt über den faulen Hund“). Dieser Satz enthält alle darstellbaren Buchstaben eines Fernschreibers. Nach der Installation wurde die Verbindung zwischen USA und Sowjetunion vier Jahre lang nicht verwendet.     W    Bild: User:Piotrus

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17. Oktober - In New York wird das Musical Hair uraufgeführt. Hair gilt als eines der erfolgreichsten Musicals überhaupt und wurde in Folge auch in zahlreichen anderen Ländern aufgeführt. Uraufführung in Deutschland war am 24. Oktober 1968 in München. Das Rock-Musical besteht aus einem Mix von Songs und Tänzen, in denen für die bunte, gewaltfreie Kultur der Hippies geworben wird. Es geht in "Hair" um den Generationenkonflikt, den Protest der Jugend gegen die Erwachsenen, die Konsum- und Wohlstandsgesellschaft, die Ablehnung autoritärer und hierarchischer Strukturen, Toleranz, sexuelle Freizügigkeit, Drogen, Esoterik, Freundschaft und Solidarität, die Anprangerung des Krieges, die Frage nach dem Sinn des Daseins und die Sehnsucht nach einer neuen Ära im Zeichen des "Wassermanns" mit einem neuen Lebensgefühl.

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3. September - Um fünf Uhr früh, führte das skandinavische Land Schweden den Rechtsverkehr ein. Zur Vorbereitung wurde eine 30-seitige Broschüre an alle Haushalte verteilt, im Fernsehen und im Radio wurden Informationssendungen ausgestrahlt. Vier Stunden vor der Umstellung und eine Stunde danach war jeglicher private Autoverkehr untersagt – in einigen Städten sogar für 24 Stunden. In dieser Zeit wurden alle Verkehrszeichen für den Rechtsverkehr umgesetzt. Dabei kamen viele freiwillige Helfer, aber auch Mitglieder von Einsatzorganisationen und Wehrdienstleistende zum Einsatz. Die Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften wurde um 10 km/h auf 40 km/h herabgesetzt, im Laufe eines Monats aber allmählich wieder auf das alte Niveau angehoben. An den Straßenrändern wurden sechseckige Schilder mit gelbem Rand und einem gelben H auf blauem Grund (siehe Foto) aufgestellt, die die Verkehrsteilnehmer daran erinnern sollten, sich rechts zu halten. Um 4:50 Uhr am Sonntagmorgen des 3. September mussten sämtliche Fahrzeuge auf der linken Straßenseite anhalten. Nach einem kurzen Stopp wechselten sie vorsichtig die Straßenseite und warteten dort bis 5 Uhr. Die genaue Zeit wurde über Radio landesweit bekannt gegeben. Danach fuhren sie auf der rechten Seite weiter. Über die Umstellung wurde im schwedischen Radio in einer Livesendung berichtet.       W    Bild: Public Domain

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8. September - In Darmstadt eröffnet Bundesforschungsminister Gerhard Stoltenberg das Europäische Raumflugkontrollzentrum. Das ESOC ist das Missionskontrollzentrum (Mission Control Center) für die meisten Weltraumprojekte der ESA. Mit seinen 800 Mitarbeitern betreut es ein gutes Dutzend Vorhaben gleichzeitig über ein weltweites Netz von Bahnverfolgungsstationen, zu denen auch das Deep Space Network der NASA gehört. Während der Projektplanung empfehlen die Expertenteams geeignete Trägerraketen, Flug- und Umlaufbahnen sowie Bodenverbindungen. Die zunehmenden Gefahren durch Weltraummüll – die vielen tausend Fragmente von Raumfluggeräten, die die Erde umkreisen – werden ebenfalls von ESA/ESOC überwacht. Das Space Debris Office betreibt dafür eine international gefragte Datenbank. Das Zentrum beherbergt zudem das Team des neuen ESA-Programms zur "Weltraumlageerfassung" Space Situational Awareness.         W     Bild: ESA

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8. Oktober - Ernesto Che Guevara wird nach einer Schießerei bei La Higuera von der bolivianischen Armee festgenommen. Am nächsten Tag wird er ohne Gerichtsverhandlung erschossen. Ernesto Rafael Guevara de la Serna, war ein marxistischer Revolutionär, Guerillaführer, Arzt und Autor. Er war von 1956 bis 1959 ein zentraler Anführer der Rebellenarmee der Kubanischen Revolution und ist neben Fidel Castro deren wichtigste Symbolfigur. Guevara stammte aus einer argentinischen bürgerlichen Familie. Bereits seine während seines Medizinstudiums erstellten Reisetagebücher hatten literarische Qualität und wurden mehrmals verfilmt. Einzelne seiner Schriften und Reden beeinflussten revolutionäre Strömungen weit über Kuba hinaus. Sein Leben wie sein Sterben und der posthume Kult um seine Person waren und sind Gegenstand vielfältiger Betrachtungen in Filmen, Büchern und anderen Medien.         W       Bild: Public Domain

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18. Oktober - Die sowjetische Sonde Venera 4 erhascht einen ersten Blick unter die Wolkendecke der Venus. Auf der Venus könnte es aktive Vulkane geben, die große Mengen des Gases Schwefeldioxid in die Atmosphäre blasen. Darauf deuten Messungen der Raumsonde Venus Express hin. Wie die europäische Raumfahrtagentur Esa bekanntgab, registrierte die Sonde stark schwankende Schwefeldioxid-Konzentrationen in der oberen Atmosphäre des Planeten. 

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18. Oktober - Der Zeichentrickfilm "Das Dschungelbuch" aus den Walt-Disney-Studios kommt in die US-amerikanischen Kinos. Er war der letzte Zeichentrickfilm in Spielfilmlänge, der noch von Walt Disney selbst produziert wurde. Dieser verstarb noch während der Herstellungsphase. Handlung: Erzählt wird die Geschichte des Findelkindes Mogli aus der Sicht des Panthers Baghira, der das „Menschenjunge" im Dschungel findet und bei einer Wolfsfamilie unterbringt. Der Tiger Shir Khan will Mogli töten, bevor dieser alt genug ist, Shir Khan selbst umzubringen, denn nur Menschen können mit Feuer umgehen - und das ist das einzige, was der Tiger fürchtet. Die Wölfe und Baghira möchten Mogli zu einer Menschensiedlung in Sicherheit bringen, doch davon ist Mogli gar nicht begeistert. Dennoch brechen Mogli und Baghira auf. 
Im Dschungel weigert sich Mogli weiterzugehen. Er sieht nicht ein, den Dschungel zu verlassen. Der Panther verlässt Mogli verärgert, behält das Menschenjunge jedoch im Auge. Mogli zieht auf eigene Faust los und trifft den gemütlichen, unbekümmerten und naiven Bären Balu. Dieser „adoptiert" den sorglosen Mogli und wird sein Lehrer in Sachen Gemütlichkeit. Doch wenig später bemächtigen sich die Affen des Menschenkindes, weil der Affenkönig King Louie das Geheimnis des Feuers herausfinden möchte. Nachdem Mogli, Balu und Baghira entkommen konnten, muss auch Balu einsehen, dass Mogli im Dschungel nicht sicher ist. Mogli fühlt sich verraten und macht sich wieder alleine auf den Weg. 
Mogli trifft inzwischen neue Freunde, die vier ulkigen Geier Buzzy, Dizzy, Ziggy und Flaps. Während eines plötzlichen Gewitters greift der gefürchtete Tiger Mogli an. Balu kann mithilfe der Geier gerade noch einschreiten und rettet Mogli vor Shir Khans Klauen, wird aber dabei vom Tiger bewusstlos geschlagen. Mogli besiegt den Tiger, als er einen durch einen Blitzschlag entflammten Ast an Shir Khans Schwanz befestigt - Shir Khan flüchtet panisch. Baghira und Mogli halten den immer noch reglos am Boden liegenden Balu für tot und Baghira hält eine ergreifende Trauerrede auf den Bären. Balu jedoch lebt, ist wieder bei Bewusstsein und genießt nur die Lobeshymne auf seine Person.
Das Ende der Reise scheint gekommen, da hört Mogli eine Mädchenstimme aus der Menschensiedlung singen. Völlig verzückt folgt er ihr und lässt seine Freunde zurück. Die sind zwar verwundert, freuen sich aber, dass nun jeder dort ist, wo er hingehört. Arm in Arm singen Balu und Baghira „Probier's mal mit Gemütlichkeit“.

Der Film erlangte vor allem in Europa eine enorme Popularität, nicht zuletzt wegen der Lieder im Film. In Deutschland ist der Film sogar der bisher erfolgreichste. 2003 erstellte die Bundeszentrale für politische Bildung in Zusammenarbeit mit zahlreichen Filmschaffenden eine 35 Filme umfassende Filmsammlung für die Arbeit an Schulen und nahm Das Dschungelbuch in die Liste mit auf. 1990 produzierte Disney die Serie Käpt’n Balu und seine tollkühne Crew. Die Hauptfigur der Serie war Balu, der zwar nun ein Pilot war, aber trotzdem immer noch denselben Charakter wie im Film hatte. Auch Louie, als Barbesitzer, und Shir Khan, als reicher Firmenmogul, tauchten in der Serie auf.

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20. Oktober - Das ZDF strahlt die erste Folge der neuen Sendereihe "Aktenzeichen XY ... ungelöst" aus. Nur 53 Prozent Einschaltquote lautet das Ergebnis der Premiere, doch das Zuschauerinteresse steigerte sich schnell auf 74 Prozent zur fünfzehnten Sendung am 11. April 1968. Die Sendung entwickelt sich zu einem Dauerbrenner, durchschnittlich 40 Prozent der gezeigten Fälle können aufgeklärt werden. Themenlieferant für die Beiträge sind die Strafverfolgungsbehörden in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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26. Oktober - Mohammad Resa Pahlawi, Herrscher im Iran seit 1941, setzte sich in Teheran selbst die Kaiserkrone auf und krönte anschließend auch seine Frau Farah Diba. Während seiner Regierungszeit begann der Schah eine ehrgeizige "Revolution von oben", die Persien binnen einer Generation vom islamisch geprägten Entwicklungsland zu einer modernen Industrienation machen sollte. Die sozialen Folgen der überstürzten Industrialisierung, Angst vor westlicher Überfremdung und den brutalen Methoden der Geheimpolizei SAVAK führten zum Scheitern des Regimes. Nach einem Generalstreik und der revolutionären, von Ajatollah R. Khomeini von Paris aus geführten Bewegung wurde der Schah 1979 zum Verlassen des Landes gezwungen.       W   

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28. November - Auf der Suche nach Radioquellen im Universum entdecken Jocelyn Bell Burnell und Antony Hewish den ersten Pulsar PSR B1919+21. Für diese Untersuchung wurden in einem breiten Feld sämtliche Quellen erfasst, die binnen kurzer Zeit starke Schwankungen in ihrer Strahlungsintensität aufwiesen. Die Signale des später als PSR B1919+21 bezeichneten Pulsars zeichneten sich durch ungewöhnliche Regelmäßigkeit der abgestrahlten Wellen aus, so dass Bell und Hewish sie zunächst für ein künstliches Signal – eventuell einer extraterrestrischen Zivilisation hielten. Antony Hewish wurde 1974 für die Entdeckung der Pulsare mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.       W   

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3. Dezember - Erste erfolgreiche Herzverpflanzung im Groote-Schuur-Krankenhaus in Kapstadt. Der 54-jährige Gemüsehändler Louis Washkansk bekommt in einer fünfstündigen Operation eines 31-köpfigen Ärzteteams das Herz der im Alter von 24 Jahren bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückten Denise Darvall eingepflanzt. 18 Tage nach der Operation stirbt Washkansk jedoch an den Folgen einer Lungenentzündung. Der Eingriff löste ein immenses weltweites Medienecho mit sehr gegensätzliche Debatten aus. Darvall wurden zudem die Nieren entfernt, die dem 10-jährigen Jonathan van Wyk eingepflanzt wurden. Dies sorgte im damaligen Apartheidsstaat Südafrika für weiteres Aufsehen, da Darvall eine Weiße und van Wyk Farbiger war.       W   

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Die USA setzen im Vietnamkrieg erstmals chemische Waffen vornehmlich zur Entlaubung der Wälder ein. Das militärische Ziel einer Verbesserung der Geländesicht für die Fernaufklärung wird nicht erreicht, weil sich in dem tropischen Klima sehr schnell noch weniger einsehbares Unterholz bildet.

 

In der Bundesrepublik löst die neu eingeführte Mehrwertsteuer die Umsatzsteuer ab.

 

In der BRD beginnt das Farbfernseh-Zeitalter.nach Oben

 

Die Sekunde wird neu definiert als die Zeit, in der von heißem Cäsium emittierte Mikrowellen 9.192.631.770mal schwingen.

 

Die ersten Warnungen vor dem Treibhauseffekt infolge menschlicher Aktivitäten werden laut.

 

Als Dateneingabegeräte bei Computern kommen Tastaturen auf.

 

Mammographie zur Brustkrebs-Diagnose wird eingeführt.

 

Die erste teilweise erfolgreiche Herztransplantation wird in Südafrika von Christian Barnard vorgenommen. Der Empfänger überlebt die Operation um 18 Tage und stirbt an Lungenentzündung.

 

Beide Raumfahrtnationen erleiden schwere Rückschläge: Am 27.1. verbrennen die Amerikaner Grissom, White II. und Chaffey während eines Bodentests in ihrer Apollo-Kapsel; und der sowjetische Kosmonaut Komarow stürzt am 24.4. mit Sojus I ab, weil sich die Fallschirmleinen verwickelt haben.

 

Oktober: Die Biologen Porsild und Arington berichten, dass sie arktische Lupinen aus Samen gezüchtet haben, der 10.000 Jahre lang eingefroren gewesen sei.

 

 

4. Dezember - Das erste Gezeitenkraftwerk der Welt nahm seinen Betrieb auf. Die an der Mündung der Rance bei St. Malo in Nordfrankreich gebaute Anlage liefert 240 Megawatt. Der Strom wird aus den Gezeitenströmungen gewonnen, die durch Schleusenturbinen fließen. Die Rance wurde dazu mit einem 750 m langen Damm zum Meer abgesperrt. In den Flussboden wurden Stahlbetonzylinder mit einer Höhe von 20 bis 25 Meter und einem Durchmesser von 9 Meter gesetzt, so dass sie den mittleren Wasserstand um 14 Meter überragen. Diese Hohlkörper füllte man mit Tausenden von Tonnen Sand. Im Staudamm sind 24 Kaplanturbinen installiert, durch die in der Sekunde jeweils bis zu 260 Kubikmeter Wasser strömen.       W    Bild: User:Dani 7C3

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13. Dezember - Im Prozess gegen den Pharma-Konzern Schering wird Anklage erhoben. Dieser hatte das Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan (Thalidomid) verkauft. Das Medikament verursachte schwere Missbildungen bei Neugeborenen, wenn werdendeMütter es einnahmen. Bei Erwachsenen führte der Gebrauch zu Nervenstörungen. W

 

 

21. Dezember - 18 Tage nach der Operation durch Christiaan Barnard, im Groote-Schuur-Krankenhaus in Kapstadt, stirbt Louis Washkansk, der erste Mensch, an dem erfolgreich eine Herztransplantation durchgeführt worden ist an den Folgen einer Lungenentzündung. Am 3. Dezember 1967 bekam der 54-jährige Gemüsehändler in einer fünfstündigen Operation eines 31-köpfigen Ärzteteams das Herz der im Alter von 24 Jahren bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückten Denise Darvall. Der Eingriff löste ein immenses weltweites Medienecho mit sehr gegensätzliche Debatten aus. Darvall wurden zudem die Nieren entfernt, die dem 10-jährigen Jonathan van Wyk eingepflanzt wurden. Dies sorgte im damaligen Apartheidsstaat Südafrika für weiteres Aufsehen, da Darvall eine Weiße und van Wyk Farbiger war.

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21. Dezember - In den USA kam der von Mike Nichols gedrehte Film "Die Reifeprüfung" in die Kinos, der den jungen Schauspieler Dustin Hoffman in kurzer Zeit zum Star machte. Neben Hoffman spielten Anne Bancroft, in der Rolle der Mrs. Robinson, und Katherine Ross als Elaine, weitere Hauptrollen. In dem Streifen verführt Robinson den College-Absolventen Benjamin, der sich jedoch in ihre Tochter Elaine verliebt. Der Film behandelt die Problematik des Erwachsenwerdens und den Konflikt zwischen den Eltern und den Lebensvorstellungen von Jugendlichen. Die Musik zu "Die Reifeprüfung" stammte von Simon & Garfunkel.

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1968

1. Januar - Die Mehrwertsteuer von 10% ersetzt in der Bundesrepublik das bisherige Umsatzsteuersystem.

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6. Februar - Der französische Präsident Charles de Gaulle eröffnet die X. Olympischen Winterspiele in Grenoble, bei denen erstmals zwei getrennte deutsche Mannschaften antreten. Die Spiele waren geprägt von einer noch nie da gewesenen Dezentralisierung, die Wettkampforte lagen bis zu 65 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt in den umliegenden Gebirgszügen. Mit 1158 Sportlern aus 37 Ländern wurde ein neuer Teilnehmerrekord erzielt. Erfolgreichster Sportler war der französische Skirennläufer Jean-Claude Killy, der in allen drei ausgetragenen Rennen die Goldmedaille gewann. Die schwedische Langläuferin Toini Gustafsson war mit zwei Gold- und einer Silbermedaille die erfolgreichste Teilnehmerin. Die meisten Medaillen gewann die Mannschaft aus Norwegen. Erstmals überhaupt waren die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik mit zwei getrennten Mannschaften vertreten, wenn auch noch mit gleicher Flagge und Hymne. Zum ersten Mal bei Olympischen Spielen wurden Dopingkontrollen durchgeführt und Fernsehübertragungen in Farbe angeboten.         W    

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11. Februar - Mit Auftritten von Bing Crosby und Bob Hope wurde in New York der neue Madison Square Garden eröffnet, die größte Mehrzweckhalle der Welt. MSGardenEin Madison Square Garden als Ort verschiedener Unterhaltungs- und Sportprogramme hatte in New York bereits seit 1874 Tradition. Der 116 Millionen Dollar teure Neubau war die vierte Halle dieses Namens und bot Platz für 20 000 Zuschauer. Im Madison Square Garden waren und sind Größen der amerikanischen Unterhaltungsindustrie zu bewundern: Elvis Presley, Barbara Streisand, Frank Sinatra, Bob Dylan und Michael Jackson traten im "Garden" auf, und die Band Greatful Dead hielt den Auftrittsrekord von 52 Shows, der erst im Oktober 2000 von Elton John gebrochen wurde. Der Madison Square Garden ist die Heimspielstätte der Eishockeyprofis der New York Rangers und der Basketballmannschaft New York Knicks, ausserdem Austragungsort von Tennis-, Box- und Wrestlingveranstaltungen.            W     Bild: Public Domain

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Am Morgen den 16. März marschierte eine US-amerikanische Infanterie-Einheit, die aus Soldaten der "Charlie Company" der elften US-Division bestand, in das vietnamesische Bauerndorf My Lai ein. Die Stimmung der US-Soldaten in Vietnam war schlecht. Seit der zu Jahresbeginn begonnenen Tet-Offensive der Vietnamesen, die den US-Truppen empfindliche Verluste und eine schwere psychische Niederlage beigebracht hatte, waren die Soldaten in ständige Gefechte mit dem scheinbar unsichtbaren Feind verwickelt. Die Einheit musste durch Minen und Sprengfallen große Verluste hinnehmen. So brannten die GIs darauf, sich zu rächen. Gegen acht Uhr erreichten sie My Lai, das umzingelt und nach vietnamesischen Soldaten durchkämmt wurde. Doch von den angeblichen Guerilleros des "Vietcong", welche von der US-Aufklärung gemeldet wurden, fanden die GIs keine Spur. Daraufhin begannen die Soldaten unter dem Kommando von Leutnant William Kelly mit der systematischen Ermordung der Zivilbevölkerung. Es dauert keine drei Stunden und das Dorf My Lai und 500 seiner Bewohner existierten nicht mehr. Der 16. März 1968 ging mit dem Massaker von My Lai als eines der dunkelsten Kapitel in die Geschichte der US-Army ein.

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27. März - Die Westdeutsche Hochschul-Rektorenkonferenz beschließt , den wachsenden Andrang von Studenten an die Universitäten mit der Einführung eines "Numerus clausus" zu reduzieren. Die Zulassungsbeschränkung, die auf dem Kriterium eines bestimmten Noten-Durchschnitts der Abiturienten beruht, löste zunächst Demonstrationen und Proteste aus. Der Ausdruck wird fälschlich manchmal mit dem numerischen Zulassungskriterium gleichgesetzt (Notendurchschnitt, Testwerte u. a.), nach welchem die Zulassung erfolgt.         W    

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3. April - Im Lorraine Motel in Memphis, Tennessee, wird ein Attentat auf Martin Luther King verübt.
Der Tod Martin Luther Kings führt in der Folge zu landesweiten Aufständen in den USA. Zwei Monate später wird James Earl Ray als mutmaßlicher Täter verhaftet. King war führender Vertreter des gewaltlosen Widerstandes zur Erreichung voller Bürgerrechte für schwarze US-Bürger.        W   

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22. April - Erstmals wurden in Großbritannien und Nordirland Dezimal-Münzen in Umlauf gebracht. Fünf- und Zehnpence-Stücke ersetzten die Ein- und Zweishilling-Münzen. Die traditionelle Einteilung des Pfundes in 20 Shilling zu je zwölf Pence löste beim Umtausch in andere europäische Währungen Umrechnungsprobleme aus.

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30. Mai - Der Bundestag verabschiedete die "Notstandsgesetze". Damit konnten zeitweise verschiedene Artikel des Grundgesetzes (beispielsweise Versammlungsrecht, Post- und Fernmeldegeheimnis) außer Kraft gesetzt werden. Die Auseinandersetzungen um die Gesetzgebung markierten den Höhepunkt der Außerparlamentarischen Opposition (APO).

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25. Juli - In seiner Enzyklika "Humanae vitae" vertrat Papst Paul VI. die Auffassung, dass der Geschlechtsverkehr und die gottgewollte Fortpflanzung unmittelbar miteinander verknüpft seien. Die Verwendung von Verhütungsmittel ist bei den Katholiken verboten, lediglich periodische Enthaltsamkeit ist erlaubt. Paul VI. entschied sich gegen den Rat der päpstlichen Geburtenkontrollkommission und eines Gremiums aus 16 Kardinälen und Bischöfen. Kritiker warfen dem Papst Weltfremdheit und einen Rückfall ins Mittelalter vor. Angesichts der Bevölkerungsexplosion sei das Verbot der Geburtenkontrolle für Hunger und Armut in der so genannten Dritten Welt mitverantwortlich. Der Papst wurde aber in den Ländern der so genannten Dritten Welt gefeiert, weil er sich für die Rechte der Unterdrückten einsetzte.         W    

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29. Juli - In großen Warenhäusern der Bundesrepublik wird zum erstenmal "Kunstfleisch" angeboten. Es handelte sich um "TVP" - ein Soja-Produkt, das wie Schweine- oder Rindfleisch schmecken soll. Das aus den USA importierte Nahrungsmittel ist gesund, haltbar und billig, echtes Fleisch kann es aber nicht verdrängen. Texturiertes Soja (auch Sojafleisch genannt oder auf englisch „Textured Vegetable Protein“ kurz TVP) ist ein industriell hergestellter Fleischersatz, der aus entfettetem Sojamehl, einem Nebenprodukt der Sojaölproduktion, hergestellt wird. Es kann sehr schnell gegart werden, enthält viel Protein und wenig Fett. Texturiertes Soja hat fast keinen Eigengeschmack. Die Zubereitung erfolgt in der Regel durch Einweichen, Würzen und Erhitzen. Texturiertes Soja ist eine vielseitig einsetzbare Substanz, die in verschiedenen Formen das Mundgefühl vieler Fleischarten annehmen kann. Es erlaubt, vegetarische oder vegane Versionen vieler bekannter Fleischgerichte herzustellen.       W   Bild: Elke Wetzig (Elya)

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6. September - In deutschen Kinos wurde "Die Reifeprüfung" (The Graduate) von Mike Nichols uraufgeführt, der für den Film 1967 den "Oscar" und vier "Golden Globes" erhielt. Herausragend war die Filmmusik von Simon & Garfunkel, deren Song "Mrs. Robinson" ein Evergreen wurde. Der zweite Film des Regisseurs Mike Nichols spielte nach sieben Monaten bereits 30 Millionen Dollar ein und bedeutete für den damals 30-jährigen Schauspieler Dustin Hoffman den Durchbruch. Hoffman verkörpert den Abiturienten Benjamin Braddock, der mit der Frau eines befreundeten Ehepaars seiner Eltern ein Verhältnis beginnt. Als sich Benjamin in Elaine, die Tochter von Mrs. Robinson verliebt, kommt es zum Eklat.         W    

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15. September - Nach dreijähriger Bauzeit wurde in Berlin die Neue Nationalgalerie eröffnet. Das Gebäude wurde von dem Architekten Ludwig Mies van der Rohe, dem Leiter des Dessauer Bauhauses, entworfen. Die Neue Nationalgalerie ist in eine Halle im Erdgeschoss und das darunterliegende Museumsgeschoss unterteilt. Die Rasterkonstruktion aus Stahl und Glas gilt als architektonische Meisterleistung.

 

Die drei Großmächte USA, UdSSR und Großbritannien unterzeichnen den Atomwaffensperrvertrag, der die Weitergabe dieser Waffen an Drittländer untersagt.

 

Der Führer der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung Dr. Martin Luther King wird am 4. April während einer Kundgebung von einem Unbekannten erschossen. Der Zwischenfall löst schwerste Unruhen aus mit 46 Todesopfern.

 

Am 6. Juni wird der Kandidat für die US-Präsidentschaft und Kritiker des Vietnamkrieges Robert Kennedy erschossen.

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7. Juni - Im dänischen Billund wird das erste Legoland eröffnet. Das Legoland Billund ist in neun verschiedene Themenwelten aufgeteilt: Duplo Land, Imagination Zone, Legoredo Town, Adventure Land, Miniland, Pirate Land, Knights’ Kingdom, Polar Land und Lego City. Der Vergnügungspark wurde von 3,8 ha auf mittlerweile 14 ha erweitert. 2012 wurde er von 1,65 Millionen Menschen besucht und ist damit die meistbesuchte Touristenattraktion Jütlands. Inzwischen ist der Park in seiner Fläche durch außenstehende Bebauung begrenzt. So kam es 2013 zur Schließung zweier Kinderattraktionen um Ghost – The Hounted House – die Saisonneuheit 2014 – erbauen zu können.         W     Bild: Stefan Scheer

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20. Juni - In den beiden Halbfinales der US-Leichtathletik-Meisterschaften in Sacramento (Kalifornien) laufen die Sportler Jim Hines, Charles Green und Ronnie Ray Smith erstmals weniger als 10 Sekunden auf der 100-Meter-Strecke. Ihre Zeiten werden jeweils mit 9,9 Sekunden handgestoppt. Bereits in den Vorläufen liefen zwei Athleten – Jim Hines und der Jamaikaner Lennox Miller – 9,8 bzw. 9,9 Sekunden, die jedoch wegen des zu starken Rückenwindes nicht als Weltrekord anerkannt werden konnten. Dann kamen die Zwischenläufe. Beide wurden in 9,9 Sekunden gewonnen – der erste von Jim Hines, der zweite von Charles Greene, wobei Hines nur knapp vor dem zeitgleichen Ronnie Ray Smith lag. Der Rückenwind betrug lediglich 0,78 km/h, und dass die Laufbahn, wie sich hinterher heraus stellte, 11 cm zu lang war, hinderte die Anerkennung des Dreifach-Weltrekords nicht.

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13. Juli - Die Band "Steppenwolf" bringt ihren Hit "Born to be wild" heraus. Mit dem rebellischen Song treffen sie das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Bandmitglieder waren ursprünglich John Kay, Michael Monarch, Goldy McJohn, Rushton Moreve und Jerry Edmonton. Sie ließen sich bei ihrem Bandnamen vom gleichnamigen Herrmann-Hesse-Roman inspirieren. "Born to be wild" war auf dem Debutalbum und kam auf Platz 2 der amerikanischen Charts. Geschrieben wurde der Song von Dennis Edmonton, dem Bruder von Jerry. Kultstatus erlangte das Stück durch den Film "Easy Rider".         W 

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Der noch amtierende US-Präsident Johnson ordnet am 1. November die Einstellung der Bombardierung Nordvietnams an. Der über 3-jährige Bombenkrieg hat die Amerikaner 911 Flugzeuge gekostet (Nordvietnam gibt 3.300 abgeschossene Maschinen an). In über 94.000 Einsätzen sind mehr als eine mio Tonnen Bomben abgeworfen worden. In Vietnam sehen sich die USA angesichts der konzertiert zwischen den Viet-Minh (im Norden) und den Vietcong (im Süden) angelegten sogenannten "Tet-Offensive" zu weiterer Entsendung von Truppen genötigt. Das erst später bekannt gewordene angeblich aus der Reihe fallende Massaker einer US-Kampfgruppe unter Ltd. William Calley gegen die Zivilisten von My Lai findet am 16.3. statt. Es kostet allen 500 Dorfbewohnern das Leben, obwohl nicht die geringste Präsenz von Kriegsgegnern zu verzeichnen war.

 

Der Vatikan spricht sich in der Enzyklika "humanae vitae" gegen jede künstliche Geburtenkontrolle aus und provoziert damit weltweite Kritik auch in den eigenen Reihen und massenhafte Kirchenaustritte.

 

Der im wesentlichen durch die UdSSR und die Enteignung der Suez-Kanalgesellschaft (siehe 1956) finanzierte ägyptische Assuan-Staudamm wird fertiggestellt. Er staut das Nilwasser auf 600 km Länge (siehe 1964).

 

Der Luxusliner Queen Elizabeth II läuft vom Stapel, und der Liniendienst mit Luftkissenfahrzeugen (Hover Craft) über den Ärmelkanal wird aufgenommen.nach Oben

 

 

14. Oktober - Der US-Amerikaner Jim Hines erreicht im 100-Meter-Lauf die elektronisch gestoppte Zeit von 9,95 Sekunden. Der Weltleichtathletikverband IAAF erkennt die Zeit als neuen Weltrekord an. Hines ist der erste Läufer, der die Schwelle von 10 Sekunden auf dieser Strecke unterbietet. Zunächst herrschte Unklarheit, ob diese Zeit eine Verbesserung des Weltrekordes darstellte. Der Weltleichtathletikverband wertete die 9,95 s aber als schneller als die handgestoppten 9,9 s und erkannte sie als neuen Weltrekord an. Damit war Hines auch der erste Läufer, der unter elektronischer Zeitmessung die 10-Sekunden-Marke unterbot. In der 4-mal-100-Meter-Staffel lief Hines zusammen mit Charles Greene, Mel Pender und Ronnie Ray Smith in 38,2 s zu seinem zweiten Weltrekord und gewann Gold.        W    

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20. Oktober - Bei den Olympischen Sommerspielen in Mexiko-Stadt gewinnt der US-Amerikaner Richard „Dick“ Fosbury mit einer revolutionären Sprungtechnik, dem später nach ihm benannten Fosbury-Flop, die Goldmedaille im Hochsprung-Wettbewerb mit übersprungenen 2,24 m. Die derzeit praktizierte Methode wurde von dem Amerikaner Dick Fosbury entwickelt, mit der dieser 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko-Stadt Gold gewann. Schon zehn Jahre davor, allerdings, war es Fritz Pingl, der diese Sprungart bei den österreich.
Leichtathletik-Meisterschaften zum ersten Mal vorstellte. Sie fand allerdings keine internationale Aufmerksamkeit, da Fritz Pingl nie an internationalen Meisterschaften teilnahm. Der Springer läuft beim Anlauf eine Kurve, dreht auf den letzten Schritten den Rumpf und überquert die Latte rücklings. Beim Fosbury-Flop (auch nur Flop genannt) kann theoretisch der Schwerpunkt des Athleten bis 9 Zentimeter unter der Latte durchgehen, da der Athlet seinen Körper geeignet um die Latte herumschmiegt (praktisch nachgewiesen wurde ein Wert von 3 Zentimetern). Dadurch kann bei gleicher Sprungkraft die Latte höher gelegt werden. Beim Flop unterscheidet man zwischen dem Speedflop, bei dem der Springer aus einer hohen Anlaufgeschwindigkeit springt, und dem Powerflop, bei dem der Springer seine Kraft größtenteils aus dem Absprung nimmt. Beide Techniken kommen selten einzeln vor. Meistens kann man Mischformen beobachten. Mit dem Flop wurde Ulrike Meyfarth 1972 im Alter von 16 Jahren Überraschungs-Olympiasiegerin. Endgültig setzte sich der Flop-Stil erst nach 1980 bei allen führenden Springern durch.

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20. Oktober - Der 62jährige griechische Milliardär Aristoteles Onassis heiratet auf seiner Privat-Insel Skorpios die 39jährige Witwe des fünf Jahre zuvor ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, Jackie. Die Heirat wurde nicht nur in den USA mit hämischen Bemerkungen kommentiert und ruinierte endgültig den Ruf der einst von vielen bewunderten First Lady.

 

Erstmals in der Geschichte des Fernsehens wurde am 21. Dezember 1968 eine Sendung direkt aus dem Weltraum übertragen. Die Raumfahrer Frank Borman, James A. Lovell Junior und William A. Anders waren Ziel der Mission war es, weitere Informationen über den Erdtrabanten zu erhalten. Nachdem die Astronauten die Mondoberfläche fotografiert hatten, kehrten sie zur Erde zurück

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5. November - Bei den US-Präsidentenwahlen wird der Republikaner Richard Nixon mit 0,7 % Vorsprung auf seinen demokratischen Konkurrenten Hubert H. Humphrey als US-Präsident gewählt. Dabei profitierte er auch von den internen Streitigkeiten und Machtkämpfen der Demokraten, die zudem durch den Mord an ihrem chancenreichen Präsidentschaftskandidaten Robert F. Kennedy geschwächt war. Die größte Herausforderung, die Nixon bei seinem Amtsantritt vorfand, war der Vietnamkrieg, den er von seinen Vorgängern „geerbt“ hatte und der die Nation spaltete. Im Wahlkampf 1968 gab Nixon bekannt, er werde die inzwischen begonnenen Friedensverhandlungen der Regierung unter Präsident Johnson unterstützen. Jedoch führten Nixon und einige seiner Berater insgeheim Gespräche mit den Südvietnamesen, denen Nixon eine bessere Lösung des Konfliktes versprach, wenn diese die Verhandlungen mit dem kommunistischen Norden herauszögern würden, bis Nixon im Januar 1969 das Präsidentschaftsamt antrat. Er beschloss, noch im Jahre 1969 nach und nach 550.000 Soldaten aus Südostasien abzuziehen. Nixon ist der bisher einzige Präsident der Vereinigten Staaten, der von seinem Amt zurückgetreten ist. Grund dafür war die Watergate-Affäre.           W     Bild: Public Domain

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27. November - 23 Bergwerksunternehmem wurden mit der Gründung der Ruhrkohle AG (RAG) zusammengeschlossen. Damit umfasste sie 85 Prozent der Steinkohleförderungswerke im Ruhrgebiet und arbeitete als Einheitsgesellschaft auf privatwirtschaftlicher Basis. Sie bildete den Rahmen für eine Rationalisierung des Bergbaus in sozial verträglicher Form, die von Bundesregierung und Gewerkschaften mitgesteuert wurde. Der Zusammenschluss stellte das erste Ergebnis der neuen Energiepolitik dar, mit der die Wettbewerbsfähigkeit erhalten und Arbeitsplätze gesichert werden sollen. Mittlerweile ist die RAG ein internationaler Konzern mit rund 102.000 Mitarbeitern und 26,7 Milliarden Mark Umsatz.       W   

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Apollo 717. Dezember - Von Cape Kennedy aus startete die Raumsonde Apollo 8. Es war das erste Mal, dass eine aus drei Astronauten bestehende Besatzung ins All flog. Zudem wurde bei Apollo 8 erstmalig am 21. Dezember eine Fernseh-Live-Schaltung von der Kapsel zum Kontrollzentrum durchgeführt. Die Astronauten der Apollo 8-Mission beantworteten 13 Minuten lang Fragen der Reporter. Zu diesem Zeitpunkt war Apollo 8 rund 220.000 Kilometer von der Erde entfernt. Damit hatten sie schon mehr als die Hälfte des Wegs zum Mond zurückgelegt. An Bord des Raumschiffs befanden sich die Astronauten Walter M. Schirra, Walter Cunningham und Donn F. Eisele. Auf ihrer Mission führten die Besatzungsmitglieder zahlreiche Tests für künftige Flüge durch, sie nahmen an weiteren Fernsehübertragungen teil und machten zahlreiche Fotos.

Mit Apollo 8 umkreist erstmals eine menschliche Besatzung, bestehend aus Frank Borman, James Arthur Lovell und William Anders den Mond. Apollo 8 war der zweite bemannte Raumflug des amerikanischen Apollo-Programms und der erste bemannte Flug zum Mond und damit zu einem anderen Himmelskörper. Die drei Astronauten Frank Borman, William Anders und James Lovell waren die ersten Menschen, die mit eigenen Augen die Rückseite des Mondes sahen. Während sich das Raumschiff am 24. Dezember zum dritten Mal auf der Rückseite des Mondes befand, schloss Anders die stereografischen Aufnahmen ab. Da Lovell eine Positionsbestimmung des Raumschiffs durchführen wollte, manövrierte Borman das Raumschiff mit der Spitze nun in Flugrichtung. Als er aus den Fenstern des Raumschiffs blickte, erkannte er über dem Horizont des Mondes einen blauen und weißen Bogen, der schnell größer wurde. William Anders fotografiert den Erdaufgang, eine berühmt werdende Szene. Nach zehn Umkreisungen des Mondes leiteten die Astronauten am frühen Morgen des 25. Dezember die Rückkehr zur Erde ein, wo die Rückkehrkapsel am 27. Dezember im Pazifischen Ozean wasserte.         W    

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9. Dezember - Douglas Carl Engelbart, ein amerikanischer Computertechniker und Erfinder, stellt erstmals seinen X-Y-Positions-Anzeiger für ein Bildschirmsystem dem Fachpublikum vor, den er am Stanford Research Institute entwickelte. Diesen Anzeiger mit einem Drehknopf und einer Taste hinterlies einen starken Eindruck bei den Fachleuten. Die Folgen der Präsentation waren so weitreichend, dass sein Vortrag 1994 von Steven Levy als The Mother of All Demos bezeichnet wurde. Darüber hinaus lieferte er wesentliche Ideen zu allen Aspekten der Mensch-Maschinen-Interaktion, u. a. Grafische Benutzoberflächen, Hypertext und Computernetzwerken. Seine Forschung wurde dabei zum Teil auch von der ARPA finanziert, für die er nicht nur Werkzeuge für die Online-Zusammenarbeit entwickelte, sondern auch einen der ersten vier Knoten des Arpanets an seinem Institut einrichtete und verwaltete.          Bild: Dennis Hamilton  Maus: SRI International

 

 

31. Dezember - Das erste zivile Überschallpassagierflugzeug wird von den Russen mit der Tupolew TU-144 vorgestellt.

 

Werner Arber entdeckt das Restriktionsenzym, das später zu einem der wichtigsten Werkzeuge in der Gentechnik wird.

 

Nach der zweiten Herzverpflanzung durch den Südafrikaner Christiaan Barnard lebt der Patient 74 Tage lang mit den neuen Herz.

 

In den USA beginnt man mit der Konservierung von Lebensmitteln durch Bestrahlung mit radioaktivem Kobalt 60; die US Aufsichtsbehörde für Lebensmittel und Medikamente verweigert im April die Zulassung derart bestrahlten Schinkens.

 

Der Beweis, dass es vor 3 Milliarden Jahren bereits Leben auf der Erde gab, wird durch die Entdeckung von Aminosäure-Resten in entsprechend altem Gestein erbracht.

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1969

3. Januar - Das ZDF beginnt mit der Ausstrahlung der Fernsehserie Der Kommissar mit Erik Ode in der Titelrolle. Die Dreharbeiten begannen im Frühjahr 1968. Die erste Folge Das Messer im Geldschrank wurde im Fernsehen als zweite ausgestrahlt. Bemerkenswert ist, dass Kommissar Keller seinen ersten Fall vom Krankenbett aus gelöst hat. Obwohl das ZDF bereits 1967 das Farbfernsehen einführte, wurde die Serie bis zuletzt in Schwarzweiß produziert. Bei den zum Teil auf hohem Niveau von Regisseuren wie Wolfgang Staudte und Zbynek Brynych mit experimentierfreudiger Kamera inszenierten Mordgeschichten ist heute besonders das Zeitkolorit ein interessanter Aspekt. Auch viele soziale „Brennpunkte“ jener Zeit werden angesprochen, wie Generationenkonflikt und allmählich aufkommender Drogenkonsum. Auch der Wandel der Jugendkultur (Hippies, „Beatschuppen“, später Diskotheken) wurde in der Serie reflektiert. Im Vergleich zur heutigen Fernsehwelt fällt der hohe Alkohol- und Tabakkonsum der Protagonisten auf. In den ersten 26 Folgen war mit der Kriminalassistentin Helga Lauer auch eine weibliche Beamtin aktiv an den Ermittlungen beteiligt, während ihre Kollegin Rehbein vorwiegend klassische Vorzimmeraufgaben erfüllte.         W    

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18. Januar - Die erste Sendung der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck als Moderator wird ausgestrahlt.

 

 

20. Januar - Prof. Dr. phil. Ellinor von Puttkammer wurde als erste Frau in der Geschichte der Bundesrepublik zur Botschafterin ernannt. Sie vertrat Bonn im Straßburger Europarat bis 1973. Deutschland ist seit 1950 Mitglied im 1949 gegründeten Europarat. Im Jahre 2000 zählte der Rat 41 Mitgliedstaaten. Die Amtssprachen sind Englisch und Französisch. Ziel des Europarates ist die Förderung der Ideale und Grundsätze eines europäischen Erbes. Die Organe des Rates sind u.a. die parlamentarische Versammlung, Generalsekretariat, Ministerkommitee. Der Europarat bemüht sich auch um Abkommen im sozialen, wissenschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen.

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13. Februar - Unter der Leitung von Rudolf Zenker wird, an der Chirurgischen Universitäts- und Poliklinik in Marburg an der Lahn, die erste Herztransplantation Deutschlands an einem 36jährigen Patienten durchgeführt, wobei dieser nicht aufgrund mangelnder Gewebeverträglichkeit, sondern wegen des vorgeschädigten Spenderherzens nur 27 Stunden überlebte.    W

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2. März - Das Überschall-Passagierflugzeug "Concorde" absolvierte erfolgreich seinen Jungfernflug. 1962 unterzeichneten die Regierungen Großbritanniens und Frankreichs den Vertrag über Entwicklung und Bau eines Überschall-Verkehrsflugzeuges. Die Flugzeit von Paris nach New York verkürzte sich von sechs auf drei Stunden und 45 Minuten. Es dauerte noch sechs Jahre, bis der Liniendienst aufgenommen werden konnte: British Airways schickte ihre "Concorde" von London nach Bahrain, Air France flog von Paris nach Rio de Janeiro. Die "Concorde" flog mit Mach 2 oder 2200 Kilometer pro Stunde von London und Paris über den Nordatlantik, zum stolzen Preis von 14.700 DM Mark für Hin- und Rückflug. Die sowjetische Überschallmaschine TU-144, die zwei Monate vor der "Concorde" ihren ersten Flug absolvierte, flog hingegen ins wirtschaftliche Abseits. Bis zum Absturz einer "Concorde" der Air France im Juli 2000 bei Paris blieb das britisch-französische Projekt von ernsthaften Unfällen verschont.         W    Bild: Eduard Marmet

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3. März - Die United States Navy Fighter Weapons School, besser bekannt als Top Gun wird gegründet, um Piloten Lufttaktik beizubringen und damit den relativ schlechten Leistungen der Jagdflieger im Vietnamkrieg zu begegnen. Dabei wurde erstmals das so genannte dissimilar training eingeführt, bei dem die amerikanischen Piloten nicht wie üblich gegen ein Flugzeug des Typs kämpften, das sie selbst flogen, sondern gegen kleinere Flugzeuge, wie die Sowjetunion sie betrieb. Die Besatzungen der F-4 Phantom II kämpften bei Top Gun gegen A-4 Skyhawk (die Unterschallflugzeuge simulierte) und die F-5E Tiger II, die Überschallgegner mimte. In den 1970er und 1980er Jahren wurde die F-4 durch die F-14 Tomcat und die F/A-18 Hornet ersetzt, so dass auch die Gegner durch moderne Maschinen ausgetauscht wurden. Unter anderem wurde die BAE Hawk und die F-16 Fighting Falcon eingesetzt. Ebenso wurde nun auch die F-14 als Feind eingesetzt, da sie einerseits vom Iran geflogen wurde, aber auch der Su-27 Flanker recht ähnlich war. Bekannt wurde Top Gun vor allem durch den gleichnamigen Film mit Tom Cruise.         W     Bild: Public Domain

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Erl Ray10. März - 99 Jahre Zuchthaus lautet das umstrittene Urteil bei der Verhandlung gegen James Earl Ray, den mutmaßlichen Mörder des 1968 erschossenen farbigen Bürgerrechtlers Martin Luther King. Zu diesem Ergebnis kommt es durch eine Vereinbarung zwischen Anklage, Verteidigung und Gericht. Der entflohene Häftling Ray soll King aus 75 Meter Entfernung mit einem Gewehr erschossen haben. Doch schon bald widerruft Ray sein Geständniss und sagt, er habe sich durch seine Aussage die Todesstrafe ersparen wollen. Nach dem Tod Martin Luther Kings, der sich für die Rechte der Farbigen engagierte, kam es zu großen Straßenschlachten und Unruhen, bei denen 32 Menschen getötet, mehrere tausend verletzt und über 10.000 verhaftet wurden. Die wahren Umstände der Ermordung King's werden nie geklärt, Ray selbst kann nicht mehr befragt werden: Er erliegt 1998 einem Leberleiden, das er sich bei einer Messerstecherei im Gefängnis zugezogen hat.         W     Bild: Public Domain

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16. März - Amerikanische Zeitungen berichteten erstmals über das Massaker im vietnamesischen My Lai. Am 16. März 1968 hatten US-Truppen eine Offensive gegen das Dorf My Lai und benachbarte Siedlungen gestartet. Sie begründeten dies mit der Vermutung, dass dort eine Hochburg der vietnamesischen Truppen sei. Bei der Operation wurden rund 500 Frauen, Kinder und alte Menschen regelrecht abgeschlachtet. Unter den Opfern befand sich kein einziger vietnamesischer Soldat. Drei amerikanische Soldaten versuchten, das Massaker zu stoppen. Sie landeten mit ihrem Hubschrauber im Dorf und retteten mindestens neun Dorfbewohner vor dem sicheren Tod. Für ihre Tat wurden sie dreißig Jahre später ausgezeichnet.

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24. März - Der Beatle John Lennon und seine frisch angetraute Frau Yoko Ono luden zu einem einwöchigen "Bed-In" in ihrem Zimmer eines Amsterdamer Hotels ein. Mit ihren "öffentlichen Flitterwochen" wollten beide für den Weltfrieden demonstrieren. Später äußerte sich Lennon dazu wie folgt: „Als wir heirateten, wussten wir, dass unsere Flitterwochen sowieso öffentlich sein würden, also beschlossen wir, sie zu nutzen. Unser Leben ist unsere Kunst. Das war das Bed-In. Wir saßen im Bett und redeten mit den Reportern. Es war urkomisch. Im Endeffekt machten wir einen Werbespot für den Frieden. Eine Wiederholung der Aktion in den USA scheiterte wenig später, weil man John und Yoko das Visum verweigerte.       W   

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27. März - Die NASA startet die Raumsonde Mariner 7 Richtung Mars. Das Mariner-Programm der NASA diente zur Erkundung der erdähnlichen Planeten des Sonnensystems, also zu Merkur, Venus und Mars. Insgesamt zehn Raumsonden wurden zwischen 1962 und 1973 gestartet. Mariner 6 und 7 waren zwei weitere Vorbeiflugsonden. Sie sollten den Mars passieren und mehr und besser aufgelöste Aufnahmen als Mariner 4 anfertigen. Am 2. August 1969 fertigte die Sonde 93 Aufnahmen bei der Annäherung an, die zwei volle Rotationen des Planeten abdeckten. Bei der Passage gab es weitere 33 Bilder. Beide Sonden passierten den Mars auf der Südhalbkugel und kartierten 20 Prozent der Oberfläche. Der Bodendruck und die Temperaturen konnten genauer bestimmt werden. Auf Aufnahmen von Mariner 7 konnte die Größe von Phobos, dem größeren der beiden Marsmonde, zu 22,4 × 17,6 km bestimmt werden. Die Fotos, die gerade einmal eine bzw. zwei Wochen nach Rückkehr der Apollo-11-Astronauten veröffentlicht wurden, trafen so auf eine sensible Öffentlichkeit, deren Bewusstsein, wieder die ersten im Weltraum zu sein, gestärkt wurde.         W    

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3. April - Am Texas Heart Institute wurde in Houston, USA durch Denton A. Cooley die erste Kunstherz-Implantation vorgenommen. Der 47-jährige Patient Haskell Karp erhielt ein von Domingo Liotta entwickeltes Kunstherz, das nach 65 Stunden durch ein natürliches Herz ersetzt wurde. Kurz nach der Herztransplantation verstarb Karp. An der Universitätsklinik von Utah wird, am 2. Dezember 1982, Barney Clark, in einer siebenstündigen Operation, erstmals erfolgreich ein Kunstherz vom Typ Jarvik-7 eingepflanzt. Die Operation führte William DeVries, ein Sohn holländischer Einwanderer, aus. Clark überlebte 112 Tage und erlitt mehrere Thrombosen, bevor er starb. Am 25. November 1984 wurde dem US-Amerikaner William J. Schroeder ein weiteres Kunstherz vom Typ Jarvik-7 implantiert mit dem er 620 Tage überlebte und am 6. August 1986 an einem Schlaganfall verstarb.         W     Bild: Public Domain

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1. Mai - Das eurocheque-System kann erstmals und grenzüberschreitend von Scheckausstellern genutzt werden. Zahlungen mittels Scheck sind bei Vorlage seiner ec-Karte bis zu einer Höhe von 400 Deutsche Mark (oder dem Gegenwert in fremder Währung) durch sein Kreditinstitut dem Zahlungsempfänger gegenüber bei Einlösung garantiert.

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2. Mai - Die Queen Elizabeth 2, das Flaggschiff der Cunard Line, bricht zu ihrer Jungfernfahrt von Southampton nach New York auf. Die Kiellegung erfolgte am 5. Juli 1965, der Stapellauf am 20. September 1967 und die erste Testfahrt am 26. November 1968. 1982 nahm sie am Falklandkrieg teil, als sie neben anderen Schiffen requiriert wurde und als schneller Truppentransporter im Südatlantik diente. Im August 1992 wurde ihr Rumpf beträchtlich beschädigt, als sie während einer Tagesreise von New York nach Martha’s Vineyard bei Cape Cod auf einen Felsen in zwölf Meter Wassertiefe lief. In den frühen Morgenstunden des 11. September 1995 wurde sie auf dem Weg nach New York über der Neufundlandbank von einer 33 Meter hohen Riesenwelle getroffen, die durch den ungewöhnlich weit in den Nordatlantik gezogenen Hurrikan Luis verursacht wurde. Das Schiff war danach zwar noch fahrtüchtig, aber schwer beschädigt. Die QE2 wurde 2004, nachdem die Queen Mary 2 in Dienst gestellt wurde, aus dem Transatlantik-Liniendienst entlassen und wurde seitdem ganzjährig weltweit als Kreuzfahrtschiff eingesetzt. Im Dezember 2012 und Januar 2013 gab es Berichte, dass das südostasiatische Finanzhaus Oceanic Group das Schiff für einen jährlichen Mietpreis von einer Million Britische Pfund von Dubai World anmieten will, mit einer Kaufoption nach zehn Jahren für 35 Mio. GBP. Für notwendige Arbeiten zur Überführung der QE2 nach Singapur wurde das Schiff bei der Drydocks World in Dubai eingedockt. Zum Betrieb als Hotelschiff in Singapur wurde das Unternehmen QE2 floating Hotels gegründet. Die Betriebskosten belaufen sich auf rund 800.000 Euro im Monat.       W   

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25. Mai - Der norwegische Abenteurer Thor Heyerdahl startet mit seiner Crew auf dem Papyrusboot Ra von Safi in Marokko aus zur Überquerung des Atlantiks. Er will eine mögliche Besiedlung Amerikas vor Augen führen. Die Expedition muss am 20. Juli vor dem Erreichen des Zieles Barbados aufgegeben werden, weil das Boot instabil wird. Am 17 Mai 1970 startet er erneut mit der Ra II diesmal wird die Crew nach 57 Tagen und zurückgelegten 6.100 km am 12. Juli 1970 ihr Ziel auf Barbados erreichen. Während der Fahrt entdeckte und dokumentierte Heyerdahl Ölverschmutzungen im Atlantik, unter dem Druck der Öffentlichkeit wurden später erste internationale Umweltschutzabkommen getroffen, womit Heyerdahl zu einem Pionier der Umweltbewegung wurde. Heyerdahl wollte mit seinen Expeditionen beweisen, dass es für die Völker aus dem Norden Afrikas durchaus möglich gewesen wäre, mit den damals gebauten Schilfbooten den Atlantik zu überqueren und Richtung Mittel- und Südamerika zu segeln.         W    

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19. Juni - Alfred Gütgemann, Direktor der Chirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn, nimmt die erste Lebertransplantation in Deutschland vor. Patient ist ein dreißigjähriger Student, dessen Leber von Krebs durchsetzt ist. Ein Versagen der Leber und der Tod des Patienten stehen unmittelbar bevor. Der Patient stimmt dem Risiko einer Lebertransplantation zu daraifhin mit nimmt der Professor den fünfeinhalb stündigen Eingriff mit einem Team von 40 Ärzten und Schwestern vor. Die Operation gelingt und Volkmar G. kann mit der neuen Leber noch sieben Monate leben, erheblich länger als die meisten der bis dahin 50 Patienten, die sich in anderen Ländern einer Lebertransplantation unterzogen. Die Todesursache war schließlich Leberversagen infolge einer hepatitischen Infektion. Spender des Organs war der Förster Rüdiger R., 31 Jahre alt, der an einer Gehirnblutung gestorben war. Der Haken an der Sache war allerdings, dass weder die Witwe noch die Mutter des Verstorbenen von der Operation wussten oder gar ihre Einwilligung gegeben hatten. Sie erfuhren von der Organspende ihres Mannes, respektive Sohnes, aus der Zeitung. Und hier setzte dann auch das juristische Nachspiel ein. Die Angehörigen des Försters erstatteten Strafanzeige bei der Bonner Staatsanwaltschaft und strengten eine Zivilklage auf je 16.000 DM Schmerzensgeld an. Das Strafverfahren wurde von der Staatsanwaltschaft mit der Begründung eingestellt, dass "das Streben nach Errettung und Erhaltung des Lebens des an Leberkrebs erkrankten Patienten G. dem Streben der Angehörigen des Försters R., einen unversehrten Leichnam zu bestatten, vorgeht". Doch in dem Zivilverfahren befanden die Richter, ein Patient müsse sich "davor geschützt wissen, daß bei seinem evtl. eintretenden Tod eines seiner Organe ohne jede Rücksicht auf seinen Willen oder die Einwilligung seiner Angehörigen - evtl. sogar mißbräuchlich - entnommen werden kann". Zu einer Zahlung von Schmerzensgeld wurde Gütgemann nicht verurteilt, da der Eingriff "nicht aus kommerziellen Gründen" geschah.

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19. Juni - Die Kosmonauten Nikolajew und Sewastjanow der Sojus 9-Mission landen in ihrer Raumkapsel mit dem Fallschirm in der kasachischen Steppe westlich von Karaganda. Mit mehr als 17 Tagen Flugdauer setzen sie eine neue Rekordmarke für den längsten Raumflug.

 

 

3. Juli - Der zweite Test einer sowjetischen N1-Mondrakete endet nach wenigen Sekunden als Fiasko. Der zweite Startversuch erfolgte nur knapp drei Wochen vor der erfolgreichen Apollo-11-Mondlandung. Bereits während des Abhebens kam es durch einen „Fremdkörper“ (eventuell einen Metallspan), der in eine der Sauerstoffpumpen (Nr. 8) geriet, zu deren Explosion. Die automatische Triebwerkskontrolle schaltete in einer Folge von Fehlern daraufhin nach insgesamt etwa 10 s letztlich 29 der 30 Erststufentriebwerke ab. Die Rakete fiel mit noch einem laufenden Triebwerk in Schräglage aus 200 m Höhe zurück und schlug etwa 23 s nach dem Abheben auf. Bei der Explosion wurden zahlreiche Anlagen am Startplatz zerstört. Daraufhin wurde von der Leitung des Startkomplexes zu dessen Schutz kategorisch ein seitliches Abschwenken der N1 unmittelbar nach dem Abheben verlangt. Auch sollten die Triebwerke der ersten Stufe nach dem Abheben in keinem Fall zu zeitig abgeschaltet werden können. Das einzige, was funktionierte, war wiederum das Rettungssystem; etwa 15 s nach dem Abheben beförderte es das Raumschiff 7K-L1S (s/n 5) rechtzeitig aus der Gefahrenzone.       W    Bild: Ebs08

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16. Juli - Apollo 11 wird zur ersten bemannten Landung auf dem Mond auf die Reise geschickt. Die drei Astronauten Neil Armstrong, Edwin „Buzz“ Aldrin und Michael Collins starteten am 16. Juli 1969 mit einer Saturn-V-Rakete vom Kennedy Space Center in Florida und erreichten am 19. Juli eine Mondumlaufbahn. Während Pilot Michael Collins den Mond umkreist, betreten am 21.7. 03:56 Uhr MEZ Neil Armstrong als erster und gleich danach Buzz Aldrin als zweiter Mensch den Mond, was natürlich live im Fernsehen zu beobachten ist. Eine weitere Mondlandung startet am 14.11. (Conrad, Gordon, Bean) und führt zu 15 Std Erforschung der Mondoberfläche. Nach einem knapp 22-stündigen Aufenthalt verließen die Astronauten die Oberfläche des Mondes wieder und kehrten zusammen mit Collins zur Erde zurück, wo sie am 24. Juli im Pazifik wasserten. Die erfolgreiche Durchführung des Flugs wurde weltweit von rund 500 Millionen Menschen im Fernsehen verfolgt. Apollo 11 erfüllte die Ankündigung des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy aus dem Jahre 1961, noch vor dem Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond und wieder sicher zurück zur Erde zu bringen.

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20. Juli - Neil A. Armstrong betritt als erster Mensch den Mond. Die Worte des Leiters der Apollo 11-Mission beim Betreten des Planeten, "Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit" gingen per Fernsehen um die Welt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Edwin "Buzz" Aldrin unternahm er
anschließend einen mehr als zweistündigen Mond-Spaziergang, bei dem die beiden Astronauten Gesteinsproben nahmen, ein Experiment durchführten, zahlreiche Fotos schossen und eine amerikanische Flagge auf der Mondoberfläche anbrachten. Am 24. Juli kehrten Armstrong, Aldrin und Michael Collins durch eine Landung ihrer Raumkapsel im Pazifik auf die Erde zurück.

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20. Juli - Der Belgier Eddy Merckx gewann seine erste Tour de France. In den darauf folgenden Jahren bis 1974 gelangen ihm vier weitere Siege beim bekanntesten und schwersten Radrennen der Welt. Merckx, der als einer der erfolgreichsten Straßen-Fahrer gilt, hatte sich bereits zuvor den Titel des Amateur- und des Profiweltmeisters gesichert und auch schon den Giro d´ Italia gewonnen. Außer dem Belgier waren bis heute nur die Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault sowie der Spanier Miguel Indurain fünf Mal bei der Tour de France erfolgreich. Indurain schaffte bislang als einzige Fahrer fünf Siege in Folge.

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2. August - Die Raumsonde Mariner 7 fertigt im Vorbeiflug Fotos vom Mars an, die zwei Umdrehungen des Planeten umfassen. Bei der Passage gab es weitere 33 Bilder. Beide Sonden passierten den Mars auf der Südhalbkugel und kartierten 20 Prozent der Oberfläche. Der Bodendruck und die Temperaturen konnten genauer bestimmt werden. Auf Aufnahmen von Mariner 7 konnte die Größe von Phobos, dem größeren der beiden Marsmonde, zu 22,4 × 17,6 km bestimmt werden. Die Fotos, die gerade einmal eine bzw. zwei Wochen nach Rückkehr der Apollo-11-Astronauten veröffentlicht wurden, trafen so auf eine sensible Öffentlichkeit, deren Bewusstsein, wieder die ersten im Weltraum zu sein, gestärkt wurde.      W    Bilder: NASA

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8. August - Die Genossenschaft Deutscher Brunnen beschließt die Einführung einer neuen Mehrwegflasche für Mineralwasser, die vom Industriedesigner Günter Kupetz entworfene sogenannte Normbrunnenflasche. Grund der Einführung war, den Anbietern solcher Getränke bundesweit ein standardisiertes Vertriebssystem zu ermöglichen, womit auch gegen die Konkurrenz der Coca-Cola Company, die damals verstärkt auf den deutschen Markt drängte, eine Alternative gegeben war. Sie ist mit 0,15 € bepfändet. Die wesentliche technische Neuerung ist der Außenschraubverschluss. Er ermöglicht eine automatische Abfüllung mit wesentlich mehr Abfüllungen pro Stunde. Zugleich ging im Vergleich zu den Hebelverschlussflaschen die Zahl der bei der Abfüllung beschädigten Flaschen zurück. In puncto Wirtschaftlichkeit brachte die Perlenflasche den Mineralbrunnen enorme Vorteile, da die Umlaufhäufigkeit der Flaschen erhöht werden konnte: Bei gleichem Flaschenbestand war es einem Mineralbrunnen so möglich, eine höhere Anzahl an Füllungen durchführen. Dies gelang, weil die Perlenflasche von Anfang an als bundesweiter Mehrwegpool geführt wurde und wird. Unabhängig davon, wo eine Flasche abgefüllt wurde, kann sie bei praktisch jedem Händler zurückgegeben werden und braucht nur zum nächstgelegenen Abfüller zurück transportiert werden.          W    Bild: Rainer Zenz

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9. August - In einem mysteriösen Sektenmord in Los Angeles wurden fünf Menschen umgebracht - unter ihnen die Ehefrau des polnischen Filmregisseurs Roman Polański, die Schauspielerin Sharon Tate. Als Täter wurden Anhänger einer obskuren Sekte überführt, die unter der Führung von Charles Manson stand.         W    

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In den bundesdeutschen Filmtheatern läuft der Sergio-Leone-Western "Spiel mir das Lied vom Tod" an. Die Musik stammt von Ennio Morricone. Die italienisch-US-amerikanische Koproduktion zählt zu den erfolgreichsten Filmen dieses Genres überhaupt. Rund um den Bau einer Eisenbahnlinie entfaltet sich eine epische Geschichte aus Rache, Gier und Mord, in deren Zentrum vier Personen stehen. Eigentlich handelt es sich im literarischen Sinne um eine Schachtelgeschichte, deren Auflösung in einer Analepse, zum Ende des Filmes, in einem szenischen Rückblick erfolgt         W    

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Nördlich von New York beginnt am 15. August, ein dreitägiges Pop- und Rockfestival mit den bekanntesten Musikern dieser Stilrichtungen. Eine halbe Million Rockfans - zehnmal mehr als erwartet - kommen zum "Woodstock"-Festival, das seitdem zur Legende besonders der Hippie-Bewegung erklärt wurde. Auf dem Festival traten 32 Bands und Solisten der Musikrichtungen Folk, Rock, Soul und Blues für insgesamt rund 200.000 US-Dollar Gage auf. Auf dem Festivalgelände herrschten chaotische Zustände, da die erwarteten Besucherzahlen um ein Vielfaches übertroffen wurden. Die Veranstaltung sollte ursprünglich nicht in Woodstock stattfinden, sondern in Wallkill, das 50 km südlich lag. Das Festival musste dann aber nach Protesten der Dorfbevölkerung auf ein 243 Hektar großes Gelände in White Lake bei Bethel, ausweichen. Bethel liegt ca. 150 km von New York entfernt, 70 km südwestlich von Woodstock und hatte damals weniger als 4000 Einwohner. Der Grundstückseigentümer erhielt für die Dauer des Festivals 50.000 Dollar Miete. Er wurde aber am 7. Januar 1970 von seinen Nachbarn auf 35.000 Dollar Ersatz für Schäden verklagt, die Konzertbesucher an ihrem Eigentum verursacht hatten.      W 

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1. September - Mit dem Inkrafttreten der Reform des Paragrafen 175 Strafgesetzbuch war die Homosexualität unter Männern ab 21 Jahren in der Bundesrepublik nicht mehr strafbar. Nach wie vor wurde die "Unzucht" mit Jugendlichen unter 21 Jahren strafrechtlich verfolgt. 1871 im Reichsstrafgesetzbuch als "widernatürliche Unzucht" formuliert, war der Tatbestand der Homosexualität ab 1935 Grundlage zur Inhaftierung von 50.000 Schwulen und Lesben, 15.000 von ihnen starben in Konzentrationslagern. Der Paragraf 175 wurde nach 1945 unverändert aus den Gesetzbüchern der Nationalsozialisten übernommen. Von der Reform des Strafgesetzbuches im Jahr 1962 blieb er ausgenommen und wurde erst in der Fassung vom 10. März 1994 aufgehoben.

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In Deutschland wird Ehebruch seit dem 1. September 1969 nicht mehr strafrechtlich sanktioniert. Ursprünglich sollte damals mit der Begründung einer „sittenprägenden und sittenerhaltenden Wirkung“ die angedrohte Haftstrafe verdoppelt werden. Seit dem 1. Juli 1977 ist durch das Erste Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts auch die Schuldfrage bei Scheidungen entfallen und somit Ehebruch kein Grund für eine solche mehr. Grundsätzlich entscheidend ist nur noch, ob die Ehegatten seit längerem getrennt leben. Nur durch sehr schwere Fälle von Ehebruch gehen Ansprüche auf Unterhalt verloren. Generell kann allenfalls die Unterlassung von Ehebruch in der gemeinsamen Wohnung des Ehepaares zivilrechtlich durchgesetzt werden.        W 

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1. September - Unter der Führung von Armee Stabschef Muammar al Gaddhafi stürzte die revolutionäre Bewegung "Bund Freier Offiziere" den libyschen König Idris I. und proklamierte die Arabische Republik Libyen. Gaddhafi übernahm als Vorsitzender des Revolutionären Kommandorats die Regierung und schloss die britischen und US-amerikanischen Militärbasen. Zudem verstaatlichte er ausländische Banken und Ölgesellschaften. Seine politische Idee, auf den Grundlage des Islam und eines arabischen Nationalismus einen Kompromiss zwischen Kapitalismus und Kommunismus zu finden, erläuterte er in seinem "Grünen Buch" (1976 und 1980). 1979 legte Gaddhafi alle Ämter offiziell nieder, blieb aber faktisch Staatschef als "Führer der Revolution".

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28. September - Bei der Wahl zum 6. Deutschen Bundestag verfehlt die CDU/CSU die Mehrheit. Daraufhin wird mit Willy Brandt erstmals ein SPD-Politiker deutscher Bundeskanzler. Die Wahl brachte einen tiefen Einschnitt mit sich, denn erstmals in der 20-jährigen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland stellten die Unionsparteien nach einer Bundestagswahl nicht mehr den Bundeskanzler, obwohl sie erneut und ununterbrochen seit 1949 die stärkste Fraktion stellten.      W   

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3. Oktober - Der Berliner Fernsehturm wird eröffnet. Der Berliner Fernsehturm ist mit 368 Metern das höchste Bauwerk Deutschlands und das vierthöchste freistehende Gebäude Europas. Im Jahr der Fertigstellung war er der zweithöchste Fernsehturm der Welt. Der Fernsehturm dient neben der Ausstrahlung von Rundfunk- und Fernsehprogrammen als Aussichtsturm und zählt mit jährlich rund 1,2 Millionen Besuchern deutschlandweit zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Die Arbeiten am Fundament begannen am 4. August 1965 und waren bis Ende 1965 fertiggestellt. Dann konnte ein rund 20 Meter hohes Stahlgerüst für die Betonierung des Turmfußes aufgestellt werden, die am 15. März 1966 begann. Am 30. März 1966 war die Hyperboloidschale fertiggestellt. Der Turmschaft konnte nur mittels Kletterbauweise errichtet werden, da er sich von 16 auf 9 Meter Durchmesser verjüngt. Durch die von außen gut an ihren Bullaugen zu erkennenden Zwischengeschosse unterteilt sich der Schaft in fünf Abschnitte. Die Betonierung ging zügig voran, sodass die 100-Meter-Marke am 4. Oktober 1966 überschritten wurde. Seine endgültige Höhe erreichte der Schaft am 16. Juni 1967. Am 29. August 1967 begannen die Arbeiten am Tragepodest. Am 5. Oktober war die Kugel vollständig mit der Außenhaut verkleidet. Am 3. Oktober 1969 weihte Walter Ulbricht zusammen mit seiner Frau Lotte und einer Delegation hochrangiger Begleiter, darunter Günter Mittag, Herbert Warnke, Paul Verner, Rudolph Schulze, Erich Honecker, Werner Lamberz und Erich Mielke den Fernsehturm ein und gab das Startsignal für das zweite staatliche Programm der DDR, DFF 2. Damit begann auch in der DDR das Farbfernsehen.       W    Bild: Taxiarchos228

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21. Oktober - Der deutsche Sozialdemokrat Willy Brandt wurde mit Unterstützung der Freien Demokratischen Partei Deutschlands zum ersten Bundeskanzler der SPD in der deutschen Nachkriegsgeschichte gewählt.

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29. Oktober - In der University of California in Los Angeles wurde die erste Nachricht über zwei weit entfernte Rechner verschickt, und somit das Internet geboren. Das Internet ging aus dem im Jahr 1969 entstandenen ARPANET hervor, einem Projekt der Advanced Research Project Agency (ARPA) des US-Verteidigungsministeriums. Es wurde zur Vernetzung von Universitäten und Forschungseinrichtungen benutzt. Ziel des Projekts war zunächst, die knappen Rechenkapazitäten der teuren Großrechner sinnvoll zu nutzen, erst in den USA, später weltweit.       W   

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Ozean der Stürme19. November - Nur wenige Monate nach der ersten Landung auf dem Mond erreichten die Astronauten Charles Conrad, Alan Bean und Richard Gordon die Mondoberfläche. Hauptziel dieser Mission war eine genaue Landung im "Ozean der Stürme" (Oceanus Procellarum), in der Nähe der 1967 gelandeten unbemannten Mondsonde "Surveyor 3". Die Astronauten landeten nur 183 Meter von "Surveyor 3" entfernt. Sie hätten ihr Raumschiff noch näher heransteuern können, wollten die Sonde jedoch vor aufwirbelnden Staubteilchen schützen. Sie stellten Messgeräte auf, nahmen Bodenproben und fotografierten die Kraterlandschaft. Am 20. November hob die Mondfähre "Intrepid" wieder ab und koppelte an das Mutterschiff "Yankee-Clipper" an. Vier Tage später kehrte "Apollo 12" zur Erde zurück.

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27. November - Die Deutsche Kultusminister-Konferenz,vereinbart den Versuch mit einem neuen Schulsystem zu starten: Statt Volks-, Real- und Gymnasial-Schule voneinander getrennt zu betreiben, sollen diese Zweige in der neuen Gesamtschule zusammengefasst werden und den Schülern mehr Chancengleichheit und Bildungsmöglichkeiten geben.      W   

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An der Harvard-Universität in Boston isolierte ein Forscherteam unter der Leitung des Biochemikers Jonathan Beckwith erstmals ein einzelnes Gen. Nur drei Jahre später gelang einer Forschergruppe die erste Totalsynthese eines Gens im Reagenzglas. daraufhin setzte eine rege Sicherheitsdiskussion und eine zunehmende Kommerzialisierung ein. 1976 wurde in San Francisco mit "Genentech" die erste gentechnische Firma gegründet. 1988 begann das weltweite Human Genome Project, das nach optimistischer Einschätzung bis zum Jahr 2005 die gesamte menschliche Erbinformation entschlüsseln sollte. 2000 wurde der genetische Code des Menschen geknackt.       W   

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19. Dezember - Der Film "Easy Rider" lief in den US-amerikanischen Kinos an. Der Streifen, angelehnt an eine wahre Begebenheit, zeigt zwei junge Männer, Dennis Hopper und Peter Fonda, die eine Motorradtour quer durch die USA von Los Angeles nach New Orleans unternehmen. Durch den Verkauf von Drogen verdienen die zwei Hauptdarsteller Wyatt (Peter Fonda) und Billy (Dennis Hopper) in Los Angeles das nötige Geld, um sich ihren Traum, eine Motorradtour quer durch die USA zum Mardi-Gras Karneval nach New Orleans, verwirklichen zu können. Die Tour beginnt in Los Angeles und führt sie zu einer, gastfreundlichen Farmer-Familie, wo sie einen Abend über versorgt verweilen. Auf dem weiteren Weg in Richtung New Mexiko kreuzt ein Anhalter ihren Weg, den sie mitnehmen und der sie für eine Weile bei einer Hippiekommune unterbringt. Mittlerweile in Las Vegas angekommen  werden sie verhaftet und müssen schließlich mit der Unterkunft in einem Gefängnis vorlieb nehmen. Dort treffen sie den Anwalt George Hanson (Jack Nicholson), der ihnen aufgrund seines gesellschaftlichen Status zur Freilassung verhilft und mit dem sie zu dritt die Reise fortsetzten. In einem ländlichen Ort im Bundesstaat Louisiana kehren  Billy, Wyatt und Hanson in einer Gaststätte ein, wo sie zwar von den weiblichen Besucherinnen mit Freude empfangen, jedoch von den konservativen, männlichen Bewohnern respektlos behandelt werden. So verlassen sie die Gaststätte ohne bedient worden zu sein und schlagen ihr Nachtlager auf. In dieser Nacht überfallen ihr Lager, während Billy und Wyatt jenen Anschlag überleben, stirbt Hanson.  Doch die Reise wird fortgesetzt: Billy und Wyatt erreichen schließlich New Orleans, und verwirklichen die letzte Etappe ihres Traums, den Karneval in New Orleans sowie in diesem Zusammenhang auch die psychedelischen Folgen von LSD. Auf dem Rückweg nach Los Angeles überholt sie ein Pick Up dessen Beifahrer mit einigen Bemerkungen und ausgestrecktem Gewehr Billy provoziert. Billys Reaktion ist ein ausgestreckter Mittelfinger, der den Beifahrer dazu veranlasst, auf ihn zu schießen. Die Folge darauf ist, dass Billy das Gleichgewicht verliert und zu Boden stürzt. Wyatt, der durch den Schuss auf die Handlung aufmerksam wird, bremst ab und fährt zu dem verletzten Billy zurück und bedeckt diesen mit seiner Lederjacke. Inzwischen hat der Pick Up Truck ebenfalls gewendet und steuert auf Wyatt zu, der sich erneut auf seinem Motorrad befindet und im Begriff ist Hilfe zu organisieren. Erneut ertönt ein Schuss und mit einem lauten Knall fliegt Wyatts Motorrad in den Straßengraben und entflammt. Der Film, der als Symbol der Sechziger Jahre gilt, ist inzwischen ein Klassiker. Aufgrund seiner Landschaftsaufnahmen sowie seiner Folk- und Rockmusik avancierte "Easy Rider" zu einem großen Erfolg an den internationalen Kinokassen.

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Die USA beginnen mit dem militärischen Rückzug aus Vietnam. Man sagt, sie seien "zu Hause besiegt" worden durch Bürgerproteste und Bürgerrechts-bewegung. Offensichtlich hat vorher keiner in Amerika zugehört, dass die meisten Amerikaner gar nicht nach Vietnam kämpfen gehen wollten. Vor allem nicht die Schwarzen und die Indianer, die überproportional "verheizt" worden sind. In Paris werden Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den verfeindeten Parteien in Vietnam aufgenommen. Die Bevölkerung der USA sorgt mit massiven Demonstrationen und millionenfacher Teilnahme dafür, dass die eigene Regierung das Kriegsende in Vietnam ernst nimmt.

 

 

Die bundesdeutschen Schülerinnen und Schüler bekamen ihren ersten "Sexualkunde-Atlas" vorgelegt. Er sollte als einheitliches Unterrichtsmittel im neu eingeführten Fach Sexualkunde benutzt werden. Das Buch war im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums erarbeitet worden. Gesellschaftliche Kräfte wie die evangelische Kirche unterstützten den Aufbruch zu einer liberalen Sexualerziehung. Von katholischer und konservativer Seite wurde der Sexualkunde-Atlas heftig angegriffen.

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In der Computertechnik werden Trommelspeicher entwickelt, die ihre Daten auch dann behalten, wenn man die Maschine abschaltet.

 

In Texas wird das erste künstliche Herz verpflanzt, mit dem der Patient noch fast drei Jahre lang lebt.

 

Die Erprobung des britisch-französischen Überschallflugzeuges "Concorde" für den zivilen Passagierdienst wird abgeschlossen.

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1970

1. Januar - In Deutschland wurde die Lohnfortzahlung für Arbeiter im Krankheitsfall eingeführt. Die Arbeitgeber sind nach diesem Lohnfortzahlungsgesetz verpflichtet, den vollen Bruttolohn während der ersten sechs Wochen der Krankmeldung auszuzahlen. Damit wurden die Arbeiter den Angestellten gleichgestellt.

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12. Januar - Im westafrikanischen Nigeria endet der zweieinhalb Jahre währende "Biafra Krieg" um die Provinz Biafra. Biafra hatte sich von Nigeria losgelöst und unabhängig erklärt. Nach langen blutigen Kämpfen mußte Biafra schließlich kapitulieren. Mehr als zwei Millionen Menschen starben während dieses Krieges: die meisten von ihnen wurden Opfer von Massakern oder Bombardements, ein großer Teil verhungerte aber auch.         W    

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Am 16. Januar gelang es erstmals sowjetischen Kosmonauten, zwei bemannte Raumschiffe aneinander zu koppeln. Die Besatzungsmitglieder des Raumschiffes "Sojus 5" konnten dank dieses sensationellen Manövers in das Raumschiff "Sojus 4" gelangen und mit diesem den Rückflug zur Erde antreten. Die sowjetische Raumfahrt hatte mit der "Sojus"-Weltraumtechnik zu Beginn ernste Probleme. Das Raumschiff "Sojus 1" war am 1. April 1967 ungebremst auf der Erdoberfläche aufgeschlagen. Dabei kam der Kosmonaut Wladimir Kamarow ums Leben. Mit dem gelungenen Kopplungsmanöver der Schiffe 4 und 5 aus der "Unions" - Serie hatten die sowjetischen Kosmonauten im Wettlauf mit den USA um Erfolge bei der prestigeträchtigen bemannten Raumfahrt wieder deutlich die Nase vorn.

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Der Boxer Joe Frazier besiegt am 16. Februar durch ein K.O. in der vierten Runde seinen Gegner Jimmy Ellis. Der Sieg machte den schwarzen US-Amerikaner zum neuen Weltmeister aller Verbände im Schwergewicht. Frazier konnte seinen Titel für drei Jahre halten und besiegte in dieser Zeit auch in einem legendären Kampf die Boxlegende Muhammad Ali. Über 15 Runden dauerte dieser Kampf am 26. Juli 1971, bei dem er Ali in der letzten Runde mit einem linken Haken zu Boden schlug. Seinen Titel musste er am 12. Dezember 1973 bei seiner Niederlage gegen Boone Kirkman abgeben.

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5. März - Der Atomwaffensperrvertrag, der den Besitz und die Weiterverbreitung von Atomwaffen sowie die friedliche Nutzung der Kernenergie zum Gegenstand hat, tritt in Kraft. Im Atomwaffensperrvertrag verzichten die Unterzeichnerstaaten, die nicht im Besitz von Kernwaffen sind, auf eine atomare Rüstung (siehe Artikel I bis III). Die fünf offiziellen Atommächte, die diesen Status dadurch erlangten, dass sie vor dem 1. Januar 1967 eine Kernwaffe gezündet haben (s. Artikel IX), verpflichten sich im Gegenzug zum Kernwaffenverzicht der anderen, „in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen […] über einen Vertrag zur allgemeinen und vollständigen Abrüstung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle“ (s. Artikel VI). Dies ist die einzige bindende Verpflichtung zur vollständigen Abrüstung der Atomwaffenstaaten in einem multilateralen Vertrag. Außerdem steht laut Vertrag jedem Mitgliedstaat das „unveräußerliche Recht“ auf ein ziviles Atomprogramm zu. Alle Vertragsunterzeichner verpflichten sich, „den weitestmöglichen Austausch von Ausrüstungen, Material und wissenschaftlichen und technologischen Informationen zur friedlichen Nutzung der Kernenergie zu erleichtern“ (s. Artikel IV). Jeder Staat darf den Vertrag kündigen, muss dies jedoch drei Monate zuvor bekanntgeben.         W    

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14. März - Die erste Weltausstellung in Asien wurde in Osaka (Japan) eröffnet. Das Motto der Ausstellung lautete: "Fortschritt und Harmonie für die Menschheit". Fast 80 Staaten und zahllose Organisationen widmeten sich dem Schwerpunkt Kommunikation und zeigten neuste Entwicklungen und Entwürfe: Drahtlose Kommunikation, Video und Bildschirmtelefone waren die herausragenden technischen Errungenschaften. Während des ersten Versuchs starb der Kaiser, dann kam der Zweite Weltkrieg dazwischen. Knapp 65 Millionen Menschen kamen und bescherten den Organisatoren der Ausstellung einen Gewinn von gut 52 Millionen Dollar. So viel Geld wurde von keiner anderen Weltausstellung je erwirtschaftet. Das Symbol der Ausstellung war eine stilisierte Kirschblüte mit fünf Blättern.         W 

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21. März - Die Militärregierung von Äthiopien gibt die Abschaffung der seit mehr als 3000 Jahren herrschenden Monarchie bekannt. Im Jahr zuvor war der regierende Kaiser Haile Selassi I. nach mehr als 30 Jahren auf dem Thron nach Unruhen und Protesten gegen sein Regime von linksgerichteten Militärs abgesetzt worden.

 

Besuchte der damalige Bundeskanzler Willy Brandt die DDR und traf sich in Erfurt mit dem Vorsitzenden des Ministerrats der DDR, Willi Stoph. Am Rande dieses historischen ersten Treffens der Regierungschefs beider deutscher Staaten wurde Willy Brandt von der Erfurter Bevölkerung begeistert

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11. April - Vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral aus startet die NASA die Mondmission Apollo 13 mit James Arthur Lovell, John Leonard Swigert und Fred Haise an Bord. Nach zwei erfolgreichen Mondlandungen im Rahmen des Apollo-Programms handelt es sich dabei um einen Routineflug.         W    

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13. April - Ein Sauerstofftank des Raumschiffs Apollo 13 explodiert auf dem Weg zum Mond. 55 Stunden und 54 Minuten nach dem Start, über 300.000 km von der Erde entfernt, explodierte einer der beiden Sauerstofftanks im Servicemodul der "Odyssey". Kapselpilot Swigert meldete über Funk: "Hey, ich glaube, wir hatten da gerade ein Problem." Astronaut Jack Lousma, der zu dieser Zeit im Kontrollzentrum in Houston die Funkverbindung zur Besatzung hielt, fragte nach: "Könntet ihr das bitte wiederholen?". Daraufhin meldete sich Kommandant Lovell: “Houston, wir haben ein Problem” (“Houston, we've had a problem”).
Die Mission wird abgebrochen und eine Rettungsaktion wird eingeleitet, um die drei Astronauten James Arthur Lovell, John Leonard Swigert und Fred Haise unversehrt zur Erde zurückzubringen.
Technische Improvisation war nötig, um die drei Besatzungsmitglieder in ihrem beschädigten Raumfahrzeug lebend zur Erde zurückzubringen. Das Lebenserhaltungssystem der Landefähre war jedoch nicht dafür ausgelegt, drei Personen mehrere Tage am Leben zu erhalten. Während genügend Sauerstoff an Bord war, gab es zu wenig Wasser und insbesondere elektrischen Strom, der in der Landefähre aus Batterien bezogen wird. Außerdem musste auch das überlastete Luftreinigungssystem umgebaut werden, um mit dem CO2-Filter der „Odyssey“ arbeiten zu können, der eigentlich mit dem der „Aquarius“ inkompatibel war (runde und eckige Filter). Hierzu musste aus an Bord vorhandenen Dingen, wie zum Beispiel Tüten, Klebeband, Flugplänen usw. ein Adapter gebaut werden. Das Bodenzentrum in Houston erarbeitete eine Prozedur, die an die Crew gefunkt wurde, die dann erfolgreich den Adapter nachbaute. Dieser Apolloflug war der einzige, der vorzeitig abgebrochen werden musste.

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Nach einem spektakulären Rettungsmanöver kehrten die Astronauten Fred Haise und James Lovell der fehlgeschlagenen Apollo 13-Mission auf die Erde zurück. Nach der Wasserung im Pazifik werden sie wohlbehalten von der USS Iwo Jima (LPH-2) an Bord genommen. Das Raumschiff "Apollo 13" war von Cape Kennedy zum Mond aufgebrochen. Unkorrektes Befüllen des Sauerstoff-Tanks hatte jedoch zum Gasaustritt geführt. Während des Fluges stieg die Temperatur zeitweise auf 540 Grad Celsius an. Die Isolierungen schmolzen und ein Kurzschluss führte zur Explosion des Sauerstoff-Tanks. Technische Improvisation war nötig, um die drei Besatzungsmitglieder in ihrem beschädigten Raumfahrzeug lebend zur Erde zurückzubringen. Dieser Apolloflug war der einzige, der vorzeitig abgebrochen werden musste. Kurz vor dem Eintritt in die Erdatmosphäre musste die lebensrettende Mondfähre "AQUARIUS" abgetrennt werden. Überraschend meldete sich Kommandant James Lovell nach Wiedereintritt in die Atmosphäre wieder über Funk. Noch am Tage der Landung wurde vom amerikanischen Kongress ein Untersuchungsausschuss eingesetzt.

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Während einer von seinem Anwalt Horst Mahler beantragten Ausführung gelingt Andreas Baader mit Hilfe von Ulrike Meinhof, Irene Goergens, Ingrid Schubert unter Einsatz von Schusswaffen die Flucht. Die Baader-Befreiung gilt als Geburtsstunde der Rote Armee Fraktion (RAF). Andreas Baader war an den Brandstiftungen in zwei Frankfurter Kaufhäusern am 2. April 1968 beteiligt und dafür zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Baader, Gudrun Ensslin und Thorwald Proll erschienen nicht zum Haftantritt und setzten sich ab. Ensslin und Baader hielten sich zeitweilig bei der Journalistin Ulrike Meinhof in Hamburg auf. Zusammen mit Baaders Anwalt Horst Mahler und anderen hatte die Gruppe beschlossen, eine terroristische Vereinigung nach dem Vorbild der lateinamerikanischen Guerilleros zu gründen. Diese Pläne wurden jedoch durchkreuzt, als Baader am 4. April 1970 in Berlin erneut festgenommen wurde. Er war nach einem Hinweis des V-Manns Peter Urbach bei einer fingierten Verkehrskontrolle verhaftet worden. Die Gruppe beschloss, ihn zu befreien.        W 

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21. Juli - Die zwölfte und zuletzt montierte Turbine des Assuan-Staudamms wurde in Betrieb genommen. Der 111 Meter hohe und fast vier Kilometer lange Damm staut den Nil zum Nassersee auf und ermöglicht die Regulierung des Wasserhaushalts im Tal des längsten Flusses der Welt. Dadurch sind mehrfache Ernten pro Jahr möglich. Die landwirtschaftliche Nutzfläche konnte um 15 Prozent erweitert werden. Das Ausbleiben des fruchtbaren Nilschlamms führte jedoch zu einem Rückgang der Erträge. Die Felder mussten durch Kanäle bewässert und gedüngt werden. Es kam zu einer zunehmenden Versalzung der Böden. Durch die Nährstoffverarmung des Nilwassers ist auch die Fischerei stark zurück gegangen.

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3. September - Bei der Universiade in Turin stellte die bundesdeutsche Leichtathletin Heide Rosendahl einen neuen Weltrekord im Weitsprung auf. Sie übertraf den Rekord der Rumänin Viorica Viscopoleanu, der seit den Olympischen Spielen von Mexiko 1968 Bestand hatte, um zwei Zentimeter auf 6,84 Meter. 1969 hatte das Multitalent Rosendahl im Fünfkampf die Weltbestmarke auf 5155 Punkte verbessert. Bei den Olympischen Spielen von München 1972 holte Heide Rosendahl Goldmedaillen im Weitsprung und mit der 4 x 100 Meter-Staffel und errang Silber im Fünfkampf. Damit war sie die erfolgreichste bundesdeutsche Olympiateilnehmerin. Im Jahr darauf trat die Diplom-Sportlehrerin vom Wettkampfsport zurück.

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18. September - Der Gitarrist und Sänger Jimi Hendrix - Idol der Flower-Power-Generation - kam auf unerklärliche Weise in London ums Leben. Hendrix - stark alkoholisiert und narkotisiert - war vermutlich an seinem eigenen Erbrochenen erstickt. Legendär sind seine Konzertauftritte beim Monterey Pop Festival 1967, als er in seiner Bühnenshow seine Gitarre zertrümmerte und anzündete. Auch seine Interpretation der amerikanischen Nationalhymne beim Woodstock Festival 1969 ging in die Geschichtsbücher ein.          W     Bild: InSapphoWeTrust

 

 

18. September - Der Prozess um das Schlafmittel Contergan, das bei tausenden Neugeborenen Fehlentwicklungen verursachte, endete mit der Einstellung der Produktion. Damit war der mit 283 Verhandlungstagen längste deutsche Strafprozess beendet. Nach der Einnahme des Schlaf- und Beruhigungsmittels Contergan während der Schwangerschaft brachten Ende der 1950er Jahre Mütter ihre Kinder missgebildet zur Welt. Die Neugeborenen litten unter dem Dysmelie-Syndrom, einer Fehlbildung der Gliedmaßen und der inneren Organe. Contergan-Kindern fehlen häufig Gliedmaßen. Ursache des Dysmelie-Syndroms ist Thalidomid, ein zentraler Wirkstoff in dem Arzneimittel Contergan.

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13. Oktober - Das Hessische Datenschutzgesetz tritt als erstes Datenschutzgesetz der Welt in Kraft. Das Gesetz regelt, wann die öffentliche Verwaltung des Landes Hessen personenbezogene Daten verarbeiten darf und welche Vorgaben sie dabei beachten muss. Durch diese Reglementierung der Datenverarbeitung soll sichergestellt werden, dass die Personen, deren Daten verarbeitet werden, nicht in ihrem Recht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt werden (§ 1 Abs. 1 Nr. 1). Außerdem soll durch das Gesetz „das auf dem Grundsatz der Gewaltenteilung beruhende verfassungsmäßige Gefüge des Staates […] vor einer Gefährdung infolge der automatisierten Datenverarbeitung“ bewahrt werden (§ 1 Abs. 1 Nr. 2). Dieses – für ein Datenschutzgesetz ungewöhnliche – Ziel soll durch Regelungen erreicht werden, die das Informationsgefälle der Legislative gegenüber der Exekutive nivellieren.         W    

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23. Oktober - Erstmals erreicht ein Landfahrzeug eine Geschwindigkeit von mehr als 1000 Kilometer pro Stunde. In der Großen Salzwüste im US-Bundesstaat Utah stellt Gary Gabelich im Raketenauto Blue Flame mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 1001,66 km/h (Durchschnitt beider Richtungen: (617,601 mph + 627,207 mph) : 2 = 622,404 mph) einen neuen Weltrekord auf, den er über 13 Jahre hielt. Ein Meilenstein in der Geschichte der Technik. Als Treibstoff dient dem Fahrzeug eine höchst explosive Mischung aus flüssigem Erdgas und Wasserstoffperoxid. Die dabei hinter der Austrittsdüse erscheinende, blaue Flamme war der Anlass für den Namen „Blue Flame“. Das Fahrzeug ist im Auto- und Technikmuseum Sinsheim ausgestellt.         W     Bild: Softeis

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Unter ungewöhnlich scharfen Sicherheitsvorkehrungen beginnen Prozesse gegen Mitglieder der Baader-Meinhof-Gruppe (RAF Rote Armee Fraktion).

Während einer von seinem Anwalt Horst Mahler beantragten Ausführung gelingt Andreas Baader mit Hilfe von Ulrike Meinhof, Irene Goergens, Ingrid Schubert unter Einsatz von Schusswaffen die Flucht. Die Baader-Befreiung gilt als Geburtsstunde der Rote Armee Fraktion (RAF). Andreas Baader war an den Brandstiftungen in zwei Frankfurter Kaufhäusern am 2. April 1968 beteiligt und dafür zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Baader, Gudrun Ensslin und Thorwald Proll erschienen nicht zum Haftantritt und setzten sich ab. Ensslin und Baader hielten sich zeitweilig bei der Journalistin Ulrike Meinhof in Hamburg auf. Zusammen mit Baaders Anwalt Horst Mahler und anderen hatte die Gruppe beschlossen, eine terroristische Vereinigung nach dem Vorbild der lateinamerikanischen Guerilleros zu gründen. Diese Pläne wurden jedoch durchkreuzt, als Baader am 4. April 1970 in Berlin erneut festgenommen wurde. Er war nach einem Hinweis des V-Manns Peter Urbach bei einer fingierten Verkehrskontrolle verhaftet worden. Die Gruppe beschloss, ihn zu befreien.

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1. November - Mit „Christoph 1“ wird der erste Rettungshubschrauber Deutschlands am Klinikum Harlaching in München stationiert und in Dienst gestellt, der sich als richtungsweisend für die Luftrettung in Deutschland und auch im Ausland erweisen sollte. Dr.Hans Burghart war zu dieser Zeit Arzt am städtischen Krankenhaus München Harlaching. Dort erhielt er von der Stadt einen Rüffel, weil er ein verletztes Kind vor dem Krankenhaus notfallmäßig versorgte und mit einem Pfleger in die Klinik brachte. Ende der 1960er Jahre entwickelte der Chirurg zusammen mit dem ADAC, ein Konzept zur Verbesserung der Rettungskette durch die Ergänzung mit Luftrettungsfahrzeugen. Zunächst charterte der ADAC einen Hubschrauber mit dem Funkrufnamen „Kolibri“ vom 13. Juni bis 6. Oktober 1968 mit Stationierung in München-Riem und vom 20. Dezember bis 7. Januar 1969 mit Stationierung im Klinikum rechts der Isar und setzte ihn versuchsweise für Einsätze rund um München ein. Eine dritte Testphase lief im Sommer 1969. Die Besatzung bestand wegen der Enge an Bord lediglich aus Arzt und Pilot. Infolge der Testläufe wurde nun eine Bölkow Bo 105 mit dem Funkrufnamen Christoph 1 eingesetzt, die 3 Mann Besatzung aufnehmen konnte. Ein Arzt des Krankenhauses, ein ADAC-Pilot und ein Rettungssanitäter. Von Januar 1975 bis 2. Februar 1984 wurden Piloten und Bordtechniker vom Bundesgrenzschutz gestellt. In diesem Zeitraum wurde das alte Flugmuster Bo 105 gegen den ersten Rettungshubschrauber vom Typ BK 117 ausgetauscht. 1995 wurde der Rettungshubschrauber zusätzlich mit einer Rettungswinde ausgerüstet.

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13. November - In Pakistan löste ein Zyklon, ein tropischer Wirbelwind mit einer Geschwindigkeit von 190 km/h, eine Sturmflut aus, die die tiefliegenden Gebiete Ostpakistans (heute Bangladesh) überschwemmte. Ein Gebiet von rund 6000 Quadratkilometern war betroffen, die Schätzungen über die Zahl der Todesopfer schwankten zwischen 200.000 und einer Million Menschen. Bangladesch gehört zur UN-Kategorie der "am wenigsten entwickelten Länder". Das Land kann die häufigen Überschwemmungen nicht verhindern und wird mit den Folgen aus eigener Kraft nicht fertig.          W    

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17. November - Die unbemannte sowjetische Raumsonde "Luna 17" landete auf dem Mond. Sie ist die erste Sonde, die ein Roboterfahrzeug mit sich führte. "Lunochod I" wurde von der Erde aus gesteuert und war mit Fernsehkamera und Sonnenbatterien ausgestattet. Das Fahrzeug legte in 11 Mondtagen eine Strecke von 10,5 km zurück und übermittelte dabei Daten von Gesteinsuntersuchungen und Fernsehbilder zur Bodenstation. Insgesamt funkten die vier Kameras über 20.000 Bilder und 200 Panoramen zur Erde. 1973 wurde diese Leistung von "Lunochod II" wiederholt. Die Luna-Missionen der UdSSR begannen im Jahr 1959. "Luna 1" war damals das erste Objekt, dass das Erdgravitationsfeld verließ.

 

17. November - Der US-amerikanische Erfinder Douglas C. Engelbart erhält ein Patent auf die erste EDV-Maus.

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29. November - Die erste Folge der Krimiserie „Tatort“, mit dem Titel: „Taxi nach Leipzig“, wird ausgestrahlt. Seither ist der Krimi am Sonntagabend nicht mehr aus dem Programm wegzudenken. Seit der Mensch Tauschhandel betreibt, gibt es eine unumstößliche Größe: das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Um so erstaunlicher ist der anhaltende Erfolg der Krimi-Reihe „Tatort“, denn die ARD verprasst die Marke regelrecht: Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendein drittes Programm einen „Tatort“ zeigt. Trotzdem hatten die Sonntags-Premieren in diesem Jahr im Schnitt knapp 8,5 Millionen Zuschauer. Noch erstaunlicher aber ist der Umstand, dass die Reihe seit mittlerweile 40 Jahren so erfolgreich ist, denn im Grunde ist „Tatort“ Fernsehen von gestern. Im Herbst 1970 konnten jedoch selbst Optimisten in der ARD nicht ahnen, dass sich die Idee von WDR-Redakteur Gunther Witte zu einem der größten Schätze der ARD entwickeln würde. Eine Krimireihe, die bloß einmal pro Monat ausgestrahlt wird und deren Helden auch noch ständig wechseln, weil jeder ARD-Sender seinen eigenen Kommissar ins Rennen schickt. Es ist ganz wichtig, dass die Filme in einer bestimmten Stadt oder einer Region spielen, die Ermittler stehen stets im Mittelpunkt, die Geschichten müssen immer glaubhaft sein. Praktisch unverändert ist auch der Vorspann mit der unverkennbaren Musik und den Augen im Fadenkreuz. Die einprägsame Klangfolge, an der bis heute keine Note geändert wurde, stammt von Klaus Doldinger. Die Augen gehören dem Schauspieler Horst Lettenmayer, der für die kurze Sequenz eine einmalige Gage von 400 Mark bekam. Geschickt nutzen die Autoren Duos wie Ballauf und Schenk (Köln), Leitmayr und Batic (München) oder Lannert und Bootz (Stuttgart), um einen moralischen Diskurs anzuzetteln: über Kindesmissbrauch, Ehrenmorde oder Menschen, die sich illegal in Deutschland aufhalten. In der Regel sind die Ermittler unterschiedlicher Meinung, aber am Ende kommt es immer zum Konsens. Auf diese Weise ist der „Tatort“ längst eine moralische Fernsehinstitution geworden.          W    

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7. Dezember - In Warschau wird im Rahmen der deutschen Ostpolitik der Warschauer Vertrag über die Grundlagen der Normalisierung zwischen Deutschland und Polen unterzeichnet. Am gleichen Tag macht Willy Brandt seinen Kniefall von Warschau vor dem Mahnmal des Warschauer Ghettos, was weltweit zum Symbol für die Versöhnung wird. Das Bild von diesem Kniefall ging durch die Welt und wurde allgemein als besonders überzeugende Geste deutschen Aussöhnungswillens verstanden.        W    

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Die Boing 747 Jumbo-Jet nimmt den Transatlantik-Liniendienst auf. Sie kann 450 Personen gleichzeitig befördern.

In der Computertechnik wird die Floppy Disk (noch im 8"-Format) vorgestellt.

Die ersten Schneid- und Schweiß-Kohlendioxidlaser werden in der Industrie eingesetzt (zum Schneiden von Stahlplatten).

Das Radioteleskop in Bonn mit seiner 100 m großen Schüssel wird fertiggestellt.

Es gelingt die erste vollständige Synthese eines Gens.

In der Bundesrepublik wird das aktive Wahlalter von 21 auf 18 Jahre herabgesetzt.

 

 

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